Da ich es anstrebe, Grundschullehrer zu werden, habe ich mich im Zusammenhang mit der Veranstaltung „Biographie, Lebenslauf und Sozialisation“ dazu entschlossen, in meiner Hausarbeit die Aussagen zweier verschiedener, unterschiedlich alter sogenannter „Anstandsregelbücher“ miteinander zu vergleichen und zu analysieren. Zugleich will ich mich in dieser Hausarbeit kurz und soweit mir möglich damit befassen, welche Themenpunkte in diesem Zusammenhang überhaupt angesprochen, welche weggelassen werden und ob sich daraus möglicherweise Rückschlüsse ziehen lassen.
Inhaltsverzeichnis
1.) Einleitung
2.) Zur Literatur
3.) Auseinandersetzung mit der Literatur
4.) Die Auseinandersetzung mit den Aussagen und dem Inhalt
5.) Abschließendes Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die historischen Wandlungen in Erziehungsvorstellungen und sozialen Normen durch den direkten Vergleich zweier Anstandsregelwerke aus den Jahren 1955 und 1982 zu analysieren, wobei insbesondere die Rollenbilder von Eltern und Kindern im Fokus stehen.
- Vergleichende Analyse erzieherischer Leitbilder und Anstandsnormen.
- Untersuchung der Vorbildfunktion von Erwachsenen im Erziehungskontext.
- Betrachtung von Geschwisterbeziehungen und Umgangsformen innerhalb der Familie.
- Erörterung ökonomischer Erziehung: Taschengeld als pädagogisches Instrument.
- Dokumentation des Wertewandels zwischen den 1950er und 1980er Jahren.
Auszug aus dem Buch
Die Auseinandersetzung mit den Aussagen und dem Inhalt
Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass die Aussagen der beiden „Anstandsregelbücher“ nicht so verschieden sind, wie man meinen könnte. Beide Werke sind sich z.B. dahingehend einig, dass man als Vorbild für Kinder zunächst seine eigenen Hausaufgaben zu machen hat, bevor man seiner Rolle gerecht werden kann. Es bedarf folglich einer starken Disziplin und Konsequenz seiner selbst, um bestimmte Dinge von Kindern verlangen zu können. Zugleich soll sich derjenige nicht wundern, dessen Kinder nicht den „Anstandsregeln“ entsprechen, so er oder sie diese nicht selbst befolgen.
Der Erwachsene muss sich also seiner Vorbildfunktion, seines Beispielcharakters bewusst werden und auch dem entsprechend verhalten, nur dann kann er dies auch von seinen Kindern verlangen. Einigkeit herrscht teilweise auch im Bezug auf Geschwister. Beide „Regelwerke“ sind sich einig, dass Kinder untereinander eine gewisse Sonderrolle inne haben und dies auch zu achten ist. Zugleich ist man sich einig, dass letztlich Kinder voneinander und miteinander lernen und durch diesen Prozess ungeschriebene Gesetze das Zusammenleben betreffend entstehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1.) Einleitung: Der Autor erläutert seine Motivation für die Untersuchung, die aus dem Studium der Sozialisation und dem Berufswunsch als Grundschullehrer erwächst.
2.) Zur Literatur: Vorstellung der beiden primären Quellenwerke sowie deren strukturelle und formale Unterschiede in Bezug auf Umfang und Gestaltung.
3.) Auseinandersetzung mit der Literatur: Detaillierte inhaltliche Analyse der Konzepte Vorbild, Geschwister und Taschengeld in beiden Werken.
4.) Die Auseinandersetzung mit den Aussagen und dem Inhalt: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Aufdeckung der Übereinstimmungen sowie des Wandels in der Wertevermittlung.
5.) Abschließendes Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Entwicklung erzieherischer Normen hin zu mehr Eigenständigkeit des Kindes über die Jahrzehnte.
Schlüsselwörter
Anstandsregeln, Erziehung, Sozialisation, Vorbildfunktion, Taschengeld, Geschwisterbeziehungen, Wertevermittlung, Verhaltensnormen, 1955, 1982, Pädagogik, Disziplin, Kindheit, Rollenbilder, Literaturvergleich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einem vergleichenden Blick auf zwei Anstandsregelwerke aus verschiedenen Epochen des 20. Jahrhunderts, um soziale und pädagogische Wandlungsprozesse aufzuzeigen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der elterlichen Vorbildfunktion, dem Umgang mit Geschwistern sowie der erzieherischen Bedeutung des Taschengeldes.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch den Vergleich der Texte Rückschlüsse auf den Wandel von Erziehungsidealen und sozialen Normen in der deutschen Gesellschaft zwischen 1955 und 1982 zu ziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, bei der spezifische Kapitel aus zwei Ratgebern einander gegenübergestellt und inhaltlich interpretiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Literatur, die Analyse spezifischer Themenbereiche wie Gehorsam und Finanzerziehung sowie die kritische Reflexion über Gemeinsamkeiten und Differenzen der Texte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Erziehung, Anstandsregeln, Vorbildfunktion, Taschengeld und der historische Vergleich zwischen 1955 und 1982.
Wie unterscheiden sich die beiden betrachteten Bücher formal?
Das Werk von 1955 ist mit 476 Seiten wesentlich umfangreicher und stärker illustriert, während das Buch von 1982 mit 167 Seiten kompakter und nüchterner gestaltet ist.
Welchen Wandel in der Erziehung zeigt das Fazit auf?
Das Fazit stellt fest, dass Kindern 1982 mehr Eigenständigkeit zugetraut wurde, während 1955 noch stärkere, explizite Tugendkataloge wie Gehorsam und Pünktlichkeit das Erziehungsbild prägten.
- Arbeit zitieren
- Nils Vervoort (Autor:in), 2000, Anstandsregelwerke im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10911