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Computertechnik und mathematischen Verfahren, wie Iterations‐, Simultantechniken und Input-Output-Tabellen möglich ist.
Mit ihrer Studie wandten sie sich gezielt gegen Alec Noves Thesen, den Markt als Zentralmechanismus zur Gestaltung komplexer Gesellschaften zu akzeptieren. Denn mit diesen Thesen beeinflusste Noves die Labour‐ Party, ihre Programmatik und Führung dahingehend, vom Ziel öffentliches Eigentum an Produktionsmitteln Abstand zu nehmen. Damit würde sich die traditionelle Sozialdemokratie, die immer für eine gemischte öffentlich und private Nationalökonomie eintrat, faktisch selbst aufgeben.
Mit ihrer Studie, die seit Jahresbeginn 2006 nun auch in deutscher Übersetzung von Helmut Dunkhase vorliegt, gehen die Wissenschaftler jedoch weiter. Sie wollen aufzeigen, dass eine vollständig geplante Wirtschaft aufgrund der Arbeitswerttheorie möglich ist.
Dementsprechend lautet ihre These,
„dass insbesondere eine effektive und produktive sozialistische Ökonomie sowohl möglich als auch dem Kapitalismus vorzuziehen ist (zumindest vom Standpunkt der arbeitenden Menschen aus gesehen).“
Verschlemmen soll nicht der faule Bauch, Was fleißige Hände erwarben.
In dreizehn Kapiteln wird diese These sprachlich verständlich entwickelt, mit Beispielen veranschaulicht und teilweise mathematisch begründet.
Im ersten Kapitel zeigen sie - mit Beispielen aus dem Vereinigten Königreich‐ die dem Kapitalismus inhärenten Formen sozialer Ungleichheit auf. Diese Ungleichheit gründe auf (1) Ausbeutung der Arbeitskräfte, (2) Vererbung des Reichtums durch eine Minderheit, (3) Arbeitslosigkeit, (4) Alter und Gebrechen, (5) ökonomischer
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Benachteiligung von Frauen und (6) Unterschieden in Kenntnissen und Fähigkeiten.
Unter Heranziehung von Input‐Output‐Tabellen der britischen volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung und der Datenumgruppierung berechnen die Autoren für 1977 eine Ausbeutungsrate der Arbeitskraft der abhängig Beschäftigen in England von 98% .
„Der in der Ökonomie hinzugefügte Nettowert betrug 640.596 Mio. Pfund Sterling, wovon 324.324 Mio. in die Löhne der Arbeiter flossen, so dass ein Mehrwert von 316.272 Mio. Pfund St. bleibt. Das ergibt eine Ausbeutungsrate von 98%.“
Sie stellen weiterhin aufgrund offizieller staatlicher Zahlen fest, dass in England „ungefähr 330.000 Personen 55 % aller Aktien und 58 % allen Bodens besitzen“.
Hinzu komme seit den 1970er Jahren eine Massenarbeitslosigkeit, die politisch gewollt sei, um einen Käufermarkt für Arbeit aufrecht zu halten, damit Löhne gesenkt und Gewerkschaften geschwächt würden.
Die Folge niedriger Löhne seien wiederum niedrige Renten für abhängig Beschäftigte, während die Mittelschichtangehörigen, die private Renten ansparen könnten, politisch begünstigt und gegenüber dem kapitalistischen Finanzsystem neutralisiert würden.
Auch eine Quelle der Ausbeutung ‐ vor allem für Frauen ‐ sei der Hauswirtschaftssektor, der weder innovativ noch
arbeitskraftqualifizierend wirke, sondern bestehendes gesellschaftliches Ausbeutungsverhalten in „persönliche familiäre Antagonismen“ übersetze.
Demgegenüber erinnern die Autoren an zwei Prinzipien des Sozialismus:
„Das den Arbeitern zugesprochene Recht, in Form von Lohn so viel zurückzuerhalten, wie sie im Laufe eines Arbeitstages in Form von Zeit und
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Anstrengung ausgegeben hatten, schien ein Heilmittel gegen die Ausbeutung. Dazu kam noch ein zweites Prinzip. Nur Arbeit ist eine legitime Quelle von Einkommen.“
Folglich sollte die Entlohnung im Sozialismus/Marxismus nicht monetär, sondern in Zeiteinheiten erfolgen, die z.B. in Form von Arbeitsgutscheinen, die weder übertragbar noch wertspeichernd sein sollen, vorgestellt werden können.
Unterlegt man der Wertschöpfung der britischen Volkswirtschaft des Jahres 1997 die vorgenannten Grundsätze, dann ergäbe sich eine stündliche Arbeitsleistung im monetären Wert von 14 Pfund, genauer:
„das Einkommen der gesamten Klasse der Fabrikarbeiter/Innen (würde) bei Bezahlung nach sozialistischen Grundsätzen massiv erhöht werden, bei mehr als der Hälfte um das Doppelte.“
Sodann setzen sich die Autoren mit der Frage der Entlohnung verschieden qualifizierter Arbeit auseinander. Sie betonen, dass Unterschiede in Kenntnissen und Fähigkeiten nicht zu Klassenunterschieden führen dürfen. Da im Sozialismus die Kosten für Bildung und Ausbildung komplett vom Staat übernommen würden und die Studierenden sogar ein reguläres Einkommen bezögen, sei das Argument, qualifizierte Arbeit müsse höher bezahlt werden, um die individuellen Aufwendungen und Verdienstausfälle zu kompensieren, hinfällig, weil unzutreffend.
Andererseits erkennen die Wissenschaftler durchaus, dass es im Sozialismus Situationen gab und geben könnte, in denen Engpässe in Spezifikation und Qualifikation auftreten. Im ´realen Sozialismus´ wurden diese über „Arbeitslenkung“ oder gar Zwangsarbeit behoben.
Für ihr Sozialismusmodell lehnen die Autoren ein solches Vorgehen ab. Vielmehr solle in einem politischen Prozess entschieden werden, „ob die Arbeitsbedingungen und die Art der Arbeit verbessert werden oder ob Anreize für die Leute bezahlt werden sollen, die die Drecksarbeit machen“. Entscheide man sich in diesem Prozess für Geldanreize, dann
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müssten sie aus den allgemeinen Steuern bezahlt werden, um nicht das Prinzip der Arbeitszeitentlohnung zu untergraben.
Die unterschiedliche Produktivität von Beschäftigten wird auch gesehen und in der Arbeitsbewertung berücksichtigt, indem drei Kategorien vorgeschlagen werden, wobei Kategorie B der durchschnittlichen Produktivität des Berufes/Gewerbes entspricht, während Kategorie A darüber und Kategorie C darunter liegt.
Hingegen wird im vorgestellten Sozialismusmodell qualifizierte Arbeit deshalb nicht besser entlohnt als unqualifizierte, weil in der qualifizierten Arbeit schon die gesellschaftlichen Kosten des Qualifikationsprozesses eingeflossen seien.
Im dritten Kapitel „Arbeit, Zeit und Computer“ entwickeln die Wissenschaftler ein Modell gesellschaftlicher sozialer Planung, das auf der Arbeitszeit als Basiseinheit für die Berechnung fußt. Sie meinen, dass es mit Hilfe von Input‐Output‐Tabellen, der Komplexitätstheorie, Tabellenkalkulationsprogrammen sowie des Internets gelingt, genauer zu planen als zur Zeit des realen Sozialismus:
„In unserem hypothetischen sozialistischen Wirtschaftsmodell benutzt jede Produktionsstätte ein solches Softwarepaket [aus einem Artikelkennzeichensystem, einer Kostenanalyse und einem
Tabellenkalkulationsprogramm], um ein Modell des Produktionsprozesses abzubilden. In dem Tabellenkalkulationsmodell würden folgende Daten abgespeichert werden: Wie viele Arbeitsstunden wurden in der letzten Woche verbraucht, was wurde sonst noch benötigt (Input) und wie war der Bruttoausstoß von Waren ? Das Tabellenkalkulationsmodell würde sehr schnell die Arbeitszeiten für die erzeugten Waren berechnen und ein aktuelles Bild über die Arbeitszeiten des benötigten Inputs geben. Das Werk könnte diese ermittelten Arbeitskosten dazu benutzen, um für sich zu entscheiden, welche Produktionsmethode die beste für die ganze Volkswirtschaft ist.“
Die Arbeitsdaten für den Input erhielten die Produktionsstätten entweder über eine Web‐Seite oder einen Mail‐Server. Dadurch stünden
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tagegenaue volkswirtschaftliche Daten zur Verfügung, womit effektive Planung erreichbar wäre.
Ja, Zuckererbsen für jedermann, Sobald die Schoten platzen!
Als Planungsziele einer sozialistischen Gesellschaft und Ökonomie gelten:
(1) Hebung des kulturellen Niveaus und des Lebensstandards, vor allem der Arbeiterklasse, (2) Ressourcenschonende ökonomische Entwicklung, (3) Ökonomische Geschlechtergleichheit,
(4) Reduzierung der klassenbezogenen und regionalen Unterschiede.
Diese Planziele sollten auf den drei Planungsebenen, der makroökonomischen, der strategischen und der detaillierten Produktplanung, umgesetzt werden.
Unter strategischer Planung verstehen die Autoren die Planung der Struktur der Ökonomie, eine Art Querschnittsplanung mit Zukunftsorientierung. Sie umfasst auch die Investitions‐ und Konsumgüterplanung. Die detaillierte Planung verbindet Marketing mit einem Marktrückkoppelungsmechanismus.
Als Planungsinstrumente dienen Outputlisten von Endprodukten, die über ein iteratives Verfahren in Inputlisten und Beziehungen zu den Produktionswerkstätten übersetzt werden.
Entsprechend dieses Ansatzes erfordert die makroökonomische Planung eine volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, die auf der Arbeitszeit als Recheneinheit beruht. Deshalb wird das in der bürgerlichen Ökonomie in Geld ausgedrückte Bruttosozialprodukt (BSP) in der sozialistischen Ökonomie verstanden als „Gesamtarbeit, die in den produzierten Gütern und Dienstleistungen innerhalb einer Ökonomie und in einer gegebenen Periode enthalten ist“
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Die Gesamtarbeit teilt sich auf in gegenwärtige Arbeit und vergangene Arbeit, letztere als Abschreibung bezeichnet. Die umlaufenden Arbeitsgutscheine entsprächen dem
Nettowertprodukt, d.h. der verausgabten Arbeit. Sie sollten ausschließlich für den Erwerb von Konsumgütern genutzt werden. Auf die Arbeitsgutscheine würde eine pauschale Steuer erhoben.
Flexible Arbeitszeiten erlaubten den Menschen über die Durchschnittsarbeitszeit hinaus zu arbeiten und dafür zusätzliche Arbeitsgutscheine zu erhalten, die jedoch nicht besteuert würden.
Die Steuern dienten der Unterhaltung der Nichtproduzierenden, der sozialen Versorgung, der Akkumulation und dem Handel.
Über die Höhe des Akkumulationsprozentsatzes sollte grundsätzlich in einer Volksabstimmung entschieden werden, so dass in Folge auch die Steuerquote volkslegitimiert sei.
Im achten Kapitel entwickeln die Autoren einen Mechanismus, der versucht Produktionsstruktur von Konsumgütern in Übereinstimmung mit der Verbrauchernachfrage zu bringen. Hierzu könne auf die im Einzel‐ und Großhandel vorhandene Software zurückgegriffen werden, die verallgemeinert und öffentlich zugänglich gemacht werden müsste.
Mit dem Außenhandel beschäftigen sich Kapitel 10, Außenhandel zwischen sozialistischen und kapitalistischen Gemeinwesen, und Kapitel 11, Außenhandel zwischen sozialistischen Gemeinwesen.
Die Autoren lehnen staatlichen Protektionismus ab. Stattdessen begründen sie im Anschluß an David Ricardos Theorie der komparativen Kostenvorteile - daß nämlich angesichts unterschiedlich verteilter technologischer Kompetenz jedes Gemeinwesen sich auf das Produkt, das es am kostengünstigsten herstellen kann, konzentrieren soll, wodurch Vorteile für jedes Land erwachsen ‐ eine Kontrollstrategie über Kapitalbewegungen gegen Arbeits‐ und Erwerbslosigkeit:
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„[Es] ist für eine sozialistische Regierung ungleich wichtiger, Kontrolle über die Kapitalbewegungen auszuüben als dem Import Kontrollen aufzulegen.“
Die Importe aus den kapitalistischen Ländern würden auch nicht monetär, also durch Geld, sondern in Arbeitsguthaben beglichen. Arbeitsguthaben dürften ausgeführt werden und könnten auch im Ausland zirkulieren. Der Import fremder Währung soll verboten werden und unter strenger Strafe stehen, damit kein Schwarzmarkt entstehen könne.
„Das Außenhandelsministerium wird einem kapitalistischen Unternehmen, das das Gemeinwesen mit Importen beliefert, ein Konto einrichten und ihm ein Guthaben in Höhe einer bestimmten Anzahl von Arbeitsstunden attestieren. Die Firma könnte dann vom Handelsministerium ein übertragbares Zertifikat über das Guthaben erhalten.“
Importiert soll nur werden, wenn der Angebotsarbeitspreis unter dem im Inland möglichen liege, exportiert nur, wenn er über dem im Inland liege. Damit komme es zu keinem Nettogewinn, wenn ein Land Handelsdefizite aufweist. Vielmehr gelinge es damit, en von Ricardo vorausgesagten „merkantilen Profit“ zu realisieren.
Der Außenhandel zwischen sozialistischen Staaten sollte über eine internationale Institution erfolgen, die Produkte und produktive Ressourcen verwaltet, das heißt: Es sollte langfristig ein internationales System der Planung aufgebaut werden.
Wer mir den Vogel herunterschießt Soll Kron´ und Zepter haben.
Ausgehend von der Bestimmung der westlichen Form der Demokratie im Sinne von Aristoteles als plutokratische Oligarchie/n, die über psephononische Verfahren (Wahl durch Stimmabgabe) an die Macht gelangen, und der Ablehnung des Rätesystems, das nur als Zwischenform einer Herrschaft angesehen wird und entweder zur
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Dr. Wilma Ruth Albrecht, 2006, "Ein neues Lied, ein bessres Lied. Oh Freunde" - Harry Heine, Alternativen aus dem Rechner, Äquivalenzprinzip (Computer-) "Sozialismus des 21. Jahrhunderts", Munich, GRIN Publishing GmbH
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