Inhaltsverzeichnis:
1. EINLEITUNG 3
2. DIE CHINESISCHE MALEREI NACH DER KULTURREVOLUTION. 5
2.1. Deng Xiaopings Kulturpolitik 5
2.2. Die Gruppe „Sterne“ 5
2.3. „Narbenkunst“ und die Sichuan Schule. 6
2.4. Gruppe „Teich“ 7
3. DAS BILD „DER ZWEITE ZUSTAND“ 8
3.1. Bildbeschreibung 8
3.2. Bildkomposition 9
3.3. Malerische Mittel. 9
3.4. Bildinterpretation. 10
3.5. Bildvariation. 11
4. ZUSAMMENFASSUNG. 12
5. LITERATURVERZEICHNIS. 14
6. WEBVERZEICHNIS. 14
2
1. Einleitung
Nach dem Sturz der Quing-Dynastie entstand 1911 aus dem Kaiserreich China die Republik China. In den darauf folgenden Jahren wurde China von Bürgerkriegen und zwei Weltkriegen heimgesucht und ins Chaos und Elend gerissen. Während dieser düsteren frührepublikanischen Phase bildeten sich vor allem zwei Parteien heraus: die nationale Partei Kuomintang (KMT) unter General Tschiang Kai-schek und die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) unter der Führung Mao Tse-tungs. 1 Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges zerbrach das 1937 mühsam geschlossene antijapanische Zweckbündnis zwischen der Kommunistischen Partei und der regierenden Kuomintang, die ihrerseits schon vor der japanischen Invasion versuchte, die kommunistische Bewegung zu zerschlagen. Die KPCh wiederum baute ihre Machtposition während des chinesisch-japanischen Krieges in den ländlichen Gebieten des Nordens und Nordostens aus, von wo aus sie nach Kriegsende, unterstützt durch die Landbevölkerung, den Kampf gegen die Regierungstruppen aufnahm.
Vermittlungsversuche der USA, beide Parteien zur Zusammenarbeit zu bewegen, scheiterten aufgrund des gegenseitigen Misstrauens, das aus der jahrzehntelangen Feindschaft resultierte. Die Aufteilung des Landes in eigene Einflussbereiche, das Fehlen eines tragfähigen politischen Kompromisses und die unversöhnliche Haltung der Kuomintang, die bereits im September 1945 kommunistisch besetzte Städte angriff, verhinderten jegliche Einigung über die Vorbereitung von Wahlen und die Verschmelzung beider Armeen. Nach dem Sieg der KPCh zogen sich die Kuomintang-Truppen vom Festland auf die Insel Taiwan (Formosa) zurück. Es entstanden zwei chinesische Staaten: Die kommunistische VR China (gegründet am 1. Oktober 1949) und, unter dem militärischen Schutz der USA, die Republik China (Gründung 1. März 1950), die von der regierenden Kuomintang als Rechtsnachfolger der seit 1911 bestehenden Republik deklamiert wurde. 2
Mao Tse-tungs Politik war bis zu seinem Tod am 8. September 1976 3 geprägt vom Aufbau des Kommunismus und dem Willen, die Volksrepublik China zu einer wirtschaftlichen Großmacht zu gestalten. Im Zuge dieser Politik wurde 1958 „Der
1 http://www.fundus.org/pdf.asp?ID=3904
2 http://www.sozialwiss.uni-hamburg.de/publish/Ipw/Akuf/kriege/007_china.htm
3 http://www.chinafokus.de/nmun/2_iii_c.php
3
Große Sprung nach vorn“ 4 zur offiziellen Parole der VR China. Nach dem Scheitern dieser Reform, forderte Mao 1965 die Jugendlichen auf, durch revolutionäre Akte die Bildung einer neuen Klasse von Bürokraten und Technokraten zu verhindern. Die Folge war die „Große Proletarische Kulturrevolution“ (1966-1976) 5 . In Kampagnen, Massenaufmärschen, Plakaten und Wandzeitungen wurden die „Verfehlungen“ der Parteifunktionäre, Künstler und Intellektuellen aufgelistet. Jugendliche Maoisten durchzogen als sog. „Rote Garde“ plündernd durch Städte und Dörfer, vertrieben, beschimpften und töteten zahlreiche Menschen. Die Gewalt dieser marodierenden Truppe richtete sich auch gegen alte Gewohnheiten und die bisherige Kultur, zerstörte unzählige alte Schriften und wertvolle Kunstgegenstände.
Nach dem Ende der Kulturrevolution erfuhr China durch Deng Xiaopings Reformen eine Periode der Liberalisierung, die sich sowohl auf die Wirtschaft, als auch auf die Kunst des Landes auswirkte. Mitte der 80er Jahre, im Zuge der Öffnung zum Westen, wurden die Stilrichtungen Dadaismus, Expressionismus und Surrealismus von der jungen Künstlergeneration ausprobiert und nachgeholt. Verschiedene Künstlergruppierungen entstanden, zum Beispiel die Gruppen „Ohne Namen“, „Sterne“ und „Neuer Raum 85“. 6 Im Verlauf der intensiven Auseinandersetzung mit westlicher Kunst entstand in der VR China eine konfliktträchtige, kontroverse Debatte, da die chinesischen Künste traditionell eine wichtige Komponente der chinesischen Kultur und politischen Identität darstellten. Das traditionelle Ideal war immer die philosophische Weltsicht und die politische Ordnung, die immer als untrennbares Ganzes verstanden wurden.
Aufgrund der Fülle von neuen Künstlergruppen und Stilrichtungen, die sich nach Dengs neuer Kulturpolitik gründeten und entwickelten, soll die vorliegende Arbeit als ein Einblick in die neue chinesische Gegenwartsmalerei verstanden werden. Hierzu werden einige ausgewählte Gruppen und Stile vorgestellt. Des Weiteren soll untersucht werden, ob der chinesischen zeitgenössischen Malerei durch die Liberalisierung des gesellschaftlichen Systems der Weg für eine sich frei entfaltende Moderne bereitet wurde. Das Bild „Der zweite Zustand“ (1987, Öl auf Leinwand, 145 x 200 cm) von Geng Jianyi dient exemplarisch zur Lösung der Aufgabenstellung.
4 Vor allem gekennzeichnet durch eine Agrarreform und die Fokussierung auf den Aufbau der Schwerindustrie mit der Folge einer massiven Landflucht und einer der größten Hungersnöte in der Geschichte der Menschheit.
5 China Avantgarde, Hrsg.: Haus der Kulturen der Welt, Berlin, Edition Braus Heidelberg, Ausstellungskatalog 30. Januar - 2. Mai 1993, S. 18.
6 Ébd., S.20. 23. 28.
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Arbeit zitieren:
Sven Bluhm, 2004, Zu: Geng Jianyi "Der zweite Zustand", München, GRIN Verlag GmbH
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