Inhaltsverzeichnis
1. Enleitung 3
2. Depression im Allgemeinen 3
3. Depressive Formen und ihre Symptombilder. 4
4. Depression im Kindes- und Jugendalter. 5
5. Komorbidität 7
6. Ursachen und Risiko erhöhende Faktoren 7
6.1 Entwicklungsaufgaben und zunehmender Stress 8
6.2 Pubertät. 8
6.3 Selbstwertgefühl. 9
6.4 Kognitive Entwicklung 9
6.5 Familiäre Faktoren und Interaktion. 9
7. Diagnose. 11
7.1 Verhaltensbeobachtung 11
7.2 Testdiagnostik 12
8. Intervention 12
9. Möglichkeiten der Kunsttherapie 14
10. Fazit. 17
Literaturverzeichnis. 18
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1.Enleitung
In dieser Hausarbeit möchte ich einen Überblick über Depression geben, aber insbesondere auf die Depressionen bei Kindern und Jugendlichen eingehen, da ich in meinem Umfeld häufiger solche Fälle beobachtet habe und denke, dass sich in der heutigen Gesellschaft diese Störung weiter ausbreitet. Nachdem ich das Krankheitsbild und dessen Symptome beschrieben habe, werde ich mich auf das Kindes- und Jugendalter konzentrieren und den möglichen Verlauf beschreiben, danach kurz auf die Komorbidität kommen und anschließend Ursachen für die Entwicklung einer Depression aufzählen, wobei ich besonders den familiären Faktor berücksichtige. Danach werde ich zwei Formen der Diagnose beschreiben und auf therapeutische Maßnahmen eingehen. Im letzten Punkt versuche ich die Möglichkeiten der Kunsttherapie aufzuzeigen, depressiven Menschen zu helfen.
2. Depression im Allgemeinen Unter Depression werden weitläufige und alltägliche Niedergeschlagenheit,
Entschlussunfähigkeit und Schwermut verstanden, jedoch muss der Begriff der Depression von dem Alltagsverständnis abgegrenzt werden, um das Gewicht und die Ernsthaftigkeit dieser psychischen und physischen Störung differenziert betrachten und erkennen zu können. Eine Depression ist eine sich negativ auswirkende Störung im affektiven Bereich, welche über ein vertretbares Maß hinausgeht und es dem Betroffenen unmöglich macht seinen Alltag zu bewältigen. Es handelt sich um eine internalisierende Störung und ist daher von außen nur schwer erkennbar. Charakteristisch sind quälend erlebte innere Zustände der Gefühllosigkeit (Vgl. Petermann, F.,et al., 2003, S.439). Insgesamt werden nach WHO-Angaben alleine in Deutschland um die 4 Millionen Betroffene vermutet und die Depression ist damit die am häufigsten auftretende psychische Krankheit in Deutschland. Mit einer Depression gehen oftmals suizidale Gedanken einher, die in 50% aller Fälle in einen Selbstmordversuch münden. Eine Depression besteht erst, wenn die Symptome (im Folgenden näher dargestellt) eine gewisse, das Normale überschreitende Intensität erreichen, wenn diese über einen bestimmten Zeitraum konsistent sind und wenn die Alltagsbewältigung für die Betroffenen nicht mehr möglich ist, sie muss mit psychosozialen Beeinträchtigungen wie in Schule oder Beruf einhergehen (Vgl. Essau, Cecilia A., 2007, S.17).
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3. Depressive Formen und ihre Symptombilder
In diesem Kapitel versuche ich den Facettenreichtum der Erscheinungsformen der Depression und ihre Symptombilder darzustellen. Hier ist zuerst die Major Depression zu nennen, rezidivierend oder episodenhaft auftretend. Sie ist die klassische Form der Depression und tritt besonders als eine oder mehrere voneinander zu trennende depressive Phasen im Kindes-und Jugendalter auf (Vgl. Petermann, F.,et al, 2003 S. 443). Diese Phasen halten für mindestens zwei Wochen an und können verschiedene Schweregrade erreichen. Die Episoden weisen vielseitige Symptome auf, die Betroffenen sind gereizt, verlieren ihr Interesse an fast allen Aktivitäten und können deutlich an Gewicht verlieren oder zunehmen. Sie leiden an Schlaflosigkeit oder Schlafen im Gegensatz dazu übermäßig lang, womit Müdigkeit, Energieverlust und in Folge dessen eine verminderte Konzentrationsfähigkeit einhergehen. Gefühle der Wertlosigkeit und unangemessene Schuldgefühle können ebenfalls Symptome sein, letztendlich treten auch Suizidgedanken bis zur Planung des Suizids auf. Um eine Major Depression diagnostizieren zu können, müssen wenigstens vier dieser Symptome bei den Betroffenen auftreten (vgl. Essau, Cecilia, A., 2007, S.20). Es liegt keine Major Depression vor, wenn die Symptome durch Medikamente hervorgerufen wurden, ein Trauerfall Ursache der Niedergeschlagenheit sein kann oder eine schizoaffektive Störung oder Schizophrenie vorliegt. Es bedarf also einer genauen Betrachtung der Gesamtsituation des Leidenden um eine richtige Diagnose aufstellen zu können. Bei einer leichten Episode treten fünf bis sechs Symptome auf, wobei nur leichte Beeinträchtigungen auftreten, bei der schweren treten mehr Symptome auf, als normalerweise diagnostiziert werden, der Erkrankte ist sozial beeinträchtigt. Darüber hinaus kann es auch zu einer schweren Episode mit psychotischen Zügen kommen, bei der Wahnvorstellungen, Halluzinationen und Verfolgungswahn auftreten können (vgl. Essau, Cecilia, A., 2007, S.20-21). Eine weitere Erscheinungsform der Depression ist die Dysthyme Störung, welche sich in ihrer Intensität etwas milder zeigt, dafür aber über zwei Jahre andauert. Laut ICD 10 1 tritt die Dysthymia erst im Erwachsenenalter auf, nach DSM-IV 2 allerdings schon vorher im Jugendalter. Für die Diagnose müssen mindesten zwei der folgend beschriebenen Symptome nachweisbar sein. Diese Form der Depression zeichnet sich durch eine chronisch depressive, reizbare Verstimmung aus, die von Appetitlosigkeit oder gesteigertem Hunger, Schlaflosigkeit oder vermehrtem Schlafbedürfnis
1 International Classification of Diseases and Related Health Problems (ICD) ist eine von der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegebene internationale Klassifikation der Krankheiten und
verwandten Gesundheitsproblemen (Wikipedia).
2 DSM stammt von der American Psychiatric Association (Amerikanischen psychiatrischen Vereinigung, APA)
und ist ein Klassifikationssystem für psychische Störungen und Verhaltensauffälligkeiten; die Abkürzung steht
für Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (Diagnostisches und Statistisches Handbuch
Psychischer Störungen) (Wikipedia).
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und damit Energiemangel begleitet wird. Außerdem leidet der Betroffene an einem geringen Selbstwertgefühl, Konzentrationsschwierigkeiten und Hoffnungslosigkeit, ihm fällt es auch schwer Entscheidungen zu treffen. Bei einer Dysthymen Störung können Pausen von zwei Monaten auftreten, diese Anzahl wird in den meisten Fällen nicht überschritten (vgl. Essau, Cecilia, A., 2007, S.22).
Als Letztes möchte ich die Bipolare Störung nennen, die sich durch depressive und manische Episoden kennzeichnen lässt. Die Symptome der manischen Phase sind z.B. Größenwahn, eine hohe Gesprächigkeit, ein vermindertes Schlafbedürfnis und ein übermäßiges Interesse für angenehme Aktivitäten (vgl. Essau, Cecilia, A., 2007, S.23). Es können auch gemischte Episoden, in denen Kriterien beider Phasen erscheinen, auftreten. Bei Jugendlichen ist dieses Störungsbild schwer zu diagnostizieren, da die Erscheinungsbilder, im Gegensatz zu denen von Erwachsenen, „Mischzustände“ (Braun-Scharm, H., 2002, S.22) sind und erst der Verlauf der Krankheit kann Klarheit über die genaue Störung verschaffen.
4. Depression im Kindes- und Jugendalter
Bezüglich der Depression im Kindes- und Jugendalter ist es von Belang, dass sich eine differenziertere Symptomatik äußert. Im Schulalter kommt es häufig zu einer Schulphobie, die Kinder haben Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten und üben erhöhte Selbstkritik aus. In Folge dessen werden sie schlechter in der Schule und äußern ein eher zurückgezogenes Verhalten gegenüber Gleichaltrigen. Die körperlichen Symptome sind Bauch- und Kopfschmerzen, außerdem können die betroffenen Kinder auch unter Ess- und Schlafstörungen leiden. In der Präpubertät können bei Kindern mit Major Depression neben den somatischen Beschwerden auch Halluzinationen und Angststörungen auftreten (Vgl. Reicher, H., 1998, S.31). Bei den Jugendlichen gleichen sich die Symptome denen der Erwachsen eher an, jedoch sind einige stärker ausgeprägt. Etwa 80 % der depressiven Jugendlichen sagen von sich, dass sie schnell gereizt sind (Vgl. Goodyer&Cooper, 1993 in Reicher, H., 1998, S.32), hinzukommen weitere belastende Symptome, wie psychomotorische Unruhe, Trennungsängste und unangemessene Schuldgefühle. Durch die erhöhte Reizbarkeit haben Betroffene häufig schlechtere soziale Beziehungen zu Freunden und Familie, sowie Schulprobleme erheblichen Ausmaßes, die Selbstwertprobleme und Hoffnungslosigkeit nach sich ziehen (Vgl. Essau, Cecilia A., 2007, S.104). Oft fühlen sich die Jugendlichen auch hilflos, da sie merken, dass sie nicht fähig sind unangenehme Situationen zu bewältigen, womit sie negative Erwartungen entwickeln und die Motivation zum Handeln
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immer niedriger wird, wodurch Ängste ausgelöst werden können (Vgl. Essau, Cecilia A., 2007, S.105).
Bis zum Eintritt in das Erwachsenenalter war jeder fünfte bis zehnte Jugendliche schon von einer Depression bzw. einer depressiven Stimmung betroffen und erfüllte gleichzeitig die Kriterien der psychiatrischen Klassifikationssysteme (vgl. Petermann, F.,et al., 2003, S. 445). Die Depression tritt am häufigsten im Alter zwischen 12 und 15 Jahren auf. Nach Petermann ist der Eintritt der Depression schon früher möglich, sogar im Vorschulalter (vgl. Petermann, F.,et al., 2003, S. 446), allerdings handelt es sich hierbei wahrscheinlich eher um depressive Stimmungen, als um wahrhaftige Depressionen, denn um eine solche zu haben, bedarf es gewisser kognitiver Leistungskapazitäten. Wer also in seiner Entwicklung noch nicht so weit ist, sich und sein Denken zu reflektieren, kann eigentlich auch keine wirkliche Depression erleiden, da er nicht im Stande wäre pessimistisch oder hoffnungslos in die Zukunft zu blicken oder sein Selbstwertgefühl zu hinterfragen. So zeigen sich depressiv gestimmte Kinder zwar quengelig und jammernd, weisen jedoch nicht solch differenzierte Erscheinungsformen der Depression auf, wie es Jugendliche tun, die kognitiv schon ausgereifter sind.
Im Gegensatz zur hohen Betroffenheitsrate steht die ebenfalls hohe Genesungsrate von 90% (Vgl. Petermann,F.,et al.,2003,S.446), was jedoch nicht bedeutet, dass die ehemals Erkrankten nicht wieder unter einer Depression leiden werden, denn bei Kindern und Jugendlichen, die schon ein Mal betroffen waren, ist das Risiko 3,9 mal so hoch wieder unter einer Depression leiden zu müssen als für gesunde Gleichaltrige (Vgl. Reicher, H., 1998, S.62). Der Verlauf einer Depression kann sehr unterschiedlich sein, bei einigen Betroffenen blieb es bei einem stabilen Verlauf der Krankheit, bei anderen kam es zu einer Ablösung durch eine andere Störung. Es wird spekuliert, dass die erste depressive Episode die Jugendlichen als „Stressor“ auffällig und sensibler macht, woraufhin andere Episoden nachziehen (Vgl. Essau, Cecilia, A., 2007, S.95). Darüber hinaus ist die Entwicklung der Betroffenen gefährdet, da sie Schwierigleiten haben soziale Kompetenzen zu erlernen, die vor allem für zukünftige Beziehungen immens wichtig sind, finden sie keinen Zugang zu einer gesunden Beziehung, werden sie auf emotionaler Ebene wenig positive Erfahrungen machen, was wiederum nicht zur Genesung beitragen kann. Sie tragen „Narben“ mit sich, die sie noch empfindlicher machen können (Vgl. Reicher, H., 1998, S.63-64).
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5. Komorbidität
Das zusätzlich zur Grunderkrankung vorliegende, diagnostisch abgrenzbare Krankheits- oder Störungsbild ist bei Jugendlichen eher die Regel als die Ausnahme, denn 40% - 70% aller Depressiven weisen komorbide Störungen auf (Vgl. Petermann, F.,et al., 2003, S.448). So tritt diese in 80% aller Fälle früher auf, als die eigentliche Depression. Die am häufigsten auftretenden komorbiden Störungen sind Angstzustände, aggressiv-dissoziales Verhalten, Hyperaktivität, Konzentrationsprobleme und Essstörungen (Vgl. Petermann, F.,et al., 2003, S. 449). Die Angstzustände führen häufig zu Problemen im schulischen und familiären Bereich, die Kinder brechen soziale Kontakte zu Gleichaltrigen ab und gehen ihren Freizeitaktivitäten kaum noch nach. 60% der Kinder und Jugendlichen haben zwei Angststörungen, 30% weisen sogar drei von eben diesen auf (Vgl. Braun-Scharm, H. 2002, S.109). Daneben stellt auch der Substanzmissbrauch ein weiteres (komorbides) Problem dar, das vor allem im Jungendalter nicht außer Acht gelassen werden darf. Viele Jugendliche mit Depression oder depressiver Verstimmung neigen zur Selbstmedikation, was zwar kurzzeitige Linderung der Niedergeschlagenheit verspricht, jedoch am Ende der Substanzwirkung eher eine Verschlimmerung der Niedergeschlagenheit zur Folge hat. Mehr noch sind Jugendliche, welche häufiger Drogen konsumieren als andere, anfälliger für depressive Verstimungen (vgl. Petermann, F.,et al., 2003, S. 448). Ferner ist die „Störung des Sozialverhaltens mit depressiver Störung“ nach der ICD-10 gar ein eigenständiges Krankheitsbild, was belegt, wie gravierend die komorbiden Störungen sich äußern können (vgl. Petermann, F.,et al., 2003, S.450)
6. Ursachen und Risiko erhöhende Faktoren
Die Ursachen für eine Depression im Jugendalter sind multifaktoriell. Es gibt also nicht den einen Auslöser, sondern es müssen immer mehrere Komponenten aufeinander treffen. Diese Komponenten setzen sich aus psychischen und biologischen Systemen zusammen. Dabei unterscheidet man zwischen externalen und internalen Faktoren. Unter externalen Faktoren versteht man die familiäre und soziale Umgebung des Kindes. Mit internal werden die Faktoren bezeichnet, die biologische und psychische Aspekte vereinen. (vgl. Petermann, F.,et al., 2003, S.458) Zu den biologischen Aspekten muss auch die Genetik hinzugezogen werden, es ist zwar nicht bewiesen, dass Depressionen vererbbar sind, aber Kinder depressiver Eltern erkranken häufiger als die gesunder Eltern. Hinzu kommt, dass depressive Personen dazu neigen, sich Partner mit derselben Störung zu suchen, womit der Genpool noch anfälliger ist (Vgl. Essau, Cecilia, A., 2007, S. 49). Es ist ebenfalls möglich,
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dass die erhöhte Belastung mit dem Hormon Kortisol während der Schwangerschaft einer Depressiven eine der Ursachen für die Depression des Kindes sein können (vgl. Petermann, F., et al., 2003, S. 460).
Es ist anzumerken, dass die Adoleszenz für den Jugendlichen im Allgemeinen eine schwierige Phase darstellt, da sich in diesem Übergang vom Jugendlichen- zum Erwachsenenalter viele Veränderungen vollziehen, an die sich der junge Mensch erst anpassen muss. Einige dieser Veränderungen sollen im Folgenden näher beschrieben werden.
6.1 Entwicklungsaufgaben und zunehmender Stress
Der Jugendliche muss in der Adoleszenz immer mehr, für ihn neue, soziale Aufgaben übernehmen, dabei steigt seine Verantwortung und er sieht sich neuen Einflüssen und Erwartungen ausgesetzt, mit denen er erst einmal zurecht kommen muss. Außerdem wird das Depressionsrisiko dadurch erhöht, dass Schwierigkeiten in der Schule, mit Lehrern, Eltern oder Gleichaltrigen an Bedeutung gewinnen und oft auch zunehmen. Mädchen haben in dieser Hinsicht die größeren Schwierigkeiten, da sie eine höhere Sensivität und Verletzbarkeit aufweisen. Ihr Bedürfnis nach Nähe und Gemeinschaft ist weitaus ausgeprägter als bei Jungen. (vgl. Petermann, F.,et al., 2003, S.454)
6.2 Pubertät
In der Pubertät wird durch starke Hormonausschüttungen unter Anderem das rasante körperliche Wachstum reguliert. Man nimmt daher an, dass diese erheblichen hormonellen Umstellungen mit den Stimmungsschwankungen im direkten Zusammenhang stehen. Des Weiteren muss sich der Geist erst dem veränderten Aussehen des Körpers anpassen. Das Problem dabei besteht darin, dass ein verändertes Aussehen zu einer negativen Bewertung des Körper- oder Selbstbildes führen kann. Auch dies trifft verstärkt auf Mädchen zu, da sie im Schnitt zwei Jahre früher in die Pubertät kommen. „Dabei hängt die steigende Depressionsgefährdung verschiedenen Studien zufolge stärker mit dem Entwicklungsstand bzw. dem pubertären Status zusammen als mit dem chronologischen Alter“(Petermann, F., et al., 2003, S.454).
Auch kann ein zu frühes oder spätes Einsetzen der Pubertät im Vergleich zu Gleichaltrigen das Depressionsrisiko erhöhen, da sich nun das eigene Aussehen stark vom Aussehen anderer Gleichaltriger unterscheidet und sich dadurch negative Konsequenzen für das eigene Körperbild oder die sozialen Kontakte ergeben können. Eine Studie (Stice et al., 2001) hat in diesem Zusammenhang gezeigt, dass Mädchen, die ihre Menarche vor dem 11,6 Lebensjahr
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bekommen haben, depressionsgefährdeter sind, als Mädchen die ihre Menarche später bekommen (Vgl. Petermann, F.,et al., 2003, S.454).
6.3 Selbstwertgefühl
Im Selbstwertgefühl werden Selbstbild, Stärken und Schwächen in den unterschiedlichen Lebensbereichen mit emotionalen Einschätzungen vereint. Hier liegt das Problem darin, dass es mit der Zeit passieren kann, dass sich statt einem stimmigen Selbstbild eher negative Wahrnehmungs- und Bewertungsmuster etablieren.
Die meisten depressiven Jugendlichen weisen dysfunktionale Bewertungsmuster auf, die mit einer ungünstigen Ursachenzuschreibung von negativen Erfahrungen verbunden sind. In einigen Studien wurde dies als Vorläufer einer Depression erkannt (Vgl. Petermann, F.,et al., 2003, S.454-455).
6.4 Kognitive Entwicklung
Mit dem Erreichen von Piagets 3 letzter Stufe, dem Formal-Operatorischen Stadium, kann der Jugendliche Hypothesen bilden, diese überprüfen und sich selbst reflektieren. Er lernt die Perspektive zu wechseln und sein Denken erweitert sich auf die Zukunft. All diese Vorgänge sind scheinbar eine Vorraussetzung um Depressionen erst zu ermöglichen (Vgl. Petermann, F.,et al., 2003, S. 455).
Denn, wer sich nicht selbst reflektieren kann, der kann auch kein negatives Selbstbild von sich haben.
6.5 Familiäre Faktoren und Interaktion
Allgemein kann zunächst gesagt werden, dass alles, was ein Kind in der Familie belastet, im Bezug auf Depressionen auch risikoerhöhend wirken kann.
Die Beziehungs- und Bindungsqualität zwischen Eltern und Kind spielt eine große Rolle für die Entwicklung des Kindes, ist die Bindung defizitär, so beschreibt Bowlby (1980), kann das Kind später leichter Störungen entwickeln. Um eine gesunde Entwicklung zu gewährleisten müssen die Eltern zuverlässig sein, was bei depressiven Eltern meistens nicht der Fall ist. Kinder depressiver Eltern haben ein sechsmal erhöhtes Risiko selbst an einer Depression zu erkranken. Sie sind oft ängstlich, gehemmt und passiv, außerdem erhöht sich auch das Risiko für eine komorbide Störung (Vgl. Essau, Cecilia, A., 2007, S.119). Eltern mit Depressionen haben öfters Streit, da sie mit ihren Problemen nicht zurechtkommen, außerdem kann es
3 Jean Piaget (1896-1980) entwickelte ein Stufenmodell zur Kognitiven Entwicklung des Kindes, bestehend aus
vier Stadien.
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vorkommen, dass ein Elternteil öfters stationär behandelt wird, wodurch das Kind keine Zuverlässigkeit in der Anwesenheit und Fürsorge der Eltern spüren kann. Eine Mutter, die an Depressionen leidet, ist oft überfordert in ihrer Rolle, sie sieht ihr Kind als Belastung, auch wenn Außenstehende eine andere Wirkung von dem kleinen Menschen haben. Sie kann keine Unterstützung gewährleisten, da sie mit sich selbst zu sehr beschäftigt ist, somit zeigt sie auch wenig Interesse für das Kind. In Erziehungsaufgaben reagiert sie eher inkonsequent, ist passiv oder äußert gar negative Gefühle für das Kind (Vgl. Braun-Scharm, H., 2002, S. 233-234). Ich beschreibe hier bewusst nur die Mutterrolle, da die Beziehung zur Mutter im Frühkindalter meistens intensiver ist, wodurch sich eine Depression der Mutter leichter auf das Kind auswirken kann, als die des Vaters (Vgl. Braun-Scharm, H., 2002, S.235). Zu der Interaktion lässt sich sagen, dass das Kind und der Elternteil gegenseitig aufeinander reagieren. Das Kind spürt, dass es nicht genug Aufmerksamkeit bekommt oder sogar nur auf Ablehnung stößt und reagiert entweder resignierend in sich gezogen, oder versucht die Aufmerksamkeit durch negative Handlungen hervorzurufen. Woraufhin die Eltern wieder überfordert sind und noch ablehnender reagieren. So stellt sich auch die Frage, ob die Ursache für die Depression des Kindes die geringe Bindung zu den Eltern ist oder die Depression eine geringe Elternbindung bedingt (Vgl. Essau, Cecilia, A., 2007, S. 134). Doch auch Kinder gesunder Eltern sind den Risikofaktoren ausgesetzt, einschneidende Erlebnisse in der Familie, wie der Tod eines Verwandten, Scheidung der Eltern oder gar Missbrauch können sich negativ auf die Entwicklung auswirken und die Auslösung einer Depression begünstigen. Darüber hinaus können auch soziale Faktoren, wie Arbeitslosigkeit der Eltern oder soziale Benachteiligung, gefährdend sein.
Eine Depression lässt sich also immer nur durch das Zusammenspiel mehrer dieser und anderer risikoerhöhender Faktoren erklären. Welche Faktoren letztendlich verantwortlich gemacht werden, liegt mit am Erklärungsansatz und wird in verschiedenen Modellen untersucht, diese Modelle möchte ich in diesem Zusammenhang allerdings ausklammern, da sie den Rahmen der Hausarbeit sprengen würden.
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7. Diagnose
Die Symptome einer Depression sind schwer zu erkennen, da sie sich meist im innerpsychischen Erleben abspielen (Traurigkeit, Verzweiflung, Schuldgefühle). Es gibt allerdings auch von außen wahrnehmbare Symptome, die aber nicht zwangsläufig auf eine Depression hindeuten müssen (Reizbarkeit, Unkonzentriertheit, Unausgeglichenheit, trotziges Verhalten, körperliche Beschwerden).
Eine erschwerende Rolle bei der Diagnose spielt der Umstand, dass erst im zunehmenden Jugendalter die Fähigkeit zur Selbstreflexion steigt und so das Mitteilen von Gedanken, Gefühlen und dem eigenen psychischen Empfinden möglich wird.
Ein Problem ist allerdings, dass Jugendliche aufgrund von Schamgefühl oder aus Erwartung negativer Konsequenzen ihre negativen Gefühle herunterspielen oder abstreiten. Aus diesem Grund ist es für eine Diagnose immer wichtig die Eltern, Verwandte, Lehrer, Erzieher oder andere Bezugspersonen zu befragen (Vgl. Petermann, F.,et al., 2003, S. 471). Es existieren zwei Methoden zur Diagnose, zum einen die Verhaltensbeobachtung und zum anderen die Testdiagnostik, welche sich in Selbst- und Fremdbeurteilungsverfahren und Interviewverfahren aufteilt.
7.1 Verhaltensbeobachtung
Die Beobachtungsdaten können im diagnostischen Gespräch, in Spielsituationen und bei der Beobachtung von Alltagssituationen gewonnen werden (zum Beispiel in der Familie oder der Schule). Dies geschieht oft mit der Hilfe von Videoaufnahmen, was mit einem hohen Aufwand verbunden ist und daher selten durchgeführt wird. Aus diesem Grund wurden Methoden zur vereinfachten Beobachtung entwickelt, wie zum Beispiel von „Garber und Kaminski“. Mit Hilfe ihrer „Sozialen Interaktionsaufgaben“ kann gezielt beobachtet werden, wie der Jugendliche gemeinsam mit seinen Eltern, Geschwistern und Gleichaltrigen gestellte Probleme und Aufgaben löst. Die per Video aufgenommene Lösung kann dann nach bestimmten Kriterien in kleine Abschnitte kodiert und bewertet werden.
Für die Bewertung haben Garber und Kaminski verschiedene „Verhaltenskategorien zur Beobachtung depressiver Kinder und Jugendlicher“ aufgestellt.
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Einige Beispiele hierfür sind:
- Emotionen: lächeln/lachen, die Stirn runzeln, traurig gucken, weinen, traurig, ärgerlich, böse, ängstlich sein etc.
- Problemlösen: Probleme erkennen, Lösungen vorschlagen etc.
- Sprache: Lautstärke, Stimmlage, Tonfall, Häufigkeit, etc.
- Körperkontakt: Zuneigung, andere berühren, sich abwenden, bedrohen, schlagen, etc. (Petermann, F.,et al., 2003, S. 472)
Beobachtbar ist, dass sich Kinder, die von einer Depression gefährdet werden, in Interaktionen weniger kooperativ verhalten und weniger zur Lösung von Problemen beitragen. Außerdem sind natürlich alle eingangs beschriebenen körperlichen Symptome zu beobachten (Vgl. Petermann, F.,et al., 2003, S. 472).
7.2 Testdiagnostik
Die Testdiagnostik besteht aus Selbst- und Fremdbeurteilungsverfahren, indem Fragebögen und Symptomchecklisten benutzt werden, mit denen der Jugendliche, sowie die Eltern und Lehrer befragt werden können. Diese Methoden sind sehr zeitökonomisch und für eine erste Einschätzung ausreichend. Jedoch ist der Informationsgewinn hier begrenzt, da das Ausmaß der psycho-sozialen Beeinträchtigung, sowie die Mindeststärke und Dauer der Symptome nicht genau überprüft werden können. Des Weiteren müssen bei einem
Selbstbeurteilungsbogen die Kinder und Jugendlichen zu einer Selbstreflexion fähig sein. Ein Beispiel für einen Selbstbeurteilungsfragebogen ist der Beurteilungsbogen für Kinder und Jugendliche: SBB-DES von Döpfner & Lehmkuhl (Vgl. Petermann, F.,et al., 2003, S. 473). Bei den Interviewverfahren werden Dauer, Schwere und erstmaliges Auftreten der Symptome berücksichtigt. Es existieren hochstrukturierte Interviews, die genau vorgegebene Fragen bieten und halbstrukturierte Interviews, die eher als Leitfaden dienen.
8. Intervention
Bei der Behandlung werden meist verhaltenstherapeutische Maßnahmen, die sich bei der Behandlung von Erwachsenen bewährt haben, angewendet. In der Regel zielt die Therapie auf das Erkennen und Verändern von ungünstigen Verhaltens- und Denkmustern ab. Außerdem wird die Kontrolle negativer Emotionen und körperlicher Empfindungen trainiert (Vgl. Petermann, F.,et al., 2003, S. 475-476).
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Für die Therapie ist es wichtig, dass der Jugendliche und die Angehörigen ein Verständnis für die Störung und die Hintergründe, sowie für die Ziele der Therapie gewinnen. Um den depressiven Kreislauf zu unterbrechen, werden angenehme Aktivitäten gefördert (positive Verstärkung).
Daneben werden die sozialen Kompetenzen trainiert. Der Jugendliche soll also bei der Bewältigung zwischenmenschlicher Probleme und beim Aufbau von Sozialkontakten selbstsicherer werden.
Weiterhin ist es von großer Bedeutung, dass eine kognitive Umstrukturierung stattfindet. Der Betroffene soll den Zusammenhang von Gedanken, Verhaltensweisen und Gefühlen erkennen. „Bei der Vermittlung dieser Ziele kommen unterschiedliche Techniken und Methoden zum Einsatz, wie z.B. altersgerechte Arbeitsblätter zur Wissensvermittlung, strukturierte Selbstbeobachtungen, Tages- und Wochenpläne, Rollenspiele, eine zur Selbstreflexion anleitende Gesprächsführung und der Transfer neuer Fertigkeiten in den Alltag der Kinder und Jugendlichen.“ (Petermann, F.,et al., 2003, S. 476).
Die Dauer der Behandlung ist immer vom jeweiligen Einzelfall abhängig. Nach einer akuten Behandlung und dem Abklingen der Symptome, ist teilweise eine Nachbetreuung von bis zu einem Jahr nötig.
In letzter Zeit wurden auch manualisierte Behandlungsprogramme speziell für Jugendliche entwickelt, zum Beispiel die kognitive Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen. Medikamentöse Behandlung wird bei Kindern und Jugendlichen nur in sehr schweren und akuten Fällen angewendet. Die Verabreichung von Medikamenten erfolgt auch nur nach schriftlicher Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten, da die positive Wirkung von Antidepressiva bei Jugendlichen bis heute nicht in dem Umfang wie bei Erwachsenen empirisch untersucht wurde. Außerdem ist die genaue Wirkungsweise von Antidepressiva noch weitgehend unbekannt, es ist nur bekannt, dass sie funktionieren (Vgl. Petermann, F.,et al., 2003, S. 478).
Als biologische Therapien sind der „therapeutische Schlafentzug“, die Lichttherapie und die Elektrokrampftheorie zu nennen ( Vgl. Von Spreti, F. et al, 2005, S.85). .
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9. Möglichkeiten der Kunsttherapie
Vorweg möchte ich darauf hinweisen, dass ich in diesem Abschnitt die Begriffe „Kunsttherapeut“/ „Therapeut“ als neutrale Form und repräsentativ für beide Geschlechter nutze, um eine bessere Leserlichkeit zu gewährleisten.
Auf meiner Suche nach einem Verfahren, indem mit depressiven Menschen (vor allem mit Kindern und Jugendlichen) in der Kunsttherapie gearbeitet wird, wurde ich leider nicht fündig. Zwar war mir schon bewusst, dass es kein Allheilmittel für Depressionen geben kann, aber ich dachte, es gäbe wenigstens ein Buch, indem Verfahrensbeispiele genannt werden. Allerdings wurde mir nochmals bestätigt, wie individuell die Kunsttherapie arbeiten kann, ich las viele Fallbeispiele, in denen die Kunsttherapeuten mit viel Einfühlungsvermögen auf die jeweilige Situation des Klienten eingegangen sind, meistens mit positiver Wirkung. Im Folgenden werde ich anthropologische Aspekte der Depression im Allgemeinen beschreiben, um den Ansatz der Kunsttherapie zu verdeutlichen.
Zeitlichkeit:
In einer Depression steckend, fällt der Klient aus der allgemeinen Zeit heraus, er kann nicht an die Zukunft denken, da er Angst davor hat, was ihm noch Negatives widerfahren wird. Folglich entsteht keine Entwicklung und das Gefühl, nicht mit dem Tempo der Gesellschaft mithalten zu können steigt, womit der Einbruch in eine tiefe Depression möglich gemacht wird (Vgl. Von Spreti, F. et al, 2005, S.83).
Leiblichkeit:
Der Betroffene ist von der Außenwelt getrennt, er fühlt sich eingeschnürt und Starr. Das Fehlen von Dynamik kann zu Ängsten führen (Vgl. Von Spreti, F., et al, 2005, S.83).
Wahrnehmung:
Die Wahrnehmung ist in all ihren Facetten gedämpft, die Klienten berichten von dem Verlust des Geschmacks, sehen Farben eher matt als leuchtend, das Hören ist dumpfer und die Aufmerksamkeit ist geringer als im gesunden Zustand. Generell werden Emotionen kaum wahrgenommen und die Betroffenen fühlen sich „abgestorben“ ( Vgl. Von Spreti, F. et al, 2005, S.84).
Die Kunsttherapie setzt an diesen Aspekten an und ist als begleitend, unterstützend zu anderen Therapien und nicht als das Heilmittel zu sehen. Wichtig ist, dass sie entlastend für
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den Klienten wirkt. Er soll sich ohne Druck an soziale Zeitabläufe gewöhnen, indem er regelmäßig zu den Sitzungen erscheint und somit wieder in einen Rhythmus gelangt, der ihn ein Stück weit aus der depressiven Stimmung herausholt. Im Gespräch muss der Kunsttherapeut geduldig sein, da die negative Einstellung depressiver Menschen sehr anstrengend und demotivierend sein kann. Die bei einer Depression auftretenden Minderwertigkeitsgefühle können Aggressionen bei Klienten hervorrufen, wodurch sie eine abwertende Haltung gegenüber der Kunsttherapie entwickeln, die sich durch Sätze wie „Ich kann nicht malen und das ist sowieso nur Kinderkram!“ äußern. Hierbei muss der Therapeut Ausdauer zeigen und darf sich nicht mit in die Depression ziehen lassen oder gar selbst aggressive Gefühle zeigen, wenn solche auftreten, muss er sie eindeutig erkennen und von dem Klienten trennen, denn dieser möchte Mitgefühl und Verständnis vom Therapeuten erfahren, auch wenn er dieses nicht äußern kann (Vgl. Von Spreti, F. et al, 2005, S. 90). Bei einer schweren Depression ist es oft schwierig die inneren Gefühle zu verbalisieren, wofür das gestalterische Vorgehen sehr hilfreich sein kann. Die Gefühle können in Form und Farbe gebracht und somit besser beschrieben werden als mit Worten, die oft nicht ausreichen (Vgl. Von Spreti, F. et al, 2005, S.88). Durch das Malen, Formenzeichnen oder das Gestalten mit Ton wird die Eigenaktivität des Klienten gefördert, die sinnliche Wahrnehmung kann verbessert und somit Gefühle wieder empfindbar gemacht werden. Zusätzlich kann der Betroffene aus seiner körperlichen Starre ausbrechen, denn der kreative Zustand ist zugleich ein sehr dynamischer. In vielen Fällen ist es bei der Therapie wichtig, klare Vorgaben für die Aufgaben zu geben, damit keine Angst vor dem Scheitern entstehen kann (Vgl. Von Spreti, F. et al, 2005, S.85).
Durch das kreative Tun können die gesunden Ressourcen des erkrankten Menschen aktiviert und das Potenzial wieder entdeckt werden, hierdurch wird das Selbstbewusstsein gestärkt und neben „Selbstheilungskräften“ (Von Spreti, F. et al, 2005, S.17) kann Kraft für weitere Therapien geschöpft werden.
Bei der Betrachtung des Werks werden die meist unbewusst entstandenen Formen wieder verbalisiert und somit bewusst gemacht, Erinnerungen können auftauchen, wie zum Beispiel Ereignisse aus der Kindheit, wobei hier darauf geachtet werden muss, dass man keine Traumata aufbricht. Es entsteht eine Kontrolle über psychische Vorgänge, Phantasien werden eine Form gegeben, Entscheidungen werden getroffen, wie Farbwahl oder Liniensetzung, Grenzen werden erkennbar und die körperliche, wie psychische Energie wird sichtbar gemacht (Vgl. Dannecker, K., 2006, S.30). Darüber hinaus kann die Formung Psychisches
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aber auch weniger bedrohlich machen, was es dem Klienten erleichtert darüber zu sprechen, es neu zu betrachten und zu bearbeiten (Vgl. Von Spreti, F. et al, 2005, S.16). Die innere Phantasiewelt von Kindern ist sehr wichtig für ihre Entwicklung (Vgl. Dannecker, K., 2006, S.51), weswegen es in der kunsttherapeutischen Arbeit von Belang ist, die Materialauswahl nicht so sehr einzuschränken, wie bei Erwachsenen, da man sonst die Kinder selbst beschränkt. Sie haben sich meistens noch den natürlichen Trieb gestalterisch zu sein bewahrt und fühlen sich eher unter Druck gesetzt, wenn sie eine Aufgabe gestellt bekommen. Zu Anfang sind technische Vorschläge besser, als die konkrete Vorgabe eines Themas, wenn die Beziehung zwischen Kind und Therapeut gut und gefestigt ist, können Vorschläge über Themen oder Medien gemacht werden (Vgl. Rubin, J.A., 1993, S.130-131). In der Arbeit mit Kindern sollte der Kunsttherapeut selbst flexibel sein, aus einem gemalten Bild, kann ein Rollenspiel entstehen, das nächste Wege öffnet, um das Innere des Kindes zu entdecken, wie zum Beispiel Mordgelüste gegenüber den Eltern, die im Spiel nicht mehr so bedrohlich und verboten sind, wie in den Gedanken und in der Realität. Eine weitere Möglichkeit neben dem Rollenspiel wäre es, Träume oder speziell bei depressiven Kindern und Jugendlichen ihre Gefühle zeichnen zu lassen (Vgl. Rubin, J.A., 1993, S.134). Die Bandbreite der kunsttherapeutischen Möglichkeiten ist groß, aber verlangt Phantasie und Einfühlungsvermögen in die jeweilige Situation des Klienten.
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10. Fazit
Im Verlauf dieser Hausarbeit habe ich gemerkt, wie wichtig die Frage wurde: Was kann die Kunsttherapie bei diesem Krankheitsbild bewirken?
Die Depression an sich ist ein sehr komplexes Krankheitsbild und in einer Arbeit von 15 Seiten kaum umfassend erklärbar. Jedoch ist es sehr hilfreich für mich einen Überblick gewonnen zu haben, wie sich eine Depression mit ihren Symptomen auf die Betroffenen auswirkt. Die Schwierigkeit des Erkennens der inneren Zustände dieser Menschen, kann meiner Meinung nach gut in der Kunsttherapie gelöst werden. Vor allem der Akt der Formung von psychischen Zuständen durch das Gestalten kann Wege bereiten diese zu verbalisieren und neu zu bearbeiten, was eine große Erleichterung für den Betroffenen sein kann. Die Gefühle kommen somit zum Ausdruck und können auch von außen betrachtet werden. Somit ist abschließend zu sagen, dass bei der Kunsttherapie, wie wahrscheinlich bei allen anderen Therapieformen, individuell auf den Betroffenen eingegangen und reagiert werden muss. Zurechtgelegte Konzepte können bei einigen Klienten scheitern, da sie nicht an der jeweiligen Situation ansetzen und ein guter therapeutischer Prozess kann auch ohne vorher gedachtes Konzept entstehen. Wichtig sind das therapeutische Gespür für die Menschen und die Empathie, die größtenteils aus der praktischen Arbeit und eigener therapeutischer Erfahrung entspringt. Da aber ein Anfänger meistens nicht sofort über diese Kernkompetenzen verfügt, finde ich konkrete Konzepte immer noch gut für den Einstieg und die Orientierung in der Kunsttherapeutischen Arbeit. Wobei mir diese Hausarbeit insofern geholfen hat, dass ich nun die Bedürfnisse depressiver Menschen besser kennen gelernt habe und in Grundzügen Ansätze gefunden habe um ihnen zu helfen.
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Literaturverzeichnis
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- Von Spreti, F.; Martius, P.; Förstl, H.(Hrsg.), Kunsttherapie bei psychischen Störungen, 2005, Elsevier GmbH, München
- Im August entnommen aus „Wikipedia, die freie Enzyklopädie“,
http://de.wikipedia.org/wiki/ICD-10 und http://de.wikipedia.org/wiki/DSM/ICD, 15.08.2007, 12.54 Uhr
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Arbeit zitieren:
Tanja Ogrzal, 2007, Depression im Kindes-und Jugendalter, München, GRIN Verlag GmbH
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