Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Grundlagen, Begriffsdefinitionen und Untersuchungsgegenstand 2
3 Die Ökologie von Tiefland- und Gebirgsregenwäldern 4
3.1 Der tropische immergrüne Tieflandregenwald: Darstellung und Ökologie 4
3.2 Der tropische immergrüne Bergregenwald: Darstellung und Ökologie 6
3.3 Formations- und Ökologie-Vergleich der beiden Formationen tropischer Ber
gregenwald und Tieflandregenwald 8
3.3.1 Physiognomische Merkmale und Biomasseproduktion 8
3.3.2 Nährstoffkreisläufe 9
3.3.3 Die Ökologie der Böden im Tiefland- und Bergregenwald 11
4 Biodiversität von Berg- und Tieflandregenwäldern 12
4.1 Überblick: Was ist Biodiversität? Theoretische Grundlagen. 12
4.2 Theoretische Deduktionen zur Biodiversität von Berg- und Tieflandregenwäl
dern 13
4.3 Empirische Ergebnisse 16
4.3.1 Überblick 16
4.3.2 Die Artenvielfalt von Berg- und Tieflandregenwäldern: Empirische Er
gebnisse und Forschungsdebatte 19
5 Die Schutzwürdigkeit von Berg- und Tieflandregenwäldern 21
5.1 Wie ist der Begriff Schutzwürdigkeit und Naturschutz in Bezug auf Regen
wälder zu verstehen? 21
5.2 Kann Biodiversität als Kriterium für die Schutzwürdigkeit eines Lebensraumes
dienen? 22
5.3 Ableitungen aus den Erkenntnissen aus Ökologie und Biodiversität: Bewer
tung der Schutzwürdigkeit von Berg- und Tieflandregenwäldern. 24
5.3.1 Physiognomische Merkmale/ Biomasseproduktion 24
5.3.2 Vermeidung von Erosion und Überschwemmungen 24
5.3.3 Fähigkeit zur CO 2 Speicherung 25
5.3.4 Böden und Nährstoffkreisläufe 25
i
5.3.5 Bedrohtheit 27
5.3.6 Biodiversität 28
5.4 Fazit zur Schutzwürdigkeit 30
6 Ausblick (fakultativ) 31
7 Quellenverzeichnis 33
ii
Abbildungsverzeichnis
1 Ökozonale Gliederung der Erde. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 2 Immergrüner Tieflandregenwald . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 3 Kapokbäume als Emergenten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 4 Stockwerksbau und Nährstoffkreislauf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 5 Tropischer Bergregenwald . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 6 Bergregenwald mit geringeren Stammdurchmessern und Wuchshöhen . . . 7 7 Dicker Bewuchs von Stämmen und Ästen mit Bryophyten und Farnen . . . . 7 8 Bromeliaceen im Bergregenwald . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 9 Die Verteilung von Calcium und Kalium in Tiefland- und in Bergregenwäldern 10 10 Pleistozäne Refugien tropischer Regenwälder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 11 Die globale Biodiversität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 12 Abgeholzter Wald in Südwestbrasilien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 13 Abnahme der mit Regenwald bedeckten Fläche Costa Ricas . . . . . . . . . 28 14 Weltweite Abnahme des feuchten Tropenwaldes . . . . . . . . . . . . . . . . 32
Tabellenverzeichnis
1 Vergleich eines Tieflandregenwaldes mit einem Bergregenwald . . . . . . . 8 2 Zoomasse in einem Amazonasregenwald . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
iii
1 Einleitung
¨Unter den verschiedenen tropischen Regenwaldformationen finden wir die strukturell komplexesten und reichhaltigsten Landökosysteme, die die Erde je trug ¨ (WHITMORE 1993: 21). Diese beeindruckende Aussage des renommierten Regenwaldforschers T.C. WHITMORE geht allerdings einher mit der Tatsache, dass dieser Lebensraum zu den Waldflächen der Erde gehört, die am stärksten dem Raubbau und der Abholzung durch den Menschen zum Opfer fallen. Dabei hat die anthropogene Zerstörung der Regenwälder viele Ursachen. Ein Grund für die Vernichtung dieses Naturraumes ist sicherlich das starke Bevölkerungswachstum vor allem in den Entwicklungsländern, was zu einem immer stärkeren Bedarf an Anbau- und Siedlungsflächen und somit zum Zurückdrängen der Wälder besonders in den Tropen führt.
Dieser Trend und somit auch die Regenwaldzerstörung werden sich in den nächsten Jahrzehnten kaum abschwächen. Folglich ist die Menschheit zunehmend aufgefordert, Maßstäbe und Kriterien zu entwickeln, die Hilfestellung bei der Entscheidung geben können, welche Regenwaldstandorte schon aus eigenem Interesse der Menschen heraus unbedingt für die Zukunft erhalten werden müssen und welche man auf Grund der vielfältigen Interessen und Nutzungsansprüche der Bevölkerungen vielleicht eher der Veränderung preisgibt.
Die Frage, ob z.B. ein Bergregenwald oder ein Tieflandregenwald schützenswerter ist, ist zwar angesichts des immensen jährlichen Verlustes an tropischen Wäldern immer dringender zu beantworten, gehört aber auch gleichzeitig zu den umstrittensten in den Geo- und Biowissenschaften. Zwar kann man Kriterien wie Biodiversität oder Ökologievergleiche heranziehen oder die verschiedenen Nutzen der einzelnen Gebiete und Waldtypen für den Menschen abwägen, der Entscheidung wird aber letztendlich immer eine subjektive Bewertung dieser Kriterien vorausgehen.
Nichtsdestotrotz möchte sich diese Arbeit mit der genannten Frage der Schutzwürdigkeit von Tiefland- oder Gebirgsregenwäldern befassen. Nach der Klärung von Begriffen wie Tieflandregenwald und Bergregenwald werden Ökologie und Biodiversität der beiden Lebensräume theoretisch und empirisch dargestellt und miteinander verglichen. Nach der Einführung in den Begriff Schutzwürdigkeit wird dann untersucht, ob Biodiversität als Kriterium zur Beurteilung dieser dienen kann. Zuletzt sollen sich aus den durchgeführten Analysen zu Berg- und Tieflandregenwald subjektive Aussagen über die
1
Schutzwürdigkeit der behandelten Formationen ableiten lassen und im Fazit zu einer Gesamteinschätzung komprimiert werden. Am Schluss dieser Arbeit soll ein kurzer Ausblick zur zukünftigen Entwicklung der Regenwaldzerstörung und zu der Frage gegeben werden, wie die Bewahrung dieser schutzwürdigen Regenwaldgebiete gemäß neuer Ideen im Sinne eines ¨conservation management¨ aussehen könnte.
2 Grundlagen, Begriffsdefinitionen und
Untersuchungsgegenstand
Der Pflanzenwuchs auf der Erde ist stark von den klimatischen Bedingungen abhängig. Demzufolge ähneln die Vegetationszonen der Erde sehr stark den Klimazonen. In den feuchten tropischen Klimaten mit - gemäß KÖPPEN - Monatsdurchschnittstemperaturen von mehr als 18 ◦ C in jedem Monat und Tageszeitenklima gedeihen die tropischen Feuchtwälder. Dabei herrschen in den Gebieten mit hohen Niederschlagsmengen von mindestens 100 mm pro Monat, also ohne ausgeprägte Trockenzeiten, die tropischen Regenwälder vor; bei längeren Trockenphasen gedeihen dagegen Monsunwälder, die nicht Gegenstand dieser Arbeit sind.
Somit lassen sich tropische Regenwälder in der Neotropis mit einer Fläche von vier Mio. Quadratkilometern, in den Osttropen (2,5 Mio. Quadratkilometer) und in Afrika (1,8 Mio. Quadratkilometer) finden. In der Ökozonalgliederung der Erde nach SCHULTZ (2000) entspricht die Fläche der immerfeuchten Tropen sehr gut der Vegetationszone des tropischen Regenwaldes (vgl. Abb.1), dessen Bezeichnung 1898 vom deutschen Botaniker SCHIMPER entwickelt wurde (WHITMORE 1990: 21). Eine Vegetationszone lässt sich durch bestimmte Vegetationsformationen - also Vegetationseinheiten - kennzeichnen, die sich durch einheitliche, konvergente Wuchs- und Lebensformen sowie Vegetationsstruktur, jedoch keineswegs durch identische Artenzusammensetzung, auszeichnen (SCHOLZ 1998: 53).
GRIESEBACH (1814-1879), einer der Begründer der Formationslehre, definierte in seinem berühmten folgenden Satz die geobotanische Formation wie folgt: ¨Ich möchte eine Gruppe von Pflanzen, die einen abgeschlossenen physiognomischen Charakter trägt, wie eine Wiese, ein Wald und dergleichen, eine pflanzengeographische Formation nennen¨ (GRIESEBACH 1838).
2
Abbildung 1. Ökozonale Gliederung der Erde. Die dunkelgrüne Farbe mit der Bezeichnung ¨immerfeuchte Tropen¨ korreliert sehr gut mit der Verbreitung der tropischen Regenwälder auf der Erde. Lediglich die isolierten Regenwaldvorkommen in Indien im Bereich der Westghats und in Nordostaustralien bleiben hier unberücksichtigt. Quelle: SCHULTZ 2000: 33.
Gemäß den Weiterentwicklungen dieses Ansatzes durch ELLENBERG und MÜLLER-DUMBOIS lassen sich nun die Bezeichnungen Berg- und Tieflandregenwald deduzieren: Innerhalb der Formationsklasse Dichtgeschlossene Wälder gibt es die Formationsunterklasse vorwiegend immergrüne Wälder, wozu auch die Formationsgruppe Feuchttropenwälder gehört (zit. in KLINK 1998:82). Innerhalb der Formationsgruppe Feuchttropenwälder sind für diese Arbeit folgende Formationen in der Reihenfolge ihres Höhenvorkommens über N.N. relevant: Tieflands-Feuchttropenwald, submontaner Feuchttropenwald und montaner Feuchttropenwald. Der Einfachheit halber wird aber der Begriff (immergrüner) Tief-landregenwald synonym für den wissenschaftlich exakteren Begriff (immergrüner) Tieflands-Feuchttropenwald verwendet. Außerdem werden in dieser Arbeit submontaner Feuchttropenwald und montaner Feuchttropenwald aus technischen Gründen im Begriff Bergregenwald zusammengefasst.
Bei den in dieser Arbeit behandelten Berg- und Tieflandregenwäldern handelt es
3
sich also um tropische Regenwälder in perhumiden Klimaten ohne Trockenzeiten, die nach der Höhenlage unterteilt werden können und gemäß den verschiedenen abiotischen Bedingungen deutlich unterscheidbare Formationen und Lebensräume bilden.
3 Die Ökologie von Tiefland- und Gebirgsregenwäldern
3.1 Der tropische immergrüne Tieflandregenwald: Darstellung und
Ökologie
Abbildung 2. Immergrüner Tieflandregenwald, Oberlauf des Rio Napo, Ecuador. Deutlich zu erkennen sind die Emergenten, die aus dem Kronendach herausragen. Quelle: eigene Aufnahme, August 1997.
Der tropische immergrüne Tieflandregenwald ist die nach Biomasse und Wuchsleistung üppigste aller Pflanzengemeinschaften und kommt dabei von Meereshöhe bis in ungefähr 1200 m ü.M. auf Trockenstandorten vor (WHITMORE 1993: 26). Er setzt sich aus einem dichten Wald mit Wuchshöhen über 45 Metern und einer hohen Anzahl an verschiedenen Baumarten zusammen. Dabei treten die Individuen einer Art kaum in Gruppen (Konsoziationen) auf, meist stehen nur ein bis drei Exemplare ein und derselben Baumart auf einem Hektar Wald (KLINK 1998: 233). Der immergrüne Tieflandregenwald weist grob vereinfacht drei Kronenstockwerke sowie eine Strauch- und Krautschicht auf (vgl. Abb. 4). Allerdings zeigt sich, auch auf
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Jörg Vogelmann, 2006, Ökologie und Biodiversität von Tiefland- und Bergregenwäldern - Schlussfolgerungen zur Schutzwürdigkeit, Munich, GRIN Publishing GmbH
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