Inhaltsverzeichnis
1. Sigmund Freud 1856-1939 1
1.1 Einige Werke Freuds 2
2. Sigmund Freud - „Der Begründer der Psychoanalyse“ 3
3. Psychoanalyse Stunde- Das Setting 3
4. Die Übertragung 4
4.1 Heinz Kohut: 6
4.1.1 Die Spiegel- Übertragung 6
4.1.2 Die Alter- Ego Übertragung 6
4.1.3 Die idealisierte Übertragung 7
5. Die Gegenübertragung 7
5.1 Konkordante und Komplementäre Gegenübertragung 8
5.2 Lösung der Problematik bei der Gegenübertragung 8
6. Neurosen 9
6.1 Die Übertragungsneurose 9
7. Die Übertragungsliebe 9
8. Literaturverzeichnis 10
1. Sigmund Freud 1856-1939
Am 6.Mai 1856 wird Sigmund Freud im mährischen Freiburg geboren. Seine Familie zog 1860 nach Leipzig und bald darauf nach Wien, wo er bis 1938 lebte. 1876 maturiert Sigmund Freud an einem Wiener Gymnasium und schaffte dies mit Auszeichnung. Vorerst wollte er dem Jura Studium nachgehen, entschied sich um und begann mit dem Studium der Medizin. 1881, mit 25 Jahren promovierte er zum Doktor der Medizin mit dem Thema „Über das Rückenmark niederer Fischarten“. Er schrieb seine Habitilation über Neuropathologie und verbrachte danach ein Forschungssemester in Paris.
In dieser Zeit seines Lebens nämlich 1878 begann seine Freundschaft mit Josef Breuer. Josef Breuer war zu jener Zeit ein anerkannter Wiener Arzt mit dem er siebzehn Jahre später die gemeinsam geschriebenen „Studien der Hysterie“ publizierte, die von der medizinischen Fakultät in Wien missbilligt wurden. Bis 1886 arbeitet Freud noch im Allgemeinen Krankenhaus hauptsächlich auf der Neurologie, danach eröffnete er seine eigene Privatpraxis. Im September derselben Jahre heiratet er Martha Bernays, eine Frau aus jüdischem Hause, mit der er drei Söhne und drei Töchter hatte.
Im Jahr 1891 übernahm er die Praxis von Victor Adler in der Bergasse 19, der als Begründer der österreichischen Sozialdemokratie galt. In den nächsten 47 Jahren seines Lebens lebte und arbeitete er dort. In dieser Zeit, 1922 wurde auch die Diagnose Gaumenkrebs gestellt, die dazu führte, dass Freud Teile des Gaumens und des Kiefers operativ entfernt werden mussten. 1930 wurde Freud in Frankfurt der Goethepreis verliehen, fünf Jahre später ernannte man ihn zu Ehrenmitglied der Britisch Royal Society of Medicine.
1933 fielen auch die Werke Freuds der Bücherverbrennung durch die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten in Deutschland zum Opfer. Am 4.Juni 1938 emigrierte Freud mit seiner Familie nach London wo er auch auf eigenen Tötungswunsch am 23.09.1939 auf Grund einer tödlichen Dosis Morphium von seinem Hausarzt Dr. Schur starb. Sigmund Freud stand viel im Briefkontakt mit Kollegen und Freunden wie zum Beispiel Wilhelm Fliess, Thomas Mann, Albert Einstein, Alberecht Schaeffer, usw.…von denen auch noch viele erhalten sind. Ein Beispiel eines Briefes möchte ich nun hier bringen den er einige Tage vor seinem Tod noch verfasst hat.
Einen Brief an Albrecht Schaeffer am 19.09.1939:
„Lieber Herr Schaeffer,
Welch ein unerwarteter und wohltuender Brief? Wie oft habe ich in diesen in mancher Hinsicht so leeren Zeiten an meinen Dichter gedacht und an welche Stelle des wilden Aufruhrs ihn die jetzigen Schicksale des deutschen Vaterlandes geworfen haben. Mit inniger Freude habe ich erfahren, dass nicht eingetreten ist, was ich befürchtet hatte und welch unschätzbaren Anhang Sie an Ihrer lieben Frau gefunden haben.
Nicht alles, was ich Ihnen von mir sagen könnte, würde sich Ihren Wünschen fügen. Aber ich bin über dreiundachtzig Jahre alt, so eigentlich überfällig, und habe wirklich nichts anderes zu tun, als was Ihre Verse raten: Warten, warten.
Ihr herzlich ergebener Freud“
1.1 Einige Werke Freuds: 1895 „Studien über Hysterie“ 1900 „Traumdeutung 1913 „Totem und Tabu“ 1920 „Jenseits des Lustprinzips“ 1921 „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ 1923 „Das Ich und das Es“ 1927 „Die Zukunft einer Illusion“ 1930 „ Das Unbehagen in der Kultur“
Vor allem die Werke in den Jahren ab 1920 gehörten zu den zentralen Werken, die auch seine Glaubhaftigkeit und seine Gunst als Psychoanalytiker begründeten und stärkten.
2. Sigmund Freud - „Der Begründer der Psychoanalyse“
Durch Entwicklung der psychoanalytischen Wissenschaft durch Sigmund Freud wurde etwas Neues geschaffen. Diese Wissenschaft tat neue Möglichkeiten in Bezug auf Erforschung und Behandlung der menschlichen Seele auf, was infolge das Verständnis von Menschen und der Kultur veränderte.
Sigmund Freud sah in der Psychoanalyse nicht nur eine Form der Therapie, sondern weiters auch eine Möglichkeit über die Menschheit als Gesamtes etwas sagen zu können. Die Psychoanalyse ist eine umfassende Sicht des Menschen und seiner Gesellschaft. Diese Sicht ist durch historische Ereignisse geprägt.
Die Psychoanalyse wird als ein Prozess des Lernens angesehen, der Mensch nimmt nach einer Phase der Unterbrechung seinen Wachstumsprozess wieder auf. Die Unterbrechung findet auf Grund des Aufkommens einer Neurose statt. Die Wiederaufnahme des Wachstumsprozesses bedeutet, dass der Patient nun wieder bereit ist sich mit einem emotionalen Prozess aus der Vergangenheit gegenwärtig (unter „besseren“ Umständen) auseinander zusetzen. Dies wird durch zwei Faktoren mit beeinflusst: 1) die Konfrontation der Übertragungsbeziehung 2) die Entwicklung einer Übertragungsneurose
3. Psychoanalyse Stunde- Das Setting
Als Setting wird der Rahmen einer Psychoanalyse Stunde bezeichnet. Sigmund Freund gilt als Gründer bzw. als der Erfinder dessen. Ich möchte das „klassische Setting“ nun beschreiben, was aber nicht heißes soll, dass es nicht verschiedenste Arten des Setting statt gefunden haben wie z.B. bei Freud in einer Eisenbahn, auf einer Wiese in den Bergen oder bei einem Spaziergang mit dem Komponisten Gustav Mahler.
Grundsätzlich findet die Psychoanalyse in einem Raum statt zu einer vereinbarten Zeit. Der Analysant nimmt auf einer Couch Platz. Ob er sich hinlegen möchte, sitzen möchte oder sich je nach Gefühlslage die Position ändern möchte bleibt ihm überlassen. Der Analytiker sitz meist am Ende der Couch/ Kopfende, wo er auch sitzen bleiben sollte - oft so, dass der Analysant sich durch eine kurze Kopfbewegung vergewissern kann, dass der Analytiker noch da ist bzw. was er gerade macht. Wolfgang Wiedemann schreibt in seinem Buch „Wird nur über Sex geredet?“: Sehen gibt Sicherheit, Nichsehen mehr Freiheit“. (Wiedemann, W.
(2002). Wird nur über Sex geredet? .27 neugierige Fragen an die Psychoanalyse. S.22. Vandenhoeck& Ruprecht: Göttingen)
Warum es klassisch ist sich hinzulegen darüber gibt es mehrere Erklärungsmodelle. Ein Erklärungsversuch beruht auf der Legende, dass Sigmund Freud es nicht wollte viele Stunden am Tag angesehen zu werden weiters gibt es die Legende auch von Freud, dass er durch die Attraktivität der Damen zu sehr abgelenkt wurde. Weiters ist es so, dass der Analysant sich der volle Aufmerksamkeit der Analytikers sicher sein sollte d.h. es darf keine Störung sein, kein Telefon darf klingeln oder Störungen von anderen Personen, ect…dürfen stattfinden. Diese Bedingungen sollten die Sicherheit und das Wohlbefinden des Analsyanten gewährleisten.
Wann gesprochen bzw. geschwiegen wird und welches Thema behandelt wird ist Sache des zu Analysierten, er soll frei assoziieren, sich fallen lassen und das sagen was ihm in gegenwärtig in den Sinn kommt. Er sollte dem Analytiker einfach alles erzählen können. Hier kann es dann zu einer negativen oder positiven Übertragung kommen. Oft wird erst am Ende der Stunde klar welches Thema angesprochen wurde, manchmal wird es auch nicht - wenn dies so ist muss der Analytiker die Fähigkeit zeigen damit umzugehen, dass Nichtwissen auszuhalten.
Die Abstinenz ist ein weiterer wichtiger Faktor für eine Psychoanalysestunde d.h. der Analytiker sollte keinerlei freundschaftlichen, geschäftlichen, familiären Kontakte zu seinen Klienten aufbauen/eingehen. Auf Seitens des Analysanten sollte in dem Zeitraum der Analyse keine schwerwiegende Veränderung in seinen Leben stattfinden wie z.B. Veränderung der Arbeitsstelle, usw.…. 4. Die Übertragung:
Sigmund Freud benütze den Begriff der Übertragung erstmals im Jahr 1985. Ein erstes ausgearbeitet Konzept über das Phänomen der Übertragung veröffentlichte Freud im Nachwort der von ihm nieder geschriebenen Krankengeschichte einer seiner Patientinnen „Dora“.
„ Übertragung ist der Fachbegriff für einen unbewussten Vorgang, bei dem Gefühle, Einstellungen und Erwartungen, die ein Mensch, früheren Bezugspersonen, vor allem den
Eltern entgegengebracht hat, nun mit anderen Personen, in der Psychotherapie v.a. mit dem Therapeuten, verknüpft werden.“ So wird Übertragung im Lexikon Brockhaus Psychologie definiert.
Die Übertragung ist die Einstellung(en) welche ein Patient gegenüber dem Analytiker entwickelt. Diese Einstellungen sind meist in der früheren Beziehung, in seiner Kindheit, die der Analysant zu einer Elternfigur hatte verankert- Übertragung ist ein regressives Phänomen. Zum Beispiel hatte jemand in seiner Kindheit viele Konfrontationen mit der väterlichen Seite da er ihn als ungerecht erlebt hatte in Beziehung auf die eventuelle Geschwister,…und im späteren Leben entsteht eine solche Situation mit einem Vorgesetzten/Chef, kann man annehmen, dass neben der realen Empfindung auch eine „Vaterübertragung“ stattfindet. Ein weiters Beispiel ist eine Frau die sich harte, gewalttätige Männer als Objekt der Liebe sucht um ursprüngliche Angst und Hilflosigkeit ihrem Vater gegenüber zu überwinden. Sigmund Freud war vorerst der Annahme, dass Übertragung nur während einer Psychotherapie stattfindet. Gegenwärtig weiß man jedoch, dass Übertragung eine Phänomen ist das im alltäglichen Leben ein wichtige Rolle spielt. Die Menschen, sind meinst unbewusst mit Übertragungen ihrer Umwelt konfrontiert und übertragen auch selbst. Es werden verschiedenste positive wie auch negative Gefühle, Sehnsüchte, Wünsche, Erwartungen, usw.…übertragen. Übertragungen leiten unsere Gefühle anderer, es kann vorkommen, dass wir jemanden symphatisch oder unsymphatisch finden obwohl wir denjenigen kaum kennen. Ein weiters Beispiel der Übertragung im alltäglichen Leben die die Erziehung d.h. die Erziehung der Eltern wird auf deren Kinder übertragen, diese übertragen dies dann wiederum auf ihre Kinder, usw.…
Man unterscheidet positive und negative Übertragung. Bei der positiven Übertragung werden positive Anteile früherer Beziehungen auf den Analytiker projiziert, bei der negativen Übertragung negative Anteile.
Die Eigenschaften eine Übertragung sind die besondere Art der Beziehung zu einer Person, dass es ein unbewusstes Phänomen ist d.h. das Individuum nimmt eventuell wahr, dass er unpassend bzw. seltsam reagiert aber den Grund dafür nicht weiß. Weitere Eigenschaften sind die Wiederholung, die abgewehrte Vergangenheit wird ähnlich oder gleich wieder erlebt und Übertragung ist ein universelles Phänomen es kommt bei allen Menschen vor. Das klinische Erscheinungsbild einer Übertragung wird durch fünf typische Merkmale gekennzeichnet.
- Die Unangemessenheit, ist die Reaktion auf den Analytiker angemessen so gibt es keine Übertragungsreaktion.
- Die Intensität, je nach Intensität der Gefühlsregungen gegenüber dem Analytiker umso intensiver die Reaktion.
- Die Ambivalenz ist die Koexistenz einander entgegen gesetzter Gefühle. - Die Launenhaftigkeit, die Berechenbarkeit/Unberechenbarkeit des Übertragungsphänomens ist unbeständig, reglos und launisch.
- Die Zähigkeit, beginnt in der späteren Phase der Analyse. Sie ist eine lang andauernde starke Reaktion dem Analytiker gegenüber.
Freud: „Die Übertragung auf den Arzt geschieht durch falsche Verknüpfung" (1895d, 308 f.).
4.1 Heinz Kohut:
Heinz Kohut (3.5.1913- 8.10.1981) ein Psychoanalytiker, der als Begründer der Selbstpsychologie gilt, teilte die Formen der Übertragung wie folgt ein: 1) Alter-Ego Übertragung 2) Spiegel Übertragung 3) Idealisierte Übertragung
4.1.1 Die Spiegel- Übertragung
Ein lebenslanges Bedürfnis des Menschen ist es sich von jemanden wahrgenommen zu fühlen und sich in dessen Sicht gespiegelt zu sehen. Die vorerst gewählte Person ist die Mutter und Donald Winnicott nannte dieses Phänomen „The glow in the mothers eyes“, dies zeigt sich z.B. wie folgt der Säugling macht eine Laut (weinen, lachen, …) und die Mutter antwortet ihn mit Lauten, Summen, usw.….Sie spiegelt seine Äußerungen. Im Laufe des Lebens kann dieser Drang nach Wahrnehmung auf unterschiedlichste Art gestillt werden wie z.B. die direkte Ansprache durch den Namen, durch gezeigte Freude bei Kontakt, auch der Augenkontakt ist ein wichtiger Teil der Annerkennung.
4.1.2 Die Alter- Ego Übertragung:
Der Mensch sucht sich eine Person (z.B. bester Freund bzw. Freundin) mit der er gemeinsam durch das Leben und dessen Probleme/Freuden gehen möchte. Er möchte einer Person sich zugehörig fühlen.
Heinz Kohut bezeichnet einen solchen Menschen als Seelenzwilling. Auch meint Heinz Kohut, dass ein solcher Seelenzwilling, jemand mit dem man durch das Leben gehen kann, die Gestalt einen Schutzengels sein kann. Wolfgang Wiedemann schreibt in „Wird nur über Sex geredet?“ über dieses Phänomen. „Auch in der Bibel sind solche Zustände beschrieben, zum Beispiel in Psalm 73: „ Wenn ich nur dich habe, so frage ich nicht nach Himmel und Erde…“ oder in Psalm 137: „ Von allen Seiten umgibst du mich… es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du nicht schon wüsstest…““ (Wiedemann, W. (2002). Wird nur über Sex geredet?. 27 neugierige Fragen an die Psychoanalyse. S.70. Vandenhoeck& Ruprecht: Göttingen)
4.1.3 Die idealisierte Übertragung
Dem Mensch ist es ein Bedürfnis jemanden zu bewundern oder selbst bewundert werden. Dies ist nicht nur in der Selbst-Psychologie ein Phänomen sondern auch im alltäglichen Leben z.B. in der Situation des Verliebt seins. Das Gefühl des Verliebt seins drückt gegenseitige (manchmal auch einseitige) Bewunderung aus. Wörter, Blicke, Gesten, usw. können Ausdrucksformen der menschlichen Bewunderung sein.
5. Die Gegenübertragung:
Als Gegenübertragung wird eine Form der Übertragung bezeichnet in der der Therapeut meist kurzfristig seine objektive Stellung verlässt und auf den Analysanten und dessen Handlungen bzw. Äußerungen reagiert. In solch einer Situation projiziert der Analytiker eigene Erwartungen, Wünsche, Vorurteile, Gefühle,… auf den Analysanten. Auch wie ich schon bei der Übertragung beschrieben habe, ist die Gegenübertragung ein Phänomen, das nicht nur in einer Psychoanalysestunde vorkommt sondern eines das alltäglich und gegenwärtig ist. Dieses Phänomen tretet sehr häufig (fast immer) auf wenn wir in einer zwischenmenschlichen Beziehung uns befinden.
In einer Therapiestunde kann dies eine Hürde darstellen welche aber mit ausreichender Erfahrung des Analytiker seiner Selbst überwunden werden kann. Die Selbsterfahrung des Analytikers ist essentiell eigene Konflikte, usw. kennen zulernen. Dies ist notwendig um in Folge zu begreifen und zu differenzieren was Teil der Problematik des Analysanten und was Teil der eigenen Lebensgeschichte ist, denn er muss für gewisse Zeit ein Teil der Problematik
des Analysaten werden. Gegenübertragungen die nicht erkannt werden könne zu einem unklaren Bild und infolge zu einer Gefährdung der Therapie führen. Die Gegenübertragung kann gleich wie die Übertragung als positiv oder negativ unterschieden werden. Sie kann von liebevollen Äußerungen und Wünschen bis hin zu abwertenden, ausfälligen Gedanken und Äußerungen des Analytiker auf den Patienten gehen.
5.1 Konkordante und Komplementäre Gegenübertragung:
Unter der Konkordanten Gegenübertragung versteht man, dass Gefühle verschiedenster Art bzw. Phantasien usw. wach werden d.h. selbe übereinstimmende emotionale Reaktionen treten bei dem Analytiker auf. Er fühlt sich selbst „wie das Opfer“. Bei der komplementären Gegenüberübertragung werden konträre emotionale Empfindungen geweckt d.h. der Analytiker identifiziert sich mit dem Schicksal des Anaysanten. Er will sich wie der „Täter fühlen und auch so agieren“. Das der Analytiker zum Beispiel heftige und extreme Reaktionen wie Ekel, Hass, Scham, Wut oder perverse Phantasien erleben muss, bringt auch Komplikationen mit sich wie zum Beispiel Überidentifizierung, Verleugnung, Derealisierung oder Umdeutung.
Gottfried Fischer und Peter Riedessser haben die vier Grundtypen der ungünstigen Übertragungsreaktionen erforscht welche J.P. Wilson und J.D. Lindy beschrieben haben. Der Analytiker muss in seiner Arbeit diese vier Punkte selbstreflexiv wahrnehmen damit es zu keine Verknotung kommen kann. Erst dann kann des eigenen Leben des Anaylsanten zum Vorschein und Geltung kommen. Diese vier Grundtypen sind: 1) Identifizierung 2) Normorientierung 3) Orientierung am Individuum 4) Distanzierung
5.2 Lösung der Problematik bei der Gegenübertragung
Zur Lösung der Schwierigkeiten in der Konfusion des Übertragung-Gegenübertragungsgeflechts ist es oftmals notwendig Unterstützung einer dritten Seite/Person in Anspruch zu nehmen. Diese Hilfe kann aus Intervisionen, reflektierenden Gesprächen oder Supervisionen bestehen meist mit Kollegen.
6. Neurosen:
Die Neurose ist ein Begriff der vor ca. 200 Jahren aufkam, zu dieser Zeit bezeichnete man jede Erkrankung des Nervensystems mit nicht nachweisbarer Ursache. Im 19.Jahrhundert wurden dann Störungen der Organe auch ohne nachweisbaren Grund, Neurosen genannt. Sigmund Freud Definition im 20. Jahrhundert, ist die welcher bis heute am meisten Bedeutung zugekommen ist.
Psychosoziale oder seelische bedingte Gesundheitsstörungen ohne nachweisbaren organischen Befund bezeichnet man als Neurose. Es handelt sich um krankhafte Störungen bei der Verarbeitung von Erlebnissen. Konflikte, die nicht gelöst werden konnten (auch wenn diese schon seit der Kindheit existieren), treten immer wieder auf und diese Konflikte/Probleme können sich dann in seelischen, psychosozialen oder körperlichen Krankheitsbildern widerspiegeln.
Das Verhalten wird beeinträchtig, oft auch sehr stark jedoch bleibt die Persönlichkeit im Gegensatz z.B. zu Formen der Schizophrenie gleich.
6.1 Die Übertragungsneurose
In der psychoanalytischen Behandlung versteht man unter einer Übertragungsneurose eine künstliche Neurose. Sie entsteht auf Grund dessen, dass der Patient neurotische Haltungen, Einstellungen, Empfindungen, die er gegenüber wichtigen Personen in seiner Kindheit empfunden hat, nun auf den Psychoanalytiker überträgt. Die Übertragungsneurose wird bewusst gemacht und aufgeklärt dann kann auch die infantile Neurose aufgedeckt und geheilt werden.
7. Die Übertragungsliebe
Die Übertragungsliebe ist die Liebe des Analysante zum Analytiker. Sie ist eine spezielle Form der Übertragungsneurose. Bei diesem Phänomen ist das Gefühle bezeichnet in dem der Patient frühere Beziehungserfahrungen ( „er ist so perfekt wie der Vater/die Mutter die alles können“ ) wiederholt oder neurotische Wünsche auslebt d.h. der Analysant verliebt sich in den Analytiker statt sich zu verändern. In der Beziehung zum Analytiker finden sich alle komplizierten Persönlichkeitsanteile wieder zum Beispiel jemanden um jeden Preis gefallen zu wollen, jemanden alles recht zu machen, Problematiken aus dem Weg gehen, usw.…Als
erfolgreich kann eine Therapie verstanden werden , wenn die Übertragungsliebe verstanden, auf- und durchgearbeitet und aufgelöst worden ist.
Von einer Übertragungsliebe im ähnlichen Sinn kann man bei einer neue Partnerschaft sprechen. Wenn in dieser irgendwas zum Beispieles frühkindliches wiederholt wird oder eine andere Person gemeint ist, häufig der beste Freud/Freundin des gegenwärtigen Partners die begehrt wird.
Wenn wir die Gründe für das Verhalten der anderen verstehen könnten, würde
8. Literaturverzeichnis:
Freud, S. (1999). Selbstdarstellung. Schriften zur Geschichte der Psychoanalyse. Psychologie Fischer: Frankfurt am Main
Wiedemann, W. (2005). Schnellkurs Psychologie. DuMont Literatur und Kunst Verlag: Köln.
Wiedemann, W. (2002). Wird nur über Sex geredet?. 27 neugierige Fragen an die Psychoanalyse. Vandenhoeck& Ruprecht: Göttingen. Skriptum der Vorlesung „Einführung in die Psychoanalyse“ http://www.freud-institut.com/document.asp?id=1203
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Lisa Strobl, 2006, Freud 2006 , München, GRIN Verlag GmbH
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