Inhaltsverzeichnis Seite
1 EINLEITUNG 3
1.1 Aktuelle Ereignisse 3
1.2 Ursachen der Migration 4
1.3 Assimilation versus pluralistische Gesellschaft 5
1.3.1 Assimilation 5
1.3.2 Pluralismus 8
1.4 Die Entwicklung in Österreich. 9
2 METHODEN 12
3 ERGEBNISSE 13
3.1 Sprachstil und Gliederung des Beitrages „Gemeinden“ im 13
Expertenbericht. 13
Langfassung 13
Kurzfassung 14
3.2 Konzepte für Integration in den Gemeinden und die Mitsprache der 15
B ürger 15
Langfassung 15
Dornbirn 15
Guntramsdorf 17
Kurzfassung 18
3.3 Rückmeldungen und Diskussionsbeiträge zum Expertenbericht 19
„Gemeinden“ 19
4 INTERPRETATION 20
4.1 Sprachstil und Gliederung des Beitrages „Gemeinden“ im 20
Expertenbericht. 20
Langfassung 20
Kurzfassung 20
4.2 Konzepte für Integration in den Gemeinden und die Mitsprache der 21
B ürger 21
Langfassung 21
Dornbirn 21
Guntramsdorf 22
Kurzfassung 22
4.3 Rückmeldungen und Diskussionsbeiträge zum Expertenbericht 23
„Gemeinden“ 23
1
5 CONCLUSIO. 24
6 VERZEICHNIS DER ABKÜRZUNGEN. 26
7 VERZEICHNIS DER ABBILDUNGEN. 26
LITERATURVERZEICHNIS 27
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1 Einleitung
1.1 Aktuelle Ereignisse
Im deutschsprachigen Raum ist es derzeit im Privatfernsehen en vogue Sendungen über auswanderungswillige Personen 1 zu produzieren. Das Spektrum reicht von Mädchen im Teenager - Alter, die über ihre Au-Pair Zeit im Ausland Tagebuch führen bis hin zu verliebten Pärchen, die nach jahrelanger Sehnsucht sich entschließen, in einem Land ihr Leben gemeinsam zu verbringen. Zwischen diesem Spannungsbogen dürfen nicht jene Menschen vergessen werden, die eine neue berufliche Position bzw. Lebensperspektive anstreben. Nicht selten treten die dargestellten Protagonisten ihre Reise völlig unvorbereitet und äußerst naiv an. Die Darstellung der Veränderung im Sinne eines „verlängerten Abenteuerurlaubs“ mit Rückkehrgarantie und sicheren sozialem Auffangnetz bringen den kritischen TV - Konsumenten zum Schmunzeln. Obwohl die Gründe für die dauerhafte Veränderung des Lebensmittelpunktes (Migration) in den Sendungen durchaus realistisch sind, wird dem TV - Seher ein äußerst fragwürdiges Bild über die Ursachen dieser Entscheidung vermittelt (vgl. ATV 2008, Kabel 1 2008a, Kabel 1 2008b, Kabel 1 2008c, Han, Oswald, VOX 2008a, VOX 2008b, VOX 2008c).
Dramatischer und wesentlich näher an der Problematik der Migration sind jene Ereignisse, die im Moment Südafrika erschüttern. Ein einstmals von der Apartheid und dem innewohnenden Rassismus tief gespaltenes und von Leid geprägtes Land, erlebt wiederum einen traurigen Höhepunkt. Nach der Hinwendung zu einer Demokratie wurden Arbeitskräfte v.a. aus den anliegenden afrikanischen Staaten angeworben. Die Wirtschaft prosperierte in Folge der billigen Arbeitskräfte. Menschen, von Armut und Arbeitslosigkeit geprägt, reagieren auf diese Konkurrenz mit virulenten rassistischen Übergriffen (vgl. Knemeyer 2008, S.9). Da in den Medien oftmals ein falsches Bild hinsichtlich der Migration und ihren Ursachen vermittelt wird, erfolgt im nächsten Kapitel darüber eine Darstellung.
1 Um die Lesbarkeit dieser Arbeit zu vereinfachen, wird nur die männliche Form verwendet. In der Mehrzahl
werden beide Geschlechter angesprochen.
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1.2 Ursachen der Migration
Das Wort „Migration“ stammt vom lateinischen „migrare“ (dt. wandern, Han 2005, S.7) ab. Unter Migranten werden jene Personen verstanden, die eine nationalstaatliche Grenze zu überwinden haben. Somit bleiben alle Menschen, die Binnenmigranten, eines Staates ausgespart, die innerhalb eines Landes ihren Lebensmittelpunkt auf Dauer verlegen. Während der Binnenmigrant, selbst wenn dieser eine Distanz von mehreren hunderten Kilometern vollzogen hat, als gleichgesinnter Bürger wahrgenommen wird, gilt dies für den Migranten in der Aufnahmegesellschaft nicht. Dieser wird als Fremder oder Ausländer wahrgenommen (vgl. Han 2005, S.7ff, Oswald 2007,13ff,74ff).
Sowohl für den Binnenmigranten als auch den aus dem Ausland kommenden Migranten kann ein Krieg eine wichtige Motivation darstellen, seine vertraute Lebensumgebung zu verlassen. Nicht selten geschieht dies unfreiwillig. Im Zuge eines Asylbewerbungsverfahrens kann die Person um Schutz im eingereisten Land ansuchen. Durch unterschiedliche Interpretationen der unterzeichnenden Länder der Genfer Flüchtlingskonvention und durch eine immer stärker der Abschottung gewidmeten Politik der EU wird dies für Hilfesuchende von Jahr zu Jahr schwieriger. Im schlimmsten Fall kann es eintreten, dass die Verfolgten wieder in ihr Heimatland zurückgeschickt werden (vgl. Han 2005, S.7ff, Oswald 2007, 78ff). Während Kriegsflüchtlinge für einen Staat eher eine Belastung darstellen, gelten im Rahmen des wirtschaftlichen Aufschwungs andere Gesetze. In einer Phase der Konjunktur werden von der Industrie gezielt Arbeitskräfte angeworben, um einen Mangel an diesen im eigenen Land auszugleichen. Im Rahmen der Globalisierung sind dies häufig Billigarbeitskräfte. Obwohl sie im angeworbenen Land sehr wenig gegenüber der Mehrheitsgesellschaft verdienen, ist der Lohn um ein Vielfaches höher als zu Hause. Regelmäßig wird Geld an die Familien überwiesen, die unterentwickelten Wirtschaften der Heimatländer freuen sich über die Devisen. Diesem oft als „Pull-Faktor“ bezeichneten Umstand gehen unterschiedliche Veränderungen (z.B. Wirtschaftskrise, Hungersnot, keine adäquate Anstellungen bei hoher Ausbildung,…) in den Anwerbeländern der Wirtschaftsbetriebe voraus. Als zusätzlicher „Push - Faktor“ kann der Umstand dienen, dass bereits einige nähere Verwandte aus dem Großfamilienverband sich im Zielland befinden. Trotzdem kann dieser Prozess von der Entscheidung bis zur eigentlichen Ankunft Jahre dauern, da er eine Loslösung aus dem vorhandenen sozialen Gefüge voraussetzt. Eine spontane Entscheidung wird daher in den
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seltensten Fällen getroffen. Vielmehr werden auf dem Weg in das Zielland Zwischenstationen eingelegt, bis der Einzelne oder ein ganzer Familienverband im Rahmen einer Kettenmigration in der ethnischen Community einer Stadt oder Gemeinde ankommt. Diese Community ist in der ersten Phase eine wichtige Anlaufstelle für den Migranten. Nicht nur eine gemeinsame Sprache wird gesprochen, z.T. gemeinsame kulturelle Bräuche gepflegt, Kontakt zur Heimat gehalten und Lebensmittel in ethnischen Geschäften angeboten. Vielmehr dient diese als Halt für die zu ertragende Entwurzelung. In den Communities werden sehr häufig Wohnungen und Jobs vergeben. Letztere oftmals innerhalb der ethnischen Gemeinde selbst. Dieser Prozess wird als Binnenintegration bezeichnet. Gelingt bei den Migranten nur der zuletzt genannte Prozess, dann ist die Begegnung mit der Mehrheitsgesellschaft auf ein äußerstes Minimum (evtl. Schule, Arbeit) begrenzt (vgl. Han, 2005, S.9ff, 229, 271ff, 280ff, Han 2006, 174ff, 185ff Oswald 2007, 67ff, 116ff, 121ff).
Im folgenden Kapitel sollen zwei Theorien dargestellt werden, die den weiteren Prozess des Migranten im Zielland beschreiben.
1.3 Assimilation versus pluralistische Gesellschaft
Die Theorien zur Migration fanden ihre erste Verbreitung in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in der sogenannten Chicagoer Schule. Wesentliche Beiträge kamen in den folgenden Jahren vorrangig aus den USA, Kanada, Australien und Israel, da sich diese Staaten als Einwanderungsländer verstehen. Europa stellt in dieser Hinsicht einen Gegenpol dar, wobei GB eine gewisse Zeit eine Ausnahme bildete. Aufgrund der Erfahrungen haben sich zwei große Theorieblöcke herausgebildet: Die Theorie der Assimilation und die der pluralistischen Gesellschaft (vgl. Han 2005, S.334ff, Han 2006, S.1ff, Oswald 2007, S.93). 2
1.3.1 Assimilation
Die Assimilationstheorien wurden v.a. aufgrund der Erfahrungen von Vertretern der USA und Israel formuliert. Besonders in den USA ist immer wieder von einem „melting pot“ der unterschiedlichsten Ethnien die Rede. Anhand der folgenden Abbildung 1 soll dem Leser der Prozess der Assimilation anschaulich und vereinfacht dargestellt werden.
2 Aufgrund der einzuhaltenden Länge ist es nicht möglich, zu detailiert auf diese beiden Theorien einzugehen. Es
werden deshalb nur einige wenige essentielle Aspekte betrachtet.
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Abbildung 1: Prozess der Assimilation Quelle: vgl. Han 2005, S.63ff, Oswald 2007, S.110
In vielen Fällen wird aus der geplanten, vorübergehenden Migration eine dauerhafte. Die Familie oder weitere nahe Verwandte werden, sofern dies nicht schon längst geschehen ist, nachgeholt. Bereits vor der Feststellung, den Lebensmittelpunkt in die neue Heimat zu verlegen, finden Begegnungen mit der Mehrheitsgesellschaft statt. Der Migrant unterliegt in diesen Kontakten einem enormen Stress, besonders in jenen Ländern, die eine Assimilationspolitik betreiben. Höhere Bildung reduziert den Stress. Seine Wertvorstellungen und Rollenbilder werden mit jenen der Aufnahmegesellschaft abgewogen. Nicht selten führt dieser Konflikt zu psychosomatischen Erkrankungen. Während der Phase der Akkulturation, in der die Migranten in die Kultur der Mehrheitsgesellschaft eingeführt werden, ist eine Unterscheidung in eine externe und interne festzustellen. Die Auseinandersetzung mit materiellen Gütern (Elektronik, Haushaltsgeräte, Fahrzeuge) unter Beibehaltung der Orientierung an ihren ethnischen Communities kennzeichnet die externe Akkulturation. Bei der internen werden die Wertvorstellungen derart übernommen, dass sie sich in ihren Handlungsweisen von der Aufnahmegesellschaft fast nicht unterscheiden. Dieser Prozess wird von der dominierenden Mehrheit kritisch beobachtet. Der Migrant bzw. eine ethnische Gruppe kann diese Phase unterschiedlich durchlaufen. Als Folgen können Anpassungsbestrebungen, Widerstände und Rückzüge infolge von Frustrationserlebnissen gegenüber der mehrheitlichen Gesellschaft entstehen. Dem Prozess der Akkulturation müssen nicht zwangsläufig die Integration und nachfolgend die Assimilation folgen. Aus Enttäuschung von Seiten der Einwanderer und falschem Verständnis von Seiten der Aufnahmegesellschaft kann es zu einem Pluralismus der Gesellschaft kommen. Ablehnung von Seiten der Mehrheitsgesellschaft entsteht z.T. durch eine Nichteinbindung in die Migrationspolitik und fehlender Information von Interessensverbänden der Wirtschaft. Kennzeichen dafür sind Ausgrenzungen, die entweder selbst gewählt (Separation) werden
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oder durch die Mehrheitsgesellschaft (Segregation) erfolgen. Eine weitere Folge kann die Marginalisation sein. Der Einwanderer durchlebt eine starke Identitätskrise und bricht die Kontakte nach allen Seiten ab (vgl. Han 2005, S.63ff, 76ff, 234ff, 239ff, 306ff Han 2006, S.29ff, 45ff, Oswald 2007, S.94, 110ff, 116ff).
Integration als eine weitere Stufe im Assimilationsprozess kann nur gelingen, wenn dies die Aufnahmegesellschaft und die Einwanderer wollen. Ein aufeinander Zugehen ist eine der wesentlichsten Voraussetzungen. Ob das Erlernen der Sprache oder das Hineingelangen in strukturelle Bereiche (Arbeitsplatz, Vereine) Grundvoraussetzungen für eine gelungene Integration sind, ist ein Diskussionspunkt zwischen den Verfechtern der Assimilationstheorie. Die Integration verlangt von dem Migranten nicht nur eine Anpassung und die Übernahme von Rollen, zugewiesenen Funktionen in der Gesellschaft, politischem Gemeinverständnis, Werten, Erlernung der Sprache, sondern zudem eine Identifizierung mit der Mehrheitsgesellschaft. Dies äußert sich u.a. in der Annahme von Symbolen und Ausdrucksformen. Ein weiterer wesentlicher Faktor sind die Führungspersönlichkeiten in den unterschiedlichsten Vereinen und Organisationen der ethnischen Communities. Sie können den Austauschprozess mit der Aufnahmegesellschaft positiv oder negativ beeinflussen. Wesentlich für eine positiv besetzte Integration ist, dass sie nicht gezwungen werden ihren Fokus auf die jeweilige Herkunft aufzugeben (vgl. Han 2005, S.337ff, Han 2006, S.42, Oswald 2007, S.110ff).
In den europäischen Staaten ist es bis heute zu einem großen Teil üblich, von den Migranten einen weiteren Schritt einzufordern, die Assimilation. Im strengen Sinn bedeutet dies, dass die Einwanderer ihre kulturelle Identität aufgeben und sich in alle Bereichen der Aufnahmegesellschaft anpassen müssen. Nach dem Australier Ronald Taft wird dieses Bestreben einer dominierenden Mehrheitsgesellschaft gegenüber den Minderheiten als monistische Assimilation bezeichnet. Bei der pluralistischen Assimilation versuchen die unterschiedlichen Ethnien gegenseitige Toleranz auszuüben und sich einander möglichst nicht zu assimilieren. Die interaktionistische Assimilation setzt einen Austausch zwischen den Kulturen voraus, der zu einem von allen Ethnien getragenen und verbindlichen Wertesystem führt (vgl. Han 2005, S.236, 321ff, Oswald 2007, S.93).
Die Assimilationstheorien in ihren unterschiedlichsten Ausprägungen haben zu Kritiken der Vertreter des Pluralismus geführt. Im folgenden Kapitel wird darauf eingegangen.
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Arbeit zitieren:
M.Ed. Michael Kopetzky-Tutschek, 2008, Das Themenfeld „Gemeinde“ im Expertenbericht 2008 zur Integrationsdiskussion „gemeinsam kommen wir zusammen“ , München, GRIN Verlag GmbH
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