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Credit Default Swaps

Konstruktion, Markt, Risiken

Titel: Credit Default Swaps

Studienarbeit , 2006 , 28 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Jens Schwerdtfeger (Autor:in)

BWL - Bank, Börse, Versicherung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Finanzieller Fall-out“ , „explosive Mischung“ oder auch „Der tägliche Tanz über dem Abgrund“ – so unterstreichen Kritiker seit einiger Zeit ihre Bedenken über das rasante Wachstum auf dem Markt der Kreditderivate.
Nicht nur die Insolvenzen von Worldcom, Enron, Kirch Media und anderen großen Unternehmen haben in den Kreditportfolios internationaler Banken hohe Verluste entstehen lassen. Auch die Turbulenzen auf südostasiatischen, osteuropäischen und lateinamerikanischen Märkten waren ausschlaggebend dafür, dass Banken sowohl national als auch international ihre Risikopolitik adjustieren und ihre Kreditportfolios restrukturieren mussten. Der steigende Wettbewerbsdruck auf den Kapitalmärkten, die weltweit geringe Inflation und das über Jahre andauernde sinkende bzw. niedrige Zinsniveau haben dazu geführt, dass gute Margen im Kreditgeschäft der Banken nur noch bei Krediten erzielt werden konnten, die mit einem höheren Ausfallrisiko verbunden waren. Daraus resultierte eine gefährliche Konzentration solcher Kredite in den Portfolios der Banken.
Das Kreditrisikomanagement in den Banken änderte sich. Neben modifizierten Mindestratings, Laufzeit- und Branchenbeschränkungen oder Kreditlimiten traten neue, innovative Finanzprodukte wie Credit Default Swaps (CDS) in den Vordergrund. Sie ermöglichen den Banken und anderen Kapitalgebern „[…] Kreditrisiken von Darlehen, Anleihen und anderen Kreditpositionen außerbilanziell zu separieren […] und gegen Zahlung einer Prämie auf einen Risikokäufer zu übertragen.“ Den Banken stehen hierdurch Finanzinstrumente zur Verfügung, Bonitätsrisiken liquide zu machen und getrennt von der Basisforderung zu handeln. So erreichen die Banken eine Absicherung der Ausfallrisiken in ihren Portfolios und schaffen gleichzeitig neue Anlagemöglichkeiten für Investoren und Anleger, die mit Kreditderivaten eine Diversifikation in den eigenen Risikoportfolios oder höhere Renditen erzielen wollen.
Beim Markt für Kreditderivate handelt es sich gemessen an anderen Derivateformen um einen noch kleinen, aber um den mit Abstand am stärksten wachsenden Markt. So entsprach sein ausstehendes Volumen Mitte 2004 weltweit beispielsweise nur einem Bruchteil des Zinsderivatemarktes, aber bereits dem Dreifachen des Marktes für Rohstoffderivate. Doch die Fungibilität des Marktes wird durch eine Vielzahl von Hemmnissen behindert. ...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINFÜHRUNG

1.1. PROBLEMSTELLUNG UND ZIELSETZUNG

1.2. VORGEHENSWEISE

2. KREDIT UND KREDITRISIKO

2.1. DER KREDITBEGRIFF

2.2. DAS KREDITRISIKO

2.3. DAS KREDITRISIKOMANAGEMENT

3. DIE KONSTRUKTION VON CREDIT DEFAULT SWAPS

3.1. DEFINITION EINES KREDITDERIVATES

3.2. DIE VERTRAGSELEMENTE EINER KREDITDERIVATETRANSAKTION

3.3. GRUNDFORMEN VON KREDITDERIVATEN

3.3.1. Credit Default Swaps

3.3.2. Weitere Grundformen

3.4. ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN FÜR CREDIT DEFAULT SWAPS

4. DER MARKT FÜR KREDITDERIVATE – EIN ÜBERBLICK

4.1. DIE HISTORISCHE ENTWICKLUNG DER KREDITDERIVATE

4.2. MARKTSTRUKTUR

4.2.1. Aufteilung des Marktes

4.2.2. Marktteilnehmer

4.3. AUSBLICK

5. RISIKEN FÜR DEN MARKT DER KREDITDERIVATE

5.1. MARKTBEDINGUNGEN UND INTRANSPARENZ DES MARKTES

5.2. BEWERTUNGSRISIKEN UND RATINGVERFAHREN

5.3. RECHTLICHE HEMMNISSE UND GEFAHREN

5.4. OPERATIONELLE RISIKEN

5.5. SONSTIGE GEFAHREN

6. FAZIT

6.1. ZUSAMMENFASSUNG

6.2. KRITISCHER AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Konstruktion, die Marktentwicklung sowie die bestehenden Risiken und Hemmnisse im Bereich der Kreditderivate, mit besonderem Fokus auf Credit Default Swaps (CDS). Ziel ist es zu analysieren, ob der rasant wachsende Handel mit diesen Instrumenten eine Gefahr für die Stabilität der Finanzmärkte darstellt.

  • Grundlagen des Kreditrisikomanagements
  • Konstruktionsweise und Anwendungsfelder von CDS
  • Strukturanalyse des globalen Kreditderivatemarktes
  • Bewertungs- und operationelle Risiken
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und Marktentwicklung

Auszug aus dem Buch

3.1. Definition eines Kreditderivates

Der Begriff Derivat (lat. „derivare“ = ableiten) bezeichnet Finanzinstrumente, deren Wert aus der Wertentwicklung konkreter oder synthetischer, zugrunde liegender Basisinstrumente (auch: Underlyings) abgeleitet wird. Derivate ermöglichen so die Trennung einzelner Marktrisikobestandteile vom Underlying, z.B. Zins-, Aktien- oder Währungskursrisiken, welche sich dadurch separat am Markt handeln lassen. Der Handel von Derivaten kann sowohl börslich als auch außerbörslich („over the counter“, OTC) getätigt werden. Das Fehlen fester Ausstattungsmerkmale und Abwicklungsmodalitäten charakterisiert dabei den außerbörslichen Handel. Deshalb wurden u.a. durch die International Swaps and Derivatives Association (ISDA) standardisierte Rahmenbedingungen geschaffen, auf die sich die Vertragspartner für eine einheitliche Abwicklung eines derivativen Geschäfts beziehen können.

Kreditderivate sind innovative Finanzinstrumente, mit deren Hilfe sich Kreditrisiken von ihrer Grundforderung außerbilanziell separieren und dadurch ebenfalls getrennt am Kapitalmarkt handeln lassen. Die Übertragung des Kreditrisikos vom Sicherungsnehmer (auch: Protection Buyer, Risikoverkäufer) auf den Sicherungsgeber (auch: Protection Seller, Risikokäufer) erfolgt OTC auf individueller Vereinbarung und kann für die gesamte Laufzeit der Basisforderung oder für einen kürzeren, vorher bestimmten Zeitraum erfolgen. Der Sicherungsgeber erhält vom Sicherungsnehmer für die Übernahme des Kreditrisikos eine Prämie und ist dazu verpflichtet, bei Eintritt eines vorher vertraglich festgelegten Kreditereignisses (auch: Credit Event) eine Ausgleichszahlung an den Sicherungsnehmer zu leisten. Damit hält der Risikoverkäufer nach Abschluss einer solchen Transaktion nur noch die risikolose Liquiditätskomponente des Basisinstruments und das Kontrahentenrisiko aus dem Absicherungsgeschäft. Da die Übertragung des Risikos ohne Übertragung der ursprünglichen Forderung erfolgt, bleibt die Kreditbeziehung zwischen Kreditgeber und Schuldner unangetastet.

Kreditderivate zeichnet eine hohe Gestaltungsvielfalt aus. Sie können aber wie andere Derivate auf die Grundbausteine Option, Forward und Swap zurückgeführt werden. Es existieren vor allem drei Basisstrukturen, CDS, Total Return Swap (TRS) und Credit Spread Option (CSO), auf die auch der größte Teil exotischer Ausführungen zurückgreift.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINFÜHRUNG: Diese Einleitung erläutert die Problemstellung, die aus dem Wachstum der Kreditderivatemärkte resultiert, und definiert das Ziel sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit.

2. KREDIT UND KREDITRISIKO: Hier werden die theoretischen Grundlagen zu den Begriffen Kredit, Kreditrisiko und Kreditrisikomanagement gelegt, um das notwendige Verständnis für die weitere Analyse zu schaffen.

3. DIE KONSTRUKTION VON CREDIT DEFAULT SWAPS: Dieses Kapitel widmet sich der Definition von Kreditderivaten, den zentralen Vertragselementen sowie der detaillierten Funktionsweise und Anwendung von Credit Default Swaps und anderen Grundformen.

4. DER MARKT FÜR KREDITDERIVATE – EIN ÜBERBLICK: Es erfolgt eine Darstellung der historischen Entwicklung und der Marktstruktur, wobei insbesondere die Marktteilnehmer und die Dynamik der Volumenausweitung beleuchtet werden.

5. RISIKEN FÜR DEN MARKT DER KREDITDERIVATE: Das Kapitel analysiert verschiedene Risikoquellen, darunter Marktintransparenz, Bewertungsrisiken, rechtliche Rahmenbedingungen sowie operationelle Gefahren wie Moral Hazard.

6. FAZIT: Den Abschluss bildet eine Zusammenfassung der zentralen Erkenntnisse sowie ein kritischer Ausblick auf die zukünftige Stabilität und Entwicklung der Märkte.

Schlüsselwörter

Kreditderivate, Credit Default Swaps, CDS, Kreditrisiko, Risikotransfer, Finanzmarktstabilität, Risikomanagement, Sicherungsgeber, Sicherungsnehmer, Arbitrage, Rating, ISDA, Finanzinstrumente, Marktstruktur, Kreditereignis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Studienarbeit untersucht die Konstruktion, die Marktentwicklung sowie die damit verbundenen Risiken von Kreditderivaten, speziell der Credit Default Swaps (CDS).

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Definition von Kreditrisiken, die Funktionsweise innovativer Derivate, die Analyse des Marktes für Kreditderivate sowie die Untersuchung potenzieller Gefahren für die Stabilität des Finanzsystems.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Die Arbeit soll klären, ob der wachsende Handel mit CDS und anderen Kreditderivaten eine Bedrohung für die Stabilität der internationalen Finanzmärkte darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung empirischer Daten zur Marktentwicklung, ergänzt durch die Untersuchung von Fallbeispielen und regulatorischen Rahmenbedingungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die theoretischen Grundlagen des Kreditrisikomanagements, die spezifische Konstruktion von CDS im Vergleich zu anderen Derivaten sowie eine umfassende Risikoanalyse (Markt-, Bewertungs- und Rechtliche Risiken).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kreditderivate, Credit Default Swaps, Risikotransfer, Marktintransparenz, Moral Hazard und Finanzmarktstabilität.

Warum ist das Risikomanagement für Banken so wichtig bei Kreditderivaten?

Aufgrund von Wettbewerbsdruck und Unternehmensinsolvenzen mussten Banken ihre Risikopolitik anpassen, um Kreditrisiken effektiver auszulagern und regulatorische Anforderungen zu erfüllen.

Welche Rolle spielen Ratingagenturen in diesem Kontext?

Ratingagenturen dienen als externe Instanzen für die Bonitätseinschätzung, wobei die Arbeit kritisch hinterfragt, ob eine zu starke Abhängigkeit von diesen Modellen zu Fehlbewertungen führen kann.

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Details

Titel
Credit Default Swaps
Untertitel
Konstruktion, Markt, Risiken
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Ravensburg, früher: Berufsakademie Ravensburg
Note
1,7
Autor
Jens Schwerdtfeger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
28
Katalognummer
V112291
ISBN (eBook)
9783640112913
ISBN (Buch)
9783640114863
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Credit Default Swaps
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jens Schwerdtfeger (Autor:in), 2006, Credit Default Swaps, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112291
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Leseprobe aus  28  Seiten
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