Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis VII
Abk ürzungsverzeichnis VIII
Einleitung 9
1 Datengrundlage 10
2 Erhebungsverfahren und Kennziffern 11
2.1 Die logistische Regression 11
2.2 Signifikanz 12
2.3 Nagelkerkes-R-Quadrat 13
2.4 Effektkoeffizient 13
2.5 Regressionskoeffizient 14
3 Akzeptanz von Abtreibungen 15
3.1 Unabhängige Variablen 15
3.1.1 Geschlecht des Befragten 15
3.1.2 Alter des Befragten 16
3.1.3 Erhebungsgebiet des Befragten 17
3.1.4 Religionszugehörigkeit der Befragten 17
3.1.5 Wunsch nach Kindern bei kinderlosen Frauen 18
3.2 Akzeptanz einer Abtreibung bei der Wahrscheinlichkeit einer
gesundheitlichen Schädigung des Kindes 19
3.3 Akzeptanz einer Abtreibung wenn die Frau verheiratet ist und keine Kinder
mehr haben möchte? 21
3.4 Akzeptanz einer Abtreibung im Falle einer gesundheitlichen Gefährdung
der Frau 24
3.5 Akzeptanz einer Abtreibung im Falle einer finanziellen Notlage der Familie
26
3.6 Akzeptanz einer Abtreibung in Folge einer Vergewaltigung 28
3.7 Akzeptanz einer Abtreibung im Falle einer ledigen Frau ohne der Absicht
den Vater des Kindes zu heiraten 30
3.8 Akzeptanz einer Abtreibung für den Fall, dass es die Frau so will 33
3.9 Fazit 36
4 Ausländerintegration 46
Inhaltsverzeichnis
4.1 Erklärungswert der unabhängigen Variablen auf das Modell 47
4.1.1 Kontakt zu Ausländern 47
4.1.2 Alter der Befragten 50
4.1.3 Ausländeranteil in eigener Wohnumgebung 51
4.1.4 Geschlecht 53
4.1.5 Erhebungsgebiet: West - Ost 54
4.2 Erklärungswert aller unabhängigen Variablen auf das Modell 55
4.3 Fazit 56
Schlussbemerkung 60
Anlagenverzeichnis 61
1 SPSS-Output der logistischen Regressionen zu Kapitel 3.2 62
2 SPSS-Output der logistischen Regressionen zu Kapitel 3.3 77
3 SPSS-Output der logistischen Regressionen zu Kapitel 3.4 92
4 SPSS-Output der logistischen Regressionen zu Kapitel 3.5 107
5 SPSS-Output der logistischen Regressionen zu Kapitel 3.6 122
6 SPSS-Output der logistischen Regressionen zu Kapitel 3.7 137
7 SPSS-Output der logistischen Regressionen zu Kapitel 3.8 152
8 SPSS-Output der logistischen Regressionen zu Kapitel 4.1.1 167
9 SPSS-Output der logistischen Regressionen zu Kapitel 4.1.2 175
10 SPSS-Output der logistischen Regression zu Kapitel 4.1.3 179
11 SPSS-Output der logistischen Regression zu Kapitel 4.1.4 181
12 SPSS-Output der logistischen Regression zu Kapitel 4.1.5 183
13 SPSS-Output der logistischen Regressionen zu Kapitel 4.2 185
Quellenverzeichnis 193
Abbildungsverzeichnis
Abbildungs - und Tabellenverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 Häufigkeiten der Variable v174cod
Abbildung 2 verteilte Häufigkeiten der Antworten aus v28cod
Abbildung 3 Häufigkeiten der Variable v27cod1
Abbildung 4 verteilte Häufigkeiten der Antworten aus v4cod
Abbildung 5 verteilte Häufigkeiten der Antworten aus v500cod.
Abbildung 6 verteilte Häufigkeiten der Antworten aus v487cod.
Abbildung 7 verteilte Häufigkeiten der Antworten aus v12.
Abbildung 8 Ergebnisse aus der logistischen Regression aus v12cod und v4cod
Abbildung 9 Ergebnisse aus der logistischen Regression aus v12cod und v500cod
Abbildung 10 Ergebnisse der logistischen Regression.
Abbildung 11 verteilte Häufigkeiten der Antworten aus v13.
Abbildung 12 Ergebnisse der logistischen Regression für das Alter als unabhängige
Variable...............................................................................................
Abbildung 13 Ergebnisse der logistischen Regression für das Erhebungsgebiet als
unabh ängige Variable.
Abbildung 14 Ergebnisse der logistischen Regression für die Religionszugehörigkeit
als unabhängige Variable
Abbildung 15 Ergebnisse der logistischen Regression für den Kinderwunsch als
unabh ängige Variable.
Abbildung 16 Ergebnisse der logistischen Regression für alle unabhängigen Variablen
Abbildung 17 verteilte Häufigkeiten der Antworten aus v14cod.
Abbildung 18 Ergebnisse der logistischen Regression für das Erhebungsgebiet als
unabh ängige Variable.
IV
Abbildung 19 Ergebnisse der logistischen Regression für die Religionszugehörigkeit
als unabhängige Variable ................................................................... 25
Abbildung 20 Ergebnisse der logistischen Regression für alle unabhängigen Variablen
............................................................................................................ 26
Abbildung 21 verteilte Häufigkeiten der Antworten aus v15cod................................ 26
Abbildung 22 Ergebnisse der logistischen Regression für das Erhebungsgebiet als
unabhängige Variable......................................................................... 27
Abbildung 23 Ergebnisse der logistischen Regression für die Religionszugehörigkeit
als unabhängige Variable ................................................................... 27
Abbildung 24 Ergebnisse der logistischen Regression für alle unabhängigen Variablen
............................................................................................................ 28
Abbildung 25 verteilte Häufigkeiten der Antworten aus v16cod................................ 29
Abbildung 26 Ergebnisse der logistischen Regression für das Erhebungsgebiet als
unabhängige Variable......................................................................... 29
Abbildung 27 Ergebnisse der logistischen Regression für die Religionszugehörigkeit
als unabhängige Variable ................................................................... 29
Abbildung 28 Ergebnisse der logistischen Regression für alle unabhängigen Variablen
............................................................................................................ 30
Abbildung 29 verteilte Häufigkeiten der Antworten aus v17cod................................ 30
Abbildung 30 Ergebnisse der logistischen Regression für das Alter als unabhängige
Variable............................................................................................... 31
Abbildung 31 Ergebnisse der logistischen Regression für das Erhebungsgebiet als
unabhängige Variable......................................................................... 31
Abbildung 32 Ergebnisse der logistischen Regression für die Religionszugehörigkeit
als unabhängige Variable ................................................................... 32
Abbildung 33 Ergebnisse der logistischen Regression für alle unabhängigen Variablen
............................................................................................................ 32
Abbildung 34 verteilte Häufigkeiten der Antworten aus v18cod................................ 33
Abbildung 35 Ergebnisse der logistischen Regression für das Alter als unabhängige
Variable............................................................................................... 34
Abbildung 36 Ergebnisse der logistischen Regression für das Erhebungsgebiet als
unabhängige Variable......................................................................... 34
Abbildung 37 Ergebnisse der logistischen Regression für die Religionszugehörigkeit
als unabhängige Variable ................................................................... 35
Abbildung 38 Ergebnisse der logistischen Regression für alle unabhängigen Variablen
............................................................................................................ 35
Abbildung 39 Anzahl der Abtreibungen je 1.000 Geburten nach Bundesland für das
Jahr 2006 ............................................................................................ 38
Abbildung 40 verteilte Häufigkeiten der Antworten aus v43cod................................ 46
Abbildung 41 verteilte Häufigkeiten der Antworten aus den Kontakt zu Ausländern
Variablen v49cod, v50cod, v51cod..................................................... 47
Abbildung 42 Ergebnisse der logistischen Regression für die jeweiligen unabhängigen
-zu-Ausländer-..................................................... 49
Abbildung 43 -
zu-Ausländer-.................................................................... 49
Abbildung 44 verteilte Häufigkeiten der Antworten aus den Altersvariablen v27cod1
und c28cod ......................................................................................... 50
Abbildung 45 Ergebnisse der logistischen Regression für die unabhängigen Variablen
v27cod1 und v28cod .......................................................................... 51
Abbildung 46 verteilte Häufigkeiten der Antworten aus v137cod.............................. 51
Abbildung 47 Ergebnisse der logistischen Regression für die unabhängigen Variablen
v137cod .............................................................................................. 52
Abbildung 48 Häufigkeiten der Variable v174cod ....................................................... 53
Abbildung 49 Ergebnisse der logistischen Regression für die unabhängigen Variablen
v174cod .............................................................................................. 53
Abbildung 50 verteilte Häufigkeiten der Antworten aus v4cod .................................. 54
Tabellenverzeichnis
Abbildung 51 Ergebnisse der logistischen Regression für die unabhängigen Variablen
v4cod 55
Abbildung 52 Ergebnisse der logistischen Regression für alle unabhängigen Variablen
55
Abbildung 53 Ergebnisse der logistischen Regression für alle unabhängigen Variablen
mittels Vorwärtsselektion 56
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1 Signifikanzniveaus 12
Tabelle 2 Zusammenfassung der Ergebnisse der logistischen Regression für Kapitel
3.2 39
Tabelle 3 Zusammenfassung der Ergebnisse der logistischen Regression für Kapitel
3.3 40
Tabelle 4 Zusammenfassung der Ergebnisse der logistischen Regression für Kapitel
3.4 41
Tabelle 5 Zusammenfassung der Ergebnisse der logistischen Regression für Kapitel
3.5 42
Tabelle 6 Zusammenfassung der Ergebnisse der logistischen Regression für Kapitel
3.6 43
Tabelle 7 Zusammenfassung der Ergebnisse der logistischen Regression für Kapitel
3.7 44
Tabelle 8 Zusammenfassung der Ergebnisse der logistischen Regression für Kapitel
3.8 45
Tabelle 9 Zusammenfassung der Ergebnisse der logistischen Regression für Kapitel
4.1.1 58
Tabelle 10 Zusammenfassung der Ergebnisse der logistischen Regression für Kapitel
3.34 59
VII
Einleitung
Die Forschung insbesondere die der Sozialwissenschaften verfolgt das Ziel, die
Ansichten der Allgemeinheit durch repräsentative Stichproben zu erhalten. Mit deren
Hilfe und unter Einbezug statistischer Instrumente sollen im Umkehrschluss
aussagekräftige Informationen auf die gesamte Bevölkerung projiziert werden. Die
vorliegende Arbeit versucht anhand von zwei Themenfeldern die Anwendung der binär
logistischen Regression auf Basis der Statistik- und Analyse-Software SPSS 1
durchzuführen, um somit partielle Daten über menschliches Verhalten identifizieren
und interpretieren zu können.
Die Darstellung, des in der Untersuchung genutzten Datenmaterials wird im ersten
Kapitel erläutert, während das daran anschließende zweite Kapitel sich mit dem
Erhebungsverfahren der logistischen Regression und deren interpretierbaren
Kennziffern auseinandersetzt. Mit dem ersten Hauptthema der Untersuchung über
unterschiedliches Zulassungsverhalten einer Abtreibung in Abhängigkeit vom Alter,
vom Geschlecht, vom Erhebungsgebiet, von der Religion und dem Kinderwunsch
beschäftigt sich der dritte Abschnitt der Arbeit, während in ähnlicher Weise die zweite
Haupthypothese im vierten Abschnitt dargestellt wird. Hierbei wird die Richtigkeit der
These hinterfragt, in der Ausländer ihren Lebensstil dem der Deutschen anpassen
sollten. Nach deren ausführlicher Darstellung erfolgt eine abschließende
Schlussbetrachtung über den gesamten Untersuchungsgegentand.
c. für das Unternehmen, dass das Produkt SPSS verbreibt.
1 Datengrundlage
Die seit 1980 erhobene Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften
(ALLBUS) dient in der Version von 2006 als Grundlage für die anstehenden
Untersuchungen. Beim ALLBUS handelt es sich um eine im 2 Jahres Takt erhobene
Umfrage aktueller Daten über die Einstellungen, Verhaltensweisen und Sozialstruktur
der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland. Der dabei entstehende
repräsentative Querschnitt der Bevölkerung mit zum Teil stetigen oder variablen
Fragenprogramm, steht nach entsprechender Aufbereitung und Dokumentation allen
Interessenten insbesondere aus Forschung und Lehre zur Verfügung (Blohm, 2007).
Die Personenstichprobe besteht aus einer zweistufigen, disproportional geschichteten
Zufallsauswahl in den alten (inkl. West-Berlin) und neuen Bundesländern (inkl. Ost-
Berlin). Dabei werden alle deutschsprachigen Personen berücksichtigt, die zum
Befragungszeitraum in Privathaushalten ansässig waren und vor dem 01.01.1988
geboren sind. Die erste Auswahlstufe besteht darin, dass Gemeinden in West- und
Ostdeutschland mit einer Wahrscheinlichkeit proportional zur Zahl ihrer erwachsenen
Einwohner ausgewählt werden. Die daran anschließende Phase ist dadurch
charakterisiert, dass in ihr die Personen aus den Einwohnermeldekarteien zufällig
gezogen werden. Die Datenerhebung im Rahmen des ALLBUS 2006 erfolgte dabei
mittels einer mündlichen Befragung auf Basis eines standardisierten Frageprogramms.
Hierbei lassen sich das omputer Assisted Personal Interviewing (CAPI) und das
- (Terwey,
2008).
Der ALLBUS 2006, auf dem sich die folgenden Untersuchungen stützen, wurde in der
Zeit von März 2006 bis August 2006 durch TNS Infratest 2 Sozialforschung (München)
erhoben. Die dabei erreichte Ausschöpfungsquote für das Untersuchungsobjekt der
Bundesrepublik betrug insgesamt 41,0% (Ost: 42,8%, West: 40,2%). Insgesamt wurden
somit 3.421 Personen zu 743 Variablen befragt (Terwey, 2008).
2 TNS Infratest ist eine Tochtergesellschaft von Taylor Nelson Sofres, einem der führenden Marktfor-
schungsunternehmen der Welt mit Sitz in London und rund 15.000 Mitarbeitern in 80 Ländern. Die deutsche Zentrale befindet sich in München mit weiteren Niederlassungen in Berlin, Bielefeld, Hamburg und Wetzlar (Taylor Nelson Sofres plc, 2008).
2 Erhebungsverfahren und Kennziffern
Dieser Abschnitt widmet sich der theoretischen Klärung der im Anschluss
stattfindenden Untersuchungsmethode und der darin involvierten Kennziffern zur
Interpretation der Ergebnisse.
2.1 Die logistische Regression
Statistische Verfahren, die eine Untersuchung zwischen unabhängigen und abhängigen
Variablen erlauben, sind gerade für die Forschungsgegenstände der
Sozialwissenschaften von Bedeutung. In den Vereinigten Staaten von Amerika (USA)
wurde die Methode der sogenannten (sog.) log-linearen Statistik in den 70erJahren des
20. Jahrhunderts populär. Spezielle Modelle dieser log-linearen Statistik bilden dabei
die logistische Regression und das daraus ableitbare Logit-Modell (Diaz-Bone, 2003).
Die logistische Regression ist somit ein Verfahren zur multivariaten Analyse binärer
abhängiger Variablen. Da wesentliche Anwendungsvoraussetzungen wie z.B. in
inferenzstatistischer Hinsicht (Normalverteilung der Residuen, Varianzhomogenität)
nicht gegeben sind, kann der Einfluss dieser Variablen nicht mit dem Verfahren der
linearen Regression untersucht werden.
Nach der geeigneten Transformation der abhängigen Variablen ( = 1) ergibt sich
das folgende logistische Regressionmodell:
= 1 = =
Dies geht im Weiteren von der Idee der sog. Odds aus, das das Verhältnis von
( = 1) zur Gegenwahrscheinlichkeit 1 ( = 1) bzw. ( = 0) 3 beschreibt.
1/0 =
Die mit Hilfe der oben aufgeführten Formel berechneten Odds können Werte
annehmen, die größer als 1 sind. Der Wertebereich nach unten ist hingegen
beschränkt, in dem er sich asymptotisch 0 annähert. Durch Transformation der Odds in
3 = 0 bei entsprechender Kodierung der Alternativkategorie mit 0.
Logits wird hingegen ein unbeschränkter Wertebereich erzielt, in dem Werte zwischen
minus und plus unendlich angenommen werden können.
1/0 = ln (( 1/0 ) = ln(
In der logistischen Regression wird dann die Regressionsgleichung geschätzt:
1/0 | = = 0 + ß 1 X 1 + + n X n
Da die Regressionskoeffizienten der logistischen Regression nicht einfach
interpretierbar sind, wird auf die Bildung von sog. Effektkoeffizienten zurückgegriffen,
wodurch sich die Gleichung der Regression auf die Odds bezieht.
1/0 | = = exp ( 0 + ß 1 X 1 + + n X n )
Die logistische Regression erlaubt somit die Darstellung eines nicht-linearen
Zusammenhangs zwischen der dichotomen, abhängigen Variablen auf der einen Seite
und mindestens einer unabhängigen Variable auf der Anderen. Sie bietet damit die
Möglichkeit, nicht lineare Zusammenhänge zu erforschen und die Stärke dieser Effekte
in gesteigertem Risiko oder Prozentwerten auszudrücken.
2.2 Signifikanz
Signifikanz in der Form von statistischer
Signifikanz bezieht sich auf das Problem des
Schlusses von einer (Zufalls-)Stichprobe auf die
Grundgesamtheit. Signifikanz ist definiert als die
Wahrscheinlichkeit für die Ablehnung der
Nullhypothese für den Fall, dass die Nullhypothese wahr ist. Die Entscheidung dafür
richtet sich zumeist an den p-Wert. Ist dieser auf einem geringeren Level als das
Signifikanzniveau wird die Nullhypothese abgelehnt. Je kleiner der Wert von p ist,
desto signifikanter ist das Ergebnis. Häufig verwendete Signifikanztests sind z.B. der t-Test, der F-Test der Varianzanalyse oder der Chi-Quadrat-Test für Kreuztabellen.
2.3 Nagelkerkes-R-Quadrat
Nagelkerkes-R-Quadrat kann im Gegensatz zu anderen Gütemaßen 4 den Maximalwert
von 1 erreichen und lässt sich analog wie der Determinationskoeffizient in der linearen
Regression interpretieren (Backhaus, et al., 2000 S. 133).
2
Der berechnete Wert gibt letztendlich Auskunft über den Anteil erklärter Varianz der
unabhängigen Variable(n) auf das Modell (Diaz-Bone, et al., 2003).
2.4 Effektkoeffizient
Der Effektkoeffizient eignet sich zur Interpretation des Einfluss der exogenen
Variablen. Hierbei gibt er den Faktor für die Vervielfachung des
Wahrscheinlichkeitsverhältnisse an, wenn ceteris paribus (c.p.) die Ausprägung der
zugehörigen exogenen Variablen um eine Einheit erhöht wird. Er zeigt somit das
erhöhte Risiko für das Eintreten der abhängigen Variablen an. Die Erhöhung der
exogenen Variablen um eine Einheit bewirkt somit eine Veränderung der Odds um den
Faktor , wobei dieser Effektkoeffizient nur Werte von 0 bis annehmen kann.
Insofern Dummy-Variablen für nicht binär kodierte Variablen verwendet wurden,
bezieht sich der Wert des Expected immer auf die nicht in die Berechnung
eingeflossene Referenzkategorie. Dieser Wert lässt sich durch einfache Umrechnung
auch in Prozent angeben. Die Formel hierfür lautet:
Bei der Interpretation der Werte gilt es zu beachten, dass diese sich entweder auf die
Referenzkategorie oder auf diejenigen Personen beziehen, die den
Merkmalsausprägungen der Variable nicht unterliegen (Diaz-Bone, et al., 2003).
4 Darunter z-r² und Cox und Snells-r².
2.5 Regressionskoeffizient
Während der Regressionskoeffizient a den Achsenabschnitt darstellt, gibt der
Regressionskoeffizient b die Änderung des Erwartungswertes von Y an, wenn die
unabhängige Variable um eine Einheit erhöht wird. Die Regressionskoeffizienten a und
b der logistischen Regression werden als Logit-Koeffizienten bezeichnet. Wenn die
Regressionskoeffzienten negative Werte erzeugen, verringert der Faktor das
Wahrscheinlichkeitsverhältnis. Umgekehrt vergrößert der Faktor das
Wahrscheinlichkeitsverhältnis, wenn die Regressionskoeffizienten positive Werte
aufweisen. Somit wird mit dem Regressionskoeffizienten die jeweilige Richtung des
Effektes adäquat im Modell erfasst (Diaz-Bone, 2003).
3 Akzeptanz von Abtreibungen
Der erste Hauptteil der vorliegenden Arbeit beschäftigt sich mit der Akzeptanz einer
Abtreibung in der Bundesrepublik. Hierbei wurde versucht die Zulassung von
unterschiedlichen Gründen für eine Abtreibung durch den Einbezug verschiedenartiger
Variablen zu analysieren und dem entsprechend zu erklären. Gemäß dem ALLBUS 2006
wurden sieben verschiedene Items 5 , die sich themenspezifisch dieser Kategorie
einordnen lassen in die Untersuchung einbezogen. Dazu zählen eine potentielle
gesundheitliche Gefährdungen von Mutter und Kind, familiäre Umstände, finanzielle
Gegebenheiten, Folgen krimineller Ohnmacht und persönliche Entscheidungen.
3.1 Unabhängige Variablen
Um die aus dem ALLBUS 2006 erhaltenen Ergebnisse spezifischer interpretieren und
somit auch gesellschaftliche Rückschlüsse ziehen zu können, wurden diese durch
Kopplung mit den folgenden Kontrollvariablen einer statistischen Analyse unterzogen.
3.1.1 Geschlecht des Befragten
Eine von diesen stellt das Geschlecht der
Befragungsteilnehmer 6 dar. Das Umcodieren
der Ausgangsvariable v174 in v174cod
(männlich = 0, weiblich = 1) ermöglicht eine
einfache Interpretation der Ergebnisse.
Gemäß
Abbildung 1) ist erkennbar, dass der Anteil an
Männern (48,4 %) zu dem der Frauen (51,6 %) annähernd gleich ist.
5 Unter Items wird allgemein die Bezeichnung für Fragen (Diekmann, 2004 S. 238) mit der bzw. den
dazugehörigen Antwortmöglichkeit(en) verstanden (Müller, et al., 2007 S. 27)
6 In dieser Arbeit wird ausschließlich von Teilnehmern, Befragten usw. gesprochen. Selbstverständlich
sind Teilnehmerinnen usw. in diese Begriffe eingeschlossen.
3.1.2 Alter des Befragten
Das Alter als weitere unabhängige Variable soll ein differenziertes Bild über das
unterschiedliche Antwortverhalten verschiedener Generationen aufzeigen. Hierbei
wurde basierend auf dem Durchschnittsalter aller Befragungsteilnehmer von 49 Jahren
(v27: 49,33) eine neue dichotome Variable erstellt, die zum einen Personen von 18 bis
49 Jahren und zum anderen diejenigen,
die älter als 49 Jahre sind enthält.
Demnach verhalten sich auch die
Häufigkeiten der beiden Ausprägungen
der neu erstellten Variablen, bei der
51,3% zur Altersgruppe der 18 bis
49jährigen gehören und weitere 48,4%
zu denen die älter als 50 Jahre sind. Von den insgesamt 3.421 ALLBUS-Teilnehmern im
Jahre 2006 wollten oder konnten acht Personen keine akzeptable Antwort zu diesem
Item geben. Um mögliche Unterschiede im Antwortverhalten verschiedener
Generationen messen zu können, wurde aus der kategorisierten Variable v28 die
dichotome Variable v28cod erstellt. Hierbei wurde die Altersgruppe der 18 bis
29jährigen mit 0 codiert und die der älteren entsprechend mit 1. Abbildung 2 zeigt die
beiden Ausprägungen. So zählen
513 Personen entsprechend der
gezogenen Grenzen zu denen
der jüngeren Gruppe, während
2.900 - und somit rund 85% - zu
dem älteren
gewertet werden können.
3.1.3 Erhebungsgebiet des Befragten
Unterschiede
verhalten
ausmachen zu können, wurde als
weitere unabhängige Variable das
Erhebungsgebiet (v4) mit in die
Untersuchung einbezogen. Die
umcodierte Variable v400cod
differenziert demnach zwischen den alten Bundesländern (0) der Bundesrepublik und
denen der neuen Bundesländer (1). Den Ergebnissen aus Abbildung 4 kann man
entnehmen, dass die Mehrheit (67,2%) der Befragungsteilnehmer aus den alten
Bundesländern (inkl. West -Berlin) stammen und der verbleibende Rest von 32,8% aus
den Regionen der neuen Bundesländer und Ost-Berlin kommen.
3.1.4 Religionszugehörigkeit der Befragten
7 Um als Mitglied zu einer Religionsgemeinschaft gewertet zu werden, ist der Befragte gemäß den
Antwortkategorien aus v500 entweder Angehöriger der evangelischen Kirche, einer evangelischen Freikirche, der römisch-katholischen Kirche, oder ein anderen christlichen oder nicht-christlichen Religionsgemeinschaft.
Mitgliedschaft mit den Ausprägungen 0 und 1 umgeformt. In Anlehnung an Abbildung
5, S. 17 konnte beobachtet werden, dass die Mehrheit von 66,1% einer
Religionsgemeinschaft angehört und nur ein Drittel der Befragten keiner der
möglichen Glaubensrichtungen angehören.
3.1.5 Wunsch nach Kindern bei kinderlosen Frauen
Um noch einen differenzierten Effekt von Frauen - als potentielle Mütter - zu sehen,
wurde abschließend die Variable v487 als Kontrollitem genutzt. Hierbei wurde bei
kinderlosen Frauen, die höchstens 50 Jahre alt sind gemessen, ob der Wunsch nach
einem Kind bestand. Gemäß den
allgemeinen
umcodierten Variable (v487cod)
ergibt sich,
ursprünglichen 3.421 Personen,
abschließend nur 637 für dieses Item
Antworten abgeben konnten. Dies
ergibt sich daraus, dass sich die Frage nur an Frauen richtet, was dazu führt das
Männern mit einem Anteil von ca. 50% der befragten Personen, diese Frage nicht
beantworten können. Der dabei verbleibende Teil beinhaltet nun alle Frauen der
Stichprobe, von dem diejenigen die bereits ein oder mehrere Kind(er) haben und/oder
die die älter als 50 Jahre alt sind weiterhin ausgeschlossen werden. Auf die gesamte
Stichprobe bezogen heißt dies, dass 637 Frauen weder das 50. Lebensjahr vollendet
haben und gleichzeitig kein eigenes Kind haben. Die Interpretation der
Befragungsergebnisse zeigt, dass eine hohe Mehrheit von rund 73,5% den Wunsch
eines eigenen Kindes äußert, während 26,5% der Frauen dieses verneinen.
3.2 Akzeptanz einer Abtreibung bei der Wahrscheinlichkeit einer gesund-
heitlichen Schädigung des Kindes
Die kumulierte Meinung bezüglich eines Schwangerschaftsabbruchs in Folge einer
gesundheitlichen Beeinträchtig-
ung des Neugeboren ergibt sich
aus der Variable 12 des ALLBUS
2006. Die Ergebnisse (siehe
Abbildung 7) zeigen, dass sich
eine Mehrheit von 86,5% (2.960
Personen) für diese Möglichkeit
aussprechen,
geringer Teil von 9,8% (335
Personen) sich gegen diese Option entscheidet. Der verbleibende Prozentsatz von
-Antworten.
Um Unterschiede im Antwortverhalten der Befragungsteilnehmer ausmachen zu
können, wurde mit Hilfe einer logistischen Regression und dem Einbezug der zuvor
erläuterten Kontrollvariablen (siehe Abschnitt 3.1) ein potentieller Effekt ersichtlich.
Die Kopplung der abhängigen Variablen (v12cod) mit den einzelnen Kontrollvariablen
ergibt, dass lediglich der regionale Bezug zwischen Ost- und Westdeutschland wie auch
die Religionszugehörigkeit einen signifikanten Effekt auf das Modell haben. Da alle
anderen Items eine Signifikanz von über 0,05 aufweisen, haben sie für die Zulassung
einer Abtreibung im Falle einer Schädigung des Kindes demnach keinen Einfluss und
können vernachlässigt werden.
Im Falle des Erhebungsgebietes ist zu sagen, dass ein hoher negativer Zusammenhang
zwischen den beiden involvierten Variablen existiert und demnach sich die
Wahrscheinlich für Personen aus den alten Bundesländern (inkl. West-Berlin)
reduziert, dass sie sich für eine Zulassung einer Abtreibung in diesem Fall entscheiden.
Der Wert von 0,000 deutet auf einen extrem hohen signifikanten Zusammenhang und
für die Abweisung der Nullhypothese. Die befragten Personen aus den alten
Bundesländern weisen eine um das 0,351fache geringere Akzeptanz einer Abtreibung
auf, als Personen aus den neuen Ländern der Bundesrepublik. Der Wert von 0,035 für
Nagelkerkes R-Quadrat besagt, dass der Anteil erklärter Varianz bei 3,5%
liegt.
Der Einbezug der Religionszugehörigkeit als unabhängige Variable zeigt ebenfalls einen
extrem hohen signifikanten, aber negativen Zusammenhang der beiden Variablen. Den
Ergebnissen zu Folge ist die Bereitschaft einen Schwangerschaftsabbruch, im Falle
einer gesundheitlichen Schädigung des Kindes, zu akzeptieren bei
Religionsangehörigen um rund 30% niedriger als bei Personen die keiner
Glaubensrichtung angehören. Durch den Einbezug dieser Variable könnte gemäß
Nagelkerkes R-Quadrat die Zulassung einer Abtreibung zu 4,4% erklärt werden.
Wurden hingegen alle unabhängigen Variablen in die Regression aufgenommen (siehe
Abbildung 10, S. 21), zeigt sich das lediglich die Religionszugehörigkeit einen mittleren
signifikanten Effekt aufweist. Alle anderen Variablen erfüllen gemäß den
Berechnungen nicht die Kriterien, um eine Aussagekraft für das Modell zu haben. So ist
die Akzeptanz einer Abtreibung bei Personen, die einer Religionsgemeinschaft
angehören um rund 33,7% geringer als bei Personen, die keiner angehören. Der Anteil
erklärter Varianz für dieses Modell liegt bei 0,053 was bedeutet, dass die in die
Berechnung eingeflossenen unabhängigen Variablen die Zulassung einer Abtreibung im
Falle einer möglichen gesundheitlichen Schädigung des Kindes zu 5,3% erklären
können.
3.3 Akzeptanz einer Abtreibung wenn die Frau verheiratet ist und keine
Kinder mehr haben möchte?
Hierbei wird der Umstand hinterfragt, ob eine Schwangerschaftsabbruch als legitim
angesehen wird, wenn die betreffende Frau verheiratet ist, aber keine Kinder mehr
haben möchte. Ob die Frau bereits Kinder hat bleibt hierbei unberührt, da sich die
Frage ausschließlich auf die aktuelle Situation richtet.
Die Daten aus der betreffenden
Variable (v13) ergeben (siehe
Abbildung 11), dass von den
insgesamt 3.421 Befragungs-
teilnehmer ca. die Hälfte (47,9%)
diesen
Abtreibung anerkennen würden,
während annähernd genau so
viele sich
ablehnend äußern (47,4%). Die Minderheit von 162 Personen hat sich entweder durch
Unsicherheit in der Entscheidung oder Verweigerung nicht zu der Frage geäußert.
Betrachtet man die Rolle der Kontrollvariablen jeweils einzeln durch die logistische
Regression mit der abhängigen Variablen, erhält man lediglich für das Alter der
Befragten, das Erhebungsgebiet, die Religionszugehörigkeit und dem Kinderwunsch
signifikante Ergebnisse.
Mi einem Signifikanzwert von 0,019 weißt das Alter einen stetiges Niveau auf und das
bei den bis 49jährigen die Akzeptanz einer Abtreibung um das 1,179fache höher ist, als
bei den Personen die über 50 Jahre alt sind. Bei jüngeren Personen erhöht sich
demnach die Wahrscheinlichkeit einer Abtreibung zuzustimmen, als bei den Älteren.
Mit einem Wert von 0,002 für Nagelkerkes R-Quadrat liegt der Anteil erklärter Varianz
allerdings nur bei 0,2%.
Das Erhebungsgebiet weißt neben einem extrem hohen signifikanten Zusammenhang
(0,000) auch einen hohen negativen Effekt auf die abhängige Variable
(Regressionskoeffizient -1,058) auf. Dies bedeutet, dass Westdeutscher zu sein, die
Wahrscheinlichkeit reduziert, einer Abtreibung zuzustimmen. Anders formuliert, ist die
Zustimmung eines Schwangerschaftsabbruchs bei Personen aus den alten
Bundesländern (inkl. West-Berlin) um das 0,347fache geringer als bei Personen der
neuen Länder. Das Erhebungsgebiet als Kontrollvariable würde hierbei rund 7,7% des
Zustimmungsverhaltens erklären.
Wird die Religionszugehörigkeit als die einzige unabhängige Variable im Modell
betrachtet, wird ein ebenfalls extrem hoher signifikanter Effekt sichtbar. Hierbei ist zu
sagen, dass bei Personen die einer Glaubensrichtung angehören, sich die
Wahrscheinlichkeit reduziert einer Abtreibung zuzustimmen, wenn die betroffene Frau
verheiratet ist, aber kein Kind mehr haben möchte. So weisen religiöse Personen ein
um ca. 30% geringeres Zustimmungsverhalten auf, als die Personen die keinem
Glauben angehören.
Der Kinderwunsch als letzte einzeln in das Modell einfließende Variable weißt
ebenfalls einen signifikanten Effekt auf das Zustimmungsverhalten einer Abtreibung
auf. Hierbei zeigt sich, dass bei Frauen, die bisher kein Kind haben, aber den Wunsch
danach geäußert haben, die Wahrscheinlichkeit einer Abtreibung zuzustimmen sich
gegenüber denjenigen, die sich kein Kind wünschen reduziert. So weisen die Frauen,
die sich ein Kind wünschen, ein 0,579faches geringeres Zustimmungsverhalten auf, als
die Frauen, die sich auch weiterhin kein Kind wünschen.
Werden hingegen zu Beginn der Analyse alle unabhängigen Variablen in das Modell
eingeschlossen, weißen nur noch das Erhebungsgebiet der Befragungsteilnehmer und
der Kinderwunsch kinderloser Frauen, die noch nicht älter als 50 Jahre sind einen
signifikanten Effekt auf.
Dies bedeutet, dass zum einem bei Westdeutschen die Chance einer Abtreibung in
diesem Fall zuzustimmen, um das 0,464fache geringer ist als bei Personen aus den
neuen Bundesländern (inkl. Ost-Berlin). Es besteht somit ein negativer
Zusammenhang, in dem sich bei den Personen aus den alten Bundesländern die
Wahrscheinlichkeit reduziert, einer Abtreibung zuzustimmen. Die Variable bezogen auf
den Kinderwunsch weißt einen ähnlichen Effekt auf. Hierbei ist die Wahrscheinlichkeit
einer Abtreibung zuzustimmen bei Frauen, die noch kein Kind haben aber sich eins
wünschen, um ca. 51,4% geringer als bei denjenigen Frauen unter 50 Jahren, die sich
kein Kind wünschen. Durch den Einbezug aller unabhängigen Variablen können diese
hierbei rund 10% der allgemeinen Akzeptanz eines Schwangerschaftsabbruchs
erklären, wenn die betroffene Frau verheiratet ist und keine Kinder mehr haben
möchte.
3.4 Akzeptanz einer Abtreibung im Falle einer gesundheitlichen Gefährdung
der Frau
abbruch in diesem Fall als legitim ansehen und somit zustimmen wurden mit 0 codiert
und die Gegengruppe entsprechend mit 1. Die nun messbaren Häufigkeiten (siehe
Abbildung 17) ergeben, dass bei einer gesundheitlichen Gefährdung der Frau die
Mehrheit von fast 92% einen Schwangerschaftsabbruch als legitim ansehen würde.
Lediglich 192 Personen bzw. 5,6% der Befragten würden diesen Grund nicht für einen
Abbruch der Schwangerschaft akzeptieren. Ein vergleichsweise hoher Anteil von 88
Personen (2,6%) wollte oder konnte keine Angaben zu dieser Frage äußern und bleibt
bei der anschließenden Untersuchung außen vor.
Bei der Betrachtung des einzelnen Einflusses der unabhängigen Variablen auf die
Abhängige wird ersichtlich, dass lediglich das Erhebungsgebiet und die
Religionszugehörigkeit als signifikante Einflussgrößen gesehen werden können.
So ist bei Personen aus den alten Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland
(inkl. West-Berlin) die Chance einer Abtreibung im Falle der gesundheitlichen
Gefährdung der Frau zuzustimmen, um rund 69% geringer als bei Personen, die aus
den neuen Bundesländern und Ost-Berlin stammen.
Ein extrem hohes Signifikanzniveau (0,000) weißt die unabhängige Variable der
Religionszugehörigkeit auf. Hieraus lässt sich interpretieren, dass bei religiösen
Menschen, die Wahrscheinlichkeit sinkt einem Schwangerschaftsabbruch
zuzustimmen. So weißen - entsprechend den Ergebnissen der logistischen Regression -
Angehörige einer Religionsgemeinschaft ein 43prozentiges geringeres
Zustimmungsverhalten auf, als Menschen, die keinem festen Glauben angehören.
Werden hingegen alle unabhängigen Variablen gleichzeitig in das Modell
eingeschlossen, kann entsprechend den Signifikanzen der einzelnen Annahmen
entnommen werden, dass sie keinen Effekt auf das Zustimmungsverhalten zu einer
Abtreibung aufweisen. Die Erklärungskraft der einzelnen Variablen von 1,4% bekräftigt
dies, was letztendlich zu einem Annehmen der Nullhypothese und Ablehnen der
Forschungshypothese führt.
3.5 Akzeptanz einer Abtreibung im Falle einer finanziellen Notlage der
Familie
Dieses Item befasst sich mit dem
Sachverhalt, ob ein Schwanger-schaftsabbruch
angesehen wurde, wenn die
Familie über ein geringes
Einkommen verfügte und sich
demzufolge keine Kinder leisten
könnte. Die Zustimmung für
diesen Abtreibungsgrund wurde
basierend auf der Ursprungsvariablen (v15) mit 0 codiert und die Ablehnung
entsprechend mit 1. Nach Eliminierung der Aussagen von 184 Personen, die entweder
keine Angaben machen wollten oder sich nicht für eine der beiden Optionen
entscheiden konnten, verbleiben für die anschließende Analyse 3.237 gültige
Antworten. Entsprechend diesen wird kein eindeutiges Bild über eine Ablehnung bzw.
Zustimmung eines Schwangerschaftsabbruchs im Falle dieser Notlage ersichtlich. So
sprechen sich fast 50% für eine Abtreibung aus, während derselbe Anteil sich gegen
eine Abtreibung ausspricht, wenn die Familie finanziell nicht in der Lage ist für das
Neugeborene zu sorgen.
Da kein eindeutiger Trend aus den allgemeinen Verteilungen der Variable ersichtlich
ist, wird im Folgenden auf Basis des einzelnen Einbezugs der Kontrollvariablen ein
eventueller Effekt untersucht. Hierbei weisen zum wiederholten Male das
Erhebungsgebiet und die Religionszugehörigkeit einen signifikanten Effekt auf.
Demnach reduziert sich bei Personen der alten Bundesländer die Wahrscheinlichkeit
einer Abtreibung zuzustimmen. Deren Chance auf Zustimmung ist um das 0,367fache
geringer als bei den Personen der neuen Länder. Der extreme hohe Signifikanzwert
von 0,000 spricht für die Abweisung der Nullhypothese und Gültigkeit der berechneten
Werte.
Ein analoges Bild zeigt sich bei Einbezug der Religionszugehörigkeit als unabhängige
Variable. Hierbei wird ebenfalls ein extrem hoher signifikanter Effekt ersichtlich, was
eine Interpretation der Ergebnisse erlaubt. Demnach ist bei Religionsangehörigen im
Vergleich zu Personen, die keiner Religion angehören eine Zulassung für eine
Abtreibung um rund 36,5% niedriger erkennbar.
Der Einbezug sämtlicher unabhängiger Variablen in das Modell ergibt, dass neben dem
Erhebungsgebiet auch der Kinderwunsch einen signifikanten Effekt auf das
Zulassungsverhalten einer Abtreibung haben kann. Die Religionszugehörigkeit hat in
dieser Kombination mit einem Wert von 0,072 an Signifikanz verloren. Die im
gesamten Modell errechneten Daten zeigen, dass Personen aus den neuen
Bundesländern (inkl. Ost-Berlin) ein höheres Zustimmungsverhalten aufweisen. Bei
Personen aus den alten Bundesländern (inkl. West-Berlin) ist die Chance, einer
Abtreibung zuzustimmen, um das 0,545 fache geringer als bei Personen der neuen
Länder. Frauen, die bisher keine Kinder haben und noch nicht über 50 Jahre alt sind,
sprechen sich ebenfalls gegenüber der Referenzgruppe ablehnend für eine Abtreibung
aus. So ist deren Wahrscheinlichkeit in diesem Fall einem Schwangerschaftsabbruch
zuzustimmen um 64% geringer, als bei den Frauen der selbigen Altersspanne, die
allerdings auch weiterhin kein Kind haben möchten. Die Erklärungskraft des gesamten
Modells liegt gemäß Nagelkerkes R-Quadrat lediglich bei 6%.
3.6 Akzeptanz einer Abtreibung in Folge einer Vergewaltigung
Die Frage v16 aus dem ALLBUS 2006 befasst sich mit dem Akzeptanzverhalten der
Befragungsteilnehmer in Bezug auf die Thematik einer Abtreibung, die sich für die Frau
als Folge einer Vergewaltigung ergibt. Durch Umcodieren der Ausgangsvariablen in
v16cod und der Festlegung zweier Ausprägungen (0: Abtreibung sollte möglich sein, 1:
Abtreibung sollte nicht möglich sein) ergibt sich die in Abbildung 25 erkennbaren
verteilten Häufigkeiten. Demzufolge spricht sich nach Abzug aller ungültigen Stimmen,
die Mehrheit von 91% für die Möglichkeit, in Folge einer Vergewaltigung das
Ungeborene abtreiben zu lassen,
während ein geringer Anteil von
9% der Befragten sich auch
hierbei
Schwangerschaftsabbruch
ausspricht.
Bei der einzelnen Betrachtung
des Einflusses der unabhängigen
Variablen auf das Abstimmungsverhalten der Befragungsteilnehmer erweisen sich
auch bei diesem Abtreibungsgrund das Erhebungsgebiet und die
Religionszugehörigkeit als die signifikanten Faktoren.
Bezogen auf das Erhebungsgebiet lässt sich gestützt auf einen Signifikanzwert von
0,000 sagen, dass bei Personen aus den alten Bundesländern (inkl. West-Berlin) die
Chance zur Zustimmung einer Abtreibung um ca. 50% (0,482fache) geringer ist als bei
denjenigen, die aus den Ländern der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik
(DDR) und Ost-Berlin stammen.
Wird hingegen die Religionszugehörigkeit als unabhängige Variable und deren Einfluss
auf das Zustimmungsverhalten zu einer Abtreibung im Falle einer Vergewaltigung
betrachtet, lässt sich beobachten, dass diese Zustimmung bei Religionsangehörigen um
das 0,308fache geringer ist als bei nicht-religiösen Personen.
Beginn
Regression alle unabhängigen
Variablen
eingeschlossen, erweist sich
keine dieser Einflüsse als
signifikant. Somit kann in diesem
Fall die
angenommen werden, da von
diesen Variablen keine Aussagekraft für das Modell ausgeht.
3.7 Akzeptanz einer Abtreibung im Falle einer ledigen Frau ohne der Absicht
den Vater des Kindes zu heiraten
Die im Fragenkatalog des ALLBUS 2006 enthalten Variable v17 zielt auf die Ansichten
der Befragungsteilnehmer zu einer medizinische Abtreibung für den Fall, dass die
werdende Mutter ungebunden ist und den Vater des ungeborenen Kindes nicht
heiraten möchte. Durch Umcodieren der Ausgangsvariablen in v17cod ergibt sich
gemäß Abbildung 29, dass nach Abzug aller ungültigen Stimmen, die Mehrheit der
Befragungsteilnehmer diesen Abtreibungsgrund nicht als legitim sehen und diesen zu
65,7% ablehnen. Lediglich ein Drittel der Stimmen (34,3%) sprechen sich in Anbetracht
der Situation für die Möglichkeit einer Abtreibung aus.
Bei der einzelnen Betrachtung der unabhängigen Variablen auf deren Einfluss auf die
abhängige Variable zeigt sich, dass neben dem Erhebungsgebiet der Befragten und
deren Religionszugehörigkeit auch das Alter der Teilnehmer einen signifikanten
Einfluss auf die Entscheidung über die Zulassung einer Abtreibung hat. Die
verbleibenden Variablen besitzen somit keine Aussagekraft für das Modell und können
dementsprechend vernachlässigt werden.
Das Alter der Befragungsteilnehmer stellt mit einem Wert von 0,006 einen hohen
signifikanten Zusammenhang dar. Bezogen auf den berechneten Wert von 0,204 für
den Regressionskoeffizienten lässt sich interpretieren, dass die Zugehörigkeit zu der
Altersgruppe der 18 bis 49jährigen die Wahrscheinlichkeit erhöht, einer Abtreibung
zuzustimmen. Bei diesem Personenkreis ist die Chance, der Abtreibung zuzustimmen,
um das 1,226fache höher als bei Personen, die älter als 49 Jahre sind.
Die Wirkung des Erhebungsgebiets ist auch wie in den vergangenen Untersuchungen
als außerordentlich signifikant anzusehen. Den Ergebnissen der logistischen Regression
zur Folge reduziert die Tatsache, aus den alten Bundesländern (inkl. West-Berlin) zu
stammen, der Abtreibung zuzustimmen. So ist die Chance, bei Menschen aus den alten
Bundesländern und West-Berlin eine Abtreibung als legitim anzusehen um ca. 40%
(0,394fache) geringer als bei jenen, die aus den neuen Bundesländern und Ost-Berlin
stammen.
Mitglied in einer Religionsgemeinschaft zu sein, reduziert - wie auch schon in den
vergangenen Ergebnissen - die Wahrscheinlichkeit einem Schwangerschaftsabbruch
zuzustimmen. Wenn wie in diesem Fall die Frau den werdenden Vater nicht heiraten
möchte, ist die Chance, dass Glaubensangehörige einer Abtreibung zustimmen, um
40% geringer, als bei Personen, die keiner Glaubensrichtung angehören.
Werden von Beginn an alle unabhängigen Variablen als potentielle Einflussgrößen auf
das Abstimmungsverhalten der entsprechenden Variablen (v17cod) betrachtet, ergibt
sich, dass lediglich das Erhebungsgebiet und Religionszugehörigkeit Effekte auf die
abhängige Variable aufweisen. Ein Signifikanzwert von 0,005 spricht für eine hohe
Erklärungskraft der Variable um das Erhebungsgebiet der Befragten und die Annahme
der Forschungshypothese. Den Werten aus Exp(B) folgend, ist bei Personen aus den
alten Bundesländern und West-Berlin die Chance, einem Schwangerschaftsabbruch
zuzustimmen, um das 0,548fache geringer, als bei Personen aus dem anderen Teil
Deutschlands. Es gibt somit einen negativen Zusammenhang, bei dem sich bei
westdeutschen Personen, die Wahrscheinlichkeit einer Akzeptanz für eine Abtreibung
reduziert. Für den Einfluss der Religionszugehörigkeit in dem vorliegenden Modell lässt
sich sagen, dass deren Effekt nur mit einem Wert von 0,046 gering signifikant ist.
Deren Interpretation ergibt neben einem negativen Zusammenhang, dass Personen,
die Mitglied einer Glaubensrichtung sind, eine um 0,671faches niedrigeres
Akzeptanzverhalten aufweisen, als Nicht-Mitglieder.
Die Erklärungskraft dieses Modells liegt gemäß Nagelkerkes R-Quadrat bei 0,056 und
bedeutet, dass die eingeflossenen unabhängigen Variablen die Zulassung einer
Abtreibung für den Fall, dass die Frau den Vater des ungeborenen Kindes nicht
heiraten will zu 5,6% erklären können.
3.8 Akzeptanz einer Abtreibung für den Fall, dass es die Frau so will
Variable v18 befragt die
Teilnehmer
Akzeptanzvermögen in Bezug auf
einen Schwangerschaftsabbruch
für den Fall, dass die Frau dies so
will. Die Entscheidung warum sie
sich für diese Möglichkeit
entscheidet, bleibt bei der
Befragung außen vor. Es interessiert vielmehr, ob die Allgemeinheit einer Abtreibung
positiv oder negativ gegenübersteht, wenn es allein der freie Wille der Frau ist, kein
Kind zu bekommen. Die umcodierte Variable v18cod erlaubt mit den Ausprägungen (0:
Ja, sollte möglich sein, 1: Nein, sollte nicht möglich sein) eine erste Aussage über den
allgemeinen Trend der Abstimmungen. So sprechen sich gemäß den Werten aus
Abbildung 34 rund ein Drittel (32,8%, bereinigt 34,3%) der Befragten dafür aus, dass
die Frau selbst entscheiden kann, dass sie das ungeborene ohne die Angabe von
Gründen abtreiben kann. Die verbleibende Mehrheit von rund 63% (bereinigt 65,7%)
spricht sich gegen diese Option aus und sieht eine grundlose Abtreibung nicht als
legitim an. Bei der Betrachtung der einzelnen Effekte auf das Abstimmungs-verhalten
wird ersichtlich, dass lediglich die Variablen des Alters, des Erhebungsgebietes und die
der Religionszugehörigkeit von Bedeutung sind.
Den Ergebnissen der logistischen Regression zu Folge, erhöht sich bei Personen, die
zwischen 18 und 49 Jahre alt ist, die Wahrscheinlichkeit, dass diese einer solchen
Abtreibung zustimmen. Der extrem hohe signifikante Wert bekräftigt zu dem, dass
diese Altersgruppe, im Vergleich zu den über 50jährigen, ein um das 1,303fache
größere Zustimmungsverhalten aufweist. Allerdings kann der Einbezug dieser
alleinigen Variablen nur zu 0,6% das Akzeptanzverhalten erklären.
Die regionale Differenzierung zwischen Ost- und Westdeutschland weißt wie auch in
den vorherigen Ergebnissen auf einen negativen Zusammenhang zwischen der
westdeutschen Abstammung und dem Zustimmungsverhalten auf. Bei diesen
Personen ist im vorliegenden Fall, die Chance einer Akzeptanz für die Abtreibung im
Falle des eigenen Wunsches der Frau, um das 32,3%ige geringer als bei Personen der
neuen Bundesländer und Ost-Berlin. Der Anteil erklärter Varianz des Modells liegt
gemäß dem berechnet Wert für Nagelkerkes R-Quadrat bei annähernd 9%.
Ein vergleichsweise ähnliches Bild ergibt sich bei Betrachtung der
Religionszugehörigkeit als unabhängige Variable. Der sehr hohe Signifikanzwert
verweist auf die Annahme der Forschungshypothese und die Gültigkeit des Modells.
Den Ergebnissen entsprechend kann entnommen werden, das bei nicht-religiösen
Menschen, die Wahrscheinlichkeit einem Schwangerschaftsabbruch zuzustimmen
gegenüber Religionsmitgliedern höher ist. Bei jenen Glaubensangehörigen ist die
Chance der Zustimmung, um das 0,316fache geringer als bei den Personen der
Referenzgruppe und somit nicht Glaubensangehörigen.
Durch den kompletten Einschluss aller unabhängigen Variablen in das Modell ergibt
sich, dass lediglich das Erhebungsgebiet und die Glaubenszugehörigkeit einen extrem
hohen signifikanten Effekt aufweisen. Die verbleibenden Variablen verfügen über eine
Signifikanz, die über der allgemeinen Irrtumswahrscheinlichkeit von 5% liegt und
können demnach ausgeschlossen werden.
Die Variable über das Erhebungsgebiet beschreibt einen negativen Zusammenhang,
bei dem sich bei westdeutschen Personen die Wahrscheinlichkeit einem
Schwangerschaftsabbruch zuzustimmen reduziert. Deren Zustimmungschance ist
gegenüber den Personen der neuen Bundesländer (inkl. Ost-Berlin) um das 0,446fache
geringer. Die Erklärungskraft der verbleibenden Variable Religionszugehörigkeit ist von
extrem hoher Signifikanz. Aus dem negativen Zusammenhang zwischen abhängiger
und unabhängiger Variable lässt sich erkennen, dass Glaubensangehörige ein um
48,5% niedrigeres Akzeptanzverhalten aufweisen, als Personen die keinerlei
Glaubensrichtung angehören. Aus den Angaben zu Nagelkerkes R-Quadrat ist zu
entnehmen, dass die involvierten unabhängigen Variablen die Zulassung einer
Abtreibung zu 12,3% erklären können.
3.9 Fazit
Wie die vorherigen Aufführungen zeigten, fällt der Einfluss der verschiedenen
unabhängigen Variablen in den verschiedenen Abtreibungsoptionen unterschiedlich
stark aus.
Das Geschlecht als Einflussgröße hat in allen Ausführungen keinen Effekt auf die
abhängige Variable gezeigt, was zu der Annahme führt, dass es kein
geschlechtsspezifisches Entscheidungsverhalten in Bezug auf einen
Schwangerschaftsabbruch gibt.
Der Effekt des Alters hat sich entgegen den eigenen Vorstellungen als gering
herausgestellt. Lediglich für den Fall, dass die Frau verheiratet ist und keine Kinder
(mehr) möchte oder die Frau ledig ist und den Vater des Neugeborenen nicht heiraten
möchte bzw. die Abtreibung nach eigenem Willen möchte, lässt sich ein Alterseffekt
erkennen. Allerdings erweist sich dieser nur für die Altersvariable v27cod1 der
Altersgruppe, der jüngeren Befragten bis 29 Jahre als signifikant. Für diese Formen der
Abtreibungen weißen sie im Gegensatz zu der älteren Vergleichsgruppe ein größeres
Zustimmungsverhalten für eine Abtreibung auf. Einen Effekt bezogen auf den
Altersdurchschnitt aller Befragungsteilnehmer durch v28cod konnte hingegen für keine
der Abtreibungsvarianten erkannt werden.
Der Effekt der Variable V487cod erweist sich in der gesamten Untersuchung als ebenso
gering, als das die Frauen, die unter 50 Jahren sind und sich ein Kind wünschen kaum
von dem Antwortverhalten ihrer Referenzgruppe abweichen. Lediglich in der Frage
nach einer Abtreibung, für den Fall, dass die betroffene Frau verheiratet ist und keine
Kinder (mehr) haben möchte oder die Schwangerschaft Folge einer Abtreibung ist,
konnte ein Abweichen des Antwortverhaltens von der Referenzgruppe verzeichnet
werden. Zusammengefasst bedeutet dies, dass die betroffenen Frauen für diese zwei
Optionen ein geringeres Zustimmungsverhalten für diese Formen der Abtreibungen
aufweisen.
Das Erhebungsgebiet und die Religionszugehörigkeit haben in dem Vergleich der
unterschiedlichen Einflussvariablen den höchsten Einfluss auf die Zulassung bzw.
Ablehnung einer Abtreibung gezeigt. So konnte für alle Formen der im ALLBUS 2006
abgefragten Abtreibungsvarianten ein signifikanter Effekt festgestellt werden.
Für das Erhebungsgebiet bedeutet dies, dass die Befragten aus den neuen
Bundesländern (inkl. Ost-Berlin) im Vergleich zu denen aus den alten Bundesländern
der Bundesrepublik (inkl. West-Berlin) ein allgemein höheres Akzeptanzverhalten für
die verschiedenen Abtreibungen aufweisen. Allerdings ist dies nicht damit
gleichzusetzen, dass sie eine Abtreibung für die verschiedenen Situationen
befürworten, sondern lediglich nur tolerieren. Mögliche Ursachen hierfür lassen sich
im liberalen Abtreibungsrecht 8 der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) finden,
welches sich bis dato im Verständnis dieser Menschen verfestigt hat. Ein Kennzeichen
hierfür zeigt sich auch in den aktuellen amtlichen Statistiken (siehe Abbildung 39, S.
38) zu den bundesländerspezifischen Abtreibungen in Deutschland. So weißen für
das Beobachtungjahr 2006 alle fünf Bundesländer 9 der ehemaligen DDR
(Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen)
ein Abtreibungsniveau über dem Bundesdurchschnitt auf. Da die Ergebnisse der
verschiedenen logistischen Regressionen auf ein tolerantes Abtreibungsverhalten der
neuen Bundesländer verweisen, lässt sich wenn auch nur zum Teil durch die
Schwangerschaftspolitik der ehemaligen DDR und den aktuellen erhöhten
Abtreibungsstatistiken erklären.
Die Ausgangshypothese, in der Personen aus Religionsgemeinschaften ein
abweichendes Akzeptanzverhalten in Bezug auf einen Schwangerschaftsabbruch im
Vergleich zu Nicht-Gläubigen aufweisen, konnte in allen Punkten der Untersuchung
bewiesen werden. So weisen Mitglieder einer Glaubensgemeinschaft im Allgemeinen
ein größeres Ablehnungsniveau in Bezug auf eine Abtreibung. In Folge dessen
verzeichnen die Bundesländer (z.B. Bayern und Baden-Württemberg mit einem hohen
Anteil katholischer Menschen) mit einem hohen Glaubensanteil in der Bevölkerung
auch eine unterdurchschnittliche Abtreibungsquote (siehe Abbildung 39).
8 Die DDR-Volkskammer stimmte am 09.03.1972 für ein Gesetz, dass in den Frauen in den ersten 12
Wochen einer Schwangerschaft selbst zu entscheiden, ob sie das Kind austragen wollen. Mit dieser Entscheidung wollt sich die DDR-Regierung als fortschrittlicher und moderner Staat präsentieren, was zu dem auch als Reaktion Frauenbewegung gewertet werden kann. Zudem galten in den sozialistischen Nachbarländern der DDR Abtreibung schon längere Zeit als legal, was wiederum einen sog. Abtreibungs-Tourismus ausgelöst hatte (Bösche, 2007).
9 Eine Differenzierung zwischen Ost- und Westberlin wird in der amtlichen Statistik des Statistischen
Bundesamts nicht vorgenommen.
Abbildung 39 Anzahl der Abtreibungen je 1.000 Geburten nach Bundesland für das Jahr 2006 Quelle| eigene Darstellung, in Anlehnung an GENESIS Online, 2006
Die nachfolgende Zusammenfassung der Werte basierend aus den einzelnen
logistischen Regressionen soll diese Zusammenfassung statistisch untermauern.
Arbeit zitieren:
Ronny König, 2008, Ja oder Nein? - Die Untersuchung des Akzeptanzverhaltens für einen Schwangerschaftsabbruch sowie die Forderung nach mehr Ausländeranpassung in der Bundesrepublik unter Anwendung der logistischen Regression in SPSS, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Besteuerung der Grenzgänger im Verhältnis Deutschland - Schweiz
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Seminararbeit, 23 Seiten
Aufgaben des Controlling vor Erwerb einer Beteiligung
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
Die Maschinenbelegung in der Werkstättenfertigung am Beispiel der Spec...
Unterrichtsentwurf, 16 Seiten
Verfahrensmanagement: Werkstättenfertigung versus Fließfertigung
Führt ein Wechsel der Fertigun...
Unterrichtsentwurf, 19 Seiten
Analysis of the Marketing Environment for Microsoft Xbox
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 8 Seiten
Logistische Regression - Die Anwendung des Logit- und Probit-Modells
Seminararbeit, 15 Seiten
Ronny König's Text Ja oder Nein? - Die Untersuchung des Akzeptanzverhaltens für einen Schwangerschaftsabbruch sowie die Forderung nach mehr Ausländeranpassung in der Bundesrepublik unter Anwendung der logistischen Regression in SPSS ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Ronny König hat den Text Ja oder Nein? - Die Untersuchung des Akzeptanzverhaltens für einen Schwangerschaftsabbruch sowie die Forderung nach mehr Ausländeranpassung in der Bundesrepublik unter Anwendung der logistischen Regression in SPSS veröffentlicht
Ronny König hat einen neuen Text hochgeladen
Experimentelle und numerische Untersuchung des hygrothermischen Verhal...
Abschlussbericht
Stefan Winter, Claudia Fülle, Norman Werther
Multivariate Verfahren. Incl. CD-ROM
Eine praxisorientierte Einführ...
Matthias Rudolf, Johannes Müller
Modern Multivariate Statistical Techniques: Regression, Classification...
Alan Julian Izenman
Applied Regression Analysis and Other Multivariable Methods
David G. Kleinbaum, Lawrence L. Kupper, Keith E. Muller
0 Kommentare