Inhalt
1. Einleitung 3
2. Definitionen relevanter Schlagwörter 3
3. Erwerb sozialer Vorurteile 4
4. Ursachen für Ausländerfeindlichkeit 5
5. Ausländerfeindlichkeit - „wissenschaftliche“ Erklärungs- und Rechtfertigungsversuche 7
6. Die Sündenbock-Hypothese 8
7. Diskriminierung von Ausländern 9
8. Die Täter 10
9. Bibliographie 13
2
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem gesellschaftlichen Phänomen der Ausländerfeindlichkeit. Nach einem kurzen Abriss über den Erwerb sozialer Vorurteile wird zunächst nach den möglichen Ursachen für die ablehnende Einstellung gefragt, wobei vor allem Schlagworte wie Arbeitslosigkeit, Konkurrenzdenken und Fremdheit aufgegriffen und in den entsprechenden Kontext gesetzt werden. Im Folgenden werden dann „wissenschaftliche“ Erklärungs- und Rechtfertigungsversuche von Ausländerfeindlichkeit aufgeführt und anhand von vier vorherrschenden Theorien wiedergegeben. Die Hypothese, dass Ausländer als personifizierte Sündenböcke genutzt werden, wird ebenfalls erörtert, ehe die Arbeit sich intensiv mit den Täterprofilen und den Tathergängen auseinander setzt. Es stellt sich hier die Frage nach der Person und den Lebensumständen der Täter wie auch nach den typischen Tatverläufen. Die vorliegende Ausarbeitung schließt - ausgehend von den Täterprofilen - mit der Frage, ob ausländerfeindliches Gedankengut und daraus resultierende Gewalttaten wirklich als ein alleiniges Problem der Jugend zu betrachten sind.
2. Definitionen relevanter Schlagwörter Def.: Ausländerfeindlichkeit
„Ausländerfeindlichkeit [bezeichnet] einerseits eine feindselige Haltung, die durch generalisierte Vorstellungen (wie etwa: Ausländer seien für bestimmte angsteinflößende Zustände verantwortlich) bestimmt wird, und andererseits ein generalisiertes aggressives Handeln, das dem Wunsch, den vermuteten Urheber der angsteinflößenden Zustände zu beseitigen, entstammt.“ 1
Def: Rechtsextremismus
Laut Helmut Schneider muss der Rechtsextremismus, da er keine einheitliche und geschlossene Ideologie hat, eher als „[...]Bündel von partiell sehr unterschiedlichen ideologischen Einstellungsmustern, politischen Mentalitäten und Wertvorstellungen[...]“ 2 beschrieben werden. Als wichtigste Charakteristika gelten hierbei:
1 Tsiakalos, Georgios: Ausländerfeindlichkeit: Tatsachen und Erklärungsversuche. C.H. Beck'sche
Verlagsbuchhandlung. München 1983, S. 9.
2 Schneider, Helmut: Jugendlicher Rechtsextremismus in Deutschland seit 1945: Organisationen und
Dispositionen, Kontinuitäten und Diskontinuitäten. Ein Literaturbericht. In: Gewalt gegen Fremde.
Rechtsradikale, Skinheads und Mitläufer. Hrsg.: Deutsches Jugendinstitut. Zweite, aktualisierte und erweiterte
Auflage. DJI Verlag Deutsches Jugendinstitut. München 1995, S. 79.
3
- anti pluralistisches Denken, d. h. aggressive Haltungen gegenüber Minderheiten
- hohe Einschätzung der eigenen und Abwertung von anderen Nationen
- Fremdenfeindlichkeit
- latente Bedrohungsängste, die auf Minderheiten projiziert werden, die dann als Sündenböcke dienen
- starke Autoritätsgläubigkeit (Glaube an das Führerprinzip).
3. Erwerb sozialer Vorurteile
Vorurteile werden vor allem im Sozialisationsprozess von mikrosozialen Bezügen (Familie, Peer Group u.a.) und makrosozialen Verhältnissen (Norm-/Wertesystem) auf das Kind übertragen. Das Kind identifiziert sich mit Menschen oder grenzt sich von ihnen ab, um die Komplexität der Umwelt zu verringern und ein eigenes Selbstwertgefühl zu gewinnen. Den größten Einfluss auf die Meinungsbildung des Kindes hat die gleichaltrige Peergroup. Das ergab eine 1992 durchgeführte Analyse des Deutschen Jugendinstituts. Aber auch die Medien (hier sind vor allem Fernsehen und Filme zu nennen) haben einen großen Einfluss auf die Meinungsbildung. 3
Die Übernahme von Vorurteilen wird nach Allport vornehmlich als 3-stufiger Lernprozess aufgefasst, der entscheidend vom Lebensalter bestimmt wird: 4
1. Stufe (ab ca. 3 Jahren bis zu etwa 8 Jahren): Die Kinder übernehmen kategoriale Differenzierungen (Sprachmuster - Gastarbeiter, Zigeuner) von ihren Mitmenschen, ohne dass sie die Bedeutung dieses stereotypen Wissens richtig einschätzen und dem Begriff „Zigeuner“ bspw. eine reale Menschengruppe zuordnen können.
2. Stufe (ab ca. 8 Jahren bis etwa 12 Jahren): Zwischen Eigen- und Fremdgruppe kann nun unterschieden werden, Menschen werden akzeptiert oder abgelehnt. Die mit den Sprachkategorien zum Ausdruck gebrachten positiven bzw. negativen Inhalte sind dem Kind nun bewusst.
3 Vgl. Frindte, Wolfgang/Neumann, Jörg: Fremdenfeindliche Gewalttäter. Biografien und Tatverläufe.
Westdeutscher Verlag GmbH. Wiesbaden 2002, S. 126.
4 Vgl. Markefka, Manfred: Vorurteile - Minderheiten - Diskriminierung: Ein Beitrag zum Verständnis sozialer
Gegensätze. 6. völlig umgearbeitete und erweiterte Auflage. Hermann Luchterhand Verlag. Neuwied 1990, S.
58.
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Arbeit zitieren:
Nina Kolmorgen, 2006, Ausländerfeindlichkeit - Ein Problem der Jugend?, München, GRIN Verlag GmbH
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