Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis....................................................................................................................... 2
1. Einleitung 3
2. Die arabische Nationalbewegung. 4
3. Das französische Mandat in Syrien. 6
3. 1 Die Rechtfertigung des französischen Mandats 6
3.2 Das Vorbild Lyauteys. 6
3.3 Die französische Mandatspolitik in Syrien 7
4. Schlussbemerkung. 10
5. Literaturverzeichnis. 11
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1. Einleitung
Der erste Weltkrieg läutete in völkerrechtlicher Hinsicht eine bedeutende Zeitenwende ein. Zwar kann man sicherlich nicht vom Ende des Imperialismus sprechen, wohl aber vom Ende des klassischen Kolonialismus. Angesichts der Katastrophe des ersten Weltkrieges waren die alten heroischen Schlagworte der white mens burden oder dem Platz an der Sonne nicht mehr vor der Weltöffentlichkeit haltbar. Nicht allein der Friedensnobelpreis für Woodrow Wilson in der Folge seiner 14 Punkte zur Beilegung des Krieges mussten zu einem allgemeinen Umdenken in Form eines Interessenausgleichs zwischen den kolonisierenden und kolonisierten Völkern führen. Die alte Einseitigkeit des klassischen Kolonialismus erlaubte der Okkupationsmacht mit erheblicher Arroganz zu bestimmen in welcher Form die Ausbeutung der kolonisierten Völker laufen sollte. Gleichzeitig konnte man ohne tatsächliches Engagement - abgesehen von häufig grauenhaften Repressionenpostulieren, man verhelfe den rückständigen Völkern auf eine höhere Zivilisationsstufe. Diese Weltsicht wurde nun von den neuen Ansprüchen in Folge der Gründung des Völkerbundes abgelöst. Selbstverständlich konnte damit aber keine Rede vom Ende außenpolitischer Interessen der hochentwickelten Industriestaaten auf überseeische Gebiete sein, von der man sich auch weiterhin eine Bereicherung durch Rohstoffe, Markt- oder diverse geostrategische Vorteile versprach. Diese Einflussnahme benötigte nun lediglich eine neue Rechtfertigung. Der Vorsatz zur Pflege der Menschenrechte nach europäischem Vorbild und konkrete Aufbauhilfe für eine Demokratie einerseits, sowie Aufbauhilfe für die Infrastruktur eines Interessengebietes andererseits wurden der neuen politischen Einflussnahme vorangeschickt. Dieser Anspruch aber erforderte in der immer komplexer werdenden politischen Welt des 20. Jahrhunderts einen explodierenden Mehraufwand an Investitionen und musste aufgrund vielschichtigster Interessenunterschiede sowohl in Form zahlreicher Strömungen innerhalb der Schutzmacht als auch innerhalb der zu schützenden Völkerschaft zu Konflikten führen, die über für beide Seiten unergiebige Kompromisse und teure Halbherzigkeiten zum zwangsläufigen Ende des Kolonialismus resultieren mussten. Als Beispiel für diese Entwicklung dient hier Syrien unter dem Mandat Frankreichs 1918 - 1946. Sehr anschaulich nämlich lässt sich darstellen, wie es Frankreich nicht gelang, dem dort aufkeimenden und in sträflicher Weise unterschätzten Nationalismus entgegenzuwirken und so sein Mandat nicht zum Erfolg führen konnte.
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2. Die arabische Nationalbewegung
Nationale Bestrebungen innerhalb der Bevölkerung Syriens kamen nicht erst unter dem Eindruck der französischen Mandatsherrschaft auf, sondern haben älteren Ursprung. Die Verheißungen der modernen westlichen Staatenwelt erreichten die syrischen Araber bereits über 100 Jahre früher.
Napoleons Ägyptenexpedition 1789 offenbarte zum Einen erstmals die Schwäche des osmanischen Reiches. Man konnte in der gesamten arabischen Welt beobachten, wie weit Frankreich als europäische Macht den Franzosen in Hinblick nicht nur auf „westliche(r) Waffen, sondern auch westliche(r) Verwaltung, Wissenschaft und
Kommunikationstechniken“ 1 überlegen war. Zum Anderen war Napoleon der erste, der die Idee der Mission Civilisatrice 2 aufgriff, um den französischen Kolonialismus eine Berechtigung zu verleihen. 3 Ideologisch war diese zu der Zeit in Wahrheit natürlich noch ähnlich zynisch zu verstehen wie das britische Schlagwort der „Bürde des weißen Mannes“. Jedoch leitete Napoleons Beispiel selbst innerhalb des osmanischen Reiches für das 19. Jahrhundert einen gewissen Modernisierungs- und damit einhergehend einen Säkularisierungsprozess ein, der das arabische Nationalbewusstsein in Syrien sukzessive zu stärken vermochte. Dieser nämlich hatte die Schwächung der islamischen Herrschaftslegitimation zur Folge. 4 Zusätzlich kamen die nichtmuslimischen Minderheiten zu mehr Selbstbewusstsein. Sie fanden sich als ungläubige „Bürger zweiter Klasse“ 5 faktisch vom „Staatsvolk ausgeschlossen“. 6 Sie konnten sich, angetrieben von dergestalt repressionsbedingter Solidarität, allmählich zur Bildungselite Syriens hocharbeiten. Im Zuge dessen entstanden verschiedene Organisationen mit Unabhängigkeitsbestrebungen. Dies wurde von Frankreich im frühen 20. Jahrhundert gerne als Modernisierung geduldet und gefördert. 7
Der erste Weltkrieg hatte den Rückzug der Osmanen als Ergebnis. Das bracht die arabischen Sufara unter König Faisal und die westlichen Großmächte ins Spiel um Syrien. Unter Faisal marschierten die Araber mit britischer Unterstützung in Damaskus ein, allerdings bekräftigten die Franzosen infolge des San Remo-Abkommens ihrerseits einen
1 Hanf, S. 158
2 siehe 3.1
3 Groß, S. 15
4 Arsuzi-Elamir, S.28
5 Hanf, S. 159
6 ebd., S. 159
7 Groß, S.28
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Arbeit zitieren:
Stefan Reiß, 2007, Syrien unter dem französischen Mandat und die arabische Nationalbewegung, München, GRIN Verlag GmbH
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