Das geldpolitische Instrumentarium von EZB und FED
i
- eine vergleichende Darstellung
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis i
Abbildungsverzeichnis ii
Abk ürzungsverzeichnis ii
1. Einleitung. 1
2. Offenmarktgeschäfte. 2
2.1 Allgemeines. 2
2.2 Offenmarktgeschäfte der EZB 2
2.2.1 Hauptrefinanzierungsgeschäfte 3
2.2.2 Längerfristige Refinanzierungsgeschäfte 4
2.2.3 Feinsteuerungsoperationen 5
2.2.4 Strukturelle Operationen 6
2.3 Offenmarktgeschäfte des FED im Vergleich zur EZB. 7
3. Mindestreserve 9
3.1 Allgemeines. 9
3.2 Mindestreservepolitik der EZB 9
3.3 Mindestreservepolitik der FED im Vergleich zur EZB. 11
4. Ständige Fazilitäten. 13
5. Diskontpolitik. 14
6. Fazit. 16
A. Anhang 18
B Literaturverzeichnis 19
Das geldpolitische Instrumentarium von EZB und FED
ii - eine vergleichende Darstellung
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 2-1 Federal Reserve System temporary Transaction 2001-2004 ............. 9 Abbildung 3-1 Reservebasis und Mindestreservesätze ...........................................10 Abbildung 3-2 Reserve requirement ratio ................................................................12 Abbildung A-1 Geldpolitische Operationen des Eurosystems ...................................18
Abkürzungsverzeichnis
EZB Europäische Zentralbank
FED Federal Reserve System
FOMC Federal Open Market Comittee
M1 Geldmengenkonzept M1, beinhaltet Bargeldumlauf und Sichteinlagen von Nichtbanken bei monetären Finanzinstituten
Das geldpolitische Instrumentarium von EZB und FED
1 - eine vergleichende Darstellung
1. Einleitung
Seit der Gründung der Europäischen Währungsunion im Jahr 1999 sind die Europäische Zentralbank (EZB) und das Federal Reserve System (FED) die zwei einflussreichsten Zentralbanken der Welt. Zu ihren Aufgaben zählen u. a. die Festlegung und Durchführung der supranationalen bzw. nationalen Geldpolitik sowie dementsprechend die Steuerung der Geldversorgung der Wirtschaft. Zum Zwecke der Erfüllung dieser Aufgaben wird als Rahmenwerk für geldpolitische Entscheidungen eine Strategie ausgegeben, die definiert, welche Ziele verfolgt und welche Mittel dazu eingesetzt werden. Während die EZB Preisstabilität als primäres Ziel ausgegeben hat, verfolgt das FED einen Multi-Indikatoren-Ansatz, der mehrere gleichberechtigte Ziele beinhaltet: Langfristig moderate Zinssätze, stabile Preise, hoher Beschäftigungsgrad. 1 Zur Steuerung ihrer Ziele besitzen sowohl EZB als auch FED das Bankennotenmonopol, d. h. die alleinige Verantwortung für die Bereitstellung der Geldmenge. Dies impliziert eine natürliche, regelmäßige Nachfrage nach Banknoten der Geschäftsbanken bei der Zentralbank. Obwohl nach der traditionellen Geldangebotstheorie die Zentralbankgeldmenge (Geldbasis) das operative Ziel der Geldpolitik bildet, verfolgen sowohl EZB als auch FED eine Steuerung des Zinssatzes für Tagesgeld. 2 3 Die Notenbanken können die genaue Höhe (FED) oder eine Bandbreite (EZB) des Tagesgeldsatzes (Federal Funds Rate) festlegen und diesen somit zur Steuerung des operativen Ziels (operative target) nutzen. Zur Beeinflussung des Tagesgeldsatzes stehen den Notenbanken verschiedene geldpolitische Instrumente zur Verfügung.
Im Folgenden werden diese Instrumente kapitelweise vorgestellt und ihre Umsetzung erläutert. Die Offenmarktgeschäfte und die Mindestreservepolitik werden in den ersten beiden Kapiteln ausführlich dargestellt, da ihnen die größte Relevanz bezüglich der Zielsteuerung zukommt. Zunächst wird zu beiden geldpolitischen Instrumenten ein kurzer, allgemeiner Überblick über dessen Wirkungsweise gegeben. Daraufhin folgt eine ausführliche Betrachtung der Ausgestaltung und Umsetzung der Instrumente im Eurosystem, da die EZB in diesem Zusammenhang m. E. eine Vorbildfunktion ausübt. Anschließend werden einer Darstellung des jeweiligen geldpolitischen Instruments des FED vergleichbare und unterschiedliche Aspekte der zuvor beschriebenen EZB gegenübergestellt. Daran anschließend erfolgt in zwei eigenständigen Kapiteln die Darstellung der Instrumente „ständigen Fazilitäten“ und „Diskontpolitik“, da deren Umsetzung ausschließlich im
1 Vgl.: Board of Governors of the Federal Reserve System (1994), S. 17.
2 Vgl.: Görgens/Ruckriegel/Seitz (2006), S. 105.
3 Der Tagesgeldsatz (Federal Funds Rate) ist der Zinssatz, zu dem Guthaben bei der Zentralbank auf
dem Tagesgeldmarkt unter Banken gehandelt wird.
Das geldpolitische Instrumentarium von EZB und FED
2 - eine vergleichende Darstellung
Eurosystem oder im Federal Reserve System erfolgt und ein Vergleich daher nur bedingt möglich ist. Im letzten Kapitel werden die Ergebnisse zusammengefasst.
2. Offenmarktgeschäfte
2.1 Allgemeines
„Offenmarktgeschäfte sind geldpolitische Operationen, die auf Initiative der Zentralbank erfolgen und bei der die Zentralbank Wertpapiere hereinnimmt oder abgibt.“ 4 Sie lassen sich in „echte“ 5 , im traditionellen Verständnis durchgeführte Offenmarktgeschäfte und Wertpapierpensionsgeschäfte differenzieren.
Im traditionellen Sinne sind Offenmarktgeschäfte endgültige Käufe und Verkäufe von Wertpapieren, meistens Staatspapieren.
Wertpapierpensionsgeschäfte sind Geschäfte, bei denen die Vertragspartner bereits bei Verkauf des Wertpapiers den Zeitpunkt des Rückkaufs vereinbaren. Sie entsprechen demnach einer Kreditvergabe der Notenbank an die Geschäftsbank. Dieser Kredit wird Refinanzierungskredit genannt und zu den von den Notenbanken angestrebten Konditionen durchgeführt. Durch die Höhe des Zinssatzes, zu dem sich Geschäftsbanken Geld bei der Zentralbank leihen oder Staatspapiere kaufen können, bestimmt sich die Nachfrage nach Zentralbankgeld und dementsprechend die Liquidität des Geldmarktes. Bietet die Zentralbank den Geschäftsbanken Wertpapiere zu entsprechend attraktiven Konditionen an, verliert die Geschäftsbank im Zuge eines Wertpapierankaufs Geld, das ihnen fortan nicht mehr zur Geldschöpfung zur Verfügung steht. Somit sinkt die Geldmenge. Offenmarktgeschäfte sind das wichtigste Instrument von Notenbanken, Einfluss auf Geldmenge und Zinssatz zu nehmen.
2.2 Offenmarktgeschäfte der EZB
Die EZB führt ihre Offenmarktgeschäfte nach der modernen Definition durch. Das heißt, alle liquiditätszuführenden Geschäfte, die durch Initiative der Zentralbank erfolgen, werden als Offenmarktgeschäfte angesehen.
Die EZB setzt Offenmarktgeschäfte zur Steuerung von Zinssätzen (u. a. dem Tagesgeldzins) und Liquidität sowie zur Gabe einer Signalfunktion für den geldpolitischen Kurs ein. 6 Beim
4 Deutsche Bundesbank, Glossar.
5 Vgl.: Bofinger/Reischle/Schächter (1996), S. 402f.
6 Vgl.: Europäische Zentralbank (2006), S. 8.
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3 - eine vergleichende Darstellung
Einsatz der Offenmarktgeschäfte legt die EZB ihr Hauptaugenmerk auf die Vergabe von Refinanzierungskrediten gegen Besicherung in Form von befristeten Transaktionen, Schuldverschreibungen, definitiven Verkäufen/Käufen, Devisenswapgeschäfte und eine Hereinnahme von Termineinlagen. 7
Zur Durchführung dieser Instrumente dienen dem zuständigen EZB-Rat bilaterale Geschäfte, Schnelltender oder Standardtender, die wiederum in Zinstender und Mengentender zu differenzieren sind. 8
Die Offenmarktpolitik der EZB 9 lässt sich in vier Kategorien unterteilen, die sich im Hinblick auf Verfahren, Zielsetzung und Rhythmus unterscheiden:
• Hauptrefinanzierungsgeschäfte
• Längerfristige Refinanzierungsgeschäfte • Feinsteuerungsoperationen • Strukturelle Operationen
2.2.1 Hauptrefinanzierungsgeschäfte
Hauptrefinanzierungsgeschäfte sind das zentrale geldpolitische Instrument im Rahmen der Offenmarktpolitik. Durch Hauptrefinanzierungsgeschäfte werden 75 Prozent der von der EZB emittierten Mittel zugeteilt. 10
Genauer sind Hauptrefinanzierungsgeschäfte befristete Transaktionen, die wie folgt ablaufen:
Die EZB bietet wöchentlich Geld auf dem Geldmarkt zu einem durch die Tenderverfahren festgelegten Preis für eine Laufzeit von einer Woche an. 11 Durch die wöchentlich möglichen liquiditätszuführenden Transaktionen, die dezentral von den nationalen Banken mit der Notenbank durchgeführt werden, stellt das Hauptrefinanzierungsgeschäft eine Alternative zur Geldaufnahme am Interbankengeldmarkt dar. Daraus resultiert die indirekte Einflussnahme der Zentralbank auf den Tagesgeldzins: Da keine Geschäftsbank bereit wäre, einen höheren Zins für die Liquiditätsbeschaffung zu zahlen, als sie es alternativ bei einem Hauptrefinanzierungsgeschäft mit der Notenbank tun müsste, stellt der Zins für Hauptrefinanzierungsgeschäfte die Obergrenze für den Tagesgeldzins dar. Die EZB
7 Vgl.: Europäische Zentralbank (2006), S. 8.
8 Bilaterale Geschäfte sind Transaktionen zwischen einer Zentralbank und einem Kreditinstitut.
Standard- und Schnelltender sind Verfahren, mit denen Zentralbanken in Form von
konkurrierenden Geboten dem Markt Liquidität zu- und abführen. Mengen- und Zinstender werden
im Rahmen der Hauptrefinanzierungsgeschäfte erläutert.
9 Vgl. Anhang.1, S. 17 zur Übersicht nachfolgender Erläuterungen.
10 Vgl.: Heine/Herr (2004), S.69.
11 Vgl.: Europäische Zentralbank (2006), S. 9.
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Jil-Katharina Mahler, 2007, Das geldpolitische Instrumentarium von EZB und FED - Eine vergleichende Darstelllung, München, GRIN Verlag GmbH
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