Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Die Entstehung der ersten deutschen Universitäten 4
2.1 Das Studium 6
2.2 Die Dozenten 8
2.3 Die Studenten 10
3. Abschlussbetrachtung 14
4. Bibliographie 17
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1. Einleitung
Über die Entwicklung der europäischen Universitäten seit dem Mittelalter existiert eine Unmenge von bibliographischem Material. Die Schwierigkeiten, denen alle Autoren unterworfen waren, liegen in den heterogenen und teilweise verwirrenden politisch-territorialen Zuständen im abendländisch Mittelalter. Eine einheitliche, vielleicht sogar national betrachtete Darstellung von komplexer Universitätsentwicklungen ist durch die Vielzahl von Einflüssen und Variablen schier unmöglich. Hierin liegt auch der Grund dafür, dass eine historische Genese besser an einem einzelnen Fallbeispiel illustriert werden sollte. Dennoch habe ich versucht, ein Bild von der Entstehung der deutschen Universitäten im Mittelalter zu zeichnen. Um den vorgegebenen Rahmen nicht zu sprengen, mussten Analyse- bzw. Darstellungskriterien gewählt werden, die Entwicklungstendenzen im ganzen deutschen Kultur- und Sprachraum verdeutlichen können.
Dabei fiel die Wahl auf drei Punkte, welche nach meiner Meinung einen universitären Charakter durchaus gut beschreiben können: a. Das Studium b. Die Dozenten c. Die Studenten
Bei der Darstellung der Sachverhalte soll ein besonderes Augenmerk auf die signifikanten deutschen Erscheinung und Charakteristika gelegt werden. Speziell die Unterschiede zu anderen zeitgenössischen Hochschulen verdienen hierbei ein vertieftes Interesse.
Auf eine chronologische Skizzierung von Universitätsgründungen bzw.stiftungen wurde an dieser Stelle verzichtet, da die bloße Aufstellung von historischen Daten wenig aufschlussreich erscheint. Dennoch ist eine gewisse zeitliche Eingrenzung im voraus nötig. Der Entstehungszeitraum der ersten deutschen Universitäten liegt im europäischen Hochmittelalter (1348 Gründung der Universität Prag). Deswegen soll an dieser Stelle der Analysezeitraum auf das Mittelalter allgemein begrenzt werden. Dessen Ende wird von der Geschichtswissenschaft mit der Entdeckung Amerikas im Jahre 1492 gleichgesetzt. Deshalb soll folgende Untersuchung sich auf die Jahre von 1349 bis ca.1500 beschränken.
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2. Die Entstehung der ersten deutschen Universitäten
Die ersten Universitäten im deutschen Kulturraum wurden in der Mitte des 14.Jahrhunderts gegründet. In anderen europäischen Regionen etablierte sich diese Institution aber bereits am Ende des 12.Jahrhunderts. Demzufolge orientierten sich die Gründer und Initiatoren einer deutschen Universität natürlich an den bestehenden und dominierenden Bildungseinrichtungen in Italien und Frankreich. Deshalb füge ich an dieser Stelle einen kurzen Exkurs in die historische Genese der abendländischen Universität ein. Die Vorläufer der ersten abendländischen Hochschulen finden sich in kirchlichen Institutionen des Früh- und Hochmittelalters. In Dom- bzw. Kathedralschulen und bedeutenden klerikalen Zentren bildeten sich erste akademische Strukturen, die den Charakter und das Profil der zukünftigen Universität entscheidend beeinflussen sollten.
Im Jahre 1180 beginnt die eigentliche europäische „Universitätsgeschichte“ in Bologna. 28 Jahre später formiert sich die zweite bedeutende mittelalterliche Universität in Paris. Daneben entwickelten sich im heutigen italienischen, spanischen und französischen Territorium eine Unmenge von kleineren, aber nicht unbedeutenden „Hochschulen“ und Kollegien. Bereits in diesen Gründerjahren zeichnete sich die kommende Bedeutung dieser neuen Institutionen ab. Das aufstrebende Bürgertum, das Wachstum der Städte und der urbanen Wirtschaft im 11. bis 13. Jahrhundert ließ die mittelalterliche Universität zu einem Politikum werden. Die lokalen Regenten und Initiatoren einer Neugründung erhofften sich neben dem Prestige auch die Ausbildung von dringend benötigten Verwaltungsbeamten, Juristen, Theologen und Intellektuellen, die das Wachstum des jeweiligen Herrschaftsgebietes fördern sollten 1 . Die Gebiete nördlich der Alpen und östlich des Rheins, also im deutschen Sprach- und Kulturkreis blieben von dieser europäischen Entwicklung zunächst ausgespart. Erst im Jahre 1348 erfolgte die Gründung der Universität von Prag 2 . Peter Moraw bezeichnet diese und die nachfolgenden deutschen Hochschulen, die in Lehre und
1 Cardini, Franco / Beonio-Brocchieri, M.T. Fumagalli: Universitäten im Mittelalter. Die
europäischen Stätten des Wissens. München 1991, S.29.
2 Moraw, Peter: Einheit und Vielfalt der Universität im alten Europa. In: Patschovsky, Alexander /
Rabe, Horst (Hg.): Die Universität in Alteuropa. (Konstanzer Bibliothek Band 22) Konstanz 1994,
S.21.
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Aufbau dem Prager Vorbild folgten, als Universitäten des „Jüngeren Europa“ 3 . Das entscheidende Charakteristikum dieser Kategorisierung ist die starke mittelalterliche Prägung dieser neuen Universitätsform. Die bereits seit dem 12. Jahrhundert bestehenden hohen Schulen in Italien und Frankreich orientierten sich im Gegensatz dazu mehr am antiken griechischen Studium und werden deshalb von Moraw als Universitäten des „Alten Europa“ beschrieben 4 . Die Gründer der Universitätsform des „Jüngeren Europa“ versuchten in ihrer Bildungseinrichtung, die innere Spaltung und die offensichtlichen Konflikte zwischen den von der Antike geprägten Universitäten zu vermeiden. Seit den Gründungstagen und den ersten akademischem Konstitutionen bestand ein großer Unterschied zwischen den Hochschulen, die in ihrer Lehre entweder die Jura oder die Künste, Theologie und Medizin forcierten 5 . Aus diesem Grund bildeten sich lokale Zentren für Juristen und Nichtjuristen 6 , in denen jeweils ein großes Lehrgebiet gefördert und eines vernachlässigt wurde. Besonders deutlich wird diese Tatsache bei einem Vergleich der bereits erwähnten Universitäten von Paris und Bologna. Während Paris sein Hauptaugenmerk auf das Studium der Theologie, Medizin und Kunst richtete, entwickelte Bologna sich zum Vorbild für alle nachfolgenden Juristenfakultäten in Europa. Ursachen dieser Spezialisierung und Dominanz einzelner Fakultäten waren die Verbindungen der „höheren Schulen“ zu den Kommunen und Städten in denen sich die Anstalten befanden. Es installierte sich ein gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis zwischen Universität und Stadt, welches natürlich auch die Lehrinhalte und Ausrichtung des Studiums beeinflusste. Zum besseren Verständnis sei darauf hingewiesen, dass z.B. Vertreter der Juristischen Fakultät oft als Gutachter oder Sachverständige in kommunalen Gerichtsprozessen zu Rate gezogen wurden und damit eine von vielen wichtigen außeruniversitären Funktionen übernahmen. Diese lokale Polarisierung des Studiums versuchte man in Prag zu umgehen. Die neue und typisch deutsche Anbindung der Akademien an einen Monarchen und nicht wie in Italien und Frankreich an eine Stadt sollte diese Absicht noch unterstützen. Obwohl die ersten Bemühungen einer Doppelorientierung (nämlich
3 Ebd., S.17.
4 Ebd., S.17.
5 Cardini, Franco / Beonio-Brocchieri, M.T. Fumagalli: Universitäten im Mittelalter. Die
europäischen Stätten des Wissens. München 1991, S.114.
6 Moraw, Peter: Einheit und Vielfalt der Universität im alten Europa. In: Patschovsky, Alexander /
Rabe, Horst (Hg.): Die Universität in Alteuropa. (Konstanzer Bibliothek Band 22) Konstanz 1994,
S.21.
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Arbeit zitieren:
Christoph Effenberger, 2002, Die Entstehung der mittelalterlichen deutschen Universität, München, GRIN Verlag GmbH
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