Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis....................................................................................................................... 1
1.) Einleitung. 2
2.) Quellen zu den Germanen. 2
3.) Wer sind überhaupt Germanen? 3
4.) Barbarentopos und seine Theorien. 4
5.) Caesars Germanenbild und sein politischer Hintergrund 5
6.) Rhein als ethnische Grenze. 8
7.) Der moderne Germanenbegriff seit dem 19.Jahrhundert. 9
8.) Asterix und die Goten - Ein Beispiel für moderne Germanendarstellung 9
9.) Fazit. 10
10.) Quellenverzeichnis. 12
Literaturangaben. 12
1
1.) Einleitung
Im Rahmen meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit dem Germanenbild der Römer in der Antike. Ich lege dabei meinen Fokus auf die Darstellung der Germanen in Caesars Werk zum „Bellum Gallicum“. Diese Beschränkung erscheint mir besonders sinnvoll, da Caesars Ausführung über seine Zeit in Gallien eins der meist gelesenen Werke der Antike ist und ein politisch hochbrisantes dazu. Generationen von Schülern mussten die Beschreibung des gallischen Krieges im Lateinunterricht übersetzen.
Die Germanendarstellung war im 19. und 20. Jahrhundert stark verklärt, das zeigen besonders Schulbücher aus dieser Zeit. Es fand ein geradezu Glorifizierung der Germanen statt, erst in den letzten 30 Jahren begann eine rationalere Debatte, in der nationale Ideologien ausgeblendet werden konnten. Ich möchte mich zuerst mit den im Seminar erarbeiteten Merkmalen vom Barbarentum beschäftigen und diese auf Caesars Beschreibungen beziehen. Dabei soll auch eine Destruktion der Berichte stattfinden, durch zum Beispiel archäologische Erkenntnisse. Hinter Caesars Werk stand eine politische Intention. Caesar brauchte eine Rechtfertigung für seine Legionen. Wie könnte man den Besitz von Soldaten besser in Rom begründen, als mit einer akuten Bedrohung für das Reich?
Der Destruktion des Germanenbildes Caesars soll der Vergleich mit einer weiteren berühmten Darstellung der Antike, allerdings aus unserer Zeit, folgen und zwar mit Asterix und Obelix. In „Asterix und die Goten“ wird ein sehr schönes Germanenbild gezeichnet. Mögliche Parallelen und ihre Hintergründe sollen hierbei aufgezeigt werden. Hauptziel meiner Arbeit ist es, die Vorurteile und ihre Konstruktion am Beispiel der Germanen nachvollziehbar zu machen.
2.) Quellen zu den Germanen
Über die Germanen gibt es nur zwei Arten von Quellen. Zum einem die Kunst und die Literatur der Griechen und Römer und zum anderen archäologische Funde. Die Kultur der Germanen ist zur Zeit Caesars schriftlos. Die Grundproblematik der Schriftquellenforschung ist die mangelnde Glaubwürdigkeit vieler historischer Quellen. Nur wenig antike Historiographen waren wirklich „vor Ort“, große Teile stammen aus Erzählungen oder anderen Schriften. Zudem kommen keine neuen Quellen hinzu, die eine These möglicherweise komplettieren oder korrigieren könnten. Archäologische Funde sind nicht weniger problematisch. Sie liegen kommentarlos in der Erde und müssen oft mühselig entschlüsselt werden. Schriftliche Quellen über die Germanen sind vor Christi Geburt rar. Im
2
1. Jhd. v. Chr. berichtet der griechische Gelehrte Poseidonios in seinen Historien von Germanen 1 . Aber Caesars Werk ist die erste zusammenhängende Darstellung 2 , die die Forschung über die Germanen und ihr Leben bietet. Aber auch Caesar hat nur einen kleinen Teil „Germaniens“ gesehen. Sein Wissen muss daher teilweise wohl aus mündlichen Quellen stammen. Denkbar wären dafür Gallische Händler, die regen Handel mit den Germanen trieben. Die Forschung sieht auch einen gewissen Einfluss von Poseidonios Schriften auf Caesars Werk. 3 Dennoch wusste Caesar aus eigener Erfahrung mehr über die Germanen als seine Zeitgenossen 4 . Mit der Weitergabe dieses Wissens in sein „Bellum Gallicum“ prägte er das Germanenbild bis in die heutige Zeit. Darin ist sich die Forschung einig, Caesars Werk ist die wichtigste Schriftquelle über die Germanen.
3.) Wer sind überhaupt Germanen?
Die Germanen als Volk oder Stamm gab es nicht. Germane ist ein ähnlicher Kunstbegriff wie Indianer. Er wurde ihnen von den Römern verliehen. Doch die verschiedenen Ethnien hatten nie auch nur Ansätze einer Volksgemeinschaft. Weder eine gemeinsame Sprache noch ein politischer Verband hat je bestanden, auch kulturell gab es kaum Übereinstimmungen. Dennoch nimmt die Öffentlichkeit die Germanen als „die ersten Deutschen“ wahr. 5 Woher stammt der Name Germanen? Genau kann diese Frage von der Forschung nicht beantwortet werden. Tacitus gibt in seinem Werk „Germania“ folgende Erklärung: „Diejenigen, die als erstes den Rhein überschritten und die Gallier vertrieben haben, nannten sich damals Germanen.“ 6 Die Gallier sollen daraufhin den Begriff „Germanen“ für alle Bewohner der rechten Rheinseite verwendet haben, bis diese sich selbst Germanen genannten. Dieser Stamm wird von Tacitus später „Tunger“ genannt. Diese Theorie wirkt eher zweifelhaft, der Begriff „Germanoi“ scheint viel mehr auf griechische Historiographen zurückzugehen. Trotzdem bleibt der Name ein Fremdbegriff. Gab es also keine germanische Ethnogenese? Der Begriff Ethnogenese beschreibt die „Volkwerdung“ und meint die notwendigen Aspekte um eine Stammesgruppe unter einen übergeordneten Volksbegriff erfassen zu können. Die germanische Ethnogenese ist schon seit Jahrhunderten eine wissenschaftliche Diskussion. Auf die verschiedenen Strömungen der Germanendarstellung in der Geschichtswissenschaft werde ich im weiteren Verlauf meiner Hausarbeit noch genauer eingehen.
1 Wolters, Reinhard: Die Römer in Germanien. München 2006 S.19
2 Todd, Malcolm: Die Germanen Stuttgart 2000 S.10
3 Todd, Malcolm: Die Germanen Stuttgart 2000 S.11
4 Gelzer, Matthias: Caesar. Der Politiker und Staatsmann. Wiesbaden 1983 S.98
5 Pohl, Walter. Die Germanen. 2000 S.1
6 Tacitus Germania 2,3
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Arbeit zitieren:
Birk Grüling, 2008, Unsere Vorfahren die Barbaren?, München, GRIN Verlag GmbH
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