1
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 2
2. DEMOGRAPHISCHE ASPEKTE 3
3. DAS BILD DER FRAU IM KLASSISCHEN ATHEN 4
4. RECHTLICHE ASPEKTE 6
5. KINDHEIT UND ERZIEHUNG. 9
6. HOCHZEIT, EHE UND SEXUALITÄT 11
7. TÄTIGKEITEN VON FRAUEN 14
7.1. Ein Leben vor allem im Hause. 14
7.2. Erwerbstätige Frauen 16
7.2.1. Prostitution 17
8. FRAUEN IN DER ÖFFENTLICHKEIT 19
9. FAZIT. 22
10. QUELLE-N UND LITERATURVERZEICHNIS 25
10.1. Quellen 25
10.2. Literatur 27
2
1. Einleitung
Während der klassischen Zeit erreichte Athen seine größte Machtentfaltung und war das geistige und kulturelle Zentrum Griechenlands. Die Attische Demokratie entwickelte ihre vollständige Ausprägung und sicherte allen Vollbürgern, unabhängig vom Einkommen, eine gleichberechtigte Beteiligung am Prozess der öffentlichen Entscheidungen. Ausgeschlossen davon waren jedoch Sklaven, Metöken und Frauen. Gerade im Vergleich zu den politischen Möglichkeiten, die den männlichen Bürgern im klassischen Athen offen standen, wirkt die Situation der Frauen besonders einschränkend und benachteiligend. In der Frage nach dem Leben einer Frau im klassischen Athen hat sich lange die These der „orientalischen Abgeschlossenheit“ gehalten. 1 Schon Nepos berichtet: „[S]ie verlässt kaum je den inneren Teil des Hauses, Frauengemach genannt, den außer den nächsten Familienangehörigen niemand betreten darf“. 2 Auch wenn diese These vor allem in der älteren Forschungsliteratur auftrat, wurde sie immer wieder bis in unsere Zeit von Historikern übernommen. 3
In der vorliegend Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, welche Stellung die Frau im klassischen Athen hatte. Was für ein Leben führte sie und welche Erwartungen wurden an sie gestellt? Inwiefern unterschied sich das Leben von Frauen aus unterschiedlichen Schichten? Der Schwerpunkt soll hier allerdings vor allem auf freie Frauen mit athenischem Bürgerrecht liegen, da die Quellenlage für Fremde und Sklavinnen wenig ergiebig ist.
Insgesamt ist die Quellenlage zum Leben von Frauen im klassischen Athen mäßig. 4 Es gibt kaum Quellen, die Einblicke in individuelle Situationen einzelner Personen vermitteln. Dies gilt vor allem für Frauen, da keine literarische Werke erhalten sind, die sich an Frauen richten oder von Frauen verfasst wurden. Daher muss berücksichtigt werden, dass diese Quellen den Blickwinkel der männlichen Perspektive wiedergeben. Wenn sich auch nicht mehr eindeutig feststellen lässt, wie Frauen gedacht und gelebt haben, so bieten die Quellen zumindest einen Einblick in die Ansprüche, die an Frauen gestellt wurden. Wichtige Quellen sind kunstgeschichtliche Monumente und die literarischen Überlieferungen,
1 Erstmals wird der Begriff der „orientalischen Verhältnisse“ bezogen auf das Leben der griechischen Frauen 1689 von Johann Philipp Pfeiffer verwendet. Vgl. Schnurr-Redford (1996), 16-17, 162.
2 Nep., praf 7.
3 Einen Forschungsüberblick bieten u.a. Pomeroy (1985) und vor allem Schnurr-Redford. Vgl. Pomeroy (1985); Schnurr-Redford (1996).
4 Schuller (1995), 44 merkt allerdings an, dass die Quellenlage für Athen im Vergleich zum restlichen Grie-chenland gut sei, da in Athen die entscheidenden kulturgeschichtlichen Phänomene, wie die dramatische Dichtung, die große Philosophie und Redekunst, herausbildeten.
3
wobei vor allem letztere der Steuerung und Phantasie des Autors unterliegen. Die Komödien liefern Einblicke ins Leben von Frauen, und insbesondere auch von einfachen Frauen, jedoch als durchaus überzogene und überspitzte Darstellungen. Patzek betont, dass auch andere Quellen, zum Beispiel archäologische, epigraphische, papyrologische und numismatische, die eine wichtige Rolle zur Rekonstruktion des Alltagslebens spielen, nicht „authentisch“ die realen Lebensbedingen wiedergeben. Auch sie sind „je nach ihrer Art stilisiert“ und „erzählen von Normen“. 5
2. Demographische Aspekte
Die Lebenserwartung von Frauen im klassischen Athen, die unter anderem von J. Lawrence Angel durch Knochenüberreste untersucht wurde, war wesentlich geringer als die der Männer. 6 Diverse Untersuchungen kommen zu abweichenden Werten, aber sie stimmen alle darin überein, dass Frauen im Schnitt fünf bis zehn Jahre früher starben als Männer. 7 Pomeroy sieht eine Erklärung in dem zahlenmäßigen Übergewicht der Männer bei der Athener Bevölkerung. Neben dem Faktor Krieg, der zu bestimmten Zeiten die Zahl der Männer verringerte, geht sie davon aus, dass in gewissem Umfang Kinder getötet wurden, um in Friedenszeiten die Bevölkerung zu begrenzen. Dabei habe man sich laut Pomeroy „mehr weiblicher als männlicher Kleinkinder entledigt“. 8 Nach Pomeroy müsste man die zahl der der Jungen zu den Mädchen im Verhältnis fünf zu eins ansetzen, 9 jedoch gibt sie zu bedenken, dass die Nichterwähnung von Mädchen bei der Aufzählung von Kindern nicht unbedingt ein Nichtvorhandensein bezeuge, sondern auch ein Zeichen von Nichterwähnungswürdigkeit seien könnte. Trotzdem hätten die statistischen Daten eine gewisse Aussagekraft. 10
Wichtig bei diesem Aspekt ist auch, dass die Sterblichkeitsrate von Frauen im gebärfähigen Alter anstieg. Die Geburten waren schwer und risikoreich. Es sind mehrere klassische Reliefplastiken erhalten, die Frauen darstellen, die im Wochenbett gestorben sind. 11 Euri-
5 Patzek(2000), 10-11.
6 Angel beispielsweise geht von einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 36,2 Jahren der Frauen gegenüber 45 Jahre bei den Männern aus. Reeder beruft sich auf mehrere Wissenschaftler und geht von einer durchschnittlichen Lebenserwertung bei Frauen von 40 Jahren aus. Vgl. Angel (1975); Vgl. Reeder (1996), 23.
7 Vgl. Pomeroy (1985), 102.
8 Pomeroy (1985), 103.
9 Sie bezieht sich dabei auf das Werk Prosopographica Attica von Johannes Kirchner. Von den 346 dort aufgeführten begüterten und einflussreichen Familien haben 271 mehr Söhne als Töchter. Vgl. Pomeroy (1985), 105-106.
10 Vgl. Pomeroy (1985), 106. So bezeichnet Hdt. 5, 48 den Spartaner Kleomenes als kinderlos (apais im Sinne von ohne Sohn), obwohl er gleich darauf seine Tochter erwähnt.
11 Vgl. Kurtz, Boardmann (1971), 139.
4
pides’ Medea äußert sogar, „Dreimal möchte ich mich lieber stellen in Reih und Glied als einmal nur ein Kind gebären!“ 12
Laut Pomeroy kam, neben den frühen Geburten und den unhygienischen Verhältnissen in den Häusern, hinzu, dass Frauen und Mädchen mangelhafter als Männer und Söhne ernährt wurden. Diese schlechteren Zustände wurden auch von einigen griechischen Autoren beschrieben und kritisiert, unter anderem von Plutarch, Aristoteles oder Platon, die für spätere Heiraten und Schwangerschaften plädierten, da die Frauen dann in einer besseren körperlichen Verfassung seien. Xenophon lobt die spartanischen Bräuche, da dort Töchter genau so gut ernährt wurden wie Söhne. Für körperliche Ertüchtigung der Frauen sprachen sich sowohl Xenophon als Aristoteles aus. Alle Autoren führten an, dass die spartanischen Bräuche den Frauen zuträglicher seien. 13
Ein Gesetz Solons, welches Frauen über 60 Jahre den Besuch von Beerdigungen erlaubte, auch wenn sie keine Verwandten waren, lässt darauf schließen, dass zumindest einige Frauen ein hohes Alter erreichten. 14
3. Das Bild der Frau im klassischen Athen
„Wir haben die Hetären wegen des Vergnügens, die Konkubinen für die täglichen Dienste an unserem Körper und die Ehefrauen, um eheliche Kinder zu machen und um einen vertrauenswürdigen Hüter der Dinge drinnen zu haben.“ 15
Mit solch plakativer Kategorisierung unterteilt Demosthenes Frauen in drei verschiedene Gruppen. Die Vorstellung der idealen Frau ist bei der Mehrheit der Dichter und Schriftsteller recht deutlich. Sie soll schön, begabt, attraktiv, großgewachsen, fleißig, fruchtbar, mit einer lieblichen Stimme versehen und intelligent sein, 16 vor allem, um den Haushalt gut zu führen. 17 Ebenso soll die Frau tugendsam, bescheiden, passiv, unterwürfig, still und unsichtbar sein. 18 Die vom Mann erwarteten Eigenschaften standen dazu im Gegensatz. 19
12 Eur. Med. 251.
13 Vgl. Pomeroy (1985), 127 - 128. Vgl. Plat. Polit. 5,4452; Aristot. Pol. 1335; Plut. Lyk. 14. ; Xen. Lak. Pol. 1.3.
14 Vgl. Demosth. 43.62 (1071); Pomeroy (1985), 128.
15 Demosth. 59, 122.
16 Vgl. Aristot. rhet. 1361a.; Eur. Frag 525.
17 Isomachos erklärt in Xen, Oik. 7,22-30, dass Frauen für die Arbeit im Haus, Männer für jene außerhalb des Hauses, auf dem Feld und in der Schlacht, zuständig seien; „der Gott“ hätte den Geschlechtern die jeweils für diese Tätigkeit geeignete Physis gegeben.
18 Aristot., Pol. 1260a, 30: „Eine Frau gereicht Schweigen zur Zier.“ Zu den Tugenden einer Frau äußert Plat. Men. 71e, sie müsse das Hauswesen gut verwalten, „indem sie dass Innere bewahrt und folgsam ist dem Manne“. Eur. Tro. 655: „Der Zunge schweigen, einen stillen Blick bot ich dem Gatten, wusste, wann
5
Ein wesentlicher Aspekt des Frauenideals war, dass Frauen in der Öffentlichkeit wenig in Erscheinung treten und von ihnen kaum gesprochen werden sollte, weder im Guten noch im Schlechten. 20 Es ist paradox, dass dieser Ausspruch gerade von Perikles kommt, der mit Aspasia zusammen lebte, von der ziemlich viel gesprochen wurde, sowohl im guten, wie im schlechten. Sie war jedoch eine Hetäre und das zeigt, dass diese von dieser erwarteten Tugend ausgeschlossen waren. 21 Es handelte sich dabei wohl eher um ein Ideal, das von vornehmen Frauen erwartet wurde.
Die Qualitäten, die man von einer Frau erwartete, standen im Kontrast zu der Vorstellung ihrer wahren Natur. Frauen seien unfähig gewesen, ihren unstillbaren sexuellen Appetit zu zügeln. Ihrer Sinnlichkeit wurde die subversive Macht zugeschrieben, Männer, Familie und die Gesellschaft zu zerstören. Jede Frau hatte darum danach zu streben ihre angeborene Natur zu überwinden. 22 Laut Reeder wurde die biologische und physiologische Struktur der Frau so beurteilt, dass man ihr die Fähigkeit zur Selbstkontrolle absprach. 23 Aristoteles vertrat die Meinung, eine Frau besitze zwar „die Fähigkeit zur praktischen Vernunft, aber nicht voll wirksam“, im Gegensatz zum Kind, bei dem dieselbe Fähigkeit nur „noch nicht voll entwickelt“ sei. 24 Wegen dieser moralischen Schwachheit empfahl er eine nicht zu frühe Heirat. 25 Laut Reeder herrschte die Vorstellung, „dass eine Frau der Gesellschaft schweren Schaden zufügen würde, wenn ihre wahre Natur ungebändigt bliebe oder außer Rand und Band geriete.“ 26
Dem gegenüber hätte die Vorstellung gestanden, die Frau wäre als untadelige Verkörperung des Ideals von Haus und Familie. Einen Ausgleich dieses Gegensatzes fand man in der Überzeugung, dass Frauen mit der Hilfe von Männern und männlich-bestimmten Institutionen - wie der Ehe - über ihre Natur hinauswachsen können. 27 Reeder sieht die Furcht vor einem Umsturz der Gesellschaft durch die Frauen als nicht abwegig an. Sie bezieht sich auf Marilyn Arthur, die darauf hingewiesen hat, dass Frauen im politischen
ich ihn zu leiten und wann ihm die Leitung ich zu überlassen hatte.“; Eur. Heracl. 375-378: „Verzeiht ihr Fremden, meinen kecken Mut, und seht mir nach, dass ich das Haus verließ, wo edle Frauen in Beschdeidenheit und schweigsam sich verbergen im Gemach.“ 19 Vgl. Aristot. Rhet. 1361a, 1361b, Pol. 1260, 30.
20 Perikles ruft in seiner Gefallenenrede bei Thuk. 2,45,2 dazu auf, dass sich eine Frau „mit Tugend oder Tadel unter den Männern möglichst wenig Namen macht“.
21 Vgl. Schuller (1995), 57.
22 Vgl. Reeder (1996), 20.
23 Vgl. Reeder (1996), 26. In Eur., Hipp. 966-970 heißt es, dass eine Frau weniger im Stande sei als ein Mann Aphrodite zu entsagen.
24 Aristot. Pol. 1259a.
25 Laut Aristot., Pol. 1335a 15-25 würden Frauen bei frühen Geburten eher sterben und zudem „trage es zu ihrem maßvollen Betragen bei, denn wenn sie früh mit Geschlechtsverkehr beginnen, stehen sie in dem Ruf, sexuell allzu maßlos zu sein.“
26 Reeder (1996), 26.
27 Reeder (1996), 27.
6
und sozialen System aufgrund ihrer spezifischen Rolle nicht viel zu verlieren hatten. Sie sieht es als bekannte Tatsache, dass diejenigen, die nichts in ein System investiert haben, am ehesten dazu tendieren, es zu untergraben. 28
Für Pomeroy liegt eine Erklärung darin, dass die Männer mit dem verfassungsmäßig vorgegebenen Ideal der Gleichheit aller männlichen Bürger überfordert waren und ihr Herrschaftsstreben so ausgeprägt war, dass sich diese Männer nun als besondere Gruppierung von der übrigen Gesellschaft absonderten und den Anspruch erhoben, allen anderen -Fremden, Sklaven und Frauen - überlegen zu sein. 29 Humphreys spricht von einer Geschlechterideologie, in der den Frauen im Gegensatz zu den Männern Emotionen zugesprochen wurden. 30 Auch Iwersen spricht in dem Zusammenhang von der „Natur des Weiblichen“, die man in der athenischen Polis als eine Gefährdung für die staatliche Ordnung ansah. 31
Wagner-Hasel sieht dagegen in antiken Quellen nur bedingt eine Grundlage dafür, dass Frauen eine größere Nähe zur Emotionalität zugewiesen wurde. 32 Die Besonnenheit und die Beherrschung sei eine Tugend, die sowohl den athenischen Staatsmann als auch die athenische Hausherrin auszeichnen sollte. 33 Der Typus des weinenden Helden sei in der griechischen Literatur weit verbreitet, stieß allerdings bei den Philosophen des vierten Jahrhunderts zunehmend auf Kritik. Die größere Emotionalität der Frauen, von der im philosophischen Schrifttum oder in der Tragödie im fünften und vierten Jahrhundert die Rede ist, beziehe sich auf statusniedrigere Frauen. Emotionale Kontrolle sei also eher eine Frage der Differenzierung zwischen Statusgruppen und weniger zwischen den Geschlechtern. 34
4. Rechtliche Aspekte
Im athenischen Rechtssystem hatte die Frau eine sehr schwache Position. Sie besaß zu keiner Zeit in ihrem Leben die geringste Verfügungsgewalt über ihre eigene Person. Sie hatte kaum eigenen Besitz, für die Eheschließung war ihre Zustimmung nicht erforderlich und mit der Hochzeit ging sie aus der Vormundschaft ihres Vaters - im Falle seines Todes ihres jeweils ältesten Bruders - in die ihres Ehemannes über. 35 Verstarb ihr Vater oh-
28 Reeder(1996), 27. Dazu Arthur (1984), 24-25.
29 Pomeroy (1985), 118.
30 Humphreys (1996), 106-108. Eur. Herc. 536: „Neigt doch das Weib wohl stärker als der Mann zur Klage.“
31 Vgl. Iwersen (2002), 148.
32 Vgl. Wagner-Hasel (2000), 83.
33 Plat. Men. 73 b; ähnlich auch bei Aristot. Pol. 1259b, 1260a.
34 Wagner-Hasel (2000), 83 -84.
35 Vgl. Schuller (1995), 55; Pomeroy (1985), 93.
7
ne männliche Erben, konnte man von einer Erbtocher, der Epikleroi, verlangen, sich von ihrem Mann zu scheiden, um den Bruder des Vaters zu heiraten, damit die väterliche Linie einen männlichen Erben erhalten konnte. 36
Ohne ihren Kyrios, ihrem Vormund, konnte eine Frau keine Geschäfte rechtsgültig abschließen. Sie konnte zwar als Zeugin vor Gericht auftreten, aber nicht selber prozessieren und konnte nicht einmal ein Testament machen. Wahrscheinlich konnte eine Frau nicht mal Eigentum besitzen, der über die Dinge des alltäglichen Lebens hinausging. So fehlen z.B. Sklavenfreilassungen durch Frauen, die sonst für ganz Griechenland bezeugt sind, für Athen ganz und gar. 37
Die Frau erhielt vom Vater eine Mitgift, welche zwar in die Verfügung des Ehemanns übergeben wurde, aber ihrer eigenen Absicherung diente. Sie stand dem Vater der Frau wieder zu, falls diese durch Scheidung oder den Tod des Ehemannes in den Haushalt des Vaters zurückkehrte. Nach ihrem Tod fiel die Mitgift an ihre Kinder. 38
Schwerwiegend war der Verlust der Jungfräulichkeit. Ersichtlich wird dies z. B. daran, dass Solon im sechsten. Jahrhundert eine Ausnahme bestehen ließ, als er die Bedingungen für die Versklavung von Bürgern abschaffte: Vätern war es immer noch erlaubt, ihre „gefallenen“ Töchter in die Sklaverei zu verkaufen. 39 Es ist allerdings nicht bezeugt, dass diese Maßnahme jemals ergriffen wurde. 40 Eine unverheiratete, vergewaltigte Frau konnte Schadensersatzansprüche fordern, um ihren Unterhalt als nun ihrer Eheaussichten beraubten Frau zu sichern oder ihre Mitgift dermaßen aufzustocken, dass sie zu einer unwiderstehlichen Partie wurde. 41
Auch bei einer verheirateten Frau waren die Folgen einer Vergewaltigung oder Verführung 42 drastisch. Dabei wurde die Verführung härter bestraft als die Vergewaltigung. Sie galt als verwerflicher, da beide Ehebrecher schon längere Zeit eine Beziehung haben konnten und der Verführer sich über die Zuneigung der Frau Zutritt zum Besitz des Ehemannes verschaffen könnte. Der beleidigte Ehemann hatte das Recht den Verführer zu töten. Der Vergewaltiger selbst stellte für den Ehemann keine solche Bedrohung dar und seine Strafe bestand deshalb nur aus einer Geldbuße. 43 Der Ehemann musste die Schei-
36 Vgl.Reeder (1996), 23.
37 Vgl. Schuller (1995), 55.
38 Vgl. Schuller (1995), 55-56.
39 Plut. Solon 23.
40 Vgl. Reeder (1996), 24.
41 Vgl. Reeder (1996), 24.
42 Foucault (1989), 187 betont, dass die Rechtsordnung zur Folge hatte, dass nur der eheliche Stand nur die Frau zur Monogamie zwang. Der Ehemann war sexuell nicht durch die Ehe gebunden.
43 Vgl. Foucault (1989), 187; Pomeroy (1985), 129-130.
8
dung durchführen. Er durfte seine untreue Frau züchtigen, aber nicht töten oder verstümmeln. 44 Ihr war es fortan untersagt, Schmuck zu tragen und an öffentlichen Opfern teilzunehmen. Dies macht deutlich, dass die Verfehlung ebenso gegen den Ehemann wie gegen die Gemeinschaft gerichtet empfunden wurde. 45
Eine Scheidung war leicht umzusetzen. Der Ehemann konnte seine Frau einfach aus dem Haus schicken. Wollte sie die Scheidung veranlassen, musste sich ihr Vater oder ein anderer männlicher Bürger an den obersten Magistrat, den Archon Eponymos, wenden. Allerdings sind aus der klassischen Zeit nur wenige Fälle bekannt, in denen eine Frau sich scheiden ließ. 46 Nur von einer Frau, Hipparete, der Ehefrau des Politiker Alkibiades, ist bekannt, dass sie, als ihr Mann Hetären mit nach Hause brachte, selber die Initiative ergriff und zum Archon ging. Doch schon vor dem Gerichtshof wurde sie von ihrem Mann aufgegriffen und gewaltsam nach Hause geschafft. 47
Der Einfluss einer Frau auf Männer konnte dementsprechend nur auf Wegen wirksam werden, die nicht juristischer Natur waren. Allerdings müsse man sich laut Reeder vor Augen halten, dass Athen eine kleine Stadtgemeinschaft war, in der die Familien der Ehefrauen die Möglichkeit hatten, das Verhalten der Männer aus der Nähe zu beobachten. Schlechte Behandlung von Frauen wurde als Beleidigung der eigenen Familie empfunden. 48 Isaios suggeriert, dass es in intakten Familien durchaus üblich war, auf die Wünsche der Frau einzugehen, wenn auch die Verhandlungen darum von den beteiligten Männern geführt wurden. 49
Eine besondere Regelung betraf die sogenannten Epikleroi. 50 Sie waren Frauen, die keinen Vater oder Brüder mehr hatten und damit die letzten Vertreterinnen ihrer Familie waren. Ihr nächster männlicher Verwandter hatte das Vorrecht bzw. durchaus die Pflicht die Erbtochter zu heiraten. 51 Wenn eine bereits verheiratete Epikleroi noch keinen Sohn hatte, musste sie sich von ihrem Mann trennen. Der Verwandte musste, im Falle einer Ehe, sich von seiner Ehefrau trennen und die Erbtochter heiraten. 52 Hatte sie bereits einen Sohn, so existierte eine männlicher Nachkomme, dem das Vermögen zufiel. Denn nicht
44 Aischin. Tim. 1,183.
45 Vgl. Reeder (1996), 24.
46 Vgl. Schuller (1995), 56; Pomeroy (1985), 96-97; Hartmann (2000a), 22-23.
47 Plut. Alki. 8.
48 Reeder (1996), 25.
49 Isaios 2,8.
50 Sie war „an den Familienbesitz gebunden“, daher auch ihr Name „epikleros“. Vgl. Pomeroy (1985), 91.
51 Die Rangfolge um die Anwärterschaft auf ihre Hand war dieselbe wie beim Anspruch der männlichen Verwandten auf das Erbe, wenn der verstorbene keine Kinder hatte. An erster Stelle standen die Brüder des Verstorbenen, dann folgten ihre Söhne. Unklar ist, ob der Anspruch dann an die Söhne der Schwestern oder an die Enkel der Brüder ging. Vgl. Pomeroy (1985), 91.
52 Vgl. Schuller (1995), 56.
9
die Frau bekam das Erbe, sondern es ging mit ihr in die Hände ihres Ehemanns über. Während reiche Erbtöchter durchaus begehrt waren, zwang der Staat die Verwandten ärmerer Erbtöchter, diese zu heiraten oder sie mit einer Mitgift zu versehen. 53
5. Kindheit und Erziehung
Das Ziel der Erziehung im klassischen Athen war vor allem, wertvolle Menschen für das private und öffentliche Leben heranzubilden. Aristoteles weist darauf und auf die Rolle der Frauen dabei hin:
„Denn jeder Haushalt ist ein Teil des Staates (...), und der beste Zustand des Teiles muß auf den des Ganzen ausgerichtet sein. Daher ist es erforderlich, sowohl die Kinder wie die Frauen auf die Verfassung hin zu erziehen, denn das auch die Kinder und die Frauen gute Eigenschaften besitzen, hat einen Einfluss auf den guten Zustand des Staates. Und es muß einen Einfluß haben, denn die Frauen bilden die Hälfte der Freien (...).“ 54
Specht betont, dass es charakteristisch für die Erziehung war, dass die wissenschaftliche Belehrung fehlte, sondern die Erziehung vor allem auf sozial-ethische und ästhetische Ziele gerichtet war. Während sich jedoch die Erziehung der Jungen auf Öffentlichkeit und Privates ausdehnte, beschränkte sich die Mädchenbildung nur auf das Häusliche, da die Frauen aus der Politik und dem größten Teil des öffentlichen Lebens ausgeschlossen waren. 55 Man erwartete von ihnen gegensätzliche Tugenden als von den Männern. Sie sollten schweigsam und fügsam sein und einen völligen Verzicht üben auf die Vergnügen, die den Männern offen standen. 56
Daher genügte es bei der Erziehung junger Mädchen, dass sie nur rudimentär lesen und schreiben konnten und von ihren Müttern in der Kunst der Haushaltsführung unterwiesen wurden. 57 Deutlich wird dies u.a. bei Xenophon. Isomachos beschreibt, dass seine junge Frau, bevor sie zu ihm kam,
„unter einer Aufsicht lebte, die ganz darauf ausging, sie möglichst wenig sehen, möglichst wenig hören und möglichst wenig fragen zu lassen. Du gibst dich nämlich sicher nicht damit zufrieden, wenn sie lediglich mit der Kenntnis kam, Wolle entgegenzunehmen und dann ein Stück Kleidung vorzuweisen,
53 Vg. Pomeroy (1985), 92.
54 Aristot. Pol. 1259a.
55 Vgl. Specht (1989) (1989), 128.
56 Soph. Ai. 293: „O Weib, den Weibern ziemet nur das Schweigen wohl!“; Vgl. auch Aristot. Pol. 1260a; Eur. Andr. 364-365, Herc. 535.
57 Vgl. Pomeroy (1985), 111; Ellen Reeder (1996), 22.
10
und wenn sie gesehen hatte, wie den Mägden ihre Wollarbeiten zugeteilt werden.“ 58
Die Selbstwahrnehmung eines jungen Mädchens wurde durch weitere Einwirkungen ge-formt. Neben der Anleitung im Haus, die sich auf Handfertigkeiten und Benehmen erstreckte, waren Erzählungen von Mythen, die Wertvorstellungen und Anliegen der Gesellschaft durch Wiederholungen festigten, und die Teilnahme an Ritualen, in denen die Botschaft dieser Mythen verstärkt wurden, elementar. 59
Die Mädchen wurden früh verheiratet. 60 Während ein Junge in seiner Jugend noch zu Hause lebte und sich geistige und körperliche Fertigkeiten erwarb, war das Mädchen in dem Alter gewöhnlich schon Ehefrau und Mutter kleiner Kinder. 61 Der Altersunterschied und das unterschiedliche Bildungsniveau trugen dazu bei, dass Männer ihre Frauen mit väterlicher Herablassung behandelten und die Ehe keine freundschaftliche oder partnerschaftliche Beziehung darstellte. 62 Die Frau blieb ihr Leben lang unmündig und galt als naturgegeben untergeordnet. 63 Aristoteles spricht zwar davon, dass sich Mann und Frau brauchen, dass ihre Beziehung Freundschaft und Gemeinschaft sei, aber dass der Mann von „Natur aus das Bessere“ sei und über die Frau herrsche. 64 Es existieren nur wenige Quellen, die die Erziehung und Bildung der Mädchen im klassischen Athen beschreiben. 65 Dies und der Umstand, dass es keine Zeugnisse darüber gibt, die eine gleichwertige Erziehung bei Jungen und Mädchen erwähnen, lassen den Schluss zu, dass der Ausbildung der Mädchen weniger Bedeutung zugemessen wurde und sie dementsprechend schlechter ausfiel. 66 Schnurr-Redford betont allerdings, dass Mädchen
58 Xen. Oik. 7,5-6.
59 Vgl. Reeder (1996), 22.
60 Xen. Oik. 3,13: „Hast du sie nicht als möglichst junges Mädchen geheiratet, das außerdem so wenig wie möglich gesehen und gehört hatte?“ Eine frühe Ehe schien erstrebenswert, da die Braut noch Jungfrau sein musste und die Ansicht verbreitet war, dass junge Mädchen besonders triebhaft seien. Das im Verhältnis hohe Alter der Männer könne man einerseits mit der zehnjährigen Wehrpflicht der Männer, andererseits auch mit dem niedrigen Frauenanteil der Bevölkerung erklären. Vgl. Pomeroy (1985), 96. “Freie nur eine Jungfrau” und das „wenn du vom dreißigsten Jahr nicht mehr um vieles entfernt bist, noch es weit überschritten“, empfiehlt Hes. Erg. 699.
61 Vgl. Pomeroy (1985), 111-112.
62 Xen. Oik. 7,5: „Und wie hätte (…) ich sie als eine bereits verständige Frau übernehmen sollen, die sie mit nicht einmal fünfzehn Jahren zu mir kam.“
63 Vgl. Pomeroy (1985), 112
64 Aristot. eth. Eud. 1238b, 1239b, 1242 a, Aristot. Pol. 1254b.
65 Vgl. Specht (1989), 88.
66 Eur. Frag. 483 allerdings sieht die Frau ausgestattet mit Verstand, die auch Wissen vom Vater und von älteren Leuten bekommt und dadurch eine gewisse Bildung erhält.
11
durchaus eine normale Kindheit, zu der auch Spielen dazugehörte, erlebten. 67 Es werde „zu oft vergessen, dass auch Mädchen vor allem Kinder waren“. 68 Die Hochzeit war das bedeutendste Ereignis im Leben eines jungen Mädchen. Es wechselte vom Elternhaus in einen fremden Haushalt und erlebte das jähe Ende seiner Kindheit. Formell bedeutete die Heirat für sie den Eintritt in die Gemeinschaft der Erwachsenen. 69
6. Hochzeit, Ehe und Sexualität
Der Ehevertrag wurde vom Brautvater (oder Vormund) und dem Bräutigam, meist nach finanziellen und politischen Kriterien, abgeschlossen. Ein athenischer Bürger durfte nur eine athenische Bürgerin heiraten. 70 Die Frau musste grundsätzlich den Mann heiraten, den ihre männliche Verwandtschaft ausgesucht hatte. Bei reichen Familien waren Eheschließungen zwischen Verwandten durchaus beliebt, um so den eigenen Status zu sichern. 71
Der Vater musste eine Mitgift zur Verfügung stellen. 72 Je größer die Mitgift war, desto reicher und begehrenswerter waren auch die Freier. Daher zog ein Vater normalerweise nur so viele Töchter auf, wie er mit einer entsprechenden Mitgift versehen konnte. Konnte ein Vater die Mitgift nicht aufbringen, taten dies entweder wohlhabendere Verwandte oder in sehr seltenen Fällen der Staat, falls der Vater sich um diesen verdient gemacht hatte. 73 Die Mitgift einer Frau blieb Zeit ihres Lebens unangetastet und durfte nur zu ihrem Lebensunterhalt verwendet werden. Weder Vater, Vormund, Ehemann noch sie selber konnten rechtlich darüber verfügen. Der Ehemann konnte das Vermögen anlegen und musste seine Frau dann von dem erwirtschafteten Ertrag unterhalten. 74 Im Falle einer Scheidung musste er die Mitgift wieder an den Vormund seiner früheren Frau zurückgeben. 75 Von der Mitgift zu unterscheiden ist die Aussteuer. Dabei handelte es sich um
67 Vgl. Schnurr-Redford (1996), 183-184. Deutlich wird dies auch bei Plut. Mor. 608,2, der in einem Trostbrief an seine Frau beschreibt, wie die verstorbene Tochter ihre Spielsachen und „Gerätschaften“, „an denen sie ihre Freude hatte“, mit andern Kindern teilte.
68 Schnurr-Redford (1996), 183.
69 Vgl. Reeder (1996), 22.
70 Laut Demost. 59,52; 59,124 konnte eine fremde Frau in die Sklaverei verkauft werden und dem Mann drohte ein hohe Geldstrafe und der Verlust seiner bürgerlichen Rechte.
71 Vgl. Pomeroy (1985), 95-96.
72 Laut Hartmann (2000a), 20 war die Mitgift nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber eine starke, moralische Verpflichtung. Die Behauptung, eine Frau sei ohne Mitgift verheiratet worden, würde den Verdacht nahe legen, dass mit ihrer Herkunft etwas nicht stimme.
73 Vgl. Pomeroy (1985), 94.
74 Vgl. Hartmann (2000a), 19; Pomeroy (1985), 95. Wagner (1982), 175 weist auf die Bedeutung der Mitgift für den Oikos des Ehemanns hin, da die Mitgift mit dem Tod der Frau in die Hände der Söhne überging und damit Bestandteil des Familienbesitz des ehemännlichen oikos wurd.
75 Vgl. Isaios 2,9; Demosth. 59,52; Demosth. Or. 27,17.
12
Kleider, Schmuck und persönliche Gegenstände, die nicht zur Mitgift gehörten und auch nach der Hochzeit und nach einer Scheidung persönliches Eigentum der Frau blieben. 76 Die Hochzeit dauerte drei Tage. Der erste Tag diente der Vorbereitung, der zweite Tag war der eigentliche Hochzeitstag, an dem die Braut in das Haus des Ehemanns überführt wurde und am dritten Tag fanden weitere Feierlichkeiten statt. Es gab vielfältige Riten, die aber nicht den Charakter eines Sakraments hatten und ihre Befolgung keine legale Bedeutung. 77 Am Hochzeitstag wurde die Braut von extra bestellten Brauthelferinnen eingekleidet und geschmückt. Dies wurde häufig von Malern auf Vasen festgehalten. 78 Im Hause des Brautvaters fand ein Festmahl für Freunde und Verwandte statt. Der Übergang vom elterlichen Haus zum Wohnsitz des Ehemanns, der in Form einer nächtlichen Prozession mit Lichtern und Fackeln zum Klang von Brautgesängen vollzogen wurde, nimmt in den Motiven der Vasenmalerei den wichtigsten Platz ein. 79 Das lässt darauf schließen, dass es sich dabei um ein besonders wichtigen Abschnitt des Hochzeitfestes handelte. Dass der Hochzeitstag der Höhepunkt im Leben einer Frau war und dass man den Tag auch in der Antike als „ihren Tag“ betrachtete, wird durch die überaus starke Betonung der Braut auf den Vasenbildern deutlich. 80
Die Verpflichtung der Frau Athen gegenüber war vor allem die Ehe und die Mutterschaft. Damit lag der Zweck der Ehe in der Fortpflanzung, und mit der Geburt eines Kindes, vor allem eines Sohnes, war dieser Zweck erfüllt. 81 Mit dem Vollzug der Ehe endete der Status als kore (Mädchen), danach wandelte er sich zur nymphe (Braut) und erst nach der Geburt eines Kindes wurde die Eheschließung als vollzogen betrachtet und die Mutter wurde zur gyne ([Ehe-]Frau). 82 Gewöhnlich wurden vier oder fünf Kinder in kurzen Abständen zur Welt gebracht, so dass die Mutter eines weiteren Neugeborenen damit rechnen musste, etwa im Alter von 27 ihre älteste Tochter in deren eigene Ehe zu entlassen zu müssen. 83
Blieb eine Verbindung kinderlos, konnte sie ohne viel Aufsehens wieder aufgelöst werden. Somit schien es folgerichtig, dass die Heirat in den phratríai (Kultverbänden) erst neun Monate nach dem Hochzeitsmonat bekannt gegeben wurde, wenn der Ehemann die Chancen auf zu erwartenden Nachwuchs bereits einschätzen, ja bestenfalls sogar schon
76 Vgl. Isaios 2,9. Vgl. Hartmann (2000a), 19; Pomeroy (1985), 95.
77 Vgl. Hartmann (2000a), 20.
78 Vgl. Lissarrague (1993), 177.
79 Vgl. Lissarrague (1993), 181; Hartmann (2000a), 21.
80 Vgl. Oakley (1996), 73.
81 Vgl. Pomeroy (1985), 93, 96.
82 Vgl. Hartmann (2000a), 22; Reeder (1996), 23.
83 Vgl. Reeder (1996), 23.
13
ein Kind präsentieren konnte. 84 Kinderlosigkeit war in Athen der Häufigste Scheidungs-grund. 85
Endete eine Ehe durch den Tod eines der beiden Eheleute, galten auch dort für Männer und Frauen verschiedene Normen. Verstarb der Ehemann, ging die Frau selbst mit ihrer Mitgift in die Obhut ihrer Söhne oder deren Vormund über. Gab es keine männlichen Nachkommen, wurde sie ihrer ursprünglichen Vormundschaft oder deren Erben unterstellt. 86 Bei Witwen, die jung und in der Lage waren Kinder zu bekommen, wurde vom Vormund erwartet, dass sie schnell wieder verheiratet wurden, damit sie versorgt waren. 87 Für Männer galt es dagegen als unschicklich, nach dem Tod der Ehefrau, falls es gemeinsame Kinder gab, ein zweites Mal zu heiraten. Das galt als rücksichtslos, zum Beispiel wegen potentieller Erbstreitigkeiten der Kinder aus den verschiedenen Ehen. 88 Bei einer Scheidung blieben die Kinder im Hause des Vaters. Schließlich sollten sie den Fortbe-stand der väterlichen Familie sichern. 89
Immer wieder kommt die Frage nach der Beziehung zwischen den Ehepartnern auf. Im Bezug auf die Sexualität zwischen Eheleuten trennt Pomeroy die Vorstellung von Liebe und Sexualität. Letztere sei als Pflicht zur Fortpflanzung empfunden worden. Der Ehemann habe eher die Gesellschaft seiner Kameraden in homosexueller Beziehung 90 oder die einer Prostituierten aufgesucht oder sich einer Sklavin zugewandt. 91 Dagegen wiederspricht Schuller der Vorstellung, dass es unter den athenischen Männern üblich war, Hetären zu besuchen oder der Knabenliebe zu frönen. Überlieferte Komödien zeigten, dass letzteres immer wieder als Zeitvertreib des Adels verspottet wurde. Hetären seien für die meisten Männer gar nicht erschwinglich gewesen. Auch andere Stücke, wie „Lysistrata“ wiesen darauf hin, dass Männer durchaus in ihrer Ehe das hatten, was sie angeblich bei Knaben oder Hetären suchten. 92 Aristoteles bezeichnet „sexuelle Beziehungen des Man-
84 Vgl.Hartmann (2000a), 22.
85 Isaios 2,6-2,9. Vgl. Hartmann (2000a), 22.
86 Vgl. Pomeroy (1985), 93-94.
87 Vgl. Hartmann (2000a), 23.
88 Einige Männer lebten deshalb in diesem Fall mit einer Konkubine, bei der es sich meist um eine (freigelassene) Sklavin handelte, zusammen. Kinder aus einer solchen Verbindung hatten keinen Anteil am Familienerbe, am familiären Kult und am Bürgerrecht. Vgl. Hartmann (2000a), 23-24.
89 Vgl. Pomeroy (1985), 97.
90 Pomeroy (1985), 131-132 schließt homosexuelle Beziehungen zwischen athenischen Ehefrauen aus, da ihrer Ansicht nach Frauen derartig isoliert lebten, dass sie nicht wirklich Kontakt zu anderen Frauen außerhalb ihrer Familie unterhielten und sich nicht „der Hochachtung ihrer Geschlechtsgenossinnen erfreuten. Die soziale Atmosphäre in Athen sei nicht förderlich für homoerotische Beziehungen zwischen Frauen gewesen. Laut Hupperts (2004), 26 gibt es allerdings einige, wenn auch sehr wenige Quellen, die Zeugnisse sind von Liebe bzw. Sexualität zwischen Frauen.
91 Vgl. Pomeroy (1985), 130-131.
92 Vgl. Schuller (1995), 58-59. Ähnlich auch bei Foucault (1989), 205, 237. Nach ihm war es nicht die Liebe zu den zwei Geschlechtern, die sich ausschloss, sondern von einem Mann wurde grundsätzliche Zurück- haltung erwartet, die man bei der Frau als selbstverständlich erachtete. Der „Tyrann Eros“ durfte nicht „in
14
nes außerhalb des Hauses“ als „Unrecht“ gegenüber der Frau bezeichnet, welches man ihr nicht zufügen dürfe. 93 Foucault betont, dass die Treue für den Mann nicht die sexuelle Ausschließlichkeit beinhaltete, sondern, dass er die Beibehaltung der Stellung seiner Ehefrau, ihrer Vorrechte und ihren Vorrang anderen Frauen gegenüber achtete, auch wenn sie diese Vorrangstellung durch die Heirat nicht automatisch ein für alle mal erworben hatte. 94
Durch den Altersunterschied bedingt hatte der Ehemann auch eine erzieherische Verant-wortung. 95 Die Ehe konnte jedoch durchaus von Gemeinsamkeit geprägt sein. In den Troerinnen des Euripides stellt Andromache in Bezug auf ihre Ehe fest: „Ich wusste, wann ich ihn zu leiten und wann ihm die Leitung ich zu überlassen hatte.“ 96 Reeder verweist an dieser Stelle auf Homer und Pindar, die eheliches Glück mit homophrosyne gleichsetzen, eine Einheit im Herzen und im Geist. 97
7. Tätigkeiten von Frauen
7.1. Ein Leben vor allem im Hause
Das Leben der Männer und Frauen fand meist in zwei verschiedenen Sphären statt. Die Männer verbrachten den größten Teil des Tages an öffentlichen Orten, während die ehrbaren Frauen zu Hause blieben. Diese Trennung wurde schon in den Wohnhäusern deutlich. Dort gab es getrennte Wohnbereiche für Männer und Frauen. 98 Die Frauen wohnten in den hinteren, weit abgelegenen Räumen oder, wenn vorhanden, im zweiten Stock des Hauses. Auch männliche und weibliche Sklaven wurden streng voneinander getrennt. 99 Pomeroy geht davon aus, dass Frauen meist recht „abgesondert gehalten wurden“, sie
seinem Inneren wohnen und alles in der Seele regieren“. Plat. Polit. 9,573 d Wäre das so, würde der Mann in „Raserei verfallen und Ausschau halten, wo jemand etwas besitzt, das man ihm mit Betrug oder mit Gewalt abnehmen könnte“. Sogar vor Vater und Mutter würde er nicht halt machen. Vgl. Plat. Polit. 9,573d-574b.
93 Aristot. Oik. 1344a.
94 Vgl. Foucault, 209-210.
95 Xen. Oik. III,11.: „Wenn das Vieh auf der Weide (...) in schlechtem Zustand ist, machen wir dem Hirten Vorwürfe. Was nun die Frau anlangt, wenn sie von ihrem Manne in den Tugenden unterwiesen wurde und dann trotzdem sich schlecht verhält, so dürfte sie allerdings gerechterweise die Schuld tragen; wenn er sie aber über geziemendes Verhalten und die richtige Einstellung zur Arbeit nicht aufklärte und folglich mit ihr als einer in diesen Fragen Unkundigen zusammenlebte, sollte dann nicht gerechterweise der Mann angeklagt werden?“
96 Euripides, Tro. 655-656.
97 Vgl. Reeder (1996), 23. Allerdings sind beide Autoren nicht Vertreter des klassischen Athens und daher muss man die Aussage relativieren.
98 Über die Frage, welche Bedeutung der gynaikon hatte, gibt es divergierende Meinungen. Während früher die Existenz eines Frauenraums z.B. bei Bornemann (1980), 204-205 zu dem Bild der eingesperrten Frau beigetragen hat, vermitteln Reeder (1996), 20-21 und Pomeroy (1985), 120-121 dass es sich um den zentralen Lebensbereich der Frau gehandelt habe. Schuller (1995), 45, der sich damit auf Isager bezieht, sieht den gynaikon als den Schlafraum für unverheiratete Frauen und Kinder.
99 Vgl. Pomeroy (1985), 120-121.
15
auch nicht häufig mit Frauen anderer Familien verkehrten und dass sie nur nahe Ver-wandte zu Gesicht bekamen. 100 Jedoch gibt es Belege, dass Frauen sich mit anderen Frauen trafen. 101
Umstritten ist die Frage nach dem Bewegungsspielraum von Frauen bei haushaltlichen Tätigkeiten in der Öffentlichkeit wie beim Wasserholen. Pomeroy geht davon aus, dass Frauen den Kontakt zur Außenwelt vermeiden und keine sozialen Kontakte knüpfen sollten. Deswegen, und weil man ihnen finanzielle Geschäfte nicht zutraute, seien sie selber nicht einkaufen gegangen. Auch das Wasser hätten Sklavinnen geholt, wenn welche vor-handen waren. 102 Laut Specht war es nicht nur für vornehme Frauen unschicklich, sich auf öffentlichen Plätzen zu zeigen, sondern auch Männer unterlagen bestimmten Beschränkungen. So galt es für einen Athener Mann als unpassend, sich auf dem „Weibermarkt“ zu zeigen und dort Besorgungen zu machen. 103 Jedoch gibt es auch Quellen, in denen einkaufende Frauen vorkommen. 104 Dass häufiger von einkaufenden Männern berichtet wird, sieht Schuller nicht als ein Zeichen von Eingesperrtsein. Für ihn liegen Erklärungsmöglichkeiten teils in schichtspezifischen Gründen, teils in der Beschäftigung der Frau im Haus und teils in anderweitig begründeten größeren Aushäusigkeiten der Männer. 105 Auch über Frauen, die Wasser holen, gibt es Quellen, die nicht dafür sprechen, dass dies nur Sklavinnen erledigten. 106 Lissarrague und Reeder bewerten den Brunnen als Treffpunkt für Frauen und das Wasserholen als eine gesellige Tätigkeit, die reiche Frauen von Sklaven erledigen lassen konnten, aber nicht mussten. 107 Auf den Zeitfaktor verweist Pomeroy. 108 Den Frauen blieb kaum die Möglichkeit aus dem Haus zu gehen, denn die Haupttätigkeit der Frau war der Haushalt. 109 In fast allen Schichten arbeiteten die Frauen im Haus oder zumindest in der unmittelbaren Nähe, um es be-
100 Vgl.Pomeroy (1985), 120-121.
101 So fragt bei Aristoph. Eccl. 349 ein Nachbar Blepyros, der seine Frau vermisst: „Vielleicht hat eine ihrer Freundinnen sie zum Frühstück eingeladen?“
102 Vgl. Pomeroy (1985), 109.
103 Vgl. Specht (1989), 31; Theophr. Char. 2,9 spricht verhöhnend von einem Schmeichler, der „in atemloser Dienstbeflissenheit auf dem Weibermarkt Besorgungen macht“.
104 Aristophanes, Fragment 318: Hier ist der Ehemann seiner Frau böse, die müde von einem Frauenfest heimgekommen und nicht eingekauft hat. Zitiert nach Schuller (1995), 56.
105 Vgl. Schuller (1995), 56.
106 Vgl. Lissarrague (1993), 225.
107 Vgl. Reeder (1996), 21; Lissarrague (1993), 226.
108 Vgl. Pomeroy (1985), 119.
109 Vgl. Xen. Oik. 7, 21-22. Von den Qualitäten der Frau in der Wirtschaftsführung hängt das Hauswesen ab. Vgl. Xen. Oik. 3,15. Aristoteles verglich die Ehe mit einer wirtschaftlichen Partnerschaft. Vgl. Aristot. Oik. 1343b.
16
aufsichtigen zu können. Sie kümmerten sich um die kleinen Kinder und kranke Sklaven, sie stellten Textilien her und bereiteten das Essen zu. 110
In wohlhabenden Haushalten nahm die Frau eine Sonderstellung ein, da sie eine Verwalterrolle innehatte und vor allem die Aufsicht über die Sklaven führte bzw. sich gelegentlich daran beteiligte. 111 Zumindest energische Ehefrauen, die nicht mehr im Kindesalter waren, konnten die sonstige Leitung des Haushaltes übernehmen und damit in finanziellen Dingen mehr entscheiden, als ihnen die Rechtslage zugestand. Schwerer war es für sehr junge Ehefrauen. 112
Die Frauen waren zuhause jedoch nicht nur mit Hausarbeit oder Dienstbotenbeaufsichtigung beschäftigt. Literarische Quellen und Vasendarstellungen geben Hinweise auf lesende, schreibende und musizierende Frauen, an deren Kleidung deutlich wird, dass es sich nicht um Hetären handelte, und die ihre Zeit mit Kosmetik oder Freundinnen verbrachten. 113
7.2. Erwerbstätige Frauen
„Wie sollte es auch nur möglich sein, den Frauen der Armen zu verbieten, das Haus zu verlassen? 114
Dieses Zitat von Aristoteles macht deutlich, wie die Lebensrealität für ärmere Frauen aussah. Sie mussten auch außerhalb des Hauses einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Schuller geht davon aus, dass arbeitende Frauen in der Öffentlichkeit zahlreich anzutreffen waren. 115 Sie gingen Tätigkeiten in verschiedenen Bereichen nach. Häufig überliefert sind zum Beispiel Marktweiber. 116 So liefern Komödien zahlreiche Belege für Kleinhandel treibende Frauen. Dass es sich dabei nicht nur um Fremde handeln kann, wird am Beispiel einer Brotverkäuferin deutlich, die aufgrund ihrer Nomenklatur eindeutig als Athe-
110 Vgl.Pomeroy (1985), 107; Reeder (1996), 20. Pomeroy (1985), 107 merkt außerdem an, dass die Arbeiten von Frauen wenig anerkannt waren, da es sich um die verachtete Arbeit von Sklaven handelte. Anders sieht das Schnurr-Redford (1996), 59. Der Oikos sei nicht vergleichbar mit dem heutigen Haushalt, da er Reproduktions- und Produktionsaufgaben erfüllte und eine Untereinheit und Keimzelle des Staates war. Die dort geleistete Arbeit sei für die ganze athenische Gesellschaft grundlegend gewesen und damit habe die wichtige Rolle der Hausherrin ihren Status und ihr sicher nicht geringes Selbstbewusstsein bestimmt. Es sei eher so gewesen, dass manuelle Arbeit an sich, egal ob bei Männern und Frauen, bei einigen antiken Autoren nicht sehr anerkannt war. Das lag aber eher an den Begleitumständen, dass z.B. den Arbeitenden die Gesundheit für militärische Dienste abkam und Zeit für politische Interessen. Vgl. Schnurr-Redford (1996), 221.
111 Daher war auch die Beziehung zwischen Frauen und den Sklavinnen sehr eng, da sie viel Zeit miteinander verbrachten und überhaupt ein ähnliches Leben führten. Vgl. Pomeroy (1985), 107.
112 Vgl. Schuller (1995), 56.
113 Vgl. Reeder (1996), 21; Schuller (1995), 56, Specht (1989), 124.
114 Aristot. Pol. 1300a.
115 Vgl. Schuller (1995), 45.
116 Vgl. Schuller (1995), 45 bezieht sich vor allem auf Aristophanes, bei dem u.a. eine Gemüsefrau oder eine Brotfrau genannt werden.
17
nerin zu identifizieren ist. 117 Neben Lebensmitteln verkauften Frauen Dinge, die sie zuhause herstellten, wie Kleidung, Körbe und Kränze. 118 Des weiteren arbeiteten Frauen als Wäscherinnen, Wollarbeiterinnen und in anderen Zweigen der Textilherstellung und -behandlung. Manche fanden auch Beschäftigung als Kindermädchen oder Hebamme. 119 Häufig findet man auch die Erwähnung von Frauen, die in der Landwirtschaft tätig waren. Unter anderem berichten Aristophanes und Nikochares über ein eigenes Lied der Gerste dreschenden Frauen bei ihrer monotonen Arbeit. 120 Bei Aristophanes und Pollux finden sich eine Mäherin 121 und ergiebige Hinweise gibt es aus den Komödien, wo immer wieder Frauen vorkommen, die mit dem Schneiden und Sammeln von Stoppeln und Gras beschäftigt sind. 122 Demosthenes berichtet von armen Frauen mit Bürgerrecht, die im Weinbau einer bezahlten Beschäftigung nachgingen. Einige konnten sich aus der Armut herausarbeiten und wenige wurden sogar reich. 123
Laut Schnurr-Redford gibt es Belege für Gastwirtinnen oder Geldwechslerinnen. 124 Umstritten ist die Frage nach arbeitenden Frauen im Handwerk. Geht Wilamowitz noch davon aus, dass eine auf einer Vase abgebildete Frau Leiterin einer Töpferei gewesen sei, so glaubt Schnurr-Redford, dass es sich hier eher um eine helfendes Familienmitglied ge-handelt habe. 125
7.2.1. Prostitution
Eine große Gruppe arbeitender Frauen waren die Prostituierten. 126 In Athen gab es sogar staatseigene, mit Sklavinnen ausgestattete Bordelle. Jedoch waren Prostituierte nicht immer Sklavinnen, denn auch viel Freigelassene und frei geborene Nichtbürgerinnen gingen
117 Aristoph. Vesp. 1388-1413. Für die Arbeit ehemals unfreier Frauen sind die Votivgaben, welche sie bekamen, wenn sie aus der Leibeigenschaft freigelassen wurden, eine wichtige Quelle. Auf diesen standen oft Angaben über ihre Abstammung und ihr Gewerbe. Vgl. Pomeroy (1985), 110.
118 Vgl. Pomeroy (1985), 110; Schnurr-Redford (1996), 218-219.
119 Vgl. Pomeroy (1985), 110.
120 Vgl. Schnurr-Redford (1996), 216.
121 Aristophanes PCG Fr. 829; Pollux 1,222. Zitiert nach Schnurr-Redford (1996), 216.
122 Archippos Edmonds Fr. 44; Magnes PCG Fr. 5. Vgl. Schnurr-Redford (1996), 216.
123 Demosthenes 57,45.
124 Vgl. Schnurr-Redford (1996), 218. Laut Pomeroy (1985), 110-111 beteiligten sich vor allem Nicht-Bürgerinnen an Finanzgeschäften, denn Frauen durften in Athen nur Vertragsabschlüsse tätigen, die einen minimalen Wert hatten. Im fünften. und vierten Jahrhundert v. Chr. konnten sie mit ihrer Mitgift, Geschenken oder Erbschaften Eigentum erwerben, allerdings wurde dieser von ihren männliche Vormündern verwaltet. Sie hatten ihren Besitz nie wirklich selbst in Händen.
125 Vgl. Schnurr-Redford (1996), 219; Wilamowitz-Moellendorff (1923), 124.
126 Schnurr-Redford (1996), 64-65 äußert, dass die Rolle der Prostituierten sehr unklar sei. Man wisse nicht, welche Männer sie besuchten, ob zum Beispiel vor allem Reisende oder Unverheiratete, da es üblich war, dass ein Mann die Ehe erst mit ungefähr dreißig Jahren einging. Dafür sprächen. ikonographische Hinweise, die selten ältere Männer, z. B. erkennbar an einer Stirnglatze, bei Prostituierten darstellten. Ebenso sei völ- lig unbekannt, wie die Reaktionen der Ehefrauen auf Prostitution waren.
18
diesem Gewerbe nach. Die Prostituierten mussten sich registrieren lassen und eine spezielle Steuer zahlen. 127
Unter ihnen hatten die hetairai („Gefährtinnen der Männer“) das höchste Ansehen. Viele von ihnen verfügten nicht nur über Schönheit, sondern auch über Geistesbildung und künstlerische Talente, was sie zu einer attraktiven Gesellschaft machte. 128 Hetären waren jedoch sehr kostspielig und konnten eine Familie finanziell schwer belasten. Das führte auch zu Auseinandersetzungen, für die allerdings nicht die Männer, sondern die Hetären verantwortlich gemacht wurden Zudem fürchtete man ihr Einflussnahme und unterstellte ihnen magische Kräfte.
Bordelle waren die preisgünstigere Variante für die ärmeren Bürger. Jedoch war der Bordellbesuch nicht mit der Beziehung zu einer Hetäre vergleichbar. Diese diente nicht unbedingt dazu, sexuelle Bedürfnisse auszuleben. Sie war vor allem ein Statussymbol, oft eine Geliebte. 129
Die wohl bekannteste Hetäre und berühmteste Frau des fünften Jahrhunderts v. Chr. war Aspasia. Sie kam aus Milet nach Athen und wurde die zweite Frau von Perikles. 130 Sie strebte nach politischem Einfluss und übte diesen sie nicht nur durch ihren Ehemann aus, sondern soll selbst Redekunst gelehrt haben und mit Sokrates und seinen Schülern Umgang gepflegt haben. So wird sie von den Sokratikern im Allgemeinen recht positiv bewertet, während die Komödie sie als Hetäre und Bordellbesitzerin beschrieb. 131 Der Erfolg von Hetären wie Aspasia war aber eine Ausnahme. 132 Ohne männlichen Schutz war die Prostitution ein sehr gefährliches Unternehmen. 133 Der Status der Hetären ist schwer zu beurteilen. Einerseits besaßen sie große Freiheit im Vergleich zu den Ehe- 127 Vgl.Pomeroy (1985), 133.
128 Laut Pomeroy (1985), 133 machte sie dies sogar zu einer attraktiveren Gesellschaft als die eigenen rechtmäßigen Ehefrauen.
129 Vgl. Hartmann (2000b), 385, 387. Lebte ein Mann dauerhaft mit einer Geliebten zusammen, galt sie, wie eine rechtmäßige Ehefrau, als sein sexuelles Eigentum. Das hatte zur Folge, dass die Vergewaltigung oder Verführung der Geliebten dieselben Strafen nach sich zog wie das entsprechende Vergehen an einer Ehefrau. Wesentlicher Unterschied war, dass nach dem Inkrafttreten des Bürgerrechtsgesetzes von 451/450 v. Chr. die Kinder von Geliebten nicht mehr als athenische Bürger anerkannt wurden. Vgl. Pomeroy (1985), 135-136.
130 Allerdings war ihre Ehe gesetzlich nicht anerkannt. Vgl. Kornemann (1954), 72.
131 Vgl. Kytzler (2005), 34-36. Plut. Perikles, 24 schrieb über sie: „Die einen behaupten, Perikles habe Aspasia nur wegen ihrer Weisheit und politischer Einsicht umworben. Denn auch Sokrates besuchte sie zuweilen mit seinen Schülern, und ihre Freunde brachten oft die eigenen Gattinnen zu ihr, damit sie ihr zuhören könnten. Sie taten dies, obwohl Aspasia ein keineswegs ehrbares und anständiges Gewerbe trieb: sie hielt nämlich Hetären in ihrem Hause.“
132 Andere bekannte Hetären sind Lais und Phryne, beide waren reich und berühmt. Über Phryne gab es zahlreiche Anekdoten und ein berühmter Bildhauer schuf eine Marmorstatue, die angeblich sie darstellen sollte. Vgl. Kytzler, 97-98, 132-133.
133 Vgl. Pomeroy (1985), 136.
19
frauen und hatten Zutritt zum geistigen Leben Athens. 134 Andererseits zeigen die Beispiele von Frauen, die versuchten als ehrbare Frauen zu leben, dass die Anerkennung von Prostituierten im Gegensatz zu den Bürgersfrauen eher gering war. 135 Prostituierte wurden selten reich, sie konnten es aber zu einem vorübergehenden Wohlstand bringen. 136 Man weiß über zahlreiche Hetären allerdings auch, dass sie im Alter verarmt waren. 137
8. Frauen in der Öffentlichkeit
An dieser Stelle muss unterschieden werden zwischen dem öffentlichen Leben und der Öffentlichkeit als Ort. 138 Es gab durchaus bekannte Frauen, wie die im vorigen Kapitel genannte Aspasia Diese war selber „Lehrerin“ der Redekunst und damit eine einflussreiche Frau, auch wenn sie ihren Einfluss nicht über den „offiziellen Weg“ der Politik geltend machen konnte, da dieser den Männern vorbehalten war. Auch Philosophinnen gab es. Deren literarische Zeugnisse sind jedoch spärlich überliefert und Harich-Schwarzbauer weist darauf hin, dass sie oft nur gemeinsam mit einem männlichen Philosophen genannt würden und selbst kaum mit den Grundlagen, der Transformation oder der Weitergabe philosophischer Lehren in Zusammenhang gebracht würden. 139 Zu ihren Aktivitäten in den einzelnen „Schulen“ gebe es divergierende Aussagen und man müsse davon ausgehen, dass die Teilnahme von Frauen nicht selbstverständlich sei. 140 Aus Athen ist zum Beispiel Artete von Kyrene bekannt. Sie wird von Diogenes Laertius und Aelian erwähnt und war die Tochter des Aristippos von Kyrene, dem Begründer der kyrenaischen Schule in Athen. Arete war die Schülerin ihres Vaters, sie unterrichtete später ihren Sohn. 141
Die Religion war der wichtigste Bereich des öffentlichen Lebens, der den Frauen offen stand. 142 Souvrinou-Inwood geht sogar davon aus, dass die Frauen sowohl agierend als
134 Aristoph. Amphis Frg. 1: „Ist die Hetäre nicht was Freundlicheres als die Ehefrau? Gewiß, viel freundlicher! Die Frau sitzt stolz im Haus, pocht auf ihr Recht. Doch jene weiß, mit feiner Lebensart als Köder angelt man den Mann. Mißlingt’s bei dem einen, beißt der nächste an.“
135 Vgl. Pomeroy (1985), 137-138. Auch in Demosth. 59,112-113 wird darauf Wert gelegt, dass Huren und Hetären einen niedrigeren Status und keinen Anspruch auf „eine Teilnahme am Staat und an den Heiligtümern“ haben und diesen auch nicht bekommen sollen. Die Sitten der Hetären würden die Macht erhalten, „alles durchzusetzen, was sie wollen“. Außerdem würde die Versorgung der Bürgertöchter gefährdet, „die aus Armut keine Mitgift erhalten können“.
136 Vgl. Pomeroy (1985), 110.
137 Von der berühmten Lais berichtet darüber Athenaeus. Athen. Deipn. 13, 570.
138 Nachdem im vorigen Kapitel deutlich wurde, dass Frauen arbeitend sehr zahlreich in der Öffentlichkeit vertreten waren, soll dieses Kapitel der Frage nachgehen, ob, und in welcher Form Frauen unabhängig von Arbeit in der Öffentlichkeit präsent waren.
139 Vgl. Harich-Schwarzbauer (2000), 162.
140 Vgl. ebenda, 164.
141 Vgl. Kytzler, 27.
142 Specht (1989), 70 geht davon aus, dass die Teilnahme an diversen Bünden, in erster Linie mit einem kultisch-magischen bzw. spirituellen Hintergrund, für Frauen von sozialer Relevanz war.
20
auch partizipierend in der öffentlichen Religion eine den Männern nahezu gleichberechtigte Rolle spielten. 143 Auch Schnurr-Redford betont, man sei sich „der herausragenden Bedeutung der Frauen für die Religion, (...) sehr bewusst“ gewesen. 144 Laut Iwersen sei die Frau aufgrund ihrer Physiologie besonders geeignet erschienen, zur göttlichen Sphäre Kontakt herzustellen. 145
An zahlreichen religiösen Festen nahmen Frauen teil. Viele Feste ließen beide Geschlechter zu, z.B. die Panathenäen, die Eleusinischen Mysterien oder das Dionysosfest; andere Feste, wie die Thesmophorien, wurden sogar ausschließlich von Frauen begangen. 146 Durch die Feste konnten die Frauen einerseits der Hausarbeit entkommen und andererseits mit anderen Frauen verkehren. 147 Als Priesterin konnte ein Frau großes Ansehen erlangen und hatte damit, laut Pomeroy, sogar einen gewissen Einfluss auf das politische Geschehen. 148 Humphreys betont, dass sich gerade hier die eigentliche Benachteiligung der Frauen auch in einen Vorteil umkehren konnte:
Während das Ansehen männlicher Priester aufgrund der Verbindung von religiöser und politischer Würde oft unter übler Nachrede und Angriffen z.B. in Komödien litt, kannten Priesterinnen dieses Problem nicht, da Frauen im politischen Leben keine Rolle spielten. Sie waren in ihrem Amt die „sichtbare Verkörperung eines noblen Aspekts öffentlichen Lebens und die Autorität abseits der Tagespolitik. Eine prominente Priesterin besaß Ansehen nicht nur unter Frauen“. 149
Umstritten ist die Frage, ob Frauen das Theater besuchten, jedoch wird in einigen Quellen, vor allem den Komödien von Aristophanes, erwähnt, dass Frauen unter den Zuschauern sind. 150 Auch Platon setzt voraus, dass Frauen bei dramatischen Aufführungen zugegen gewesen sind. 151 Schuller geht davon aus, dass Frauen getrennt von den Männern
143 Vgl. Souvrinou-Inwood (1996), 114. Anders sieht das Pomeroy (1985), 112. Da der Kultus dem Staat als integraler Bestandteil zugeordnet war, lagen die Entscheidungen und Bestimmungen wieder in den Händen der Männer. Das schränke die Teilhabe der Frauen ein.
144 Vgl. Schnurr-Redford (2000), 132. Reeder (1996), 23 schreibt dazu, dass Frauen ein gewisses Selbstbewusstsein aus den den mächtigen Frauengestalten der Mythen bezogen. Sie hätten sich zwar nicht die Privilegien einer Göttin angemaßt, aber deren hohe Ehrenstellung erinnerte Männer wie Frauen ständig daran, wie hoch die Gesellschaft weibliche Stärken einzuschätzen vermochte. Auch antike Autoren betonen die Bedeutung der Frauen in der Religion. Vgl. Eur. Frag. 494.; Aristoph. Lys. 640-650.
145 Vgl. Iwersen (2002), 66.
146 Die gesamtgesellschaftliche Bedeutung dieses Festes zeigt sich darin, dass auch Männer durch gewisse Verpflichtung hierzu beitragen mussten. Dies verdeutlicht, dass die Frauen hier eine Kultfunktion innehatten, die für die gesamten Polis relevant war. Vgl. Specht (1989), 64.
147 Vgl. Reeder (1996), 22.
148 Vgl. Pomeroy (1985), 113.
149 Humphreys, 105.
150 In Aristoph. Pax 962-967 wird davon ausgegangen, dass Frauen in die Menge geworfene Gerste bekommen können, in Aristoph. Ran. 1049-1052 wird Euripides getadelt, er habe durch seine Stücke Frauen in den Selbstmord getrieben, und in Aristoph. Lys. 1049 werden Männer und Frauen direkt angeredet.
151 Plat. Gorg. 502 d, Leg. 658 a-d, 817 c.
21
saßen 152 und seltener im Theater waren. Da Theateraufführungen kultische Bedeutung hätten und ein Bestandteil des öffentlichen Bereichs waren, wie etwas der Besuch der Volksversammlung, sei es kein Wunder, dass Frauen dort eine eher marginale Rolle spielten. 153
Eine Verpflichtung, der Frauen außer Haus nachgehen mussten, war die Grabpflege. Sie waren dafür verantwortlich, die Gräber von Angehörigen zu schmücken und Gaben dorthin zu bringen. 154 Des weiteren besuchten Sie Heiligtümer, 155 waren als Zuhörer bei öffentlichen Reden, 156 oder gingen einfach zum Spazieren aus dem Haus. 157 Jedoch sollten sich die Frauen mit ihrer schlichten Kleidung und einem gesenkten Blick 158 vor den Augen fremder Männer schützen. Wohin eine Frau auch ging, sie sollte bis zur Unsichtbarkeit unauffällig sein. 159 Ein weißer Teint war attraktiv, zeigte er doch, dass die Frau reich genug war, dass Haus nicht verlassen zu müssen. 160 „Im Hause zu bleiben schickt sich für die edle Frau.“ 161 Dieser Satz verdeutlicht, dass es sich für eine Frau gehörte, vor allem für eine vornehme Frau, ihr Leben möglichst wenig in der Öffentlichkeit zu verbringen, aber es handelte sich dabei nicht um einen Zwang und vermutlich für einen großen Teil der Frauen nicht um die Lebensrealität. Specht geht davon aus, dass sich Frauen nach der Geburt des ersten Kindes, vorzüglich eines Sohnes, weitgehend der Überwachung durch ihren Ehemann entziehen konnte. 162 Laut Reeder wurde den Frauen mehr Freiheit zugestanden, wenn ihre Zeit der Gebärfähigkeit vorbei war. 163
152 Einen Beleg sieht er in der geworfenen Gerste in Aristophanes Frieden, den auch Frauen hätten bekommen können. Das deute darauf hin,. Dass sie nicht gemischt mit den Männern saßen. Vgl. Schuller (1995), 52.
153 . Vgl. Schuller (1995), 63.
154 Vgl. Reeder (1996), 21.
155 Eur. Ion 184-235 schildert Besucherrinnen im Heiligtum von Delphi.
156 Bei der Gefallenenrede des Perikles in Thuk. 2, 44-45 werden sie direkt angesprochen.
157 Bei Plat. Leg. 789 e und Aristot. Pol. 1335 finden sich sogar Aufforderungen zum Spazieren gehen, wenn auch vor allem aus medizinischen Gründen.
158 Eur. Hec. 974-975: „Wo doch die Sitte jeder Frau verwehrt, den Männern offen in das Auge zu sehn.“
159 Vgl. Reeder (1996), 20.
160 Vgl. Pomeroy (1985), 124-125.
161 Eur. Frag. 521. Zitiert nach Schuller (1995), 51.
162 Vgl. Specht (1989), 74.
163 Vgl. Reeder (1996), 21.
22
9. Fazit
Es ist unumstritten , dass Frauen im klassischen Athen in politischer und rechtlicher Hinsicht kaum Rechte besaßen. Schwieriger gestaltet sich die Betrachtung der genaueren Lebensumstände und die Frage nach dem gesellschaftlichen Status, wie durch die Kontroversen in der modernen Forschung zum Ausdruck gebracht wird. Die Aussage Bornemanns etwa, dass die Frau nicht ans Fenster gehen durfte und die Frauengemächer mit Wachs versiegelt wurden, passt sicher nicht in die Lebensrealität der Frauen. 164 Auch wenn es der gehobene Anspruch an eine Frau war, dass man möglichst wenig von ihr sehen und hören solle, zeigen die literarischen und archäologischen Quellen, dass die Frauen sehr wohl ein Leben außerhalb des gynaikon und auch außerhalb des Hauses führten. Die häufige Betonung der Bedeutung der Frau für die Organisation des oikos verdeutlicht, 165 dass dieser nicht funktionsfähig gewesen wäre, wenn die Frau ihre eigenen Räume kaum verlassen hätte. 166 Es bleibt jedoch offen, warum gerade in Athen Frauen noch mehr zurückgesetzt waren als in anderen Poleis dieser Zeit, wo doch gerade Athen als Geburtsstätte der Demokratie galt. Schuller und Wagner sehen die Ursache dafür in der zentralen Rolle des oikos für die athenische Gesellschaft. Für diese wäre nicht der Zusammenschluss von Individuen, sondern von Personenverbänden charakteristisch gewesen. Diese Organisationsform gab es zwar auch in anderen Poleis, in Athen aber wäre sie besonders intensiv praktiziert worden. Zugespitzt formuliert gehen sie davon aus, dass der oikos durch stark hierarchische Strukturen zu Lasten der Frauen geschützt werden sollte. 167
Doch kann man aus einer räumlichen und „arbeitsspezifischen“ Trennung auch eine generelle Wertung schließen? Frauen werden sicher als Vermittlerinnen zwischen ihren Ehemännern und Verwandten eine Rolle gespielt haben und konnten auf diesem indirektem bzw. informellen Wege Einfluss ausüben. 168 Schnurr-Redford betont dagegen eine
164 Bornemann (1980), 204.
165 Vgl. Fußnote 109.
166 Schnurr-Redford (1996), 71 gibt zu bedenken, dass die Belege, die zur Eingeschlossenheit der Frau in Athen herangezogen werden, meistens aus der Tragödie und dem Gerichtswesen stammen. Sie werden meist zur Untersuchung der Situation der Oberschichtfrauen verwendet. In der Komödie tritt uns meistens die unbegüterte Frau entgegen. Die widersprüchlichen Aussagen der Literatur stünden für die Konflikte in der Realität. Diese sozialen Grenzlinien bezeichneten nicht nur die Verhältnisse in der Oberschicht im Gegensatz zu den weniger begüterten Schichten, sondern sie stünden auch für die metaphorische Barriere zwischen Ideal und Wirklichkeit hinsichtlich der angestrebten Lebensformen. Schnurr-Redford betont, dass für die meisten Athenerinnen die sozialen Bedingungen, von denen die attische Komödie oftmals indirekt Zeugnis ablegt, gegolten hätten.
167 Vgl. Schuller (1995), 61-62; Wagner, 191.
168 Laut Plut. Mor. 1a 2 soll Diophantos, der Sohn des Themistokles geäußert haben: „Denn was ich will, will auch meine Mutter, und was mein Mutter will, das will auch Themistokles“.
23
Fremdheit zwischen Mann und Frau. Diese drücke zwar nicht Verachtung, sondern eher eine gegenseitiges Desinteresse aneinander als sozialem Partner aus. 169 Gerade in der Beziehung als Ehepartner haben Mann und Frau sich aber auch Wertschätzung und Respekt entgegen gebracht. Dies taten sie sowohl als wirtschaftliche wie auch als freundschaftliche Partner, die sich gegenseitig brauchten. 170 Diese Wertschätzung der Frau lässt sich durchaus auf ihren gesellschaftlichen Status übertragen. Deutlich wird dies beispielsweise in einem Trostbrief Plutarchs an seine Frau, den er ihr anlässlich des Todes ihrer Tochter schreibt. Plutarch lobt ihre sozialen Qualitäten und ihre Bescheidenheit. Selbst wenn dies gerade solchen Eigenschaften entspricht, die das eher patriarchalische Frauenbild der athenischen Bürgerschaft vorgab, kommt hier die gesamtgesellschaftliche Bedeutung und Anerkennung von Frauen dennoch zum Ausdruck. „Durch deine Genügsamkeit in körperlicher Beziehung und deinen bescheidenen Ansprüchen an das Leben hast du allen Philosophen, die in unserem Hause freundschaftlich verkehrten, die höchste Achtung eingeflößt, wie es denn auch unter unseren Mitbürgern keinen gibt, der nicht seine Freude hätte an deiner Schlichtheit, wenn er dich bei Festen, Opfern und Schauspielen beobachtet.“ 171
Im selben Brief zeigt sich ebenfalls, dass Plutarch - unabhängig vom Geschlecht - ein inniges Verhältnis zu seinen Kindern pflegte. So bekundet er die Freude über seine Tochter, die ihm nach der Geburt von vier Söhnen „besonders willkommen war“ und äußert, dass der Reiz „in der Liebe zu einem so jungen Wesen überhaupt“ liege. 172 Auch zahlreiche Grabsteine weniger bekannter Personen drücken eine innige Beziehung zwischen Ehepartnern, 173 beziehungsweise der ganzen Familie aus. 174
Die Frauen waren zwar rechtlich deutlich zurückgesetzt 175 und wurden oft als der schwächere Charakter betrachtet, aber sie hatten durchaus soziales Ansehen. 176 Schnurr-Redford
169 Vgl. Schnurr-Redford (1996), 63.
170 Xen. Oik. 7,28: „Durch die Tatsache aber, dass beider Natur nicht für alles gleich gut begabt ist, eben deshalb bedürfen sie einander noch mehr, und deswegen ist ihre Verbindung noch nützlicher für sie: Was dem einen Partner fehlt, das bietet der andere.“
171 Plut. Moralia 608,5.
172 Plut. Moralia 608,2.
173 Grabinschrift aus Piräus, ca. viertes bis drittes Jahrhundert v. Chr.: „In diesem Grabe liegt Chairestrate. Als sie noch lebte, wurde sie von ihrem Gatten geliebt. Als sie starb, weinte er um sie.“ Zitiert nach Pomeroy (1985), 137.
174 Grabinschrift aus Athen, 380 v. Chr.: „Mnesarete, Tochter des Sokrates. Diese hinterließ den Gatten und die Brüder und der Mutter Klagen und ein Kind und den nie endenden Ruhm großer Tugend. Hier besitzt die an die Grenze aller Tugend Gelangte, Mnesarete, Persephones Gemach.“ Zitiert nach Patzek, 138.
175 Schuller (1995), 64 geht davon aus, dass es schon damals durchaus bewusst war, dass Frauen brenachteiligt wurden.
176 Aristot. Oik. 3,1,3 schreibt, dass der Mann, auch wenn er der Frau überlegen ist, sie doch mit Respekt behandeln und sich ihr in „würdiger Art nähern“ soll.
24
betont, dass in der Zeit des klassischen Athens nicht Begriffe wie Liebe oder ähnliches vorgeherrscht hätten. 177 Sowohl an die Frauen als auch an die Männer wurde der Anspruch gestellt, die von ihnen erwartete soziale Rolle zu erfüllen. Dabei sollte die Frau den oikos bewirtschaften und den Nachwuchs gebären, während der Mann als Versorger, Beschützer und als die Person, die sich um die politisch-öffentlichen Belange kümmert, seinen Verpflichtungen nachkommen musste. Dass es bestimmte Ansprüche an Frauen gab, aber das Ansehen letztlich vom Einzelfall abhängt, verdeutlicht letztlich Euripides: “Es gibt nichts schlimmeres als eine schlechte Frau und nichts besseres als eine gute. Es sind zwei verschiedene Naturen.“ 178
177 Schnurr-Redford (1996), 61, 66 geht davon aus, dass die Athener und Athenerinnen mehr ihren bäuerlich geprägten Traditions- und Verhaltensmustern verpflichtet waren, als dem, was man heute als bürgerlichromantische Liebe benennt.
178 Eur. Frag. 494.
25
10. Quellen- und Literaturverzeichnis
10.1. Quellen
- Aeschines: Against Timarchos, hrsg. und übersetzt von Nick Fisher, New York 2001 (=Clarendon Ancient History Series).
- Aristophanes: Sämtliche Komödien, Bd.1, übertragen von Ludwig Seeger, Zürich 1952.
- Aristophanes: Sämtliche Komödien, Bd.2, übertragen von Ludwig Seeger, Zürich 1953.
- Aristophanes: Ekklesiazusae (Frauen in der Volksversammlung), übersetzt von Dieter Bremer und Niklas Holzberg, Stuttgart 2004.
- Aristoteles: Eudemische Ethik, übersetzt und kommentiert von Franz Dirlmeier, Berlin 1979.
- Aristoteles: Oikonomika, übersetzt von Renate Zoepffel, Darmstadt 2006.
- Aristoteles: Politik 1. Über die Hausverwaltung und die Herrschaft des Herrn über Sklaven, übersetzt und erläutert von Eckart Schütrumpf, Darmstadt 1991.
- Aristoteles: Politik 4, übersetzt und eingeleitet von Eckart Schütrumpf Darmstadt 1996.
- Aristoteles: Politik 7. Über die beste Verfassung, übersetzt und erläutert von Eckart Schütrumpf, Darmstadt 2005.
- Aristoteles, Rhetorik, hrsg., übertragen und erläutert von Paul Gohlke, Paderborn 1959.
- Athenaeus Deipnosophistae, übersetzt ins Englische von Charles Burton Gulick, Cambridge 1959.
- Demosthenes: Private orations Bd. 4, übersetzt ins Englische von A.T. Murray, Cambridge 1958.
- Demosthenes: Private orations Bd. 5, übersetzt ins Englische von A.T. Murray, Cambridge 1956.
- Demosthenes: Private orations, Bd. 6, übersetzt ins Englische von A.T. Murray, Cambridge 1956.
- Demosthenes: Antiphon, „Gegen die Stiefmutter“ und Apollodoros, „Gegen Neaira“ (Demosthenes 59). Frauen vor Gericht, eingeleitet, hrsg. und übersetzt von Kai Brodersen, Darmstadt 2004.
- Euripides: Werke in drei Bänden, 2. Bd., übersetzt von Dietrich Ebener, Berlin, Weimar 1966.
- Euripides: Sämtliche Tragödien und Fragmente. Griechisch-Deutsch, Bd 2, übersetzt von Ernst Buschor, hrsg. von Gustav Adolf Seeck, München 1972.
- Euripides: Fragmente, übersetzt und herausgegeben Von Gustav Adolf Seeck, München 1981.
- Euripides: Werke in drei Bänden, Erster Band, übersetzt von Dietrich Ebener, Berlin, Weimar 1966.
- Euripides: Werke in drei Bänden, Zweiter Band, übersetzt von Dietrich Ebener, Berlin, Weimar 1966.
- Euripides: Griechische Tragödien, Bd.1, übersetzt von Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff, 3. Aufl., Berlin 1901.
- Herodotus: Books V-VII, with an english Translation by A.D. Godley, London, Cambridge 1963.
- Hesiod: Opera et dies (Werke und Tage), übersetzt von Thassilo von Scheffer, Wiesbaden 1947.
- Isaios, Rede 2. Über Menekles Erbe, übersetzt von Karl Münscher, Münster o.J.
26
- Nepos, Cornelius: Lateinisch-Deutsch, hrsg. von Gerhard Wirth, Amsterdam 1994.
- Platon: Die Gesetze, übersetzt von Rudolf Rufener, Zürich und München 1974.
- Platon: Werke das Aufstiegs, Bd. 2, übersetzt von Rudolf Rufener, Zürich 1948.
- Platon: Der Staat, übersetzt von Rudolf Rufener, Düsseldorf, Zürich 2003.
- Platon: Menon. Griechisch und deutsch mit kritischen und erklärenden Anmerkungen, hrsg. Von Wilhelm Wagner, Leipzig 1851.
- Plutarch: Grosse Griechen und Römer, Bd 1, eingeleitet du übersetzt von Konrat Ziegler, Zürich 1954.
- Plutarch: Grosse Griechen und Römer, Bd 2, eingeleitet du übersetzt von Konrat Ziegler, Zürich 1955.
- Plutarch: Moralische Schriften, Bd. 1, übersetzt von Otto Apelt Leipzig 1926.
- Plutarch: Moralische Schriften. Bd. 2, übersetzt von Otto Apelt, Leipzig 1926.
- Plutarch: Biographien des Plutarchs. Erster Teil, mit Anmerkungen von J.F.S. Kaltwalser, Wien, Prag 1805.
- Sophokles: Aias, übersetzt von K.W.F. Solger, in: Griechische Tragiker, hrsg. von Wolf Hartmut Friedrich, München 1961.
- Theophrast: Charaktere, übersetzt von Horst Rüdiger, Bremen o.J.
- Thukydides: Geschichte des Peloponnesischen Krieges, übersetzung von Georg Peter Landmann, Zürich, München 1991.
- Xenophon: Oikonomikos, übersetzt von Klaus Meyer, Marburg 1975.
- Xenophon: Lakedaimonion Politeia, hrsg. und übersetzt von Stefan Rebenich, Darmstadt 1998.
27
10.2. Literatur
Angel (1975) Angel, Lawrence John: Paleoecology, Paleodemography and Health, in: Polgar, Steven (Hrsg.): Population, ecology, and social evolution, The Hague; Mouton 1975, S. 167 - 190. Arthur (1984) Artuhr, Marilyn: The Origins of the Western Attitude Toward Women, in: Peradotto, John; Sullivan, J.P.: Women in the Ancient World. The Arethusa Papers, Albany 1984, 7-58. Bornemann (1980) Bornemann, Ernest: Das Patriarchat. Ursprung und Zukunft unseres Gesellschaftssystems, Frankfurt am Main 1980. Foucault (1989) Foucault, Michel: Der Gebrauch der Lüste. Sexualität und Wahrheit, Bd.2 (Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft, 717), Frankfurt am Main 1989. Harich-Schwarzbauer (2000) Harich-Schwarzbauer, Henriette: Philosophinnen, in: Späth, Thomas; Wagner-Hasel, Beate (Hrsg.): Frauenwelten in der Antike. Geschlechterordnung und weibliche Lebenspraxis, Stuttgart 2000. 162-174. Hartmann (2000a) Hartmann, Elke: Heirat und Bürgerstatus in Athen, in: Späth, Thomas; Wagner-Hasel (Hrsg.): Frauenwelten in der Antike. Geschlechterordnung und weibliche Lebenspraxis, Stuttgart 2000, 16-31. Hartmann (2000b) Hartmann, Elke: Hetären im klassischen Athen, in: Späth, Thomas; Wagner-Hasel, Beate (Hrsg.): Frauenwelten in der Antike. Geschlechterordnung und weibliche Lebenspraxis, Stuttgart 2000, 377-394. Humphreys (1996) Humphreys, Sally. C.: Frauengeschichten, in: Reeder, Ellen (Hrsg.): Pandora. Frauen im klassischen Griechenland. Ausstellungskatalog, Mainz 1996, 102 -110. Hupperts (2004) Hupperts, Charles: Eros hat mir die Seele erschüttert. Sexualität bei den Griechen, in: Vilsteren, Vincent van; Weiss, Rainer-Maria: 100.000 Jahre Sex. Über Liebe, Fruchtbarkeit und Wollust (=Archäologische Beiträge, 3), Zwolle 2004, 18-29. Iwersen (2002) Iwersen, Julia: Die Frau im Alten Griechenland. Religion, Kultur, Gesellschaft, Düsseldorf, Zürich 2002. Kornemann (1954) Kornemann, Ernst: Grosse Frauen des Altertums. Im Rahmen zweitausendjährigen Weltgeschehens, Wiesbaden 1954. Kurtz, Boardmann (1971) Kurtz, Donna C.; Boardmann, John: Greek Burial Customs, Ithaca, New York 1971. Kytzler (2005) Kytzler, Bernhard: Frauen der Antike, Von Aspasia bis Zenobia, Düsseldorf 2005 (3. Aufl.). Lissarrague (1993) Lissarrague, François: Frauenbilder, in Duby; Georges u.a.: Geschichte der Frauen, Bd. 1. Die Antike, Frankfurt am Main 1993, 177-254. Oakley (1996) Oakley, John H.: Hochzeitliche Nuancen: Hochzeitliche Bildelemente in nicht-hochzeitlichen mythologischen
28
Szenen, in: Reeder, Ellen (Hrsg.): Pandora. Frauen im klassischen Griechenland. Ausstellungskatalog, Mainz 1996, 63-73. Patzek (2000) Patzek, Barbara (Hrsg.): Quellen zur Geschichte der Frauen. Band 1. Antike (Universal-Bibliothek, Nr. 17022), Stuttgart 2000.
Pomeroy (1985) Pomeroy, Sarah B.: Frauenleben im klassischen Altertum(Kröners Taschenausgabe Band 461), Stuttgart 1985. Reeder (1996) Reeder, Ellen: Frauen und Männer im klassischen Griechenland, in: Reeder, Ellen (Hrsg.): Pandora. Frauen im klassischen Griechenland.
Ausstellungskatalog, Mainz 1996, 20-31. Reeder, Ellen (Hrsg.): Pandora. Frauen im klassischen Griechenland. Ausstellungskatalog, Mainz 1996. Schnurr-Redford (1996) Schnurr-Redford, Christine: Frauen im klassischen Athen. Sozialer Raum und reale Bewegungsfreiheit (=Antike in der Moderne), Berlin 1996. Schnurr-Redford (2000) Schnurr-Redford, Christine: Weissagung und Macht: Die Pythia, in: Späth, Thomas; Wagner-Hasel, Beate (Hrsg.): Frauenwelten in der Antike.
Geschlechterordnung und weibliche Lebenspraxis, Stuttgart 2000, 132-146. Schuller (1995) Schuller, Wolfgang: Frauen in der griechischen und römischen Geschichte (=Konstanzer Bibliothek, Bd. 25), Konstanz 1995. Souvrinou-Inwood (1996) Souvrinou-Inwood, Christiane: Männlich und weiblich, öffentlich und privat, antik und modern, in: Reeder, Ellen (Hrsg.): Pandora. Frauen im klassischen Griechenland. Ausstellungskatalog, Mainz 1996, 111-120. Späth (2000) Späth, Thomas; Wagner-Hasel, Beate (Hrsg.): Frauenwelten in der Antike. Geschlechterordnung und weibliche Lebenspraxis, Stuttgart 2000. Specht (1989) Specht, Edith: Schön zu sein und gut zu sein. Mädchenbildung und Frauensozialisation im antiken Griechenland (=Reihe Frauenforschung. Bd. 9), Wien 1989. Wagner (1982) Wagner, Beate: Zwischen Mythos und Realität. Die Frau in der frühgriechischen Gesellschaft, Frankfurt am Main 1982. Wagner-Hasel (2000) Wagner-Hasel, Beate: Die Reglementierung von Traueraufwand und die Tradierung des Nachruhms der Toten in Griechenland, in: Späth, Thomas; Wagner-Hasel (Hrsg.): Frauenwelten in der Antike. Geschlechterordnung und weibliche Lebenspraxis, Stuttgart 2000, 81-101. Wilamowitz-Moellendorff Wilamowitz-Moellendorff von, Ulrich u.a.: Staat und (1923) Gesellschaft der Griechen und Römer bis zum Ausgang des Mittelalters, Leipzig 1923.
Arbeit zitieren:
Sara Lohoff, 2007, Die Stellung der Frau im klassischen Athen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Ehrungen Caesars – Eigener Wille oder Aufoktroyierung ?
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Hausarbeit, 14 Seiten
Der Aufstieg der NSDAP in den Wahlen ab 1928
Der Aufstieg im Freistaat Olde...
Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik
Hausarbeit, 18 Seiten
Die Parteien der Weimarer Republik
Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik
Referat / Aufsatz (Schule), 16 Seiten
Gewalt und gewaltpräventive Maßnahmen im schulischen Bereich
Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
Seminararbeit, 26 Seiten
Lehrprobe für 6. Klasse Gymnasium: "Der Kriegerstaat Sparta"
Unterrichtsentwurf, 7 Seiten
Einführung und Verbreitung des...
Bachelorarbeit, 36 Seiten
Artikel 24 der DDR Verfassung Arbeitsmarktpolitik / Vollbeschäftigung
Anspruch und Wirklichkeit
Hausarbeit, 13 Seiten
Schulversagen - Entwicklung, Ursachen, Effizienz und Präventions-/Inte...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Die Inflation 1914 - 1923 - Gewinner und Verlierer
Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik
Seminararbeit, 18 Seiten
Leistungsbeurteilung in der Sekundarstufe II: Das Abitur
Hausarbeit (Hauptseminar), 18 Seiten
Anakyklosis - Der Kreislauf der Verfassungen im 6. Buch des Polybios
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Hausarbeit (Hauptseminar), 18 Seiten
Rechtsextremismus in der Weimarer Republik
Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik
Referat / Aufsatz (Schule), 5 Seiten
Die Frau im demokratischen Athen
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Hausarbeit, 18 Seiten
Bildungssysteme in Deutschland und in Ungarn
Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
Hausarbeit (Hauptseminar), 31 Seiten
Bilingualism and Bilingual Education in the United States of America
Amerikanistik - Kultur und Landeskunde
Hausarbeit, 31 Seiten
Parteiensystem der Weimarer Republik
Politik - Politische Systeme - Historisches
Hausarbeit, 15 Seiten
Lizenzpresse (1945 - 1949) und Marktzutrittsphase (1949 - 1954)
Medien / Kommunikation - Mediengeschichte
Hausarbeit, 35 Seiten
Das Konzil von Clermont 1095 als Ausgangspunkt des Ersten Kreuzzuges
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 20 Seiten
Sara Lohoff hat den Text Die Stellung der Frau im klassischen Athen veröffentlicht
Sara Lohoff hat einen neuen Text hochgeladen
Die Stellung des Vermessungsingenieurs im Europarecht
Der Geometer: Im Spannungsfeld...
Martin Henssler, Matthias Kilian
Urkunden und Urkundenformulare im Klassischen Altertum und in den orie...
Raif Georges Khoury
C Flament
Violent Acts and Violentization: Assessing, Applying and Developing Lo...
L. Athens, J. T. Ulmer, Lonnie Athens
0 Kommentare