Darstellungsmittel, indem typische, wesentliche Faktoren gesteigert hervorgehoben werden um die Unterschiede zur Realität stärker zu verdeutlichen. Ohne idealisierenden Maßstab ist die empirische Realität wissenschaftlich schwer zu fassen und hypothetisch einzuordnen. Für Weber sind idealtypische Darstellungen aber weder ein reales Abbild der Wirklichkeit, Entwicklungsziel oder Durchschnitt realer Faktoren 1 , sondern einzig ein Idealbild zur Veranschaulichung der Realität. Weiterhin ist laut Weber das Ziel einer idealtypischen Begriffsbildung nicht die Aufstellung allgemeingültiger Normen. Idealtypen dienen als Mittel der Erkenntnis, welche ohne vorgegebenes Ziel, sich die idealisierendes Begriffe dem steten Wandel der gesellschaftlichen Verhältnisse unterwerfen.
Auch eine Hypothese ist der Idealtyp bei Weber nicht, kann aber als Mittel zur Hypothesenbildung herangezogen werden. Hierbei merkt Weber an, dass bei der Konstruktion von Idealtypen auf innere Logik und Nachvollziehbarkeit zu achten sei. So werde eine kulturelle Transferierbarkeit idealtypischer Modelle über Kulturgrenzen hinweg leichter ermöglicht. Das Modell der Idealtypen kann für Weber in den verschiedensten Bereichen Anwendung finden (Geschichtswissenschaften, in der Analyse von politischen oder wirtschaftlichen Systemen etc.). Wichtig sei bei der Analyse nur zu verstehen, dass der Idealtyp nur als Vergleichswerkzeug dienen kann und dass nicht die beobachteten Phänomene dem Bild des Idealtypus angepasst werden. Der Idealtypus und die Geschichte (bzgl. der Begriffsbildung in den Geschichtswissenschaften) dürften nicht miteinander verwechselt werden (Weber 1904:209). Geschichte sei in einer ständigen Entwicklung begriffen und Idealtypen müssten deshalb ständig neu konstruiert werden.
In der Praxis wirft die Technik des Idealtypus verschiedene nicht unproblematische Fragen auf. Nach der Konstruktion des Idealtypus ist Aufgabe des Wissenschaftlers der Vergleich, wie nah oder fern die Wirklichkeit der Idealtypus ist. Diese Differenz zwischen Idealtyp und „Wirklichkeit“ ermöglicht dann konkrete Fragestellungen, die mit anderen idealtypischen Zusammenhängen verglichen werden können und ggf. zu einer Antithese führen.
Allerdings löst der Idealtypus nicht das Problem der Subjektivität in den Sozialwissenschaften auf, sondern verlagert es. Denn die Subjektivität setzt bereits
1 Vgl. Weber 1904:191 und hierzu vergleichend den von Weber formulierten Gattungsbegriff auf S. 202.
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Arbeit zitieren:
B.A. Philipp Appel, 2004, Was versteht Weber unter "Idealtypen"?, München, GRIN Verlag GmbH
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