Fachbereich VI: Integrierter Studiengang Wirtschaftswissenschaft
Prüfungsgebiet: Volkswirtschaftslehre
Vorgelegt von: Bastian Valentin Müller
Abgabedatum: 11.10.2002
Inhalt
Inhalt 2
Abk ürzungsverzeichnis 3
1 Problemfeld 4
2. Klassische Ansätze zur Messung gesellschaftlicher Wohlfahrt 6
3. Ergänzende und alternative Systeme zur Messung gesellschaftlicher 7
Wohlfahrt
3.1 Verbindungsansätze - Erweiterung der VGR 7
3.1.1 Umweltökonomische Gesamtrechnung (UGR) 7
3.1.2 Umweltsatellitensysteme 9
3.2 Das System der Nachhaltigkeitsindikatoren 10
3.2.1 Kriterien für Nachhaltigkeitsindikatoren 10
3.2.1.1 Aufgaben und Funktionen 11
3.2.1.2 Verschiedene Indikatortypen 12
3.3 Wesen/Ansätze für Indikatoren 13
3.3.1 Beispiele für Indikatorensysteme 14
3.3.2 Der deutsche Umweltindex (DUX) 15
4. Diffizile Begrenzungen bei der Operationalisierung ökologischer Ziele 16
4.1 Verschiedene Einflussebenen und Strömungen der Operationalisierung 17
4.1.1 Determinierende Ideologien auf wirtschaftlicher Ebene 17
4.1.2 Determination durch soziale Bereiche 19
4.2 Kritik monofaktorieller Lösungsansätze 19
5. Fazit 21
Literaturverzeichnis 23
Internetadressen 24
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Abkürzungsverzeichnis
Art. Artikel BIP Bruttoinlandsprodukt BSP Bruttosozialprodukt bzw. beziehungsweise CSD United Nations Commission of Sustainable Development Etc. et cetera EU Europäische Union evtl. eventuell ha Hektar i.B. in Bezug i.R.d. im Rahmen der/des MIPS Materialinputs pro Service-Einheit NGO Nicht-Regierungs-Organisation/en NIP Nettoinlandsprodukt OECD Organization for Economic Cooperation and Development o.g. oben genannten SEEA System for Integrated Environmental Accounting SERIEE
s.o. siehe oben u.a. und andere/en UGR Umweltökonomische Gesamtrechnung UN United Nations UNEP United Nations Environment Programme usw. und so weiter vgl. vergleiche vs. versus VGR Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung z.B. zum Beispiel z.T.
z.Z. 3
1. Problemfeld
Nicht zuletzt durch die wachsende Brisanz von Umweltproblemen in der öffentlichen Wahrnehmung ist eine Diskussion um die praktischen Möglichkeiten einer erfolgreichen Implementierung bzw. Operationalisierung des Leitbilds Nachhaltigkeit / einer nachhaltigen Entwicklung angeregt worden. Aller Einsicht steht aber ein mangelndes Wissen um eine erfolgreich umzusetzende Implementierung/Operationalisierung gegenüber. Zu konstatieren ist an dieser Stelle jedoch, dass die Umweltproblematik von Wissenschaftlern und Politikern durchaus unterschiedlich bewertet wird. Während Vertreter eines Öko-Optimismus (vgl.: Maxeiner, Miersch: 1996, Lomberg: 2001; siehe auch: Becker-Boost: Wachstum ohne Grenzen. Wien 2001 etc.) die Einschätzung der Bedrohung natürlicher Systeme z.T. für weit überzogen halten, sehen andere die Zerstörung natürlicher Lebensgrundlagen als so weit fortgeschritten an, dass eine Ökokatastrophe nicht mehr zu verhindern sei (siehe hierzu: Taylor: The Doomsday Book. London 1970 etc.). Das Missverhältnis zwischen einem akuten Entscheidungsbedarf und der faktischen Untätigkeit bzw. Ratlosigkeit vieler Entscheidungsträger reflektiert die vorhandenen Unsicherheiten nur zu deutlich. Konzeptuelle Ansätze bleiben, sofern vorhanden, zumeist auf einzelne Handlungsfelder, wie z.B. die Klimapolitik beschränkt. Auch wenn die EU-Länder in der letzten Zeit peu á peu nationale Nachhaltigkeitsstrategien vorlegen - welche später auf Kommissionsebene zusammengebunden werden sollen (siehe hierzu: EU-White-Paper) - sind einheitliche (nationale/internationale) Grundlagen zur Erstellung von relevanten Indikatoren- und dadurch Zielfindungssystemen auf deren Basis strategische Nachhaltigkeitsumsetzungskonzepte aufzubauen wären, nur bedingt zu finden.
Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über vorhandene Systeme und Ansätze zur Messung gesellschaftlicher Wohlfahrt im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung zu geben. Eine Darstellung aller akkumulierten Modelle kann in diesem beengten Rahmen sicherlich nicht erfolgen. Vielmehr soll hier über eine selektive Darstellung verschiedener Systeme ein mögliches Instrument gefunden werden, welches einer Operationalisierung des Leitbildes einer „Nachhaltigen Entwicklung“ dienen kann. In diesem Zusammenhang soll im Folgendem unter einer „Nachhaltigkeit Entwicklung“ ein Entwicklungsprozess verstanden werden,
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der für heutige und künftige Generationen ökologische, ökonomische und sozialkulturelle Interessen im Rahmen der Tragfähigkeit einer jeweilig relevanten Umwelt sichert/sichern soll. Unter zuvor genannter „relevanter Umwelt“ sollen folgend immer auch die Beziehungen zur Gesamtheit der Umwelten gemeint sein, bzw. Beachtung finden. Lokale, regionale aber auch nationale und globale Interessen, als Bestandteil dieser Umwelten, müssen mit den jeweilig konkurrierenden Interessen (inter- und intragenerative, ökologische etc.) abgeglichen werden. Da hier davon ausgegangen wird, dass für verschiedene Räume und differente Akteure eigenständige Lösungsansätze entworfen werden müssen, soll über o.g. Darstellungen der Versuch unternommen werden, relevante/vorhandene Indikatoren(-systeme) und deren
Operationalisierungsmöglichkeiten / -hemmnisse in Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung kritisch zu skizzieren.
Des weiteren wird davon ausgegangen, dass mit der Verabschiedung der „Agenda 21“ durch 178 Staaten auf der UN-Konferenz „Umwelt und Entwicklung“ 1992 in Rio de Janerio eine Verpflichtung zur nachhaltigen Entwicklung (sustainable Development siehe hierzu: UN Report of the Nations conference on Environment and Development, 1992) besteht. Bezogen auf das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland, der in dieser Arbeit das Hauptaugenmerk zukommen soll, durch Art. 20a GG und Art. 6 EGV verpflichtend ratifiziert, auch wenn es gerade bei inhaltlichen Fragen stark differente Standpunkte gibt. Zudem wird in dieser Arbeit den transdisziplinären Ansätzen der Ökologischen Ökonomik gefolgt, die es z.Z. erfordern über rein ökonomische Themenbereiche hinaus Erläuterungen anzufügen.
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2. Klassische Ansätze zur Messung gesellschaftlicher Wohlfahrt
Traditionell wurde versucht, mittels der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR), eine Aussage über die Wohlfahrt einer Volkswirtschaft zu treffen. Dieses, durch Ökonomen wie Keynes, Leontief, Clark u.a., (weiter-)entwickelte (kreislaufanalytische Grundlagen sind zurückzuführen auf F. Quesnay) Instrument erfasst per annum die produzierten Güter und Dienstleistungen einer Volkswirtschaft. Da nach der Theorie, durch Konsumption dieser Leistungen (Güter und Dienstleistungen) in gleicher Höhe Einkommen (entspricht: Werte der Güter plus Löhne plus Gewinne) entstehen, lassen sich Prognosen über eine potentielle Nachfrage erstellen und dementsprechend Aussagen über die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft ableiten. Betrachtet man die VGR als ein Zentralmodell zur Erklärung wirtschaftlicher Realität, so stellt sie ein Hilfsmittel dar, um Entwicklungen zu messen und implizit zu kontrollieren und steuern. (siehe Mankiw, 2001) Dementsprechend hat die VGR eine deskriptive und eine handlungsleitende Funktion. Die VGR stellt der letzteren Funktion einen breiten Fundus an Daten für die antizyklische Konjunkturpolitik, Beschäftigungspolitik, Währungspolitik etc. zur Verfügung. Methodische Unzulänglichkeiten lassen sie aber als Messgröße für die Wohlfahrt einer Gesellschaft als nicht geeignet erscheinen, da die Daten, welche in die VGR einfließen, Ergebnis anthropogener Nutzung der Umwelt mit seinen Folgen darstellen. So kommt es zu Rückkopplungen in den Funktionsbereichen der VGR, welche gar nicht oder falsch erfasst werden. Bei einer Analyse der Ergebnisse der VGR, hier soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Grundlage genommen werden (siehe hierzu Mankiw, 2001), lassen sich folgende Schwachpunkte analysieren, welche die Brauchbarkeit der VGR zur Wohlstandsmessung hinterfragen/anzweifeln. Denn das BIP sagt nichts über:
• Die quantitative und qualitative Verteilung des Einkommens (wer und wie
viel)
• Die Qualität der Erzeugung (z.B. Arbeitszeit, Lebensqualität)
• Die Produkte die erzeugt werden (mittlere Nutzungsdauer,
Bildungseinrichtungen, Militärausstattung etc.)
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Arbeit zitieren:
Bastian Müller, 2002, Kritische Betrachtung alternativer gesamtwirtschaftlicher Bewertungssysteme im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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