Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis. I
Tabellenverzeichnis. II
Abkürzungsverzeichnis III
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Gang der Untersuchung 2
2. Begriffliche Grundlagen 3
2.1 Immaterielle Werte. 3
2.2 Humankapital. 6
3. Bilanzierungsfähigkeit von Humankapital 7
3.1 Bilanzierung nach HGB 7
3.1.1 Grundsätze der Bilanzierung 7
3.1.2 Ansatzfähigkeit von Humankapital als Vermögensgegenstand. 8
3.1.3 Weitere Bilanzierungsmöglichkeiten. 10
3.2. Bilanzierung nach IFRS 12
3.2.1 Bilanzierung von Humankapital nach IAS 38. 12
3.2.2 Weitere Bilanzierungsmöglichkeiten. 16
3.3 Notwendigkeit der ergänzenden Berichterstattung. 17
4. Humankapital in der Berichterstattung. 23
4.1 Derzeitiger Stand der Berichterstattung. 23
4.2 Formen der Darstellung von Humankapital in der
Berichterstattung. 25
4.2.1 Systematisierung der Ansätze 25
4.2.2 Überblick wichtiger Verfahren. 29
4.2.3 Eignung der Verfahren zur externen Darstellung von
Humankapital 32
5. Zusammenfassung und Ausblick. 36
Literaturverzeichnis 38
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Markt-Buchwert-Relation im Zeitablauf
Abb. 2: Kategorisierung immaterieller Werte.
Abb. 3: Handelsrechtliche Aktivierungskonzeption.
Abb. 4: Abgrenzung Firmenwert - immaterielle Werte.
Abb. 5: Aktivierung immaterieller Werte nach IAS 38.
Abb. 6: Aktivierung selbsterstellter immaterieller Werte nach IAS 38
Abb. 7: Bewertungskategorien nach North/Probst/Romhardt.
Abb. 8: Bewertungskategorien nach Sveiby.
Abb. 9: Bewertungskategorien nach Scholz/Stein/Bechtel.
Abb. 10: Bewertungskategorien im Vergleich.
Abb. 11: Wissensbilanzmodell des Arbeitskreises Wissensbilanz
Seite I
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Meinungsstand zur Aktivierung von Spielerwerten 9
Tabelle 2: Aktivierungsmöglichkeiten für Humankapital nach HGB
und IFRS. 17
Tabelle 3: Möglichkeiten zur verbesserten Darstellung von
Humankapital in der externen Berichterstattung. 19
Tabelle 4: Empirische Studien zur externen Berichterstattung. 24
Tabelle 5: Market Capitalization Methods. 29
Tabelle 6: Return on Assets Methods. 30
Tabelle 7: Direct Intellectual Capital Methods 30
Tabelle 8: Scorecard Methods. 31
Tabelle 9: Berichterstattung zu Humankapital 35
Seite II
Abkürzungsverzeichnis
a.A. anderer Ansicht Abb. Abbildung Abs. Absatz ARCS Austrian Research Centers Seibersdorf BFH Bundesfinanzhof BilReG Bilanzrechtsreformgesetz bzw. beziehungsweise DJIA Dow Jones Industrial Average DRS Deutscher Rechnungslegungsstandard DRSC Deutsches Rechnungslegungs Standards Committee EStR Einkommensteuerrichtlinie EU Europäische Union GoB Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung GuV Gewinn- und Verlustrechnung HGB Handelsgesetzbuch IAS International Accounting Standards i.d.R. in der Regel IDW Institut der Wirtschaftsprüfer i.e.S. im engeren Sinne IFRS International Financial Reporting Standards i.V.m. in Verbindung mit m.w.N. mit weiteren Nachweisen o.Jg. ohne Jahrgang ROA Return on Asset z.B. zum Beispiel
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Bilanzierung von Humankapital: Stand der Forschung und kritische Analyse
1. Einleitung 1.1 Problemstellung
Zur Zeit vollzieht die Gesellschaft einen Wandel von der Industriegesellschaft zu einer Dienstleistungs- und Hochtechnologiegesellschaft. Dieser Wandel bedingt eine zunehmende Bedeutung immaterieller Werte, wie
Humankapital, Rechte oder Marktpositionen, als Wertpotenzial für die Zu- 1 kunft der Unternehmen.
Die Konsequenz ist, dass der Anteil an materiellen Vermögenswerten am Gesamtwert des Unternehmens, insbesondere in Dienstleistungs- und Technologieunternehmen, zunehmend geringer wird. Diese sind jedoch der Hauptgegenstand der Bilanzierung. Dies führt zwangsläufig dazu, dass Marktkapitalisierung und Bilanzwert von Unternehmen zunehmend diver- 2 Anschaulichlässt sich diese Tendenz nachvollziehen, wenn man gieren.
das Verhältnis von Marktpreis und Buchwert im Zeitablauf graphisch darstellt, wie nachfolgend am Beispiel des Dow Jones Industrial Average.
Abb. 1: Markt-Buchwert-Relation im Zeitablauf
Quelle: http://www.gold-eagle.com/analysis/stocks_over-valued_german.html
1 Vgl. Marx (1994), S. 2379; Fülbier/Hunold/Klar (2000), S. 833; Arbeitskreis „Immaterielle Werte im Rechnungswesen“ der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V. (2001), S. 989; Küting/Ulrich (2001), S. 953; Dawo/Heiden (2001), S. 1716; Bruns/Thuy/Zeimes (2003), S. 137; Langecker/Mühlberger (2003), S. 109; Kahre/Schwetje (2003), S. 123; Persch (2003), S. 1; Stoi (2003), S. 175; Bayer (2004), S. 2.
2 Vgl. Busse von Colbe (2000), S. 652; Edvinsson/Brünig (2000), S. 12; Maul/Menninger (2000), S. 529; Haller/Dietrich (2001), S. 1045; Küting/Ulrich (2001), S. 953; Schäfer (2001), S. 3; Gebauer/Wall (2002), S. 686.
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In der Konsequenz muss die Frage gestellt werden, in wieweit die derzeitigen Rechnungslegungssysteme in der Lage sind, immaterielle Werte adäquat darzustellen bzw. welche Veränderungen notwendig sind, um eine angemessene Darstellung zu sichern. Dazu wird die Ansicht geäußert, dass insbesondere das deutsche Bilanzrecht bisher nur unzureichend auf diesen Wandel reagiert hat und damit den Informationsbedürfnissen der 3 Die Ursache liege einer-Kapitalmärkte nur unzureichend Rechnung trägt. seits in mangelnden Konkretisierbarkeit und Bewertbarkeit immaterieller 4 Andererseits prägt der Grundsatz des Gläubigerschutzes 5 und der Werte.
6 den handelsrechtlichen Jahresabschluss, so dass eine Bi-Objektivierung
lanzierung immaterieller Werte problematisch ist. Insoweit besteht ein erhebliches Spannungsverhältnis zwischen Informations- und Objektivierungsbedürfnissen. Nach wie vor werden immaterielle Werte als „ewige 7 gesehen. 8 Sorgenkinder des Bilanzrechts“
Innerhalb der immateriellen Werte spielt das Humankapital eine zentrale 9 Die Menschen mit ihren Erfahrungen, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Rolle.
Motivationen stellen die entscheidenden Werttreiber der Unternehmen 10 Ungeachtet dieser Tatsache erscheinen Investitionen in das Humandar.
vermögen i.d.R. nur als Aufwand gewinnmindernd in der Gewinn- und Verlustrechnung. Dies führt zu Informationsasymmetrien zwischen Unterneh- 11 Umdiese zu vermeiden, müssen gemensführung und Kapitalanlegern.
eignete Möglichkeiten gefunden werden, die im Rahmen des Jahresabschlusses die erforderlichen Informationen liefern.
1.2 Gang der Untersuchung
Ausgehend von diesem Befund soll in der vorliegenden Arbeit die Frage beantwortet werden, welche Möglichkeiten die derzeit für Deutschland primär relevanten Rechnungslegungssysteme bieten, Humankapital bilanziell darzustellen. Dabei soll der Bilanzbegriff im weiteren Sinne, also synonym
3 Vgl. Arbeitskreis „Immaterielle Werte im Rechnungswesen“ der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V. (2001), S. 989; Haller/Dietrich (2001), S. 1045; Kahre/Schwetje (2003), S. 123.
4 Vgl. Haller/Dietrich (2001), S. 1045.
5 Vgl. Hopt (2000), § 252 Rn 10 ff.; Ranker/Wohlgemuth/Zwirner (2001), S. 270; Baetge/Kirsch/Thiele (2003), S. 123 ff.
6 Vgl. Marx (1994), S. 2380; Haller (1998), S. 572; Kahre/Schwetje (2003), S. 124. 7 Moxter (1979), S. 1102.
8 Vgl. Marx (1994), S. 2379; Haller(1998), S. 572; Fülbier/Hunold/Klar (2000), S. 834; Küting/Ulrich (2001), S. 953; Küting/Dürr (2003), S. 1; Bayer (2004), S. 2.
9 Vgl. Kittner (1997), S. 2285; Haller/Dietrich (2001), S. 1046; Jäger (2002), S. 16; Persch (2003), S. 1; Homberg/Elter/Rothenberger (2004), S. 249; Schütte (2004), S. 1793.
10 Vgl. Haller/Dietrich (2001), S. 1046; Gebauer/Wall (2002), S. 685; Schütte (2004), S. 1793 11 Vgl. Kahre/Schwetje (2003), S. 126; Bayer (2004), S. 2 f.
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12 Dazu war der Stand der für den Jahresabschluss, verwendet werden.
Forschung anhand der aktuellen betriebswirtschaftlichen Literatur zu klären. Zu diesem Zweck wurden die letzten 10 Jahrgänge der Zeitschrift „Der Betrieb“, die bisherigen Jahrgänge der „Zeitschrift für Kapitalmarktorientierte Rechnungslegung“ und die bisherigen Jahrgänge der Zeitschrift „Steuern und Bilanzen“ durchgesehen. Dabei handelt es sich um Zeitschriften, die besonders auf dem Gebiet der Rechnungslegung als bedeutsam gelten. Ausgehend von den dabei gefundenen themenbezogenen Beiträgen wurden auf Basis der Literaturangaben weitere Beiträge in anderen Zeitschrif- 13 ten gesichtet. Weiterhin wurde eine Studie für die Hans Böckler Stiftung 14 ausgewertet. und eine Dissertation
Für die Darstellung des aktuellen Standes der Forschung war zunächst das Begriffssystem zu klären. Ausgehend davon soll der Ansatz von Humankapital in der Bilanz nach HGB analysiert werden. Weiterhin ist zu klären, inwieweit die zunehmend an Bedeutung gewinnenden IFRS eine Bilanzierung von Humankapital zulassen. Soweit der Ansatz in der Bilanz nicht relevant ist, stellt sich die Frage, welche anderweitigen Darstellungsmöglichkeiten der externen Berichterstattung in Betracht kommen. Dazu soll zunächst der Status Quo der externen Berichterstattung bezüglich des Humankapitals nach vorliegenden Studien überprüft werden. Die Formen der Darstellung von Humankapital im Rahmen des Jahresabschlusses außerhalb der Rechenwerke und im Lagebericht, die in der Literatur diskutiert werden, sollen im Überblick dargestellt und auf ihre Eignung hin überprüft werden.
2. Begriffliche Grundlagen 2.1 Immaterielle Werte
Humankapital stellt einen immateriellen Wert dar. Allerdings wird in der betriebswirtschaftlichen Literatur kein einheitlicher Begriff für immaterielle 15 werden u.a. die Werte verwendet. Neben dem Begriff „immaterieller Wert“ 16 17 18 Begriffe „intellectual capital“ , „Wissenskapital“ , „Intellectual Property“ ,
12 Vgl. Coenenberg (2003), S. 3. 13 Schäfer/Lindenmeyer (2004). 14 Bayer (2004).
15 Vgl. z.B. Arbeitskreis „Immaterielle Werte im Rechnungswesen“ der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V. (2001), S. 989 ff.; Kahre/Schwetje (2003), S. 124.
16 Vgl. z.B. Haller/Dietrich (2001), S. 1045; Kajüter (2004), S. 210. 17 Vgl. z.B. Edvinsson/Brünig (2000), S. 13; Zawacki-Richter/Hasebrook/Barthel (2004), S. 6. 18 Vgl. Maul/Menninger (2000), S. 529.
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19 oder „Intangibles“ 20 „immaterielle Vermögensgegenstände“ , zum Teil sogar parallel verwendet. In sofern wird zu Recht von einer „unklaren bis irre- 21 gesprochen. führenden Begriffswelt“
Eine einheitliche Begriffsverwendung erscheint jedoch unverzichtbar für eine sachgerechte Darstellung. In der vorliegenden Arbeit soll, dem Vorschlag des Arbeitskreises „Immaterielle Werte im Rechnungswesen“ der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V. folgend, der Begriff „immaterieller Wert“ als Oberbegriff verwendet werden.
Die zum Teil auch als Oberbegriff verwendeten Begriffe „immaterielle Wirtschaftsgüter“ oder „immaterielle Vermögensgegenstände“ sind demgegenüber enger definiert, da hierdurch im Handelsrecht bzw. Steuerrecht ausschließlich aktivierungsfähige Werte bezeichnet werden. Demgegenüber beinhaltet der Begriff „immaterielle Werte“ auch nicht aktivierungsfähige 22 Diese weitere Begriffsfassung ist aber not-Werte, ist also weiter gefasst.
wendig, um Humankapital unabhängig von seiner Bilanzierbarkeit i.e.S. betrachten zu können.
Da schon der Begriff nicht einheitlich verwendet wird, gibt es auch national und international keine einheitliche Definition. Üblich ist jedoch eine negati- 23 Hiernachsind immaterielle Werte ve Abgrenzung von anderen Werten.
nichtmonetäre wirtschaftliche Vorteile ohne wesentliche körperliche Sub- 24 Dader Begriff des immateriellen Wertes für sich nicht hinreichend stanz.
detailliert ist, sollte dieser in mehrere Teilkomponenten aufgeteilt werden. Obwohl eine vollständige Erfassung der immateriellen Werte nicht möglich ist, erscheint eine Kategorisierung sinnvoll für eine strukturierte und trans- 25 parente Darstellung.
Für die Kategorisierung der immateriellen Werte sind verschiedene Vorschläge unterbreitet worden. Die nachfolgende Übersicht stellt die verbrei-
19 Vgl. 20 Vgl. z.B. Küting/Dürr (2003), S. 1; Stoi (2003), S. 175. 21 Schütte (2005), S. 240.
22 Vgl. Arbeitskreis „Immaterielle Werte im Rechnungswesen“ der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V. (2001), S. 990.
23 Vgl. Arbeitskreis „Immaterielle Werte im Rechnungswesen“ der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V. (2001), S. 990; Küting/Ulrich (2001), S. 954; Kahre/Schwetje (2003), S. 123; Dawo (2003), S. 5; Schäfer/Lindenmeyer (2004), S. 11.
24 Vgl. Haller (1998), S. 564; Arbeitskreis „Immaterielle Werte im Rechnungswesen“ der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V. (2001), S. 990.
25 Vgl. Haller/Dietrich (2001), S. 1046.
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tetsten Vorschläge für eine Kategorisierung gegenüber, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu verdeutlichen.
Abb. 2: Kategorisierung immaterieller Werte
Quelle: in Anlehnung an: Haller/Dietrich (2001), S. 1045; Dawo (2003), S. 355.
Obwohl die dargestellten Kategorisierungsvorschläge sich insbesondere in ihrer Detaillierung unterscheiden, liegt ihnen eine weitgehend einheitliche Grundstruktur zugrunde. Bemerkenswert ist dabei, dass in allen Vorschlägen das Humankapital eine eigenständige Kategorie darstellt, was dessen 33 herausragende Bedeutung nochmals unterstreicht.
Innerhalb der Vorschläge ist der des Arbeitskreises „Immaterielle Werte im Rechnungswesen“ der detaillierteste. Diese Gliederung ist auch deshalb in Deutschland besonders bedeutsam, da sie vom Deutschen Rechnungsle- 34 inden Standard DRS 12 „Immaterielle Vergungs Standards Committee
26 Vgl. Arbeitskreis „Immaterielle Werte im Rechnungswesen“ der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V. (2001), S. 990.
27 Vgl. Maul/Menninger (2000), S. 530. 28 Vgl. Austrian Research Centers Seibersdorf (1999), S. 11. 29 Vgl. Sveiby (1998), S. 26 ff. 30 Vgl. Stewart (1997), S. 86 ff. 31 Vgl. Edvinsson/Brünig (2000), S. 44. 32 Vgl. Skandia (1995), S. 5.
33 Vgl. Haller/Dietrich (2001), S. 1045 f.; Schäfer/Lindenmeyer (2004), S. 13. 34 Zum Wesen des DRSC vgl. Küting/Dürr/Zwirner (2003), S. 133 ff.
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Dipl.-Kfm. Lutz Völker, 2005, Bilanzierung von Humankapital - Stand der Forschung und kritische Analyse, München, GRIN Verlag GmbH
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