Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 3
1.1. Ziel und Aufbau der Arbeit 3
1.2. Begriffsdefinition 4
1.3. Betrachtungsebenen und Arten von DI 4
1.4. Vor und Nachteile von DI 5
2. LÄNDERANALYSE TSCHECHIEN 6
2.1. Makroökonomische Schlüsselgrößen 6
2.2. Arbeitsmarkt 8
2.2.1. Aktuelle Situation 8
2.2.2. Lohnkosten 8
2.2.3. Arbeitsrecht 9
2.3. Steuerliche Aspekte 9
2.3.1. Einkommenssteuer 9
2.3.2. Körperschaftssteuer und Abschreibungen 10
2.3.3. Umsatzsteuer 10
2.3.4. Zollsystem und Grunderwerb 10
2.4. Infrastruktur 10
2.4.1. Transportinfrastruktur 10
2.4.2. Telekommunikation 11
2.4.3. Immobilienmarkt 12
2.4.4. Energieversorgung 12
3. INVESTITIONSKLIMA 13
3.1. Investitionsanreize 14
3.1.1. Chancen 15
3.1.2. Förderungen 15
3.2. Investitionskiller 16
3.2.1. Risiken 16
3.2.2. Einfluss des EU-Beitritts auf DI-Zuflüsse 18
4. BASISINFORMATIONEN ZUR DI IN TSCHECHIEN: 19
4.1. Dienstleistungen von CzechInvest 19
4.2. Unternehmensformen in Tschechien 20
5. SCHLUSSFOLGERUNGEN 20
5.1. Branchenanalyse und Attraktivitätsbarometer 20
5.2. Abschließende Betrachtungen 24
LITERATURVERZEICHNIS: 25
Abbildungsverzeichnis
Abb 1: Betrachtungsebenen von DI 5
Abb 2: Ausgewählte Indikatoren 6
Abb 3 Nebenlohnberechnung in Mitteleuropäischen Ländern 8
Abb 4: Bemessungsgrundlage ESt Tschechien 9
Abb 5: Ausbau des Straßen- und Autobahnnetzes 11
Abb 6: Mietpreise Produktionsflächen und Büroräume 12
Abb 7: Strompreise in ausgewählten Ländern 13
Abb 8: FDI Zustrom Tschechien 1993 2002 13
Abb 9: Motive österreichischer DIs in Tschechien 14
Abb 10: Länderrating Tschechien 17
Abb 11: Branchenattraktivitätsbarometer 21
Abb 12: Branchenattraktivität gewichtet 22
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1. Einleitung
Im Zeitalter der Globalisierung wird es für Unternehmen immer wichtiger international präsent zu sein. Dafür gilt es verschiedenste Gründe zu vermerken. Der heimische Markt reicht beispielsweise nicht mehr aus, um die gestiegene Produktion abzusetzen. Oft ergeben sich allerdings auch komparative Kostenvorteile durch niedrigere Arbeitskosten, interessante Steuersysteme oder günstige Grundstückspreise. Weitere Anreize für Geschäftstätigkeiten im Ausland entstehen durch das Fehlen von Konkurrenz. Unerschlossene Märkte bieten daher Pionieren große Chancen, bergen jedoch auch viele Risken.
Nach der Ostöffnung 1989 standen ausländischen Investoren aus Westeuropa alle Türen und Tore offen um in Tschechien, Ungarn, der Slowakei, Slowenien, Polen oder Kroatien als Vorreiter Geschäftstätigkeiten aufzunehmen. Dies war anfänglich nicht so einfach möglich, da die verkrusteten Strukturen der ehemals kommunistischen Länder nicht so ohne weiteres an westliche Standards zu adaptieren waren. Diese galt es aufzubrechen und ein kontinuierlicher Reformationsprozess startete der bis heute noch andauert. In den meisten der ehemals kommunistischen Länder wurde bereits Pionierarbeit geleistet und so vor allem durch Direktinvestitionen (DI) in Richtung stabile und langfristige Beziehungen hingearbeitet.
Schließlich ist noch hinzuzufügen, dass ausländische Direktinvestitionen in Reformländern erhebliche Wirtschaftsantreiber darstellen. Durch die Kapitalströme wird es möglich funktionierende Kapitalmärkte aufzubauen und der Know-how Zufluss erhöht die Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Arbeitsplätze werden geschaffen und dadurch langfristig der Wohlstand im Land erhöht.
1.1. Ziel und Aufbau der Arbeit
Für einen ausländischen Investor stellt sich vor allem eine Frage, wenn er in einem
Land Investitionstätigkeiten aufnehmen will:
Welche Potentiale kann ich in diesem Land in Zukunft ausnützen?
Um dies einschätzen zu können, ist es vor allem wichtig sich einen guten Überblick
über das Land zu verschaffen. Das Ziel dieser Arbeit daher einen Leitfaden durch
den Direktinvestitionsdschungel in Tschechien zu legen. Am Ende soll eine klare
Einschätzung über die Attraktivität Tschechiens für Direktinvestitionen aus der
Sicht österreichischer Investoren erfolgen. Diese Seminararbeit ist dazu in folgen-
de Abschnitte gegliedert:
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Zuerst findet eine Begriffsabgrenzung von Direktinvestitionen statt und es werden Einblicke in die Marktstrukturen Tschechiens gegeben. Dann erfolgt eine Darstellung des Einflusses des EU Beitritts Tschechiens auf die DI Ströme und es werden Angaben über das Investitionsklima gemacht. Zusätzlich werden die Agentur CzechInvest und Förderungsmöglichkeiten vorgestellt.
Am Ende der Arbeit erfolgt eine Bewertung des Landes bezüglich der Attraktivität für DI in den einzelnen Branchen.
1.2. Begriffsdefinition
Es ist schwierig in der Literatur eine einheitliche Definition von ausländischen Direkt-
investitionen (ADI) zu finden. Zurzeit bestehen mehrere Ansätze diese zu erläutern,
wobei Internationale Organisationen wie die OECD an einem einheitlichen Konzept
arbeiten. In der dritten Ausgabe des Berichtes der OECD über eine Benchmark Defi-
nition hinsichtlich ADI von 1999 in Paris wird folgendes festgelegt:
Ausländische Direktinvestitionen reflektieren das Ziel eines Investors eine lang-
fristige Beteiligung an einem Unternehmen in einem anderen Land zu erhalten. Dies
impliziert eine dauerhafte Geschäftsbeziehung zwischen dem Investor und dem Un-
ternehmen und ein signifikantes Ausmaß an Einfluss auf das Management des Ziel-
unternehmens. DI umfassen einerseits den anfänglichen Kaufabschluss, aber auch
alle folgenden Kapitalbewegungen zwischen den Unternehmen.
Unter Direktinvestitionsunternehmen versteht man ein Unternehmen das nicht
notwendigerweise an der Börse zu notieren hat und an dem mindestens ein auslän-
discher Investor zu 10% oder mehr beteiligt ist. Dadurch wird impliziert, dass der In-
vestor zumindest fähig ist das Management zu beeinflussen. Absolute Kontrolle
durch den ausländischen Investor ist nicht notwendig.
Nicht zu verwechseln sind DI mit Portfolioinvestitionen. Diese sind reine Finanzin-
vestitionen im Ausland und werden rendite- bzw. spekulationsorientiert eingesetzt,
wobei sie mit einem kurz- bis mittelfristigen Interesse getätigt werden. Das Motiv der
Ertrags- und Risikodiversifikation steht im Vordergrund (Kutschker 2004, S. 81).
1.3. Betrachtungsebenen und Arten von DI
Direktinvestitionen können einerseits nach der Richtung, andererseits nach der Art
der Größen unterschieden werden. Dies lässt sich in Form einer Matrix anschaulich
verdeutlichen (Kutschker, 2004, S.87, 88).
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Quelle: Kutschker 2004, S. 88
Die Attraktivität eines Standortes wird häufig an den DI-Beständen oder DI-Zuflüssen gemessen. DI-Zuflüsse schauen in die Zukunft, daher wird sich diese Arbeit auf die Darstellung dieser Größen richten, welche aus der Sicht des österreichischen Inves-tors aktive DI, für das tschechische Unternehmen passive DI darstellen. Die Arten von Direktinvestitionen können sehr unterschiedlich sein. Man unterscheidet Erst-und Folgeinvestitionen, sowie Eigenkapital und Fremdkapitalbeteiligungen (Kutschker, 2004, S. 89 – 91).
Erstinvestitionen umfassen Neugründungen (Greenfield-Investments) oder Unternehmensakquisitionen (Brownfield-Investments, Mergers and Acquisitions), die sowohl im Alleingang, als auch in Form eines Joint Ventures erfolgen können. Unter Folgeinvestitionen versteht man die Aufstockung von Beteiligungen oder den Ausbau von Portfolioinvestitionen, sodass eine Beteiligung von über 10 % entsteht. Direktinvestitionen können sowohl Eigen- als auch Fremdkapitalanteile umfassen, wobei Fremdkapitalbestandteile langfristige Kredite, kurzfristige Finanzkredite und kurzfristige Handelskredite beinhalten.
1.4. Vor und Nachteile von DI
Ausländische Direktinvestitionen bringen zahlreiche Effekte mit sich. Manche davon
sind als positiv, manche sind allerdings auch als negativ zu vermerken.
Laut Kutschker 2004 S. 85 – 86 ergeben sich unter anderem folgende positive Kon-
sequenzen aus der Sicht des Empfängerlandes:
- Know-how wird transferiert (z.B. Technologien, Managementtechniken)
- Verbesserung lokaler Strukturen (Produktivitätssteigerungen,...)
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- Schaffung von Arbeitsplätzen und Erhöhung des Lebensstandards
- Integrationsförderung wirtschaftlicher, soziokultureller und politischer Natur Als problematisch erweist sich allerdings:
- große Marktmacht von Multis, die Politik und Recht im Gastland in hohem Ausmaß beeinflussen können
- Gewinne werden in das Stammland zurücktransferiert
- Nur einfachste Tätigkeiten werden in das Gastland verlagert, kein Beitrag zur Weiterentwicklung (Forschung und Entwicklung im Stammland durchgeführt)
- Gefahr des negativen Einflusses auf das politische und soziokulturelle Umfeld, fehlende Verbundenheit der ausländischen Investoren mit dem Gastland (plötzlicher Abzug der Unternehmen)
Weiters kann, was für das Gastland positiv ist, für das kapitalgebende Land negativ sein. Ein Know-how Zuwachs in Tschechien könnte beispielsweise einen Know-how Abfluss für Österreich darstellen und dadurch langfristig zu Wettbewerbsnachteilen führen. Aber vor allem negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt werden in der Literatur kritisch diskutiert. Befürchtet wird, dass Direktinvestitionen im Ausland einen Verlust von Arbeitsplätzen im Inland verursachen (Kutschker, 2004, S. 86 – 87).
2. Länderanalyse Tschechien
2.1. Makroökonomische Schlüsselgrößen
Die Fläche der Tschechischen Republik beträgt 78.866 km² und das Land besteht
aus 10,2 Mio. Einwohnern. Der aktuelle Präsident ist Vaclav Klaus und der Minister-
präsident Jiri Paroubek (Weidmann 1 u. 2/2005, S. 1).
Quelle: in Anlehnung an CEE-Report Weidmann 1-2005 BA-CA
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Wie aus Abbildung 2 ersichtlich, ist das tschechische Bruttoinlandsprodukt (BIP) innerhalb der letzten 4 Jahre stetig gestiegen. Ein Wachstum von 3,6% in Tschechien steht müden 2% in Österreich im Jahr 2004 gegenüber, im Jahr 2003 waren es gar nur 0,8% (BA CA Österreich Konjunktur 2005, S.5). Das Wirtschaftswachstum in Tschechien boomt und eine anhaltende Dynamik wird auch in Zukunft zu verzeichnen sein. Ein Indiz dafür ist die anhaltende Investitionskonjunktur. Die Bruttoanlageinvestitionen wiesen in den letzten 4 Jahren durchgehend hohe Wachstumsraten auf. Im Jahr 2004 betrug das Wachstum sogar 9,1 %, was vor allem auf den EU Beitritt Tschechiens im Mai des Jahres zurückzuführen war.
Die Veränderung der Verbraucherpreise weist eine absteigende Tendenz auf, in 2001 lag sie noch bei einem Plus von 4,7%, im Jahr 2004 ging sie auf 2,8% zurück. Die Inflationsrate ist demgemäß rückläufig, die Teuerung hat offensichtlich ihren Höhepunkt überschritten. Dies wirkt sich ebenso positiv auf die tschechische Wirtschaft aus, wie die Verringerung der Zunahme der Bruttoauslandsverschuldung. Der Saldo der Leistungsbilanz ist zwar durchgehend negativ (die Importe übersteigen die Exporte), dies kann allerdings immer noch durch anhaltende ausländische Direktinvestitionsströme ausgeglichen werden (BA-CA Investitionsleitfaden 2004, S. 12, Weidmann 1/2005, S. 2).
Einen interessanten Verlauf verzeichnen die Flüsse von ausländischen Direktinvestitionen nach Tschechien. Ihren Höhepunkt hatten sie mit 8.791 Mio. EUR im Jahr 2002 erreicht. Große Investmentprojekte wurden in diesem Jahr im Automobil- und Energiesektor durchgeführt, aber auch der bevorstehende EU Beitritt 2004 könnte als Motor gewirkt haben (OECD 2004, S. 3). Weiters spielten die erfolgten Privatisierungen von großen Staatsunternehmen, wie auch die Steigerung der Greenfield-Investments eine große Rolle (BA-CA Investitionsleitfaden 2004, S.10). In der Vorbereitungsphase zum EU Beitritt wurden außerdem zahlreiche Reformen durchgeführt, die ausländische Investoren anlockten. Seitens der EU wurden zusätzlich verstärkt Unterstützungsprogramme durchgeführt. Im Jahr 2004 beliefen sich die ausländischen DIs nur noch auf 3.650 Mio. EUR, doch es wird mit einem weiteren Anstieg 2005 und 2006 gerechnet. Der große Boom der ausländischen DIs ist allerdings vorübergehend beendet. Ein Grund dafür ist die erwartete Angleichung der Löhne und damit der Produktionskosten an das europäische Niveau (OENB Bericht Dell’mour 2004).
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Mag. (FH) Vera Roth, 2005, Ein Leitfaden und Attraktivitätsbarometer für Direktinvestitionen in Tschechien aus der Sicht österreichischer Unternehmen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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