Gliederung
1. Einleitung 3
2. Umweltschutz 4
2.1 Umweltvorsorge 5
2.2 Umweltsanierung. 5
2.3 Umweltpflege 6
2.4 Umweltentwicklung 6
3. Identifikation von Umweltschutzarbeitsplätzen. 7
4. Zahl der Arbeitsplätze im Umweltschutz 9
4.1 Studie der Projektgemeinschaft. 9
4.2 andere Studien 11
5. Quantitative Beschäftigungswirkungen von Umweltschutz 13
5.1 Modelle zur Berechnung von Beschäftigungseffekten 14
5.2 Ergebnisse der Berechnung von Beschäftigungseffekten 15
6. Fazit 18
7. Literaturverzeichnis 20
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1. Einleitung
Angesichts der schon seit längerem anhaltenden Beschäftigungskrise und zunehmender Ratlosigkeit unserer Bundesregierung ist in den letzten Jahren das Politikfeld Umweltschutz wieder in den Hintergrund aktueller Diskussionen getreten. Das Fortschreiten der Arbeitslosigkeit und die damit verbundene Krise des Wohlfahrtsstaates hat die Problematik der Umweltbelastung aus dem Blickpunkt der Politik und damit aus der Öffentlichkeit gerückt. Auch bei der Bevölkerung sind Umweltbelange auf der Liste der drängendsten Probleme schon seit längerem wieder nach hinten gerutscht. (vgl. Wirtschaftswoche 16/1998, S.3) Das Politikfeld Umweltschutz scheint ein Thema zu sein, mit welchem man in Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs und allgemeinen Wohlstands politisch Punkte sammeln kann, aber in Zeiten der wirtschaftlichen Krise nicht als akutes Problemfeld angesehen wird. Im Gegenteil wird vielfach nach einer „ökologischen Denkpause“ gerufen und nach Erleichterungen im Umweltschutz, um nicht durch „überzogene“ Umweltschutzanforderungen weitere Arbeitsplätze zu gefährden. (vgl. Leittretter 1998, S. 2) Auch der ehemalige Umweltminister Klaus Töpfer warnte davor, den Umweltschutz zur „Sonnenscheinaufgabe“ verkommen zu lassen. (vgl. Fritzler 1997, S. 51)
Doch gegenwärtige Wirtschafts- und Konsummuster schädigen die Umwelt weiterhin nachhaltig. Umweltschutz und das Schaffen von speziellen Anreizen für umweltkonformes Verhalten sollten daher nie an Aktualität verlieren und dies ist ganz besonders die Aufgabe der Politik.
Politisch steuernde Eingriffe in Produktion und Konsum sind für die Umweltpolitik unerlässlich, um eine nachhaltige, umwelt- und ressourcenschonende Wirtschafts- und Lebensweise zu realisieren. „Umweltpolitische Steuerung kann mit allgemeinen Regeln - Instrumentenaber auch mit ausdifferenzierten Politikmustern operieren. Eine Entwicklung hin zu differenzierteren, eher strategischen Ansätzen ist in der modernen Umweltpolitik unverkennbar.“ (Jänicke/Kunig/Stitzel 2000, S. 99)
Mit Hilfe ordnungsrechtlicher wie auch marktbezogener Maßnahmen sollen also Veränderungen im Verhalten von Produzenten und Verbrauchern herbeigeführt und die Entwicklung neuer, umweltfreundlicher Produkte und Produktionsverfahren angestoßen werden. Da solche Maßnahmen oft mit höheren Kosten für Unternehmen und Haushalte verbunden sind, wurde Umweltschutz wirtschaftspolitisch lange Zeit vor allem als Kostenfaktor angesehen und stand damit als „Job-Killer“ unter Legitimationsdruck. (vgl. Hennen 2001, S.3)
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Umweltschutz darf aber nicht allein unter negativen Kostenfaktoren wirtschaftlich betrachtet werden. Gerade unter den Bedingungen der Globalisierung von Arbeits- und Gütermärkten kommt ihm eine beträchtliche Rolle als Motor für die volkswirtschaftlich notwendig erachteten Innovationsanstrengungen zu. Damit wird der Umweltschutz ein relevanter Faktor und Impulsgeber für die Schaffung von Arbeitsplätzen und kann somit einen Beitrag zur Lösung der aktuellen Probleme leisten. (vgl. IAB Materialien 4/2000, S.10) Wie hoch dieser Beitrag tatsächlich ist, soll unter anderem Gegenstand dieser Arbeit sein. Neben den absoluten Zahlen der im Umweltschutz Beschäftigten werde ich auch auf die sogenannten Beschäftigungseffekte eingehen, die durch verschieden umweltpolitische Maßnahmen ausgelöst werden oder ausgelöst werden können. Die grundlegende Frage meiner Arbeit ist daher: Ist Umweltschutz Jobkiller oder Jobwunder?
Dabei darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass beschäftigungswirksame Folgen immer nur „Nebenwirkungen“ von Umweltpolitik sein werden, denn der Erfolg von Umweltpolitik kann primär nur über die bewirkte Verbesserung der Umwelt gemessen werden, auch wenn sich scheinbar umweltpolitische Maßnahmen mit positiven Beschäftigungswirkungen besser durchsetzen lassen.
2. Umweltschutz
Im folgenden Kapitel werde ich die wichtigsten Bereiche des Umweltschutzes vorstellen, um einen kurzen Überblick über die Vielfältigkeit dieses Gebietes zu schaffen. „Der Lebensbereich von Organismen sowie die Gesamtheit der auf sie einwirkenden Einflüsse sind im ökologischen Sinn die Umwelt. Alle Maßnahmen zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen, wie etwa Schutz von Luft, Wasser und Boden vor schädigenden Einflüssen, bilden den Umweltschutz.“ (Fritzler 1997, S. 9)
Die Umweltmedien Luft, Wasser und teilweise auch Boden sind öffentliche Güter, deren Nutzung allen Menschen weitgehend möglich ist. Da sowohl der Staat als auch seine Bürger an der Erhaltung der Umwelt existenzielles Interesse haben müssen, ist Umweltschutz sowohl Staats- als auch Bürgeraufgabe. Im Rahmen seiner Umweltpolitik hat der Staat das Allgemeininteresse am Umweltschutz dementsprechend möglichst nach dem Kooperationsprinzip mit dem Bürger durchzusetzen, notfalls aber das Umweltverhalten durch Einsatz von Staatsgewalt zu regeln. (vgl. Olsson / Pieckenbrock 1998, S. 364)
Der Umweltschutz besteht aus vier verschiedenen Elementen und umfasst damit alle Maßnahmen der Umweltvorsorge und -sanierung, Umweltpflege sowie -entwicklung. (vgl. ebd.)
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2.1 Umweltvorsorge
Unter der Umweltvorsorge sind alle dem Vorsorgeprinzip entsprechenden Umweltschutzmaßnahmen zur Minderung von Umweltrisiken und zur Abwehr von Umweltgefahren zu verstehen. (vgl. ebd., S. 369) D.h., dass akute Gefahren und Schäden durch eine vorsorgende langfristige Umweltplanung zu vermeiden sind. Diese Planung erfolgt durch den Staat oder andere öffentliche Einrichtungen und umfasst alle Planungsvorgänge, die als Haupt- oder auch Nebenziel den Umweltschutz verfolgen, wie z.B. Abfallentsorgungs-, Abwasserbeseitigungs-, Luftreinhalte- und forstliche Rahmenpläne aber auch die Landschaftsplanung. (vgl. ebd., S. 358) Damit sind alle Beschäftigten des Staates oder anderer öffentlicher Einrichtungen, die mit dieser Planung betraut sind, mehr oder weniger Beschäftigte im Umweltschutz. Dieses Element des Umweltschutzes beschränkt sich jedoch nicht nur auf öffentliche und staatliche Einrichtungen. Auch wirtschaftliche Unternehmen betreiben Vorsorge. Zumeist ist hier von integriertem Umweltschutz die Rede, aber beide Begriffe werden synonym verwendet. Von integriertem Umweltschutz ist dann die Rede, wenn alle Prozesse im Unternehmenunter wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf Mensch und Umwelt optimiert werden. „Dem integriertem Umweltschutz entsprechen Produktionsverfahren, die zur Umweltentlastung beitragen, indem sie nachträgliche Vermeidungs-, Beseitigungs- oder Verminderungsmaßnahmen überflüssig machen. Sie setzen am Anfang des Produktionsprozesses an und verringern beispielsweise den Ressourcenverbrauch oder die Schadstoffentstehung.“ (IAB Materialien 4/2000, S.10)
Neben nationalstaatlichen Einrichtungen und Unternehmen ist Umweltschutz aber auch Aufgabe der internationalen Staatengemeinschaft und Organisationen, denn Umweltschäden und -probleme stoppen nicht an den Staatsgrenzen des Verursachers. So wurde der Begriff „Cleaner Production“ - auf deutsch meist mit "Vorsorgender Umweltschutz" oder "Integrierter Umweltschutz" wiedergegeben - 1989 von einer UNEP Expertengruppe geprägt. „Cleaner Production is the continuous application of an integrated preventative environmental strategy to processes, products and services so as to increase efficiency and reduce the risk to humans and environment.“ (STENUM - Lexikon)
2.2 Umweltsanierung
Unter Umweltsanierung sind alle Maßnahmen zur Beseitigung akuter Umweltschäden und zur Wiederherstellung der Funktions- und Leistungsfähigkeit beeinträchtigter Ökosysteme zu verstehen. (vgl. Olsson / Pieckenbrock 1998, S. 363)
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Arbeit zitieren:
Holger König, 2003, Umweltschutz: Jobkiller oder Jobwunder?, München, GRIN Verlag GmbH
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