Inhalt
1. Einleitung 3
2. Hauptteil 4
2.1. Durchführung des Experimentes von Stanley Milgram von 1961 4
2.2. Ergebnisse des Experimentes von Stanley Milgram von 1961 6
2.3. Wie erklärte sich Milgram die Ergebnisse seines Experimentes von 1961 ? 7
2.4. Hat sich Milgrams Experiment auf die Versuchsteilnehmer ausgewirkt? 9
2.4.1. „Individuen in Konfrontation mit Autorität“ 9
2.4.2. Eine Befragung ehemaliger Versuchspersonen, 40 Jahre später 11
2.5. Ethik und Kritiken am Milgram Experiment 13
2.6. Wäre ein solches Experiment noch heute durchführbar? 15
3. Fazit 17
Literaturliste 18
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1. Einleitung
„Beeindruckt von der hohen Bereitschaft vieler Menschen, sogar Morde [Milgram bezog sich hier vor allem auf die Verfolgung und Tötung der Juden im 2. Weltkrieg] auszuführen, wenn der entsprechende Befehl einer herrschenden Autorität vorliegt, fragte sich Stanley Milgram, ob sich ein solcher Gehorsam auch unter experimentellen Bedingungen herbeiführen lasse.“ (Mietzel 1996, S. 313)
Milgram konnte nicht verstehen, wie scheinbar normale und harmlose Menschen plötzlich in der Lage sein konnten, unschuldige Menschen, auch Frauen und Kinder aufs brutalste zu verfolgen und zu töten, nur weil es ihnen von einer scheinbaren Autorität befohlen wurde.
Die Idee für sein Experiment hatte Milgram 1960 als Student an der Princeton University, New Jersey, nachdem sein dortiger Mentor, Solomon Asch, mit einem Experiment, das erst später berühmt wurde, den enormen Druck nachwies, den eine Gruppe auf einen einzelnen auslösen kann. Aschs Versuchspersonen gaben bei einer Schätzaufgabe bewusst ein falsches Urteil ab, nur um sich gruppenkonform zu verhalten. Milgram wollte daraufhin den Einfluss des Gruppendrucks in einer weniger harmlosen Situation testen. Würde sich eine Versuchsperson dazu bringen lassen, einem anderen Menschen grundlos Schmerzen zuzufügen? „Bei Vorversuchen wollte Milgram feststellen, wie weit die Versuchspersonen ohne Gruppendruck gehen würden. Dabei stellte sich heraus, dass die Gruppe gar nicht nötig war: Eine einzige Person reichte aus.“ (www. stjohannesglind, 2005)
In diesem Zusammenhang setze ich mich mit folgenden Schwerpunkten aus einander:
• (Wie) Hat sich Milgrams Experiment auf die Versuchsteilnehmer ausgewirkt?
• Ethische Probleme und Kritikpunkte am Experiment von Stanley Milgram
• Wäre ein derart umstrittenes Experiment noch heute durchführbar?
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2. Hauptteil
2. 1. Durchführung des Experimentes von Stanley Milgram
Unter der Vorgabe, eine wissenschaftliche Studie zum Thema „Erforschung der Gedächtnisleistung“ (Slater 2005, S. 38) durchzuführen, wurden Versuchspersonen aller sozialen Schichten und Bildungsniveaus gesucht.
Milgram gab eine Anzeige in einer Lokalzeitung auf, in der er ausschließlich Männer zwischen 20 und 50 Jahren aufrief, an einer Untersuchung über die Gedächtnisleistung und das Lernvermögen teilzunehmen. Und er war erfolgreich. Insgesamt wurden 40 männliche Versuchspersonen ausgewählt: „Das Bildungsniveau reichte von einem, der die Highschool nicht beendet hatte, bis zu Leuten mit Doktortitel und anderen akademischen Auszeichnungen.“ (Milgram 1997, S. 33)
„Das Experiment wurde in einem eleganten Laboratorium für zwischenmenschliche Beziehungen der Yale Universität durchgeführt. Dieser Umstand ist für die von den Versuchspersonen angenommene Legitimität des Experiments von Bedeutung.“ (Milgram 1997, S. 33)
Untersucht werden sollte das Lernverhalten nun mittels einer Situation, in der eine Versuchsperson den „Lehrer“ und die andere den „Schüler“ spielt. Das eigentliche Ziel des Experimentes war jedoch herauszufinden, wieweit ein Mensch in einer Situation, in der ihr „befohlen“ wird, einem protestierenden Opfer zunehmende Qualen zuzufügen, einer scheinbaren Autorität gehorchen würde, und wann es den Gehorsam verweigere.
Der „Versuchsleiter“, ein streng aussehender 31jähriger Biologielehrer, und der „Schüler“, ein 27jähriger Buchhalter, waren in die Durchführung und den Hintergrund des Experimentes eingeweiht. Nur der „Lehrer“, die eigentliche Versuchsperson, wusste nicht, dass es hier nicht um die Auswirkung von Bestrafung auf das Lernverhalten gehen sollte.
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Zunächst erklärte der Versuchsleiter warum sich, laut neuester Studien, Bestrafung positiv auf das Lernverhalten auswirke. (…) „Eine Theorie lautet, dass der Mensch etwas exakt lernt, wenn er für einen Fehler jedesmal bestraft wird.“ (Milgram 1997, S. 34) Außerdem sagte man den Versuchspersonen, es gäbe erst wenige Erkenntnisse darüber, welchen Einfluss Strafe wirklich auf den Lernprozess habe, da es kaum Studien zu dieser Thematik am Menschen gäbe.
Im Anschluss kam es zur Auslosung, wer den „Schüler“ und wer den „Lehrer“ spielen sollte. Natürlich wurde hier gemogelt: auf beiden Zetteln stand „Lehrer“. Ohne Umschweife wurden nun der „Schüler“ und die ahnungslose Versuchsperson in einen Nebenraum gebracht. Sofort schnallte der Versuchsleiter den „Schüler“ an einen „elektrischen Stuhl“. Er forderte auch den „Lehrer“ auf, ihn dabei zu unterstützen. Besonderen Wert legte er dabei darauf, dem „Lehrer“ genaue Instruktionen zu geben, wie fest die Hand- und Körpergurte geschnallt sein sollten. Der „Schüler“ sollte sich nicht befreien können, so instruierte der Versuchsleiter den „Lehrer“. Die notwendige Elektrode, über die der „Schüler“ bei falschen Antworten Elektroschocks erhalten sollte, wurde am Handgelenk befestigt. Diese Elektrode sei mit dem Schock-generator im Nebenraum verbunden.
Um die Echtheit des Schockgenerators zu unterstreichen, hatte man dem „Lehrer“ vor Beginn des Experimentes einen Probeschock von 45 Volt verabreicht.
Die eigentliche Aufgabe, an der nun die Auswirkungen von Bestrafung auf das Lernverhalten untersucht werden sollte, war folgende:
Der „Lehrer“ las eine Reihe von Wortpaaren vor und wiederholte im Folgenden den ersten Begriff, kombiniert mit vier anderen Worten. Die Aufgabe des „Schülers“ bestand nun darin, zu bestimmen, welches der vier neuen Worte ursprünglich mit dem ersten Wort gepaart war. Die Antwort wurde mittels Schaltknöpfen, die am Schockgenerator ein Feld aufleuchten ließ, übermittelt.
Dem „Lehrer“ wurde aufgetragen, dem „Schüler“ bei jeder falschen Antwort einen Schock zu verabreichen. Entscheidend war dabei, dass die Stärke des verabreichten Schocks bei jeder falschen Antwort um 15 Volt gesteigert werden sollte, bis 450 Volt. Darüber hinaus sollte vor jedem Schock die Voltstärke laut angesagt werden.
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Arbeit zitieren:
Franziska Misch, 2006, Stanley Milgrams Experiment, München, GRIN Verlag GmbH
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