I
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 1
1.1 HERLEITUNG DES THEMAS 1
1.2 ZIELSETZUNG UND AUFBAU DER ARBEIT. 2
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN 3
2.1 BEGRIFFSERKLÄRUNG. 3
2.2 FINANZIERUNGSMÖGLICHKEITEN IM ÜBERBLICK 4
2.2.1 FINANZIERUNGSFORMEN NACH DER KAPITALHERKUNFT 5
2.2.2 FINANZIERUNGSFORMEN NACH DER RECHTSSTELLUNG DER KAPITALGEBER 7
2.3 STRUKTUR DER DEUTSCHEN MITTELSTANDSFINANZIERUNG. 8
3 FORMEN UND EINSATZMÖGLICHKEITEN VON MEZZANINE-KAPITAL 11
3.1 EIGENSCHAFTEN VON MEZZANINE-KAPITAL 11
3.2 AUSPRÄGUNGSFORMEN VON MEZZANINE-KAPITAL 13
3.2.1 DEBT MEZZANINE CAPITAL 14
3.2.2 HYBRIDE FORMEN. 16
3.2.3 EQUITY MEZZANINE CAPITAL 17
3.3 EINSATZMÖGLICHKEITEN 20
4 ENTWICKLUNGEN IM MARKT FÜR MEZZANINE-KAPITAL 23
4.1 ENTWICKLUNGEN AUF DER NACHFRAGESEITE 23
4.2 ENTWICKLUNGEN AUF DER ANGEBOTSSEITE. 24
5 FAZIT. 26
LITERATURVERZEICHNIS 28
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: klassische Gliederung der Finanzierung
Abbildung 2: Finanzierungsformen nach der Kapitalherkunft.
Abbildung 3: Finanzierungsformen nach der Rechtsstellung der Kapitalgeber
Abbildung 4: Struktur der Mittelstandsfinanzierung im Jahr 2006
Abbildung 5: Struktur der Mittelstandsfinanzierung im Jahr 2008
Abbildung 6: Gliederung des Mezzanine-Kapitals.
Abbildung 7: Vergleich der Ausprägungsformen von Mezzanine-Kapital
Abs. Absatz AktG Aktiengesetz BDI Bund der Deutschen Industrie BGB Bürgerliches Gesetzbuch bspw. beispielsweise bzw. beziehungsweise d.h. das heißt DMC Debt Mezzanine Capital DSGV Deutscher Sparkassen- und Giroverband EK Eigenkapital EMC Equity Mezzanine Capital ff. folgende (Plural) FK Fremdkapital HGB Handelsgesetzbuch i.S.d. im Sinne des KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau KMU kleine und mittlere Unternehmen sog. sogenannt (e, er) u.a. unter anderem Vgl. Vergleiche z.B. zum Beispiel
EINLEITUNG 1
1 EINLEITUNG
1.1 HERLEITUNG DES THEMAS
Seit einigen Jahren unterliegt der europäische Markt für Unternehmensfinanzierungen einem tief greifenden Wandel. Veränderte Rahmenbedingungen, insbesondere die unter dem Schlagwort ‚Basel II’ bekannt gewordene Richtlinie des Baseler Ausschusses zur Eigenkapitalvereinbarung, zwingen Unternehmen und auch Kapitalgeber dazu, gegenwärtige Finanzierungsstrukturen zu überdenken und Alternativen zu erkunden. Von den Entwicklungen, die sich u.a. in einer restriktiveren Kreditvergabepolitik der Banken sowie einer risikoadjustierten Verzinsung äußern, sind aufgrund ihrer traditionell hohen Abhängigkeit von Fremdfinanzierungen in besonderem Maße kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland betroffen. Die langjährige Fokussierung auf in der Vergangenheit vergleichsweise einfach zu erhaltende klassische Bankdarlehen und ein eingeschränkter Zugang zum Kapitalmarkt führten dazu, dass die Eigenkapitalquoten deutscher Unternehmen im internationalen Vergleich aktuell wesentlich niedriger liegen als in anderen Industriestaaten. Das strukturelle Finanzierungsdefizit wird in der Studie „Diagnose Mit-telstand 2008“ des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) deutlich: Zwar konnte der Mittelstand seine Eigenkapitalquote von 2004 an beträchtlich steigern, gerade aber kleine und kleinste Unternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als 1 Mio. € weisen mit knapp 10% immer noch eine bedrohlich unterdurchschnittliche Versorgung mit Eigenkapital aus. 1
Seitdem die Banken als unmittelbare Folge von Basel II bei der Kreditgewährung bzw. der Ausgestaltung der Kreditkonditionen mittlerweile stärker nach der mit der Eigenkapitalausstattung in Zusammenhang stehenden Bonität und dem Rating des Kreditnehmers differenzieren, ist die Eigenkapitalschwäche deutscher Unternehmen nochmals stärker in den Vordergrund gerückt. Es ist zu befürchten, dass bei ausbleibenden Änderungen ihrer Finanzierungsstrategie vor allem die mit einer geringen Eigenkapitalquote ausgestatteten, d.h. bonitätsschwachen mittelständischen Unternehmen den Ansprüchen von Basel II hinsichtlich Rating, gefordertem Mindesteigenkapitalanteil und den daraus resultierenden erhöhten Kreditmargen nicht mehr gewachsen sein werden.
Aus dieser Erkenntnis heraus erkannte der deutsche Mittelstand die Notwendigkeit, breitentaugliche und gleichzeitig flexible Formen und Wege zur Stärkung der Eigenkapitalbasis zu finden. Anstelle der beiden traditionellen Säulen der deutschen Mittelstandsfinanzierung, der externen Kreditfinanzierung und der internen Selbstfinanzierung, traten in den vergangenen Jahren zunehmend Finanzierungsquellen in Erscheinung, die Elemente von sowohl
1 Vgl. DSGV (Diagnose Mittelstand, 2008), S.34.
EINLEITUNG 2
Eigen- als auch Fremdfinanzierung enthalten. Besondere Aufmerksamkeit wurde diesbezüglich der Finanzierung mittels Mezzanine-Kapital zuteil, die - wenn man weiten Teilen der Fachliteratur Glauben schenkt - wie keine andere Finanzierungsform mittelstandsgerecht die Vorteile von Fremd- und Eigenkapital bündelt und so die Strukturierung des dringend notwendigen Übergangs vom besicherten und preiswerten Fremdkapital zum risikotragenden Eigenkapital ermöglicht.
1.2 ZIELSETZUNG UND AUFBAU DER ARBEIT
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Finanzierung mit Mezzanine-Kapital auf ihre Eignung zur Behebung der Finanzierungsschwierigkeiten des deutschen Mittelstands hin zu untersuchen. Hierbei steht die Frage im Mittelpunkt, inwieweit es den mittelständischen Unternehmen mithilfe der Aufnahme von Mezzanine-Kapital gelingen könnte, ihre Eigenkapitalquote und somit ihre Bonität und Kreditwürdigkeit nachhaltig zu erhöhen. Zu diesem Zweck gilt es nach der einleitenden Beschreibung der Thematik sowie des Ziels und Aufbaus der Arbeit im anschließenden Kapitel zunächst zu klären, was man im Rahmen der Unternehmensfinanzierung unter dem Begriff „Mezzanine-Kapital“ zu verstehen hat. Darüber hinaus erfolgt in diesem Abschnitt eine Einordnung dieser modernen Finan-zierungsform in die verschiedenartigen Finanzierungsquellen für Unternehmen. Ziel ist es hierbei, die Finanzierung mit Mezzanine-Kapital gegenüber den herkömmlichen Instrumenten der Eigen- und Fremdfinanzierung abzugrenzen und ihre spezifischen Charakteristika eingehend zu erklären. Dieser Teil schließt letztlich mit einer Schilderung, auf welche der voran beschriebenen Finanzierungsquellen der deutsche Mittelstand derzeit in welchem Maße zurückgreift.
Nachdem hierauf aufbauend in Kapitel 3 grundlegende Eigenschaften der Mezzanine Finanzierung sowie diverse Ausprägungsformen und Einsatzmöglichkeiten in der betrieblichen Praxis beschrieben werden, folgt in Kapitel 4 eine Darstellung aktueller Entwicklungen im Markt für Mezzanine-Kapital.
Abschließend soll im letzten Kapitel die Frage nach dem Nutzen der Finanzierung mit Mezzanine-Kapital für den deutschen Mittelstand zufriedenstellend beantwortet werden können. Die vorliegende Arbeit wird hierzu durch eine prägnante Zusammenfassung und kritische Bewertung der Analyseergebnisse sowie der Systematisierung von Mezzanine- Finanzierungen abgerundet.
T HEORETISCHE GRUNDLAGEN 3
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN
2.1 BEGRIFFSERKLÄRUNG
Für den Begriff „Mezzanine-Kapital“ existiert weder in der Wirtschaftswissenschaft noch in der Rechtswissenschaft eine allgemeingültige Definition. Beim Versuch, diese erst in den letzten Jahren bekannt gewordene Finanzierungsquelle anschaulich und leicht verständlich zu erklären, wird in der Literatur häufig darauf verwiesen, dass das Wort „Mezzanine“ aus dem Italienischen stammt und in der Architektur das Zwischengeschoss inmitten zweier Stockwerke bezeichnet. 2
Die architektonische Begriffsbedeutung wurde in der Folge auf Finanzierungsaspekte übertragen. So bilden die traditionellen Finanzierungselemente Eigen- und Fremdkapital im bildlichen Sinne die Stockwerke der Unternehmensfinanzierung. Dazwischen befindet sich das Mezzanine-Kapital, welches nach einem weiten Verständnis verschiedene Finanzierungstitel 3 umfasst, die weder vorrangiges und voll besichertes Fremdkapital noch voll berechtigtes Eigenkapital sind 4 und sich so keiner der beiden idealtypischen Kategorien „reines Fremdkapital“ bzw. „reines Eigenkapital“ eindeutig zuordnen lassen. Im engeren Sinne werden unter Mezzanine-Kapital hingegen nur solche Finanzierungsinstrumente verstanden, bei denen die Ansprüche der Mezzanine-Geber nachrangig und mit einer (zumindest teilweise) erfolgsabhängigen Verzinsung ausgestattet sind.
In den unterschiedlichsten Ausprägungen zeigt Mezzanine-Kapital je nach Ausgestaltung mehr eigenkapitaltypische oder mehr fremdkapitaltypische Eigenschaften. Die entsprechende vertragliche Gestaltung vorausgesetzt, lässt sich also Eigenkapital schaffen, das ökonomisch alle Elemente besitzt, die für Fremdkapital typisch sind (feste Zinsen, fester Rückzahlungsbetrag) bzw. Fremdkapital, das ökonomisch alle Merkmale von Eigenkapital (mitgliedschaftliche Kontroll- und Entscheidungsbefugnisse, Kapitalstamm plus Dividende) aufweist. 5
Ein Mehrwert dieser Finanzierungsquelle besteht darin, dass die Eigenkapitalquote mittels Aufnahme von Mezzanine-Kapital erhöht werden kann, ohne dass dies eine Veränderung der Gesellschafterstruktur mit sich bringt. Gerade mittelständische Unternehmen und deren
2 Vgl. neben anderen Werner, H. (Mezzanine-Kapital, 2007), S.21; Häger, M. / Elkemann-
Reusch, M. (Mezzanine Finanzierungsinstrumente, 2007), S.22; Broda, B. (Mezzanine Fi-
nance, 2003), S.977.
3 Mezzanine Finance ist kein einzelnes Finanzierungsinstrument wie eine Aktie oder eine Obli-
gation, sondern der angelsächsische Oberbegriff für sämtliche Finanzierungsformen, deren
Risiko-Rendite-Profil zwischen „reinem“ Eigenkapital und „klassischem“ Fremdkapital liegt.
(Vgl. hierzu Broda, B. (Mezzanine Finance, 2003), S.977-978.)
4 Vgl. Werner, H. (Mezzanine-Kapital, 2007), S.31.
5 Vgl. Häger, M. / Elkemann-Reusch, M. (Mezzanine Finanzierungsinstrumente, 2007), S.23.
T HEORETISCHE GRUNDLAGEN 4
Gesellschafter stehen der Möglichkeit, einen Finanzinvestor in den Gesellschafterkreis aufzunehmen, um so dem Unternehmen neues Eigenkapital zuzuführen, häufig eher skeptisch gegenüber. Gefürchtet werden hierbei vor allem die Mitsprache eines Unternehmensfremden im Gesellschafterkreis und das damit verbundene Ende der „Herrschaft im eigenen Haus“ 6 . Eine Mezzanine-Finanzierung bietet den Unternehmen vor diesem Hintergrund den Vorteil, dass es zu keiner Verwässerung der Gesellschaftsanteile kommt.
2.2 FINANZIERUNGSMÖGLICHKEITEN IM ÜBERBLICK
Abbildung 1: klassische Gliederung der Finanzierung 7
Der dauerhafte Fortbestand eines Unternehmens hängt nicht zuletzt davon ab, inwieweit es diesem gelingt, seine Liquidität nachhaltig zu sichern. In der betrieblichen Praxis können Unternehmen zur Deckung ihrer Finanzbedarfe auf zahlreiche verschiedene Finanzierungsquellen zurückgreifen.
Diese lassen sich nach der Mittelherkunft (Innenfinanzierung vs. Außenfinanzierung) sowie gleichzeitig nach der Rechtsstellung der Kapitalgeber (Eigenfinanzierung vs. Fremdfinanzierung) gliedern. Dabei sei an dieser Stelle - wie in Abbildung 1 zu erkennen - darauf hin-
6 Vgl.Broda, B. (Mezzanine Finance, 2003), S.979.
7 Quelle: Lippuner, Othmar (Gliederung der hauptsächlichen Finanzierungsarten)
T HEORETISCHE GRUNDLAGEN 5
gewiesen, dass sich die beiden Untergliederungen stellenweise überschneiden. Demnach existieren Finanzierungsformen, die mehreren Kategorien zugeordnet werden können. Beispielhaft seien an dieser Stelle die Selbstfinanzierung, welche sowohl zur Innen- als auch zur Eigenfinanzierung zu zählen ist, oder die Kreditfinanzierung, welche neben der Außenfinanzierung auch der Fremdfinanzierung zugeordnet wird, genannt.
2.2.1 FINANZIERUNGSFORMEN NACH DER KAPITALHERKUNFT
Abbildung 2: Finanzierungsformen nach der Kapitalherkunft
(1) Innenfinanzierung:
Bei der Innenfinanzierung fließen dem Unternehmen freiwerdende Mittel aus dem operativen Geschäft, d.h. Umsatzerlöse oder sonstige Erlöse, zu. Eine in der Praxis oft genannte Finanzierungsmöglichkeit im Rahmen der Innenfinanzierung stellt die bereits angeführte Selbstfinanzierung dar. Hierbei handelt es sich um eine Finanzierung aus zurückbehaltenem Gewinn (Gewinnthesaurierung), der dann zur Bildung von Rücklagen Anwendung finden kann und auf diese Weise das Eigenkapital vergrößert. Darüber hinaus können an dieser Stelle die Finanzierung aus Rückstellungsgegenwerten oder Umschichtungsfinanzierungen genannt werden. Erstgenannte Möglichkeit wird dadurch möglich, dass der Aufwand für die Rückstellungen sofort verrechnet wird, die Auszahlungen aber erst in späteren Perioden erfolgen. Während des dazwischen liegenden Zeitraums steht dem Unternehmen das Kapital, das für die Rückstellungen veranschlagt ist, zur Verfügung, sofern die Gegenwerte der Rückstellungen dem Unternehmen über den Umsatzprozess zugeflossen
Arbeit zitieren:
Thomas Klöckner, 2008, Mezzanine Finanzierung - auch eine Finanzierungsquelle für den Mittelstand?, München, GRIN Verlag GmbH
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