INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 1
2. GEGENÜBERSTELLUNG DER BEIDEN PROLOGE 1
2.1 GEGENÜBERSTELLUNG IN BEZUG AUF DIE ARTUSGESCHICHTE 1
2.2 VORSTELLUNG DES AUTORS IN SEINEM PROLOG 6
3. DER ÜBERGANG VON DER MÜNDLICHKEIT IN DIE SCHRIFTLICHKEIT 7
4. FAZIT 8
LITERATURVERZEICHNIS : 9
1. Einleitung
Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit einer Gegenüberstellung der Prologe der arthurischen Versromane Iwein/Ywain des mittelalterlichen deutschen Dichters Hartmann von Aue und des mittelalterlichen französischen Dichters Chrestien de Troyes unter Berücksichtigung der Besonderheit des Übergangs von der Mündlichkeit in die Schriftlichkeit. Es wurden im speziellen vergleichende Betrachtungen angestellt, wie sich die beiden Romane voneinander unterscheiden und welche Veränderungen durch Hartmann von Aue vorgenommen wurden, dem der Roman von Chrestien de Troyes als Vorlage diente. Auch wurde versucht zu ergründen, welche Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Romanen bestehen. Der Übergang von der Mündlichkeit in die Schriftlichkeit ist in diesem Zusammenhang als notwendig zu ergänzen, da man davon ausgeht, dass sich Chrestien im Wesentlichen wohl auf die historische Überlieferung der Artusgeschichte stützt, für ihn mit Sicherheit aber auch mündliche Quellen von Bedeutung gewesen sein mussten. Vergleicht man hierzu Hartmann von Aue, so kann man feststellen, dass er sich in seinem Roman ausschließlich auf die Vorlage von Chrestien bezieht, wodurch sich dieser Roman von seinen anderen unterscheiden lässt 1 .
2. Gegenüberstellung der beiden Prologe
Bei der Gegenüberstellung der Prologe erscheint es als sinnvoll, diese unter zwei Aspekten zu betrachten. Zum einen sollte ein Vergleich stattfinden, was die beiden Autoren in den Prologen als Einleitung der Geschichte wiedergeben, während zum anderen auch der Aspekt interessant ist, wie sie sich selbst darstellen.
2.1 Gegenüberstellung in Bezug auf die Artusgeschichte „Artus, li buens rois de Bretaingne, L cui proesce nos ansaingne, Que nos soiiens preu et cortois, Tint cort si riche come rois A cele feste, qui tant coste, Qu’an doit clamer la pantecoste. Li rois fu a Carduel an Gales.” 2
1 Mertens, Volker: Rezeption der französischen Adelsliteratur, in: Liebertz-Grün, Ursula (Hrsg.): Aus der Mündlichkeit in die Schriftlichkeit: Höfische und andere Literatur. 750-1320, Band 1, Reinbek bei Hamburg 1988, S. 138.
1
Mit diesen Zeilen beginnt Chrestien de Troyes seinen Prolog des „Yvain“. Wie hier zu erkennen ist, wird in diesen ersten sieben Versen schon deutlich, dass es sich bei der nun folgenden Geschichte um einen Artusroman handelt, denn Artus wird gleich zu Beginn als Vorbild für Rittertugend und ritterliches wie auch höfisches Benehmen genannt 3 . Auch der Zeitpunkt und der Ort, an welchem die Geschichte ihren Anfang nimmt, finden im Prolog Erwähnung, nämlich der königliche Hoftag zu Ehren des Pfingstfestes, der in Carduel in Wales stattfindet. Die Erwähnung des Pfingstfestes ist hier deshalb von besonderer Bedeutung, da dieses ein strukturierendes Element der arthurischen Versromane bildet, das sich in anderen arthurischen Romanen jeweils wiederholt. Die Besonderheit bei Ywain ist jedoch die Nennung gleich zu Beginn des Romans, so dass sich dieses noch stärker im Gedächtnis des Publikums einprägt 4 .
Vergleicht man hierzu nun Hartmann von Aue, so stellt man fest, dass in seinem Prolog zu Iwein die Lobreden auf König Artus weitaus länger sind und die ersten zwanzig Verse umfassen. Doch für beide Autoren gilt übereinstimmend, dass die ersten Verse zunächst einen Gattungshinweis geben, nämlich dass es sich bei der vorliegenden Form um einen Artusroman handelt 5 . „Swer an rehte güete wendet sîn gemüete, dem volget sælde und êre. des gît gewisse lêre künec Artûs der guote, der mit rîters muote nâch lobe kunde strîten. er hât bî sînen zîten gelebet alsô schône daz er der êren krône dô truoc und noch sîn name treit. des habent die wârheit sîne lantliute:
2 Chrestien de Troyes, Yvain v. 1-7.
Die im Folgenden angegebene neuhochdeutsche Übersetzung ist die von Ilse Nolting-Hauff, München 1962, S. 17: „Artus, der gute König von Britannien, dessen Rittertugend uns lehrt, ritterlich und höfisch zu sein, hielt einen reichen und wahrhaft königlichen Hoftag an jenem Fest, das soviel kostet, und das da Pfingsten geheißen ist. Der König war in Carduel in Wales.“
3 Schmolke-Hasselmann, Beate: Der arthurische Versroman von Chrestien bis Froissart. Zur Geschichte einer Gattung, Tübingen 1980, S. 36.
4 ebd. S. 37.
5 Haug, Walter: Literaturtheorie im deutschen Mittelalter. Von den Anfängen bis zum Ende des 13. Jahrhunderts, Darm- 2 1992,S. 124. stadt
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Arbeit zitieren:
Medea Conrad, 2007, Der Prolog des Iwein, München, GRIN Verlag GmbH
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