In dieser Hausarbeit sollen die ersten Anzeichen eines sozialen Versicherungs- und Gesellschaftsfürsorgesystems, beginnend in der Frühzeit bis zum II. deutschen Reich dargelegt werden. Das bedeutet für diese Hausarbeit, dass vornehmlich das Wirken und Handeln von Otto von Bismarck im Bereich der Sozialpolitik des Deutschen Reiches bis 1890 in seinem biographisch/politische teilgewordenen Zyklus darstellt werden soll.
Des weiteren soll in dem o.g. Hauptkontext auf die Person von Bismarck im Bezug auf die Geschichte der Sozialpolitik bis 1890, die Lebenssituation des deutschen Volkes und die sozialpolitischen Ergebnisse dieser Zeit dargestellt werden.
Außerdem soll verdeutlicht werden, wie das deutsche Volk Schritt für Schritt in ein Zwangsversicherungssystem eingebettet wurde, und welche Auswirkungen dies auf die Lebensbedingungen und das familiäre Gefüge bzw. das Sippenleben im Kaiserreich hatte.
Nicht zu vergessen sind dabei die politischen Diskrepanzen des liberalen Wirtschaftsverständnisses dieser Zeit, die Kontroversen zwischen Monarchie, dem Reichskanzler und der parlamentarischen Demokratie, die Einfluss auf das sozialpolitische System Deutschlands hatten.
Es sollen auch die privaten Bemühungen um das soziale Wohl kurz dargestellt werden, da von Bismarck sich z.T. diesen nicht unbedeutenden Methoden bediente.
Da es auch vor Otto von Bismarck soziale Absicherungen gab, sollen die wesentlichsten Aspekte in dieser Hausarbeit angerissen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Begriffsdefinition
3. Otto von Bismarck: die Kurzbiographie
4. Die Geschichte der Sozialpolitik bis 1890
4.1 Von der Frühzeit bis zum Mittelalter
4.2 Von der Industrialisierung bis zu von Bismarcks Tod
4.3 Lösungsversuche außerhalb der politischen Ebene
4.3.1 Unternehmerische Führsorge
4.3.2 Marxismus/Leninismus
4.3.3 Die Bemühungen der beiden großen Kirchen
4.3.3.1 Johann Heinrich Wichern
4.3.3.2 Adolph Kolping
4.3.3.3 Freiherr von Ketteler
5. Die Lage der Arbeitnehmer im II. deutschen Reich
5.1 Die sozioökonomischen Rahmenbedingungen
6. Was tat der Staat gegen den soziale Schieflage?
6.1 Die Interventionen von Bismarcks in das Zeitgeschehen
7. Das entstehende Reichsversicherungssystem
7.1 Erste grundlegende Sozialversicherungen
7.1.1 Die Krankenversicherung
7.1.1.1 Inhalt der Krankenversicherung
7.1.2 Die Unfallversicherung
7.1.2.1 Inhalte der Unfallversicherung
7.1.3 Die Invaliditäts- und Altersversicherung
7.1.3.1 Inhalte der Invaliditäts- und Altersversicherung
8. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und Etablierung des deutschen Sozialversicherungs- und Gesellschaftsfürsorgesystems von der Frühzeit bis zum Ende der Ära Otto von Bismarck im Jahr 1890, wobei der Fokus auf Bismarcks politischem Wirken und den sozioökonomischen Bedingungen der Arbeiterschaft im Kaiserreich liegt.
- Biografische Einordnung von Otto von Bismarck als Wegbereiter der Sozialpolitik.
- Analyse der Lebensumstände der Arbeiterschaft während der Hochindustrialisierung.
- Untersuchung staatlicher und privater Lösungsansätze für soziale Missstände.
- Detaillierte Darstellung der drei Grundsäulen der Sozialversicherung (Kranken-, Unfall-, Invaliditäts- und Altersversicherung).
- Kritische Reflexion der politischen Motive Bismarcks hinsichtlich der Sozialgesetzgebung.
Auszug aus dem Buch
4.1 Von der Frühzeit bis zum Mittelalter
Die uns heute bekannte soziale Sicherung über eine soziale Versicherung, die von einem Staat kontrolliert wird, gab es in der Antike und der Frühzeit nicht. Damals sorgte allein die Familie oder die Sippe für die Invaliden, Alten oder die Hinterbliebenen in ihrer Gemeinschaft. Man sah darin eine allgemein anerkannte gesellschaftliche Aufgabe.
Mit der Schrittweisen voranschreitenden Individualisierung der Gesellschaft und der Spezialisierung der Arbeitswelt begann der Ruf nach einer von der Familie bzw. Sippe unabhängigen sozialen Sicherung.
So gab es bereits im antiken Griechenland eine staatliche Armenfürsorge (so unterstützte der Staat z.B. erwerbslose und mittellose Bürger mit Geld, Nahrung und Kleidung); in einigen Vereinen (z. B. Handwerkergilden) halfen sich die Mitglieder selbst, indem sie eine zahlende Interessengemeinschaft gründeten.
Auch aus dem antiken und frühchristlichen Rom sind Krankenkassen und Sterbekassenvereine bekannt. Dies waren die ersten versicherungsähnlichen Einrichtungen, die m.E. nach noch weit vom Sozialstaatsprinzip entfernt waren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Einführende Darlegung des Untersuchungszeitraums, des Fokus auf Otto von Bismarck und der Zielsetzung der Hausarbeit.
2. Begriffsdefinition: Definition des Begriffs Sozialpolitik im historischen Kontext und Bedeutung des „Vereins für Sociale Fragen“.
3. Otto von Bismarck: die Kurzbiographie: Überblick über den Lebensweg, die politische Laufbahn und die historische Rolle von Otto von Bismarck.
4. Die Geschichte der Sozialpolitik bis 1890: Analyse der vorstaatlichen Sicherungssysteme sowie privater und kirchlicher Bemühungen zur sozialen Fürsorge.
5. Die Lage der Arbeitnehmer im II. deutschen Reich: Beschreibung der sozioökonomischen Lebensbedingungen der Arbeiterklasse während der Hochindustrialisierung.
6. Was tat der Staat gegen den soziale Schieflage?: Erläuterung der politischen Motivation Bismarcks und der staatlichen Reformbemühungen als Reaktion auf soziale Spannungen.
7. Das entstehende Reichsversicherungssystem: Detaillierte Darstellung der Einführung von Kranken-, Unfall- sowie Invaliditäts- und Altersversicherung.
8. Zusammenfassung: Objektive Synthese und kritische Bewertung der Auswirkungen sowie Motive der bismarckschen Sozialpolitik.
Schlüsselwörter
Sozialpolitik, Otto von Bismarck, Sozialversicherung, Kaiserreich, Industrialisierung, Arbeiterfrage, Krankenversicherung, Unfallversicherung, Invaliditätsversicherung, Altersversicherung, Sozialgesetzgebung, Arbeiterklasse, Sozialstaatsprinzip, Selbstverwaltung, Geschichte der Sozialpolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Entstehung der deutschen Sozialversicherung und deren politische Einbettung im Deutschen Kaiserreich unter der Ära Otto von Bismarck.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Kernpunkten gehören die Lebensbedingungen der Arbeiterschaft während der Industrialisierung, die Rolle von Kirchen und Unternehmern bei der sozialen Fürsorge sowie die Implementierung der gesetzlichen Sozialversicherung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das deutsche Volk in ein staatliches Zwangsversicherungssystem eingebettet wurde und welche politischen Beweggründe – insbesondere Bismarcks Furcht vor einem sozialen Umsturz – dabei eine Rolle spielten.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Es handelt sich um eine literaturgestützte, historische Analyse, die Daten, Tabellen und zeitgenössische Quellen nutzt, um die Entwicklung der Sozialpolitik zu beschreiben und kritisch zu hinterfragen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung der Sozialpolitik, die Analyse der Lebenslage der Arbeiter im 19. Jahrhundert sowie die detaillierte Beschreibung der drei großen Versicherungszweige.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Sozialpolitik, Bismarck, Reichsversicherungssystem, Arbeiterklasse, Industrialisierung und soziale Fürsorge.
Welche Rolle spielten die Kirchen in der frühen Sozialpolitik?
Die Kirchen engagierten sich durch Akteure wie Johann Heinrich Wichern, Adolph Kolping und Freiherr von Ketteler, die durch Armenpflege und Vereinsgründungen versuchten, die Not der Arbeiterschaft zu lindern.
Wie bewertet der Autor Bismarcks tatsächliche Beweggründe?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Bismarcks Sozialpolitik primär strategisch-politisch motiviert war, um die Monarchie zu festigen und der Sozialdemokratie den Boden für einen Umsturz zu entziehen („Der Zweck heiligt die Mittel“).
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- Matthias Ennenbach (Author), 2003, Sozialstaatsprinzip von der Frühzeit bis zur Absetzung Otto v. Bismarck, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11606