Inhalt
1 Einleitung 1
2 Das Konzept der Abteilung Fotografie 2
3 Präsentation und Vermittlung 5
4 Die Fotografie als Kunst- / Ausstellungsobjekt 8
5 Zusammenfassung 10
6 Quellen- und Literaturverzeichnis 11
1 Einleitung
Jede documenta setzt aufgrund ihres individuellen künstlerischen Leitungsprinzips als Ausstellungspodium für zeitgenössische Kunst jeweils eigene Akzente. So wie die meisten documenten beabsichtigten, sich von ihren Vorgängerinnen nicht nur abzuheben sondern auch oftmals abzugrenzen, beanspruchte auch die 6.documenta von 1977 unter der künstlerischen Leitung Manfred Schneckenburgers ihr spezifisches Ausstellungskonzept. Nachdem sich die doc 5, „Bilderwelten - Befragung der Realität“, von 1972 mit dem Thema der Wirklichkeitswahrnehmung auseinandersetzte und einen erweiterten Kunstbegriff einführte, wollte ihre Nachfolgerin mit einem weniger thematischen sondern eher formalen Medienkonzept den Stellenwert der Kunst innerhalb einer medial geprägten Gesellschaft hinterfragen und eine beginnende Reflexion über die Medien innerhalb der Kunst aufzeigen. Dieses viel diskutierte Konzept integrierte in jenen Kommunikationskontext neben den traditionellen Künsten wie Malerei und Plastik auch neuere Medien wie die Fotografie, Video und Experimentalfilm, Performance, aber auch Handzeichnungen, utopisches Design und Künstlerbücher. Nach medialen Kategorien differenziert wurden die Werke in den entsprechenden Abteilungen präsentiert.
Betrachtungsgegenstand dieser Arbeit wird dabei unter Vernachlässigung aller anderen traditionellen und neuen Medien die Fotografie sein, welche erstmalig auf einer documenta als autonomes Medium und als künstlerische Disziplin innerhalb einer eigenen Abteilung zur Exposition kam. Vor dem Hintergrund einer sich etablierenden Fotografie innerhalb des musealen Ausstellungswesens, richtet sich dabei besonderes Augenmerk auf die Intention der d6- Ausstellungsverantwortlichen und deren Versuch, dieses Konzept kuratorisch und didaktisch umzusetzen. Die auch aus dem technischen Herstellungsprozess der Fotografie resultierende Problematik einer eindeutigen Standortbestimmung durch das Changieren „zwischen Authentizität und Fiktion“ sowie der gleichzeitigen Bestrebung nach Anerkennung als künstlerische Disziplin lässt sich in diesem Rahmen ebenso wie ein sich ständig verändernder und erweiternder Kunstbegriff nur andeuten. Eine Analyse eventueller Entwicklungslinien innerhalb einzelner Themenbereiche der Fotografie kann auch aufgrund des unvollständigen Katalogmaterials nicht geleistet werden. Inwieweit die Fotografie-Präsentation der d6
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zur Rehabilitierung und Etablierung des Mediums Fotografie im Ausstellungswesen beigetragen hat, könnte unter Einbeziehung sowohl zeitgenössischer als auch aktueller Kontexte oder über Vergleiche mit weiteren fotografischen Ausstellungen, sowohl im nationalen als auch im internationalen Rahmen, Gegenstand weiterer Untersuchungen werden. Ebenso wären einzelne Entwicklungslinien innerhalb der verschiedenen fotografischen Genres sowie gegenseitige Wechselwirkungen und Einflussnahmen hinsichtlich einer Intermedialität zwischen Fotografie und Malerei interessante Forschungsaspekte. Auch Korrelationen von documenta und Kunstmarkt sowie einer sind verändernden Reputation zeitgenössischer Fotografen könnten von weiterführendem Interesse sein.
2 Das Konzept der Abteilung Fotografie
Ungeachtet im Vorfeld aufgetretener interner Streitigkeiten und widersprüchlicher Aussagen hinsichtlich konzeptioneller Autorenschaft, scheint die Idee einer Mediendocumenta aus heutiger Sicht angesichts der in den 70iger Jahren beginnenden Medialisierung konsequent. Dass technische Medien zunehmend den gesellschaftlichen Alltag beeinflussten und damit auch eine Reflexion der so genannten traditionellen Kunst über ihren gesellschaftlichen Stellenwert und ihre eigenen Mittel hervorriefen, sollte hierbei im Vordergrund stehen. Die traditionellen Künste wie Malerei und Plastik wurden in diesem Kontext ebenso wie die modernen Medien als Kommunikationsmittel verstanden.
Fotografie und Malerei, unter der kuratorischen Verantwortung von Klaus Honnef und Evelyn Weiss in einer Abteilung zusammengefasst, sollten dabei ursprünglich als zwei miteinander sowohl korrespondierende als auch konkurrierende Disziplinen präsentiert werden, um einerseits, so Honnef 1 , die Entwicklung zur bild- bzw. inhaltlosen Malerei aufzuzeigen, deren Existenz zu rechtfertigen und ebenso in wechselseitiger Hängung physisch einen Unterschied der beiden Disziplinen zu vermitteln. Diese Idee konnte aufgrund „äußerer und innerer Umstände“ 2 nicht realisiert werden, so dass sich
1 Prof. Klaus Honnef im Gespräch.
2 Ebd..
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Arbeit zitieren:
Mireille Murkowski, 2007, Die documenta 6 - Abteilung Fotografie, München, GRIN Verlag GmbH
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