Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis....................................................................................................................... 2
1. Problemstellung. 3
2. Die Knowledge-Gap Hypothese. 4
2.1 Vorstellung der Ursprungshypothese 4
2.2 Weiterentwicklung des Ansatzes 5
3. Einführung in den Themenkomplex „Internet“ 6
3.1 Was ist ein Digital Divide? 6
3.2 Das Internet 7
3.3 Warum überhaupt Internet? 7
4. Internetnutzung in Deutschland 8
4.1 Die ARD/ZDF-Online-Studie 8
4.2 Nutzung der Onlineangebote 1997 und 2005 im Vergleich. 9
4.3 Faktoren der Nichtnutzung. 10
4.4 Zugang versus Nutzung. 11
5. Schlussfolgerung 13
Literaturangaben. 15
Links. 15
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1. Problemstellung
Die im Jahre 1970 erstmals formulierte Hypothese einer wachsenden Wissenskluft (Knowledge-Gap Hypothese) bot Anlass für viele Diskussionen, auch wenn -oder vielleicht gerade weil- es sich bei dem Ansatz keineswegs um eine vollständig belegte und allgemeingültige Theorie handelte. Die These, dass Medien nur zum Wissenserwerb von bestimmten Teilen der Bevölkerung beitrügen, wobei andere Teile der Bevölkerung nicht von dieser Möglichkeit profitierten, war von großer gesellschaftspolitischer Brisanz und die Ursprungsthese wurde Ausgangspunkt vieler folgender Studien. Dennoch sind Forscher und Wissenschaftler bis heute zu keinem endgültigen Ergebnis gekommen und im Zuge der Entstehung und Entwicklung von neuen Medien, hat auch die Wissenskluftforschung immer wieder neue Ansätze geliefert bekommen. Die Freigabe des Internets für den Normalbürger durch das World Wide Web im Jahre 1993, hatte eine erneute Diskussion dieses Themenkomplexes zur Folge. Die Debatte, ob das Hybridmedium Internet für eine Schließung von bestehenden Wissensklüften sorgt oder aber den Prozess der Entstehung von einer digitalen Kluft, einem so genannten „Digital Divide“ der Gesellschaft zur Folge hat, wird bis heute fortgesetzt.
In dieser Arbeit soll nun die Frage gestellt werden, ob in Deutschland von einer solchen digitalen Spaltung gesprochen werden kann. Es soll zunächst die Ursprungshypothese, die Knowledge-Gap Hypothese vorgestellt werden und im nächsten Schritt soll kurz auf die Weiterentwicklung dieses Ansatzes eingegangen werden. Darüber hinaus wird eine Erläuterung des Terminus „Digital Divide“ stattfinden, hiermit soll deutlich werden, dass die Ursprungshypothese, so wie sie 1970 formuliert wurde, in keinem Fall auf die Entwicklung des Internets angewandt werden kann, sondern einer Modifizierung bedarf. Es folgt ein kurzer Einblick in den Themenkomplex „Internet“, das heißt eine Erklärung, was Internet überhaupt ist und warum der Umgang mit dem Internet für unser tägliches Leben von Bedeutung ist. Hier soll deutlich werden, ob sich eine digitale Spaltung der Gesellschaft negativ auf bestimmte Bereiche auswirkt oder ob kein Nachteil für Menschen entsteht, die das Internet nicht nutzen. Als nächster Schritt muss eine Analyse der Internetnutzung in Deutschland erfolgen, dies soll geschehen mithilfe eines Vergleiches der Ergebnisse der ARD/ZDF-Online-Studien von 1997 und 2005, um zu klären, wer das Internet nutzt und demnach von den Angeboten profitiert und wer davon ausgenommen bleibt. Weiterführend muss nun darauf eingegangen werden, welche Gründe eine Rolle bei der Nichtnutzung des Internets spielen, das heißt, welche Motive Offliner haben, sich keinen Internetanschluss anzuschaffen.
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Abschließend wird eine Differenzierung der Begriffe „Zugang“ und „Nutzung“ vorgenommen werden, da das Fehlen dieser Präzisierung in vielen Studien dazu beigetragen hat, dass die Frage nach einer digitalen Teilung nur ungenau beantwortet worden ist. Es muss eine Unterscheidung stattfinden, da nicht davon auszugehen ist, dass eine vollständige Verbreitung des Internets in Deutschland auch die identische Nutzung dieses neuen Mediums zur Folge hätte. Auch wenn die Gesamtheit der bundesdeutschen Erwachsenen über einen Internetanschluss verfügte, stellte sich weiterhin die Frage, ob auch jeder diesen nutzen würde und wie dieser genutzt würde.
2. Die Knowledge-Gap Hypothese
2.1 Vorstellung der Ursprungshypothese
Im Jahre 1970 stellte ein Forscherteam der Minnesota University, bestehend aus Phillip J. Tichenor, George A. Donohue und Clarice N. Olien, erstmals die Hypothese einer wachsenden Wissenskluft (knowledge-gap) auf. Sie gingen von der Annahme aus, dass Medien eine demokratisierende Wirkung zuzusprechen sei, das heißt, dass sie für gleichmäßige Informiertheit unter allen Bevölkerungssegmenten zu sorgen in der Lage seien, und kamen zu folgendem Ergebnis:
Das heißt, dass Personen, die über eine höhere formale Bildung verfügen, Informationen schneller aufzunehmen in der Lage sind, als Personen mit einem niedrigeren formalen Bildungsniveau und sich dadurch die Kluft zwischen diesen Bevölkerungsschichten tendenziell eher vergrößert. Die Hypothese ist jedoch nicht dahingehend zu interpretieren, als dass die statusniedrigeren Segmente komplett unwissend blieben oder ihr Wissen sogar zurückginge, sondern lediglich, dass der Wissenszuwachs bei diesen Segmenten langsamer erfolge. (vgl. Arnold 2003:89f)
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2.2 Weiterentwicklung des Ansatzes
Die Ausführungen der Minnesota-Gruppe waren noch mit zahlreichen Schwächen und Unklarheiten behaftet und auch gab es zu wenig empirische Untersuchungen, so dass aus der Hypothese keine geschlossene Theorie entstand. Im Laufe der Zeit wurden jedoch Weiterentwicklungen des Konzepts vorgenommen. Die formale Bildung wurde nicht mehr als alleiniger Indikator für den sozioökonomischen Status verwendet und es fand eine Unterscheidung statt zwischen Informationsquantität und Informationsqualität, „da eine Zunahme des Informationsangebots nicht automatisch mit Wissenszuwachs gleichzusetzen ist.“ (Kunczik/Zipfel 2001: 387)
Schon von Tichenor, Donohue und Olien wurde außerdem eine Erweiterung der Hypothese durch sich wieder einebnende Wissensklüfte vorgenommen. Dieses Phänomen wurde dadurch begründet, dass zwar höher gebildete Segmente die Information schneller aufnehmen, irgendwann jedoch eine Art Obergrenze erreichen oder, dass die Motivation zur Informationssuche nachlässt. Geschieht dies, haben weniger gebildete Segmente die Möglichkeit, das Wissen aufzuholen und die Wissenskluft zu einem Thema schließt sich wieder. (Vgl. Kunczik/Zipfel 2001: 387 f.)
Auch wurde an der Ursprungshypothese eine fehlende Präzisierung und Differenzierung kritisiert. Die Minnesota Gruppe spricht von einer „Tendenz“ zur Vergrößerung von Wissensunterschieden, präzisiert diese jedoch nicht. Randbedingungen, die sich auf diese Tendenz auswirken, werden zwar erwähnt, aber nicht in das Modell integriert und auch zentrale Begriffe wie „Informationszufluß“, „Wissen“ und „Sozialsystem“ werden nicht näher definiert. (Vgl. Kunczik/Zipfel 2001: 385)
Des Weiteren muss erwähnt werden, dass auch motivationale Faktoren wie z.B. Motivation und Interesse als Einflussfaktoren auf die Entstehung von Wissensklüften von Tichenor, Donohue und Olien nicht in ihr Konzept integriert wurden. (vgl. Arnold 2003: 94) Die Ausdifferenzierung der verwendeten Begriffe und die Integration motivationaler Faktoren in den Komplex „Wissenskluft“ fand erst in späteren Studien statt.
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Arbeit zitieren:
Anna Mölle, 2006, Ist die Wissenskluft Hypothese noch aktuell?, München, GRIN Verlag GmbH
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