2
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung. 3
2. Wappen. 3
2.1. Kurze Einführung in die Wappenkunst 3
2.2. Die Geschichte der Heraldik und die Entwicklung der Wappen. 5
2.3. Das Wappen als Medium 7
3. Herolde 9
3.1. Der Herold - Entwicklung, Amt und Funktion. 9
3.2. Die Herolds- oder Wappendichtung. 12
3.3. Der Herold als menschliches Medium 13
4. Ausblick. 14
5. Quellen 16
5.1. Literaturverzeichnis. 16
5.2. Internet 17
3
1. Einführung
wie si aber von ringe liezen gân wie sî mit scheften staechen wie vil si der zerbraechen daz sulen die garzúne sagen die hulfen ez zesamene tragen. I’ne mac ir buhudieren Niht allez becrôieren 1
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Amt und den Aufgaben des Herolds und mit der Heraldik, der mittelalterlichen Kunst der Gestaltung und Beschreibung der ritterlichen Wappen, und untersucht sie als Medien ihrer Zeit. Dabei wird bewusst nur in Grundzügen auf die Beschreibung von Wappen und deren Gestaltung eingegangen, da dies nicht das Thema dieser Arbeit ist und den gesetzten Rahmen deutlich sprengen würde. Es soll viel mehr darum gehen zu fragen und zu erkennen, welche Bedeutung Wappen, Herold und Heraldik im Mittelalter hatten und wie sie als Medien gewirkt haben.
2. Wappen
2.1. Kurze Einführung in die Wappenkunst
Unter „Wappen“ verstehe ich die [...] in die Form der mittelalterlichen Schutzwaffen (Helm und Schild) gekleideten farbigen Zeichen, welche dazu dienen, die Beziehungen zwischen ihrem Eigentümer und den Gegenständen, auf welchen sie angebracht sind, zum Ausdruck zu bringen. 2
1 Gottfried von Strassburg: Tristan (um 1215) in:
Seyler, Gustav A.: Geschichte der Heraldik. Neustadt an der Aisch: Bauer & Raspe 1970 (reprografischer
Nachdruck der Ausgabe Nürnberg 1885-1889 (1890))
2 Philippi, F.: Wappen. Versuch einer gemeinfasslichen Wappenlehre. Hrsg. von Alfred Zappe. Zweite, im
Text unveränderte Auflage. Limburg/Lahn: C. A. Starke Verlag 1967. S. 11.
4
Ein Wappen (s. Abb. 1 3 ) besteht aus dem Schild (dem
Hauptelement), dem Helm, der auf dem Helm befestigten Helmzier, der Devise, dem Mantel, dem Schildhalter und dem Kranz (oder Wulst). Der Schild allein kann schon ein richtiges Wappen ausmachen und hatte ursprünglich die Form eines Kampfschildes (Dreiecksschild oder Rundschild). Diese wurde mit der Zeit abgewandelt, so dass auch andersförmige Schilde in der Heraldik benutzt werden. So führten Vertreter der Kirche ovale Schilde auf ihren Wappen, Damen rautenförmige. Der Schild wird zur Beschreibung von oben nach unten und von links nach rechts eingeteilt. Auf dem Schild befindet sich das Wappen in Form von Bildern oder Figuren, die in Farben, so genannten Tinkturen, dargestellt sind. Die Tinkturen sind die heraldischen Farben Rot, Blau, Grün, Schwarz und Purpur. Dazu kommen noch die Metalle Gold und Silber, die mit Gelb und Weiß dargestellt werden und die Pelze Hermelin und Feh (Pelz
des russischen Eichhörnchens).
Eine heraldische Regel besagt, dass niemals Metall auf Metall und Farbe auf Farbe gesetzt werden soll. Die Trennung der Farben geschieht durch „Schnitte“. Unbelebte und belebte Objekte, auf Wappen gesetzt, werden als „Gemeine Figuren“ bezeichnet. Sie können unterschiedlichster Art sein und haben meist große symbolische Bedeutung. Manchmal porträtieren sie den Charakter oder die Geschichte einer Einzelperson, oft haben sie Bezug auf den Familiennamen oder Beruf. Dann spricht man von „redenden Wappen“.
3 Kaufer, Raoul: „kleine Wappenkunde". http://www.bayern.de/HDBG/wappen01.htm (08.12.2001)
5
Die Helmzier ist das wohl älteste Wappenelement, da sie in Grundzügen schon im antiken Griechenland und Rom getragen wurde, und war im Mittelalter fast so bedeutend wie der Schild selbst.
Die Devise war ursprünglich der Schlachtruf des Trägers, kann aber auch eine Redewendung, ein Wahlspruch oder ein Satz sein, der auf das Wappen anspielt. Der Spruch auf dem Wappen des „Schwarzen Prinzen“ Edward von Wales, des Sohnes von Edward III. (um 1370) lautet zum Beispiel: „Ich dien“. Dies war ursprünglich der Wahlspruch des Johann von Luxemburg, den Edward 1346 in der Schlacht getötet hatte. 4 Der Wappenmantel schützte in seiner wirklichen Funktion den Helm vor der Hitze der Sonne und wurde als dekoratives Element, meistens in den Farben des Schildes, in das Wappen übernommen.
Die Schildhalter sind Figuren, gewöhnlich Menschen, Tiere oder Fabelwesen, die den Schild von beiden Seiten stützen. Waren sie zu Anfang meist nur Zierde, kam auch ihnen später eine symbolische Bedeutung zu, häufig wiesen sie auf das Oberhaupt der Familie hin.
Zudem können auf Wappen noch Orden, Bänder oder Rangzeichen dargestellt sein, die zu tragen der Besitzer Anspruch hatte.
2.2. Die Geschichte der Heraldik und die Entwicklung der Wappen
Das Wort Heraldik leitet sich von Herold ab und ist der Sammelbegriff für Wappenkunde, Wappenkunst und Wappenrecht. Er wird seit etwa dem 15. Jahrhundert verwendet. Ein Wappen muss nach den Regeln der Heraldik aufgebaut sein und den Träger eindeutig identifizieren. Es wird in direkter Linie dem ältesten männlichen Nachkommen der Familie vererbt und ist im Mittelalter Sinnbild der Waffenfähigkeit seines Besitzers. Laut Leonart besteht das rechtliche Verhältnis zwischen dem Wappen und dem Wappenträger in der
4 Vgl. Schroeder, Michael: Kleine Wappenkunst. Frankfurt a.M.: Insel Verlag 1990. S. 50.
Arbeit zitieren:
Paul Eschenhagen, 2002, Herold und Wappen als Medien des Mittelalters, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Feste und Feiertage im Judentum - Schulpraktische Übungen
Praktikumsbericht / -arbeit, 12 Seiten
Eine Unterrichtsreihe: Die Stadt im Mittelalter (am Beispiel der Stadt...
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Der praktische Umgang mit Bildern und bildhaften Darstellungen im Gesc...
Seminararbeit, 11 Seiten
Die Regional- und Strukturpolitik der EU und die europäischen Regionen...
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Die Entstehung der Bekennenden Kirche im Spiegel der Chronik der Kirch...
Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Möglichkeiten der Arbeit mit Bildern zum Thema 'Going West - Die B...
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Examensarbeit, 52 Seiten
Die Entstehung der Wappen im Hohen Mittelalter und ihre Bedeutung als ...
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Der Nahostkonflikt bis zur Staatengründung Israels aus konstuktivistis...
Politik - Internationale Politik - Allgemeines und Theorien
Seminararbeit, 16 Seiten
Unterrichtsstunde zu Mt 26,69-75 - Die Verleugnung Jesu durch Petrus
Theologie - Didaktik, Religionspädagogik
Unterrichtsentwurf, 13 Seiten
Immer die gleiche Arbeit? - Vor- und Nachteile der Arbeitsteilung am B...
Politik - Didaktik, politische Bildung
Unterrichtsentwurf, 17 Seiten
Gefährdung der Weltmeere - Eine Unterrichtsstunde im Fach Geographie, ...
Geowissenschaften / Geographie - Geographie als Schulfach
Unterrichtsentwurf, 19 Seiten
Unterrichtseinheit: Die Heilung des blinden Bartimäus bei Mk 10,46-52 ...
Eine Einheit für die 8. Klasse
Theologie - Didaktik, Religionspädagogik
Unterrichtsentwurf, 12 Seiten
Das Einhorn in der Heraldik - Über Herkunft, Mythos und Bedeutung eine...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit (Hauptseminar), 17 Seiten
Die Kreuzzüge - ein historischer Abriss
Eine Darstellung von Gründen, ...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit, 17 Seiten
"Kirche und Stadt" - Entwicklung einer Unterrichtsstunde übe...
Hausarbeit (Hauptseminar), 36 Seiten
Oppositionelle Strömungen der Jugend in der NS-Zeit - Edelweißpiraten ...
Pädagogik - Geschichte der Päd.
Hausarbeit, 19 Seiten
Paul Eschenhagen hat den Text Herold und Wappen als Medien des Mittelalters veröffentlicht
Paul Eschenhagen hat einen neuen Text hochgeladen
Fashion and Clothing in Late Medieval Europe - Mode und Kleidung im Eu...
Regula Schorta, Rainer Christoph Schwinges
Mehrsprachigkeit im Mittelalter
Kulturelle, literarische, spra...
Michael Baldzuhn, Christine Putzo
Thüringen im Mittelalter 2. Mittelalterliches Thüringen 1024 - 1130
Vom 11. Jahrhundert bis zur Be...
Werner Mägdefrau
Bild und Körper im Mittelalter
Kristin Marek, Raphaèle Preisinger, Marius Rimmele, Katrin Kärcher
0 Kommentare