1. Einleitung 2
2. Definition Familienpolitik 3
3. Familienpolitik von 1949 - 1990 4
3.1 Ausgangslage nach dem zweiten Weltkrieg 4
3.2 Bundesrepublik. 4
3.2.1 Familienleitbild. 4
3.2.2 Frauenleitbild 4
3.2.3 Eckdaten 5
3.3 DDR. 7
3.3.1 Familienleitbild. 7
3.3.2 Frauenleitbild 7
3.3.3 Eckdaten. 8
4. Einigungsvertrag 10
5. Fazit 11
Literatur. 13
Internetlinks 14
Abstract 15
1
1. Einleitung
„Der Inbegriff der Politik eines Volkes ist die Frage: Was habt ihr euren Kindern zu bieten? - Und eine solche Politik führt an den Ursprung zurück: sie beginnt bei der Familie.“ 1
Mit dieser Feststellung endet Gertrud Bäumers Buch zur Familienpolitik, das bereits zur Zeit der Weimarer Republik erschien und nach wie vor aktuell ist. Rückschauend lässt sich feststellen, dass bereits viel über die Familienpolitik West-deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg veröffentlicht wurden ist. Das Deutsch-land allerdings 40 Jahre lang eine zweigeteilte Familienpolitik hatte, findet seltener Erwähnung. Interessant ist auch die Frage, was in den 40 Jahren auf der anderen Seite der Mauer geschah. Diese Frage ist nicht unrelevant, wenn man bedenkt, dass nach diesen 40 Jahren der Zweigeteiltheit, Deutschland wiedervereinigt wurde und somit nicht nur die Menschen wieder zu ein und demselben Staat gehörten, sondern auch die Familienpolitik der DDR mit der westdeutschen Familienpolitik vereint wurde. Nun kann man sich natürlich die Frage stellen, warum eine gemeinsame Familienpolitik für die alten und neuen Bundesländer ein Problem darstellen sollte, denn die Einheit wollten ja alle. Deshalb soll in dieser Arbeit folgender Frage nachgegangen werden: War die deutsche Wiedervereinigung in Bezug auf die Familienpolitik vorteilhaft für die Bürger der DDR? Um diese Frage zu beantworten, soll zuerst der Begriff der Familienpolitik erläutert und dann kurz auf die Situation nach dem zweiten Weltkrieg eingegangen werden. Im Anschluss daran wird die Familienpolitik der ehemaligen Bundesrepublik der der ehemaligen DDR gegenübergestellt und auf die Aspekte Familien-und Frauenleitbild sowie Eckdaten hin beleuchtet. In einen weiteren Punkt soll dann auf den Einigungsvertrag bei der Wiedervereinigung eingegangen werden. Im letzten Abschnitt wird mit einem Resümee die Fragestellung beantwortet.
1 Bäumer, Gertrud: Familienpolitik. Probleme, Ziele und Wege, Berlin, 1933, S. 77.
2
2. Definition Familienpolitik
Wenn es um Familienpolitik geht, muss zunächst eine begriffliche Bestimmung vorgenommen werden. Familienpolitik lässt sich in die Begriffe „Familie“ und „Politik“ aufgliedern.
Nach Max Wingen zeichnet sich die Familie durch drei konstitutive Merkmale aus: Erstens setzt sich die Familie aus zwei Generationen, deren Generationenbeziehung entweder auf Blutsverwandtschaft oder Adoption beruht, zusammen. Zweitens lebt die Familie in einem gemeinsamen Haushalt. Drittens besteht eine institutionelle Absicherung durch öffentliche Anerkennung (in unserem Kulturkreis handelt es sich hier um die Ehe der Eltern). 2
Auch den Politikbegriff unterteilt Max Wingen in drei Teile: policy, politics und polity. Auf die Familienpolitik bezogen steht „policy“ für die inhaltliche, normative Dimension, es geht um die Aufgaben der Familienpolitik, ihre Ziele, Maßnahmen und Instrumente. Bei der „politics“ Dimension geht es um die Abhängigkeiten des familienpolitischen Handelns von den Interessen der Akteure. „Polity“ steht für die institutionelle, formale Dimension, es geht um die Verfassung, Rechtsordnung und Tradition. 3
Zusammenfassend ist Familienpolitik als „bewußtes und planvoll- ordnendes, zielgerichtetes öffentliches Einwirken auf Struktur und Funktionen der Familie“ 4 zu verstehen.
2 Vgl.: Wingen, Max: Familienpolitik - Grundlagen und aktuelle Probleme, Bonn, 1997, S. 16.
3 Vgl.: Wingen, Max: Familienpolitik - Grundlagen und aktuelle Probleme, Bonn, 1997, S. 17f.
4 Wingen, Max: Familienpolitik, in: HdWW, Bd. 2, Stuttgart, 1980, S. 589.
3
3. Familienpolitik von 1949 - 1990
3.1 Ausgangslage nach dem zweiten Weltkrieg
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Deutschland in vier Besatzungszonen eingeteilt; die Besatzungsmächte waren die USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion. Am 23. Mai 1949 fand die Gründung der BRD mit der Verkündung des Grundgesetzes statt; die DDR 5 wurde kurz darauf am 7. Oktober 1949 auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone gegründet. 6
3.2 Bundesrepublik
3.2.1 Familienleitbild
Das Familienleitbild in den Anfangsjahren der Bundesrepublik war an dem Modell der bürgerlichen Kleinfamilie, in der der Mann für die außerhäusliche Erwerbsarbeit und die Frau für den Haushalt zuständig war, orientiert. Die Familie war größtenteils eine individuelle Aufgabe, in die der Staat selten eingriff. Es wurde zwar nicht direkt eine verbindliche Form des Zusammenlebens vorgeschrieben 7 , allerdings wurden nur Ehen und Familien mit familienpolitischen Maßnahmen gefördert. 8
3.2.2 Frauenleitbild
Auch Jahre nach der Gründung der Bundesrepublik gab es trotz gesetzlicher Gleichberechtigung, die in Art. 117 GG festgeschrieben war, faktisch eine Benachteiligung der Frauen im Ehe- und Familienrecht. Erst 1976 gab es eine Fami-lienrechtsreform, die den Frauen annährend die gleichen Rechte, wie den Männern zusprach. Bis zu dieser Reform galten zum einen das Richterrecht und zum anderen das bürgerliche Gesetzbuch. In letzterem regelten die §§ 1356, 1360, 1364 BGB, dass die Ehefrau nur dann berechtigt war, erwerbstätig zu sein, wenn dies sich mit ihren Pflichten in der Ehe und Familie vereinbaren ließ. 9 War dies nicht der Fall, so konnte der Ehemann die Berufstätigkeit seiner Ehefrau jederzeit
5 Folgende (heutige) Bundesländer gehörten zur DDR: Brandenburg, Mecklenburg- Vorpommern, Sachsen, Sachsen- Anhalt und Thüringen.
6 Vgl.: Schubert, Klaus/ Klein, Martina: Politiklexikon, Bonn, 2006, S. 338.
7 Allerdings gab es bis in die 70er Jahre den sog. Kuppeleiparagraphen, der es unverheirateten Paaren untersagte zusammenzuleben vgl. StGB § 180 (Kuppelei) vgl.: dazu ausführlicher: Nave- Herz, Rosemarie: Ehe- und
Familiensoziologie, München, 2004, S. 67.
8 Vgl.: Peil, Iris: Akzeptanz familienpolitischer Maßnahmen in der Bundesrepublik Deutschland - Ein Ost- West Vergleich, Wiesbaden, 1996, S. 16f.
9 Vgl.: Peil, Iris: Akzeptanz familienpolitischer Maßnahmen in der Bundesrepublik Deutschland - Ein Ost- West Vergleich, Wiesbaden, 1996, S. 3f.
4
Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Nina Eger, 2007, Familienpolitik - War die deutsche Wiedervereinigung in Bezug auf die Familienpolitik vorteilhaft für die Bürger der DDR? , München, GRIN Verlag GmbH
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