Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 5
2 Die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Ostblock der 1980er Jahre 8
2.1 Die Volksrepublik Polen 9
2.2 Die Volksrepublik Ungarn 10
3 Die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in der DDR am Ende der
1980er Jahre 12
4 Der Mauerfall 19
5 Sichtweisen auf den Mauerfall 21
5.1 Die Sicht Günter Schabowskis auf den Mauerfall 21
5.2 Die wissenschaftliche Interpretation des Mauerfalls 25
6 Resümee 29
7 Literaturverzeichnis 31
8 Anhang 34
9 Biografien 37
Abkürzungsverzeichnis
ADN Allgemeine Deutsche Nachrichtendienst ČSSR Tschechoslowakische Sozialistische Republik KPdSU Kommunistische Partei der Sowjetunion MfS Ministerium für Staatssicherheit PVAP Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei SED Sozialistische Einheitspartei Deutschlands USAP Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei ZK Zentralkomitee
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 Auf der Panzermauer am Brandenburger Tor, 9./10. November 1989
Abbildung 2 Der Grenzübergang Invalidenstraße nach der Maueröffnung, 10 November
Abbildung 3 Foto von einer Montagsdemonstration in Leipzig
Abbildung 4 Originaltext der vorläufigen Reiseverordnung vom 9. November 1989
Abbildung 5 Nach der Maueröffnung am Brandenburger Tor
Abbildung 6 Rede Günter Schabowskis auf der Großkundgebung am 4. November 1989
Abbildung 7 Telegramm von Egon Krenz an Michail Gorbatschow, 10. November 1989
Abbildung 8 Foto Michail Gorbatschow
Abbildung 9 Foto Erich Honecker
Abbildung 10 Foto Günter Schabowski
1 Einleitung
Die „Öffnung der Mauer“ soll mein Referatsthema für das Seminar „Die deutsche Einheit: Mythen, Realitäten, Folgen“ sein. Sofort sehe ich Bilder wie die Folgenden vor mir:
Abbildung 1 Auf der Panzermauer am Brandenburger Tor, 9./10. November 1989
Aus: Chronik der Mauer: http://www.chronik-der- Photos: November 1989:
mauer.de/index.php/de/Start/Detail/id/659283/item/6/page/0
Abbildung 2 Der Grenzübergang Invalidenstraße nach der Maueröffnung, 10 November
1989
Aus: Deutsches Historisches Museum: Photo Maueröffnung in der Invalidenstraße:
http://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/DieDeutscheEinheit_photoMaueroeffnungInvalidenstrasse/index.html.
Mir wird bewusst, dass ich außer diesen Bildern in meinem Kopf nicht viel davon weiß, wie es zu dem Fall der Mauer kam und ich beginne mich in die Fachliteratur einzulesen.
Dies scheint jedoch nicht einfach in anbetracht der Fülle der vorhandenen Literatur, von der Eckhard Jesse schreibt: „Wer die einschlägigen Bücher zu sichten versucht, gerät angesichts der Masse der Literatur in Schwierigkeiten. Es ist kaum möglich der Fülle ihrer
5
Vollständigkeit auch nur zu erfassen, geschweige denn zu lesen.“ 1 So findet sich u.a. in dem 1992 erschienen Buch: „Die Gestaltung der Deutschen Einheit Geschichte Politik und Gesellschaft“ herausgegeben von Eckhard Jesse und Armin Mittler eine thematisch geordnete und kommentierte Auswahl an Literatur. 2 Hans Hermann Hertle bietet in seinem Buch „Der Fall der Mauer Die unbeabsichtigte Selbstauflösung des SED-Staates“, aus dem Jahr 1996, dem Leser ebenfalls ein ausführliches, dem Stand der Zeit entsprechendes, Literaturverzeichnis, in dem neben der Forschungsliteratur auch Gespräche mit Zeitzeugen berücksichtigt werden. 3 In dem Buch „Die Vereinigung Deutschlands - ein weltpolitisches Machtspiel“ aus dem Jahr 2003 verschafft Alexander von Plato dem Leser ebenfalls einen ausführlichen Überblick über die vorhandene Forschungsliteratur zum Thema Mauerfall und Wiedervereinigung. 4
Nachdem ich die ersten Bücher zu dem Thema gelesen hatte wird es offensichtlich, dass ich mich, wenn ich eine Hausarbeit schreiben wolle auf einen kleinen Teilaspekt der Öffnung der Mauer beschränken müsse. Die Auswahl viel nicht leicht, da eine Vielzahl von interessanten Blickwinkeln eine genauere Betrachtung lohneswert erscheinen ließ, wie z.B. die Frage danach welche Einfluss die Bürgerrechtsbewegungen auf den Fall der Mauer hatten oder die Frage danach inwieweit die Fotos und Fernsehbilder, die im Herbst 1989 um die Welt gingen die Interpretation des Mauerfalls und der Wiedervereinigung beeinflussten. Nachdem ich dann auf den von Marcus Heumann zusammengestellten Tondokumenten zum Mauerbau ein Interview Günter Schabowskis hörte, in dem er erläuterte: „Am 9. November 1989 begannen wir unter dem Druck der Menschen den Mauerabriss um die DDR zu retten.“ 5 war die Entscheidung für einen Themenkomplex gefallen. Auf Grund dieser Aussage eines ehemals führenden SED-Funktionärs begann ich mich genauer mit den unterschiedlichen Interpretationsweisen des Mauerfalls in Fachliteratur und der ehemaligen DDR-Führungsspitze zu beschäftigen. Dabei sollen die Fragen im Vordergrund stehen, in wie weit die Darstellungen der wissenschaftlichen Literatur mit denen der ehemaligen DDR-Eliten übereinstimmen oder sich unterscheiden und ob es nicht vielleicht eine eigene „Geschichtsschreibung“ der ehemaligen SED-Führung gibt?
1 Vgl. Jesse, Eckhard; Mitter, Armin (Hrsg.): Die Gestaltung der Deutschen Einheit Geschichte Politik und
Gesellschaft, Bouvier Verlag, Bonn; Berlin 1992, S.399.
2 Vgl. Jesse, 1992, S.399- 419.
3 Vgl. Hertle, Hans-Hermann: Der Fall der Mauer - Die unbeabsichtigte Selbstauflösung des SED-Staates,
Westdeutscher Verlag, Opladen 1996, S. 566-581.
4 Vgl. Plato, Alexander von: Die Vereinigung Deutschlands - ein weltpolitisches Machtspiel Bush, Kohl,
Gorbatschow und die geheimen Moskauer Protokolle, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2003, S.
449-473.
5 Heumann, Marcus: Niemand hat die Absicht ... Tondokumente zum Mauerbau, Random House Audio, 2001.
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In der nachfolgen Arbeit sollen zunächst die gesellschaftlichen und politischen Wandlungen in den Ostblockstaaten der 1980er Jahre dargestellt werden, um auf Grundlage dieser Rahmenbedingungen die Entwicklungen in der DDR am Ende der 1980er Jahre zu erläutern, die zum Mauerfall am 9. November 1989 führten. Dies erscheint notwendig, um die im Anschluss daran folgenden Interpretationen des Mauerfalls in der wissenschaftlichen Literatur und der ehemaligen SED-Führungsspitze, am ausgewählten Beispiel Günter Schabowski, gegenüberstellen zu können. Ein Resümee soll die Arbeit abschließen, die auf Grund der gebotenen Kürze nicht alle Aspekte der Maueröffnung mit einbeziehen kann und die Beschreibung und Beurteilung der Ereignisse mit dem 10. November 1989 abschließen, auch wenn dies als eigentlich unzulässige Verkürzung des Bildwinkels erscheint.
7
2 Die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Ostblock der
1980er Jahre
Am 11. März 1985 wird Michail Sergewitsch Gorbatschow 6 zum neuen Generalsekretär der KPdSU gewählt. Seine Wahl markiert eine tiefe Zensur, sowohl für die Sowjetunion als auch für die restliche Welt. Gorbatschow gilt als Hoffnungsträger des Politbüros und verkündet auf dem 27. Parteitag der KPdSU die Notwendigkeit von Veränderungen. 7 So beginnt er die Reformen, die mit den Begriffen „Perestroika“ und „Glasnost“ umschrieben werden. Dabei soll der „Umbau“ (russ. Perestroika) Handel und Industrie vorantreiben, wirtschaftliche Entscheidungsprozesse für die Bürger transparenter machen und das Mitbestimmungsrecht ausweiten. Hand in hand mit dieser Entwicklung geht die „Offenheit“ (russ. Glasnost), die die Einführung auf freie Meinungsäußerung und Pressefreiheit verspricht. 8 Darüber hinaus kommt unter Gorbatschow die Gipfeldiplomtie mit den USA wieder in Gang und ihm Zuge dieser unterzeichnen er und Ronald Reagan im Dezember 1987 in Washington, die so genannte „Nulllösung“, die die Beseitigung aller Mittelstreckenraketen beider Länder besiegelt. 9 Die Bedeutung dieser langsamen Reformen wird deutlich, wenn der Historiker Michael Gehler in einem Aufsatz zu den Umsturzbewegungen 1989 in Mittel- und Osteuropa betont, dass die Veränderungen in der Sowjetunion unter Gorbatschow den „Andersdenkenden in den sozialistischen ‚Bruderstaaten’ politische Motivation und moralische Legitimation“ 10 verliehen.
Während die Perestroika- und Glasnostpolitik auch in den anderen Staaten der sowjetischen Einflusssphäre Handlungs- und Entscheidungsspielraum für Reformen schaffen sperrt sich der DDR Partei- und Staatsapparat dagegen und zeichnet sich durch Veränderungs- und Handlungsunfähigkeit aus. 11 Während die DDR-Führung die Veränderungen als überflüssig und sogar schädlich betracht und sich selbst isoliert stoßen die Reformen in der Volksrepublik Polen und der Volksrepublik Ungarn auf Resonanz 12 Und so blicken die DDR-Bürger
6 Vgl. zur Biografie die Ausführungen unter Punkt 10 dieser Arbeit.
7 Vgl. Lexikonredaktion des Verlages F.A. Brockhaus: Weltgeschichte der Neuzeit Vom 18. Jahrhundert bis zur
Gegenwart, Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2005, S. 443.
8 Vgl. Phoenix: 20 Jahre Perestroika: http://www.phoenix.de/27442.htm.
9 Vgl. Kuhn, Ekkehard: Gorbatschow und die Deutsche Einheit Aussagen der wichtigsten russischen und
deutschen Beteiligten, Bouvier Verlag, Bonn 1993, S. 215.
10 Vgl. Gehler, Michael: Die Umsturzbewegungen 1989 in Mittel- und Osteuropa Ursachen - Verlauf - Folgen,
in Aus Politik und Zeitgeschichte B 41 - 42/2004, S. 36.
11 Vgl. Müller-Mertens- Eckhard: Politische Wende und die deutsche Einheit Fixierung und Reflexion der
Ereignisse in der DDR 1989/1990, Fides Verlags- und Veranstaltungsgesellschaft, Berlin 1997, S. 19f.
12 Vgl. Görtemaker, Manfred: Kleine Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Beck Verlag, München 2002,
S 345.
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Arbeit zitieren:
B.A. Katja Wüllner, 2007, Die Öffnung der Mauer: ein historischer Irrtum oder gewollt herbei geführt?, München, GRIN Verlag GmbH
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