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INHALTSVERZEICHNIS
Der Metallbergbau in Germanien in römischer Zeit 3
1. Eisen 4
2. Blei 6
3. Kupfer 7
4. weitere Metalle 9
Literaturverzeichnis 11
Anhang: Arbeitspapier zur Seminarsitzung 12
3
DER METALLBERGBAU IN GERMANIEN IN RÖMISCHER ZEIT
Von Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung Germaniens in römischer Zeit war sicher auch die Ausbeutung der vorhandenen Bodenschätze. „Generell ist seit Beginn der Stationierung mannschaftsstarker Truppenverbände von einem hohen Bedarf vor allem an Eisen und Blei auszugehen. Allein um die militärische Logistik von aufwendigen Ferntransporten zu entlasten, dürfte es im Interesse der verantwortlichen Befehlshaber gewesen sein, wenn möglichst rasch die Nutzung regionaler Rohstoffe einsetzte.“ 1
Dazu kommt, dass die Ausnutzung heimischer Rohstoffe die einzelnen Provinzen nicht nur unabhängig von Einfuhren machte; durch den Abbau und die Weiterverarbeitung wurde auch die weitere wirtschaftliche Entwicklung positiv beeinflusst, „da sich außer den Tätigkeiten in Zusammenhang mit Abbau und Verhüttung zahlreiche neue Erwerbsmöglichkeiten im Dienstleistungs- und Kleingewerbe durch Transport, Verarbeitung und Handel ergaben.“ 2
Vor den Römern betrieben bereits die Kelten Bergbau. Sie galten als großes Bergbauvolk und so verwundert es nicht, dass etliche Begriffe des Bergbauwesens von ihnen geprägt worden sind, wie z.B. „isarno“ (= Eisen), „scagadt“ (= Schacht), „mina“ (Mine) oder „clocca“ (= Glocke). Sie verfügten über einen für die damalige Zeit bergbautechnisch hohen Standart. Ihr Siedlungsgebiet und ihre Bergbaukenntnisse bildeten u.a. die Grundlage der Waffenindustrie der römischen Weltmacht. Archäologische Zeugnisse aus dieser Zeit finden sich jedoch nur spärlich.
Vor allem im 1.-3. Jahrhundert wurden Eisen-, Zink- und Bleierze aber bereits in erheblichem Maße abgebaut und zur Metallverarbeitung genutzt. Das Land befand sich als Domäne in kaiserlichem Besitz. Es wurde von römischen Staatsdienern verwaltet oder auch an private Bergbauunternehmer und -gesellschaften verpachtet. 3
Dennoch sind Zeugnisse über den Bergbau aus römischer Zeit rar. Es gibt kaum schriftliche Quellen. Zudem wurden die meisten Abbaustätten, die uns heute noch Auskunft geben könnten, auch in späterer Zeit weiter genutzt, so dass es dadurch zur Zerstörung oder Überlagerung der Überreste aus römischer Zeit kam. Auch ist es schwer, reelle Angaben über die damaligen Produktionsmengen zu machen. Eventuell vorhandene Schlackenreste, aus denen man
1 PETER ROTHENHÖFER: Die Wirtschaftsstrukturen im südlichen Niedergermanien, S. 99.
2 PETER ROTHENHÖFER: Die Wirtschaftsstrukturen im südlichen Niedergermanien, S. 100.
3 Dies gilt vor allem für die wichtigsten Bergbaubezirke Germaniens. Eisenerze waren fast überall zu finden und wurden häufig auch privat abgebaut.
4
Schlüsse ziehen könnte, wurden in späterer Zeit oftmals nochmals verhüttet, da man dank modernerer Technologien besser in der Lage war, auch aus diesen Abfällen noch Gewinn zu erzielen.
Abgebaut wurden hauptsächlich Eisen, Blei, Kupfer, Silber und Zink als Galmei. Die Erzvorkommen fanden sich hauptsächlich in den Mittelgebirgsregionen von Eifel, Hohen Venn, Siebengebirge und Westerwald sowie den Übergangszonen zum Tiefland. Die meisten Vorkommen wurden dabei in der bis in die römische Zeit hinein kaum besiedelten Eifel nachgewiesen. Für die in der Nähe eines Abbauplatzes befindlichen villa rustica ist dabei davon auszugehen, dass auf ihnen nicht nur Landwirtschaft betrieben wurde, sondern dass sie daneben auch als Spezialbetriebe fungierten, in denen die jeweiligen Bodenvorkommen bearbeitet bzw. für den Weitertransport vorbereitet wurden.
1. EISEN
„Eisenerze verschiedener Variationen - Brauneisenstein, Roteisenstein und Raseneisenerzwurden an zahlreichen Orten im südlichen Niedergermanien wie in den umliegenden Regionen in römischer Zeit zur Produktion von Eisen genutzt. Von der Gewinnung dieser Erze zeugen ... zum Teil noch sichtbare Bergbauspuren wie Pingen und Schürfgräben, von ihrer Verhüttung zuweilen Schlackenhalden und Ofenreste.“ 4
„Schon in vorrömischer Zeit sind linksrheinische Eisenerze in großem Umfang abgebaut worden und lieferten die Basis für beträchtlichen Wohlstand keltischer Stämme. In römischer Zeit setzte sich der Abbau fort.“ 5 Archäologisch belegt werden kann die Nutzung germanischer Eisenerzvorkommen durch die Römer bis zurück ins 1. Jh. n.Chr. Die meisten Belege finden wir aus dem 2. und 3. Jh., aber auch in späterer Zeit kam der Abbau „keineswegs zum Erliegen. Infolge der wiederholten Frankeneinfälle und kriegerischen Ereignisse dürfte vor allem in der Waffenproduktion ein beständiger Bedarf an hochwertigem Eisen bestanden haben.“ 6
Der Abbau der Eisenerze erfolgte obertägig, d.h. man grub oberflächennahen Eisenerzflözen nach. Erwies sich ein Gang als nicht mehr ergiebig, versuchte man diesen an anderer Stelle zu erweitern. Auf diese Weise entstanden zum Teil ausgedehnte Grabensysteme.
4 PETER ROTHENHÖFER: Die Wirtschaftsstrukturen im südlichen Niedergermanien, S. 77.
5 HEINZ CÜPPERS: Die Römer in Rheinland-Pfalz, S. 284.
6 PETER ROTHENHÖFER: Die Wirtschaftsstrukturen im südlichen Niedergermanien, S. 86.
Arbeit zitieren:
Christiane Müller, 2006, Eisen – Blei – Kupfer: Der Metallbergbau in Germanien in römischer Zeit, München, GRIN Verlag GmbH
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