Inhalt
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1. Einleitung
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2. Aggressives Verhalten
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2.1 Begriffsbestimmung, Differenzierung und Funktion 4
2.2 Erwerb und Entwicklungsverläufe 6
3. Zu Möglichkeiten des Umgangs mit aggressivem Verhalten
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in der Schule
3.1 In konkreten Situationen 8
3.2 Langfristig 10
4. Zusammenfassung
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5. Literatur
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1. Einleitung
Aggressionen im Sinne von sozial inkompetenten Verhaltensweisen sind generell ein Begleiter menschlichen Verhaltens und somit auch in der Schule beständig anzutreffen. Nicht zuletzt durch die Medien wird uns dies immer wieder - und zum Teil stark zugespitzt - ins Bewusstsein gerufen. Zudem, so wird häufig verkündet, fördere der aktuelle, durch Globalisierung, Wettbewerb und Individualismus geprägte Zeitgeist die Herausbildung egoistischer, asozialer Verhaltensweisen. Tatsächlich scheint das Ausmaß an Gewalt insgesamt, zumindest in der Wahrnehmung von Schulleitern und Lehrern, zuzunehmen 1 (vgl. Petermann et al., 1999, S. 21,22; Horn/Knopf, 1996, S. 28,29), wobei dies vor allem anhand einer Verrohung des Umgangstons, Vandalismus und Körperverletzung festzustellen sei. Bei Diebstahl, Erpressung und Sexualdelikten stellen die Befragten keinen Zuwachs fest. Auf der anderen Seite gibt eine „nicht geringe“ Anzahl von Schulen an, keinen Anstieg bei kriminellen Verhalten beobachten zu können, gleichwohl lasse sich aber eine Zunahme verhaltensauffälliger und gestörter Kinder feststellen (Knopf, 1996, S. 28). Aggressives Verhalten und Gewalt treten am häufigsten in Sonderschulen auf. Am zweit häufigsten betroffen sind Sekundarschulen (Gesamt- und Realschulen), gefolgt von berufsbildenden Schulen und Grundschulen. Am wenigsten Aggressives Verhalten und Gewalt sind an Gymnasien zu beobachten (Knopf, 1996, S. 14). Vor dem Hintergrund insgesamt doch zunehmender Aggressionshandlungen an Schulen, erscheinen Interventionskompetenzen auf Lehrerseite umso dringender geboten. Ziel dieser Arbeit ist es, Möglichkeiten für den Umgang mit aggressivem Verhalten an Schulen aufzuzeigen, wobei sowohl auf konkrete, akute Situationen als auch auf langfristige Prozesse eingegangen wird. Eine theoretische Betrachtung aggressiven Verhaltens dabei geht den Interventionsmöglichkeiten voraus.
1 Die Studien entstanden Mitte der 90er Jahre.
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2. Aggressives Verhalten
Aggressives Verhalten in seiner auf Destruktion und Feindseligkeit ausgerichteten Variante (vgl. Cierpka, 1999), wird als Verhaltensstörung und somit als sozial inkompetentes Verhalten begriffen. Letzteres bildet den Gegenpool zu sozial kompetentem Verhalten, das von Döpfner, Schlüter & Rey (1981) (zitiert nach Hinsch/Pfingsten, 1998, S. 13) als „die Verfügbarkeit und Anwendung von kognitiven, emotionalen und motorischen Verhaltensweisen, die in bestimmten Situationen zu einem langfristig günstigen Verhältnis von positiven und negativen Konsequenzen für den Handelnden führen“ definiert wird. Herauszuheben ist hier die Situationsspezifik, nach der kompetentes - oder inkompetentes - Sozialverhalten nicht per se an den Tag gelegt wird, sondern nur in bestimmten Situationen auftritt. Aggressives Verhalten ist auf lange Sicht recht stabil und reiht sich, neben Hyperaktivität und Delinquenz, in die Riege der externalisierenden
Verhaltensstörungen ein, die den internalisierenden - soziale Ängste (soziale Unsicherheit) und depressives (apathisches) Verhalten - gegenüberstehen (Petermann et al., 1999, S. 11).
2.1 Begriffsbestimmung, Differenzierung und Funktion
Petermann / Petermann (1997) begreifen Aggression (aggressives Verhalten) als „ein (oft gut eingeschliffenes) Verhalten […], das auf die Verletzung einer Person oder eines Gegenstandes abzielt“ (S. 5). Aggressives Verhalten kann sich in unterschiedlichsten Ausdrucksformen vollziehen, die sich wie folgt differenzieren lassen: nach ihrer Offenheit - offen gezeigte (Boxen, Beschimpfen) gegenüber verdeckt-hinterhältiger (Aufhetzen, Gerüchte verbreiten) Aggression; nach ihrem Modus - körperliche (Schlagen, Treten) gegenüber verbaler (Beleidigen, Drohen) Aggression; nach ihrer Gerichtetheit - nach außen gewandte (Beschimpfen, Beschädigen) gegenüber nach innen gewandter (Selbstverletzung, -beschimpfung) Aggression; nach ihrer Direktheit - direkt auf Personen gerichtete (Prügeln, Blamieren) gegenüber indirekt auf Personen gerichtete (Sachbeschädigung) Aggression 2 (vgl. Petermann et al., 1999, S. 13, Tab. 1). Darüber hinaus könne bei
2 In ihrem 1997 erschienenden Text zu Aggression führen Petermann/Petermann noch die
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Kindern weiterhin in Aggression gegen Eltern, Lehrer, Geschwister, Gleichaltrige etc. unterschieden werden.
Wie Cierpka (1999) bemerkt, seien Aggressionen nicht per se in negativem Licht zu betrachten. Neben der bereits angesprochenen, auf Feindseligkeit ausgerichteten destruktiven Aggression, die erst durch Erfahrungslernen herausgebildet wird, gebe es eine konstruktive, „aus innerem Drang“ resultierende, die gerade für kleinere Kinder bei der Auskundschaftung ihrer Umwelt eine wichtige Rolle spiele. Generell sei (konstruktive) Aggression auch für die Durchsetzung eigener Bedürfnisse, das Überwinden von Widerständen und das Zurechtkommen in komplexen Situationen notwendig (S. 17).
Neben dem Zweck der (zum Teil auch mit Gewalt erreichten) Durchsetzung eigener Interessen und Bedürfnisse, kann aggressives Verhalten weitere Funktionen erfüllen. Eine ähnliche ist die zielgerichtete Schädigung anderer, der oft starke negative Affekte, wie sie für Hass, Feindseligkeit und Wut typisch sind, zugrunde liegen (vgl. Cierpka, 1999, S. 17). Die Schädigung des Opfers ist hier nicht Mittel zum Zweck sondern der Zweck selbst.
Ein weiterer Grund für aggressives Verhalten kann soziale Angst sein. Der Betroffene fühlt sich bedroht und versucht sich mittels expressiver Wutausbrüche vom auf ihn liegenden Druck zu entlasten. Hier dient das aggressive Verhalten nicht der (scheinbar) selbstbewussten Durchsetzung eigener Interessen, sondern stellt einen Hilferuf dar. Petermann / Petermann (1997) schätzen den Anteil von Kindern mit angstmotivierten Aggressionsverhalten auf ca. ein drittel. Diese Kinder zeichneten sich dadurch aus, dass sie unsicheres (inkompetentes) Sozialverhalten an den Tag legten und unrealistische Erwartungen an ihre Mitmenschen hegten (S. 8). Letztendlich kann aggressives Verhalten auch zur Herausbildung einer stabilen Identität und von mehr Selbstbewusstsein eingesetzt werden (Petermann et al., 1999, S. 12).
Ausdrucksform aktiv ausübende gegenüber passiv erfahrende Aggression mit auf, die sich in der
1999er Variante nicht finden lässt. Da es sich bei dieser Unterscheidung meiner Meinung nach weniger um eine weitere Ausdrucksform als um die Sichtperspektive auf aggressives Verhalten handelt, verzichte ich ebenfalls auf diese Kategorie.
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Quote paper:
Mathias Wick, 2007, Möglichkeiten des Umgangs mit aggressivem Verhalten von Kindern und Jugendlichen in der Schule, Munich, GRIN Publishing GmbH
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