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Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd
Sommersemester 08
Abteilung für Politikwissenschaft/Gemeinschaftskunde
23.6.2008
Seminar:
Friedensarbeit und Zivile Konfliktberatung in
der
politischen
Bildung
Referentin: Diana
Renner
,,Es gab nur eine Orange im Haus, und Mann und Frau stritten sich darum. Der Ehemann
sagte, er brauche sie, und die Ehefrau sagte, sie brauche sie auch. Und sie drehten sich im
Kreis, bis eine Giraffe kam und mit beiden allein sprach. Die Giraffe erfuhr, dass die Frau die
Orangenschale für einen Kuchen brauchte, und der Mann wollte einen Saft haben. Sie hatten
einander nicht verstanden, weil sie nicht deutlich gesagt hatten, was sie wirklich brauchten.
Nachdem sie ihre Bedürfnisse klargelegt hatten, war offensichtlich, dass eine Orange für
beide ausreichte."
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Inhalt:
1. Kommunikation und Konflikte Eine Einleitung
2. Dr. Marshall Rosenberg
3. Was ist Gewaltfreie Kommunikation?
4. Der Wolf und die Giraffe Haltungen und Sprache
A.
Der
Wolf
B. Die Giraffe
5. Das Modell der Gewaltfreien Kommunikation
A.
Beobachtung
B.
Gefühle
C.
Bedürfnisse
D.
Bitte
6. Kritik
7. GFK in der Schule
8. Fazit
9. Literaturverzeichnis
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http://home.arcor.de/alltag_als_chance/gewau1.htm
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1. Kommunikation und Konflikte Eine Einleitung
A. Kommunikation (lat. communicare ,,teilen, mitteilen, gemeinsam machen, vereinigen")
die Aufnahme, der Austausch und die Übermittlung von Informationen zwischen mind. 2
Personen (= Interaktion)
Sender Nachricht Empfänger
basiert auf der Verwendung von Zeichen in Sprache, Gestik, Mimik, Schrift, Bild oder
Musik
Gedanken, Ideen, Wissen, Erkenntnisse, Erlebnisse werden (mit-)geteilt und können auch
neu entstehen dient der Verständigung, aber auch Beeinflussung oder Überzeugung
die Signale oder Daten, die übermittelt werden, lösen bestimmte Reaktionen aus
es treten häufig Probleme auf, denn Kommunikation ist zugleich eine der komplexesten
und wichtigsten Fähigkeiten des Menschen und besteht eben nicht allein in der Weitergabe
von sachbezogener Informationen, vielmehr laufen etwa zwei Drittel des Austausches in
einem Gespräch über den visuellen oder akustischen Kanal in Form von Gesten,
Körperhaltung, Mimik, Betonung oder Sprachmelodie
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B. Konflikte (lat.: confligere = zusammentreffen, kämpfen)
sind allgegenwärtig
sind sehr vielschichtig
es gibt Konflikte auf der intrapersonellen, der gesellschaftlichen oder auf der (zwischen)-
staatlichen Ebene
zwischen mindestens 2 Parteien (außer beim intrapersonellen Konflikt)
es gibt immer unterschiedliche Handlungsinteressen in einem Konflikt
(= eine Unvereinbarkeit von Zielen, Wegen, Interessen bzw. Bedürfnissen)
Vorhandensein von Gefühlen ( "Angst" und "Wut" spielen eine große Rolle, sie dienen im
Konflikt als Antriebselement)
gegenseitige Beeinflussungsversuche (auch über Dritte, also indirekt)
ein oft verschärftes Verhalten (z.B. Konkurrenz, Aggressivität, Hass, Gewalt, Ablehnung,
Sturheit, Widerstand) der Konfliktparteien zeigt deutlich einen Konflikt an
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Schneider & Toyka-Seid: Politik-Lexikon für Kinder, Seite 158
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Schneider & Toyka-Seid: Politik-Lexikon für Kinder, Seite 160
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2. Dr. Marshall Rosenberg
Rosenberg wurde am 6. Oktober 1934 in Canton, Ohio geboren. Rosenberg wuchs als Jude in
einem überwiegend von Schwarzen bewohnten Viertel in Detroit (Michigan) auf. Er wurde
oftmals Zeuge von Rassenunruhen und litt auch selbst unter Diskriminierung.
Über einen Rassenkrieg im Jahr 1943 schrieb er:
,,Mehr als 40 Menschen wurden in den nächsten Tagen getötet. Unser Viertel lag im Zentrum
der Gewalt, und wir sperrten uns 3 Tage lang zu Hause ein. Nachdem der Rassenkrawall zu
Ende war und die Schule wieder anfing, entdeckte ich, dass eine Name genauso gefährlich
sein kann wie eine Hautfarbe. Als der Lehrer bei der Anwesenheitskontrolle meinen Namen
aufrief, starrten mich zwei Jungs an und zischten: ,,Bist du ein `kike`?". Ich hatte dieses Wort
noch nie gehört und wusste nicht, dass es eine abfällige Bezeichnung für Juden ist. Nach der
Schule warteten die beiden auf mich. Sie warfen mich zu Boden, traten und verprügelten
mich."
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Diese Erfahrungen sind der Ausgangspunkt für sein Modell der gewaltfreien Kommunikation.
1961 promovierte er als klinischer Psychologe an der University of Wisconsin-Madison. 1984
gründete er das Center for Nonviolent Communication in Sherman, Texas, welches er bis
heute leitet. Dort werden Projekte, Trainings, Materialien und Informationen über Gewaltfreie
Kommunikation angeboten. Seit fast 40 Jahren arbeitet Rosenberg nun schon als erfolgreicher
Konflikt- und Friedensmediator und vermittelt in vielen Krisengebieten der Erde.
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3. Was ist Gewaltfreie Kommunikation?
(vgl. Myers: Die Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation, Seite 1-59)
Streit gibt es in fast jeder Ehe, in jeder Partnerschaft, in der Arbeitswelt, in der Nachbarschaft
und sogar in uns selbst. Leider münden banale Nebensächlichkeiten oftmals in handfesten
Konflikten, die eskalieren. Die Ergebnisse sind dann ein ungelöstes Problem und leidende,
traurige und wütende Beteiligte.
Doch das muss nicht so sein!
Wenn wir erkennen, dass Konflikte ein Signal dafür sind, dass etwas nicht stimmt und
verändert werden muss, bieten sie die Chance zur Entwicklung und Verbesserung der
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Marshall B. Rosenberg: Gewaltfreie Kommunikation, Seite 17
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www.cnvc.org
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gegenseitigen Beziehung. Voraussetzung ist allerdings, dass ein konstruktiver Umgang mit
den unterschiedlichen Ansichten, Gefühlen und Zielen gefunden wird. Nicht der Konflikt ist
das Problem, sondern die Art und Weise, wie wir mit diesem umgehen.
Aber dazu brauchen wir eine Sprache, die unserem Gegenüber respektvolle und einfühlsame
Aufmerksamkeit entgegen bringt und dennoch offen und ehrlich unsere Gefühle und
Bedürfnisse zum Ausdruck bringt.
Die Gewaltfreie Kommunikation ist also eine Methode, mit Hilfe derer wir lernen können,
unsere Gefühle und Bedürfnisse ehrlich und klar auszudrücken, ohne den anderen zu
beschuldigen oder zu bewerten, unsere Bitten klar zu formulieren, ohne zu drohen oder zu
manipulieren.
Kritische und feindselige Aussagen des anderen sollen wir nicht persönlich nehmen, vielmehr
muss versucht werden, unausgesprochene Gefühle und Bedürfnisse, die hinter diesen
Aussagen stehen, wahrzunehmen.
A. Ziele der GFK
befriedigende Beziehungen aufbauen, wiederherstellen und erhalten
wertschätzender Umgang miteinander
uns selbst und andere bewusster wahrnehmen
verletzende Kommunikation verhindern
Bedürfnisse beider Parteien erfüllen, ohne einander Gewalt anzutun
Konflikte positiv nutzen
B. Grundlegende Annahmen
wenn unsere Bedürfnisse dauerhaft nicht erfüllt werden, werden wir krank
hinter jedem aggressivem Verhalten befindet sich ein unerfülltes Bedürfnis
alle unsere Handlungen dienen zur Erfüllung unserer Bedürfnisse
Menschen sind soziale Wesen und sehnen sich nach wertschätzenden Verbindungen und
Mitgefühl
jemanden zu verstehen, heißt nicht, ihm Recht zu geben
keiner kann dir Gefühle machen, was andere sagen, kann nur der Auslöser sein, nie die
Ursache
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