Inhaltsverzeichnis
Einleitung 1
Massenmedien und Öffentliche Meinung 1
Thematisierungsfunktion der 2 - 3
Massenmedien
Öffentlichkeit 3 - 4
Öffentliche Meinung 4
Demokratie und Massenkommunikation 5
Demokratie und Kommunikation 5 - 6
Agenda -Setting 6 - 9
Priming 9 - 10
Schweigespirale 10 - 11
Die deutsche Medienlandschaft 11
Politikpr äsentation 12
Politikverdrossenheit 12 -14
Increasing Knowledge Gap 15 - 16
Politische Relevanz 16
Fazit .............................................................. 17 Literaturverzeichnis .................................... 18 - 20
1. Einleitung
„Das Fernsehen erreicht die meisten Menschen, und zwar längst bevor sie lesen lernen. Weltverständnis, Sinngebung und Standards für „Normalität“ werden weitgehend vom Fernsehen geprägt. In dieser Hinsicht ist es vermutlich schon
einflußreicher als Familie und Schule.“ 1 Diese Worte von Dieter Grimm, bis 1999 für den Bereich des Medienrechts zuständige Bundesverfassungsrichter, beschreiben den Einfluss der neuen Medien auf die Öffentlichkeit. Auch Politiker müssen sich heutzutage immer mehr bei der Medien bedienen, um sich gezielt darstellen zu können. Ist Medienmacht gleichzusetzen mit Meinungsmacht? Dies wirft eine Frage nach der Veränderung des politischen Entscheidungsprozesses durch eine Mediatisierung der Politik auf.
Medienmacht und Demokratie - Die Öffentliche Meinung und Massenmedien im demokratischen Staat Deutschland - Diese Arbeit stellt einen Versuch dar, diese Thematik zu beleuchten. Im Folgenden soll sich zeigen, ob die Symbiose Medien und Politik frei von jeglichem Manipulationsverdacht ist, und ob wir in unserer heutigen Zeit noch in einer Demokratie leben oder vielleicht schon den Schritt in eine totale Medienabhängigkeit vollzogen haben.
2. Massenmedien und Öffentliche Meinung
Die Qualität einer Demokratie lässt sich unter anderen daran bemessen, wie sich der Meinungsbildungsprozess vollzieht. Im Wesentlichen erfolgte eine Spezifikation also nach der Art und Weise in der eine demokratische Gesellschaft kommuniziert. Ohne ein breites Band an Informationen ist es nicht möglich eine argumentationsfähige Öffentlichkeit zu garantieren, ebenso sollte die Öffentlichkeit ein
Verständigungsbemühen haben, damit es eine Demokratie geben kann, die diesen Titel verdient.
Der nachfolgende Text beschäftigt sich mit der Frage, welche Stellung die Massenmedien in unserer heutigen Gesellschaft einnehmen. Außerdem sollen die Termini „Öffentlichkeit“ und „Öffentlichen Meinung“ näher erläutert werden.
1 Dörner, Andreas, Politainment, Politik in der medialen Erlebnisgesellschaft; Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main, 2001; S. 106
1
2. 1 Thematisierungsfunktion der Massenmedien
„Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben wissen, wissen
wir durch die Massenmedien.“ 2 Der Begriff der Massenmedien beschreibt nach Luhmann sämtliche Einrichtungen einer Gesellschaft, die Kommunikation verbreiten, und sich dabei technischen Hilfsmitteln zur Vervielfältigung bedienen. Das wären nicht nur Druckpressenerzeugnisse wie beispielsweise Bücher, Zeitschriften und Zeitungen, sondern auch Kommunikationsverbreitung über Funk. Der Grundgedanke dieser Begriffsklassifizierung ist, dass erst aus der maschinellen Produktion eines Kommunikationsträgers das System der Massenmedien möglich gemacht wurde. Nicht die Entwicklung einer Schrift als solches, sondern die Mittel zur Verbreitung der Schrift an die Öffentlichkeit stellt die Grundmauer unserer heutigen Medienlandschaft dar.
Daraus resultiert ein Paradoxon. Die Schrift als die ursprünglichste Manifestierung menschlicher Gedanken, zielgerichtet zur Verständigung untereinander, wird durch die maschinelle Produktion aus dem Sender-und-Empfänger-System gehoben. Durch die Zwischenschaltung von Verbreitungstechniken wird eine Interaktion zwischen Sender und Empfänger vehement ausgeschlossen. Da es keinen direkten Kontakt mehr geben kann, resultiert ein Überschuss an diversen Kommunikationsweisen. Dieses Überangebot lässt sich nur noch systemintern durch eine Art von Selbstorganisation und durch eigene Realitätskonstruktionen kontrollieren.
Die „Realität der Massenmedien“ ist ambivalent. In ihrer realen Realität besteht sie in ihren eigenen Operationen. Nachrichten werden gedruckt und versendet. Sie werden empfangen und gelesen. Dieser Verbreitungsprozess ist nur auf Grund von Technologien möglich.
Die reale Realität der Massenmedien kann als die in ihnen durchlaufende Kommunikation verstanden werden.
Man kann aber noch in einem zweiten Sinne von der Realität der Massenmedien sprechen, und zwar in dem was für sie oder durch sie für andere als Realität erscheint. Im Prinzip erzeugen die Medien eine transzendentale Illusion. Unter Berücksichtigung dieser Ambivalenz kann man davon ausgehen. dass es dichotome Faktoren gibt, die nicht zentral koordiniert werden können: Das
2 Luhmann, Niklas, Die Realität der Massenmedien; VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2004; S. 9
2
Einschaltinteresse der Rezipienten und die Sendebereitschaft der Medien. Institutionen, die Kommunikationsprodukte der Massenmedien herstellen, sind auf das Interesse der Öffentlichkeit angewiesen. Dies führt folglich zu einer antiindividualistischen Standardisierung. Der einzelne Rezipient kann sich nur aus dem ihm angebotenen Repertoire bedienen, er muss selektieren, was zu ihm passt und was er in seinem Milieu zu wissen müssen glaubt. Die Operationsweise der Massenmedien legt a priori strukturelle Rahmenbedingungen fest. Die Massenmedien bestimmen, was auf die Tagesordnung kommt. Eine der wichtigsten Phasen der Strukturierung von Aufmerksamkeit ist eine Thematisierung im Prozess der öffentlichen Meinung. Es scheint nahezu ohne Zweifel, dass Massenmedien mehr Thematisierungen als irgendeine andere Instanz in der Gesellschaft konzipieren.
Themen fungieren als Headliner kommunikativer Relevanzen, sie stellen Module dar, die je nach Bedarf ausgetauscht werden können.
Massenmedien leisten dementsprechend einen Beitrag zur Realitätskonstruktion der Gesellschaft.
2. 2 Öffentlichkeit
Allgemein formuliert umfasst der Begriff Öffentlichkeit eine gesellschaftspolitische Kategorie, die im weitesten Sinne die Gesamtheit die Strömungen umfasst, in denen ein gesellschaftlicher Austausch und die Bildung einer öffentlichen Meinung geschehen.
Beleuchtet man den Begriff der Öffentlichkeit im eher juristischen Sinne, definiert sich „öffentlich“ durch die unkontrollierte Zugänglichkeit für jedermann.
Es scheint relativ klar, dass der Öffentlichkeitsbegriff in der politischen Diskussion eine zentrale Rolle einnimmt. Interessanterweise lag in den Sozialwissenschaften lange Zeit keine Ausarbeitung dieses Terminus vor. Erst Jürgen Habermas gelang es mit seiner historisch-systematischen Arbeit über den Strukturwandel der Öffentlichkeit von 1962 diese Begrifflichkeit einzuführen. „Öffentlichkeit bezeichnet einen kommunikativen Bereich, in dem alle Bürger mit Argumenten öffentliche Belange diskutieren, an deren Ende eine vernünftige öffentliche Meinung steht, die
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Arbeit zitieren:
Dipl. Sozialwissenschaftlerin Janine Luzak, 2004, Medienmacht und Demokratie - Öffentliche Meinung und Massenmedien im demokratischen Staat Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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