Inhalt
1. Einleitung 3
2. Textkritik 4
3. Sprachliche Analyse 5
3.1. Sprachliche Form 5
3.2. Kontextanalyse 6
3.3. Pragmatik 6
4. Entstehungsgeschichte des Textes 7
4.1. Literarkritik 7
4.2. Überlieferungskritik 8
5. Formale und inhaltliche Vorgaben des Textes 9
5.1. Form- Gattungskritik 9
5.2. Traditionskritik 9
6. Klärung von Einzelaspekten 10
7. Zusammenfassung der Ergebnisse 12
8. Anhang 13
9. Literaturverzeichnis 16
2
1. Einleitung
Ich habe mich in meiner Exegesearbeit für diese Bibelstelle entschieden, da mich das strategische Vorgehen in Bezug auf die Kriegsvorbereitung und das damit einhergehende Vertrauen auf Gott sehr begeistert hat.
Wenn man die Kriegsvorbereitung heutzutage in Vergleich dazu setzt, lässt sich ein gewaltiger Kontrast feststellen. Wer die bessere Strategie entwickelt, das stärkere Gefolge hat und dazu die vernichtensten Waffen benutzt, fühlt sich klar überlegen und gut gerüstet für den Kampf. David jedoch verlässt sich nicht auf seine Rüstung, sondern vertraut allein auf Gott. Im ersten Moment könnte man meinen, dass er völlig riskant und unterlegen gegen die Philister vorgeht, doch der zweifache Sieg bestätigt David in seiner Entscheidung. Auch wenn das Vertrauen Davids noch so beeindruckend wirkt, schockiert sogleich die Tatsache, dass der gütige Gott einen Krieg unterstützt und somit gegen die Philister vorgeht. Die Philister sind ebenso Geschöpfe Gottes wie es auch David ist. Dennoch hat der Herr Partei ergriffen und geht zusammen mit David gegen sie vor. Dies hat ebenso mein Interesse an dieser Bibelstelle geweckt, denn die Geschichte bewirkte bei mir eine gewisse paradoxe Glaubenssicht. Zum einen lernt man den hilfsbereiten und Vertrauen erweckenden Gott kennen, zum anderen schockiert die Tatsache, dass Gott einen Konkurrenten unterstützt und damit sogar die eigene Niederlage herbeizwingt.
Ich werde in meiner Exegesearbeit nun so vorgehen, dass ich zuerst die rev. Lutherübersetzung, die Einheitsübersetzung, die rev. Gute Nachricht Übersetzung und die Bibel in gerechter Sprache miteinander vergleiche. Diese vier Texte sind meiner Meinung nach für die Analyse gut geeignet. 1
Anschließend werde ich dann die weitere Analyse dieser Bibelstelle fortsetzen und dafür die rev. Lutherübersetzung verwenden. 2
Nach der Analyse folgt noch die Klärung von Einzelaspekten und schließlich die Zusammenfassung meiner Ergebnisse.
1 vgl. Anhang I) - IV)
2 vgl. Anhang I) - IV)
3
Textkritik 3 2.
Bei der nun folgenden Textkritik werden die rev. Lutherübersetzung (LU), die Einheitsübersetzung (EH), die rev. Gute Nachricht Übersetzung (GN) und die Bibel in gerechter Sprache (BGS) verwendet. 4
Gleich zu Beginn der Bibelstelle fällt auf, dass bei allen vier Bibelübersetzungen die Geschichte mit unterschiedlichen Überschriften eingeleitet wird. Bei der BGS wird sie ganz ausgelassen, sodass 2. Samuel 5 wie eine in sich geschlossene Geschichte wirkt. Ganz neutral wird bei der EH mit den Worten „Der Krieg mit den Philistern“ in die Geschehnisse eingeleitet. Bei der LU und der GN hingegen ist bei der Überschrift bereits der Ausgang der Geschichte vorweggenommen. Bei der GN besagt sie, dass David den Angriff der Philister abwehren konnte. Die LU betitelt den Text mit: „Davids Sieg über die Philister“ . Weitere Unterschiede sind bei der Wortwahl der verschiedenen Übersetzungen zu finden. Die Absicht der Philister, aufgrund welcher sie David aufsuchten, ist laut LU, „[...] um sich Davids zu bemächtigen“. Bei der BGS machten sich die Philister auf den Weg, „[...] um David aufzuspüren“. Das Vorhaben, „[...] David gefangen zu nehmen“, wird in der EH beschrieben. Den Plan, den König über Israel „[...] in ihre Gewalt zu bringen“, haben die Philister laut der GN. Im weiteren Verlauf des Textes sind immer wieder Ausdrücke zu finden, die sich in den vier Übersetzungen unterscheiden. Diese sind sowohl für den Inhalt, als auch für die Aussage der Geschichte meist nicht von Bedeutung. Oftmals tragen sie aber zu einem besseren Verständnis der Erzählung bei. Dies ist auch in Vers 17 der Fall. Die LU verwendet an dieser Stelle den Begriff „Bergfeste“, welcher leicht missverstanden werden kann. Die EH und die GN liefern stattdessen das Wort „Bergfestung“, dessen Bedeutung verständlicher ist. Bei der BGS ist der Ausdruck „Festung“ zu finden. Dieser ist zwar noch einfach gewählt, jedoch ergibt sich somit Platz für einen Interpretationsspielraum, da man unter Festung nicht gezwungenermaßen eine Bergfestung versteht.
In Vers 18 ist in der EH zu lesen, dass die Philister lediglich in der Rafaiterebene „umherstreiften“, die GN besagt aber, dass sie die Ebene sogar „besetzten“, wohingegen die LU und die BGS davon ausgehen, dass sich die Philister dort ausbreiteten. In der BGS ist zum einzigen Mal die Rede von dem „Tal von Refaim“. Diese Wortwahl der jeweiligen Übersetzung ist auch in Vers 22 zu finden.
3 vgl. Anhang I) - IV)
4
Bei der ersten Anfrage an Gott in Vers 19 grenzt sich die BGS von den anderen drei Übersetzungen ab, da sie als Einzige die Bezeichnung „Gott“ verwendet. Die LU, GN und EH verwenden den Ausdruck „Herr“. Den ganzen Text über halten die jeweiligen Übersetzungen strikt an dieser Wortverwendung fest und weichen nicht davon ab. Weitere Differenzen zeigen sich in Vers 23. Die LU erzählt von dem Bakawald, welcher aus „Bakabäumen“ (V. 24) besteht. Auch die GN und die EH verwenden diesen Begriff. Die BGS gebraucht als einzige Übersetzung die Umschreibung Baka-Sträucher, was bei dem Leser der heutigen Zeit eine andere Assoziation hervorrufen könnte.
Auch am Schluss des Textes sind Unterschiede zu erkennen: In der LU schlug David die Philister „von Gibeon an bis hin nach Geser“, in der EH schlug er sie „im ganzen Gebiet“ zwischen Geba und Geser, in der BGS „von Geba bis nach Geser hin“ und in der GN trieb er die Philister „von Geba bis nach Geser zurück“.
3. Sprachliche Analyse
Im weiteren Verlauf der Arbeit wird sich lediglich auf die rev. Lutherübersetzung beschränkt. 5
3.1. Sprachliche Form
Die Geschichte von Davids Sieg über die Philister ist größtenteils in einem einfachen und leicht verständlichem Wortschatz verfasst. Dennoch sind vereinzelt Begriffe zu finden, welche mit unserem heutigen Sprachverständnis nicht auf den ersten Blick nachvollziehbar sind.
Beispiele hierfür wären „Bergfeste“ (V. 17), „durchbrochen“ (V. 20) und „Wipfeln“ (V. 24). Insgesamt ist der Text leicht zu lesen, da der Satzbau einfach und übersichtlich strukturiert ist. Abgesehen von Vers 17, 18, 22 und 25 wird jeder Vers mit „und [...]“ eingeleitet, was zum einen sehr auffällig ist und zum anderen die einfache Sprache der Bibelstelle nochmals bestätigt. Durch den Wechsel von direkten Reden, Fragen, Antworten und Aussagesätzen, erhält der Text eine gewisse Lebhaftigkeit, welche wiederum ein Merkmal für die einfache Sprache ist. Des weiteren wird dem Leser durch die metaphorische Darstellung „[...] meine Feinde vor mir durchbrochen, wie Wasserfluten durchbrechen.“, die
4 vgl. Anhang I) - IV)
5 vgl. Anhang I)
5
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Johannes Müller, 2008, Davids Sieg über die Philister , Munich, GRIN Publishing GmbH
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