Kirch - Aufstieg und Fall eines Medienkonzerns
1 Einleitung 3
2 Aufstieg und Fall des Kirch-Konzerns 4
2.1 Konzerngeschichte 4
2.1.1 Der Handel mit Filmrechten als Ursprung des Konzerns 4
2.1.2 Expansion: Koproduktionen, Beteiligung am Axel Springer Verlag, zahlreiche
weitere Firmengründungen 5
2.1.3 Einstieg ins Privatfernsehen 5
2.1.4 Die Vision vom Pay-TV 6
2.1.5 Die Insolvenz im Jahre 2002 7
2.2 Strategien 7
2.2.1 Netzwerk persönlicher Beziehungen 8
2.2.2 Vertikal integrierter Medienkonzern 9
2.3 Gründe für die Pleite 10
2.3.1 Ist die vertikale Integration obsolet? 10
2.3.2 Beteiligung an der Formel 1 11
2.3.3 Unbeirrbarer Glaube an die Durchsetzbarkeit des Pay-TV 12
2.3.4 Kirchs risikofreudige Persönlichkeit 13
3 Fazit 15
4 Literaturverzeichnis 16
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Kirch - Aufstieg und Fall eines Medienkonzerns
1 Einleitung
Beschäftigt man sich mit der Konzentrationskontrolle im privaten Rundfunk in Deutsch-land, so führt kein Weg daran vorbei, sich mit der Kirch-Gruppe auseinanderzusetzen. Seit dem 3. Rundfunkänderungsstaatsvertrag aus dem Jahre 1997 darf man unbegrenzt viele Rundfunkprogramme veranstalten, solange dadurch keine vorherrschende Meinungsmacht entsteht. Diese wird unterstellt, wenn die Programme, die zu einem Unternehmen gehören, im Jahresdurchschnitt einen Zuschaueranteil von 30 Prozent oder mehr erreichen (Danwitz, 2002, 773). Die Festlegung eines so hohen Grenzwerts erscheint besonders dann „…als bloße Legitimation der bereits bestehenden Medienlandschaft…“ (Danwitz, 2002. 773), wenn man dies beispielsweise mit der britischen Regelung vergleicht, bei der der zulässige Marktanteil mit 15 Prozent nur die Hälfte des hierzulande erlaubten Werts beträgt (Danwitz, 2002, 774). So kam der Kirch-Konzern vor seiner Pleite im Jahre 2001 auf einen Zuschauermarktanteil von ungefähr 25,5 Prozent (Danwitz, 2002, 769). In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, wie es ein einzelner Unternehmer bewerkstelligte, einen der größten und mächtigsten Medienkonzerne Deutschlands aufzubauen, und warum der einst so gewinnbringende Konzern schließlich insolvent wurde. Dazu wird erst die Konzerngeschichte beleuchtet, anschließend werden die Strategien Kirchs beim Konzernausbau erläutert und schließlich sollen Gründe für die Pleite angeführt werden. Am Ende der Ausführungen soll insbesondere die Frage geklärt werden, welchen Einfluss Kirchs Persönlichkeit auf seine unternehmerischen Entscheidungen und damit auf die Zahlungsunfähigkeit seines Unternehmens hatte.
Meine Betrachtungen sollen sich in dieser Arbeit nur bis zum Jahre 2002 erstrecken, also mit der Darstellung der Insolvenz des Konzerns enden. Die Verkaufsaktivitäten sowie die heutige Situation der ehemaligen Firmen Kirchs sollen demnach außen vor gelassen werden.
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Kirch - Aufstieg und Fall eines Medienkonzerns
2 Aufstieg und Fall des Kirch-Konzerns
2.1 Konzerngeschichte
Bei der Betrachtung der Konzerngeschichte soll nun nicht chronologisch vorgegangen werden, sondern nach den verschiedenen Geschäftsbereichen getrennt werden. Indem zwischen dem ursprünglichen Geschäft, das der Handel mit Filmrechten darstellte, der späteren Beteiligung an anderen Firmen sowie dem Einstieg ins Koproduktionsgeschäft, und dem Engagement in den Bereichen des privaten Fernsehens und des Pay-TV unterschieden wird, kann so gleichzeitig die stetige Expansion des Konzerns gezeigt werden.
2.1.1 Der Handel mit Filmrechten als Ursprung des Konzerns
Leo Kirch wurde am 21. Oktober 1926 in Würzburg als Sohn eines Weinbauern geboren. Nach einem abgebrochenen Studium der Mathematik und Physik in Würzburg studierte er ab 1950 Betriebswirtschaft in Nürnberg. Bereits ein Jahr nach dem Abschluss seines Studiums gründete Kirch seine erste Firma, die Sirius Film, die sich mit dem Handel von Filmrechten beschäftigte. Er hat hier eine Gewinnmöglichkeit entdeckt, an die außer ihm nur wenige geglaubt haben, da zu dieser Zeit „…die Zahl der Fernsehteilnehmer noch deutlich unter einer Million lag und der Erfolg des Mediums keineswegs als sicher galt.“ (Kiefer, 2002, 492). Dies hat vermutlich beträchtlich zu seinem Ruf als Visionär beigetragen. Der erste große Fang gelang Kirch schon ein Jahr später mit dem Kauf der deutschsprachigen Rechte an Frederico Fellinis Film „La Strada“, der wenig später den Oscar als bester ausländischer Film gewann, wodurch er einen großen Gewinn erzielen konnte (Clark, 2002, 69-70). Nach diesem großen Erfolg gelang es Kirch, Verträge mit mächtigen amerikanischen Filmfirmen zu schließen, darunter bekannte Namen wie United Artist/Warner Brothers und Paramount (Jakobs & Müller, 1990, 258). Als das ZDF 1963 startete, ist neben der ARD ein weiterer Großabnehmer für Kirchs Spielfilme und Serien ge-funden, da es für den neu gegründeten Sender zu teuer gewesen wäre, das gesamte Programm selbst zu produzieren und er so auf Zulieferungen angewiesen war. Die Zusammenarbeit zwischen dem ZDF und Kirch war so eng, dass der Spiegel 1976 im Artikel „ZDF im Würgegriff“ darüber berichtete, woraufhin sich der Mainzer Sender verpflichtete, in Zukunft nur noch 40 Prozent der Spielfilme vom bayerischen Filmhändler zu beziehen, während die ARD eine Quote von 25 Prozent festlegte. Diese Vorgaben wurden allerdings häufig umgangen; wie der Programmdirektor des ZDF, Heinz Ungureit, sagte, sei es nicht leicht, „…die Kirch-Quote einzuhalten…“ (Jakobs & Müller, 1990, 261). Auch der Start
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Kirch - Aufstieg und Fall eines Medienkonzerns
der dritten Programme der ARD sicherte Kirch eine ständig wachsende Nachfrage nach seiner Ware. Obwohl der Unternehmer nie Bilanzen veröffentlichte, kann angenommen werden, dass er zu dieser Zeit enorm viel verdient hat, da er ja „…ein Quasi-Monopol in einem ständig wachsenden, lukrativen Markt“ (Clark, 2002, 80) hatte. Anfang der 80er-Jahre musste Kirch allerdings einen Einflussverlust hinnehmen, als die ARD zum ersten Mal Filme direkt in Hollywood einkaufte, was für sie ja erheblich günstiger ist, da es dann nicht mehr nötig ist, Kirch als Zwischenhändler zu bezahlen (Clark, 2002, 81-82).
2.1.2 Expansion: Koproduktionen, Beteiligung am Axel Springer Verlag, zahlreiche weitere Firmengründungen
Zu dieser Zeit hatte sich Kirch allerdings längst auch in anderen Geschäftsbereichen profiliert. Um sich die Rechte an neuen Produktionen schon frühzeitig zu sichern, war er ins Koproduktionsgeschäft eingestiegen, insbesondere im Bereich von Kinderfilmen (Clark, 2002, 79). Hans-Jürgen Jakobs schätzt, dass 1995 „…rund die Hälfte der hierzulande abgedrehten Film- und Fernsehwerke…aus seinem Haus…“ (1995, 65) stammen. Auch Opern- und Konzertaufzeichnungen kommen zu seinen unternehmerischen Aktivitäten hinzu, da diese nicht erst synchronisiert werden müssen, sondern unmittelbar auf der ganzen Welt verkauft werden können (Clark, 2002, 80). Das Medienimperium des Leo Kirch wird im Laufe der Zeit immer unübersichtlicher, da er zahlreiche neue Firmen gründete, bei denen oft nicht klar war, dass sie auch unter seinem Einfluss stehen, was ihm unter anderem auch die Umgehung der Beschränkungen der Zulieferungen an das ZDF erleichterte. Dazu sagte der frühere ZDF-Chef Dieter Stolte: „Leo Kirch hat immer einen Ausweg ge-funden. Er hat Firmen gegründet, von denen wir nicht gewusst haben, dass sie auch zu ihm gehören.“ (Clark, 2002, 84). Jakobs und Müller geben an, dass Kirch 1990 mindestens 50 rechtlich selbständige Firmen besitzt oder beeinflusst, während ihm nur 20 davon offiziell zugerechnet werden (1990, 268). Auch im Verlagsgeschäft versuchte Kirch Fuß zu fassen: Er erwarb anfangs 10 Prozent der Aktien des Axel Springer Verlags, des mächtigsten deutschen Zeitungshauses, und schaffte es anschließend mit Hilfe von Treuhändern, weitere Anteile zu erwerben, was ihn mehr als eine halbe Milliarde Mark kostete. Schätzungen von Clark zufolge gehörten Kirch Anfang der 90er-Jahre ungefähr 40 Prozent des Verlags (2002, 86), also erheblich mehr, als er Verlagsgründer eigentlich vorgesehen hatte.
2.1.3 Einstieg ins Privatfernsehen
Dass ein Mensch wie Leo Kirch, der sein Geld unter anderem mit dem Handel mit Filmrechten verdient und jede sich bietende Chance zur Expansion nutzt, nicht untätig zusieht,
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Lena Prummer, 2007, Kirch - Aufstieg und Fall eines Medienkonzerns, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Die Insolvenz der Kirch Gruppe und ihre Folgen für die deutsche Medien...
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Scholary Paper (Seminar), 28 Pages
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