Executive Summary (Deutsch) Executive Summary (Deutsch)
Malgorzata Drozd Inwieweit ist Missionsarbeit hilfreich?
Möglichkeiten und Grenzen der sozialen Arbeit am Beispiel der FMM-Orden in „Centre de Promotion Rurale et Féminine Sté. Claire“ (Berufschule für Mädchen zwischen 14 und 20 Jahren) nahe Fianarantsoa auf Madagaskar.
„Ich habe aber auch Armut gesehen, was für mich nicht nur wenig zu essen bedeutet, sondern auch kein Geld für Medikamente und kein Wissen zu haben. Es bedeutet, von Lebensmöglichkeiten ausgegrenzt zu sein und das nicht einmal artikulieren zu können.“ (Interview; Sr. Soava; 21.07.2006)
Der nachweislich beste Weg Personen zu helfen ist den Zugang zur Bildung oder zum Arbeitsmarkt zu öffnen. Dadurch wird Eigenständigkeit erhöht. Während meines Praktikums auf Madagaskar hat mich das Engagement der Missionarinnen (FMM Orden) in Centre de Promotion Rurale et Féminine „Sté Claire“ (Berufschule für Mädchen zwischen 14 und 20 Jahren) nahe Fianarantsoa, trotz der schwierigen Bedingungen sehr beeindruckt. Die Ordensfrauen helfen den Mädchen zur Selbsthilfe was für sie die Selbstständigkeit bedeutet. Ihre missionarischen Tätigkeiten sind mit Sozialarbeit zu vergleichen. Die Defizite werden wahrgenommen. Die Nonnen arbeiten mit den Fähigkeiten, Ressourcen, Energien und Stärken, die die Mädchen mitbringen. Die Mission existiert seit 1997 und ist in den letzen Jahren sehr gewachsen. Vor allem auf die Bildung wurde gesetzt. Es stellten sich viele Fragen, für deren Beantwortung ich mit unterschiedlichen Menschen Gespräche führte und Reisen ins Landesinnere unternahm. Ferner besuchte ich die Antanponjina Gegend um die Verhältnisse, aus denen die Mädchen der Berufschule kommen zu erkunden. Im Laufe der Zeit bekam ich immer mehr Einblicke in Hintergründe, Lebensweisen und Traditionen. Diese Aktivitäten brachten mir eine Vielfalt von Antworten und Einsichten die ich nun in die Diplomarbeit einfliesen lassen möchte.
In dieser Diplomarbeit möchte ich die Möglichkeiten und Grenzen der sozialen Arbeit am Beispiel der FMM-Orden in „Centre de Promotion Rurale et Féminine Sté. Claire“ (Berufschule für Mädchen zwischen 14 und 20 Jahren) nahe Fianarantsoa auf Madagaskar beschreiben.
Malgorzata Drozd - 22007
Executive Summary (English) Executive Summary (English)
To what extend is mission work helpful?
Possibilities and limitations of social work as in example of the FMM order of the “Centre de Promotion Rurale et Féminine Sté. Claire” (vocational school for girls ages 14 to 20) near Fianarantsoa on Madagascar.
“I have also seen poverty which to me does not just mean ‘not to have enough to eat’ but also to have no money for medication and education. It means to be excluded from prospects of life and not even be able to articulate this” (interview; Sr. Soava; July 7th, 2006)
The best way to help a person is to provide them with access to education and employment. Through education and employment, a person’s autonomy increases. During my practicum in Madagascar, I was impressed by the commitment, despite the difficult conditions, by the missionaries (FMM order) of the “Centre de Promotion Rurale et Féminine Sté. Claire” (vocational school for girls ages 14 to 20) near Fianarantsoa. It is obvious that there are deficits. Their work focuses on the abilities, resources, energies and strengths of the girls. The mission began in 1997 and has expanded over the last years. Their main focus is in education. To find answers to my questions, I spoke with various people and travelled into the country. Furthermore, I visited the Antanponjina area to research the homes of the girls in the vocational school. Over time I gained more insight into their backgrounds, life styles and traditions. These activities provided me with various answers and information that I want to integrate in my Diplomarbeit (thesis).
In this DA I want to describe the possibilities and limitations of social work on the example of the FMM order of the “Centre de Promotion Rurale et Féminine Sté. Claire” (vocational school for girls ages 14 to 20) near Fianarantsoa on Madagascar.
Malgorzata Drozd - 32007
Inhaltsverzeichnis:
Inhaltsverzeichnis:
EXECUTIVE SUMMARY (DEUTSCH) 2
EXECUTIVE SUMMARY (ENGLISH) 3
INHALTSVERZEICHNIS: 4
1. EINLEITUNG 1
1.1. PERSÖNLICHER ZUGANG 2
1.2. MEINE HYPOTHESEN: 3
2. RAHMENBEDINGUNGEN DER MISSIONSARBEIT UND VERHÄLTNIS ZUR
SOZIALARBEIT 4
2.1. TERMINOLOGIE VON MISSION 4
2.2. MISSIONSARBEIT UND IHRE ZIELE 4
2.3. SOZIALARBEIT UND IHRE ZIELE 5
2.4. MISSION UND KOLLONIALISMUS 6
2.5. GESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG DER SOZIALARBEIT 7
2.6. MISSIONSARBEIT UND POLITIK 8
2.7. SOZIALARBEIT UND POLITIK 9
2.8. MISSIONSARBEIT EIN WICHTIGER TEIL DER ENTWICKLUNGSHILFE 9
2.9. SOLIDARITÄT 10
2.10. VERGLEICH SOZIALARBEIT MISSIONSARBEIT 11
3. BEGEGNUNG MIT DER MISSION 15
3.1. MADAGASKAR 15
3.1.1. Geschichte 17
3.1.2. Bevölkerung 18
3.1.3. Religion 19
3.1.4. Wirtschaft 20
3.2. BEGEGNUNG MIT MISSIONARINNEN 21
3.2.1. FMM Orden 23
3.2.2. Antamponjina-Mission 24
3.2.3. Institutionsbericht 24
3.3. MISSIONSAREAL 21
3.3.1. Grundschule 28
3.3.2. Schulkantine 30
3.3.3. Sportareal 32
3.3.4. Garten 33
3.3.5. Berufschule Sté Claire 34
3.3.6. Arbeitsateliers 34
3.4. ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT AUF MADAGASKAR 34
3.4.1. Staatliche Hilfen 35
3.4.2. NGO s 36
3.4.3. Kirchliche Organisationen 37
3.4.4. Vergleiche zwischen Sozialarbeit und Missionsarbeit 37
3.5. DIE STÉ CLAIRE BERUFSCHULE 39
3.5.1. Lebenswelt der Mädchen 40
3.5.2. Umfeld 42
3.5.3. Herkunftsfamilien 43
3.5.4. Begriff Familie und Tradition 44
3.5.5. Rahmenbedingungen 45
3.5.6. Entwicklung der Sté Claire Berufschule 48
Malgorzata Drozd 4 2007
Inhaltsverzeichnis:
3.5.7. Zukunftsperspektiven 49
3.5.8. Erfolge 55
3.5.9. Kritik 56
4. PROBLEMDEFINITION 58
4.1. POLITIK 58
4.2. ÖFFENTLICHKEIT 60
4.3. WIRTSCHAFT 60
4.4. BILDUNGSSYSTEM 61
4.5. STRUKTURELLE PROBLEME 62
4.6. GESUNDHEITSWESEN 63
4.7. AUSWIRKUNGEN DER LEBENSBEDINGUNGEN AUF DIE BETROFFENEN 64
4.8. DIE REAKTION AUF SOZIOPOLITISCHE DEFIZITE 64
4.9. AHNENGLAUBEN 65
4.10. BEVÖLKERUNGSWACHSTUM UND FEHLENDE RESSOURCEN 66
5. CHANCEN DER SOZIALARBEIT 70
5.1. DIE SICHT DER MISSION ANTANPONJINA 70
5.2. EMPOWERMENT 71
5.3. AUFKLÄRUNGSARBEIT UND BEWUSSTSEINSBILDUNG 72
5.4. BILDUNG UND GESUNDHEIT 73
5.5. SPORT UND ANDERE FREIZEITBESCHÄFTIGUNG 74
5.6. NACHBETREUUNG 75
5.7. VERNETZUNG 75
5.8. AUSBILDUNG VON LEHRERINNEN UND HANDWERKLICHEN AUSBILDNERINNEN 75
5.9. SCHULPATENSCHAFTEN 76
6. KONKLUSE 78
7. LITERATURLISTE 80
7.1. INTERVIEWS UND TAGEBUCHEINTRAGUNGEN 80
7.2. BÜCHER 80
7.3. INTERNETQUELLEN 86
7.4. GLOSSAR 89
7.5. ABBLDUGSVERZEICHNIS 91
Malgorzata Drozd 5 2007
1. Einleitung
1. Einleitung
Bildung ist für uns in den westlichen Industrieländern eine absolute Selbstverständlichkeit. Manchmal erscheint es uns sogar als notwendiges Übel, wie auch der Ausdruck „Schulpflicht“ deutlich macht. In Entwicklungsländern, wie Madagaskar ist Bildung ein Luxusgut, welches nur wenigen zugänglich ist. Ohne Ausbildung und ohne Arbeit geben die Betroffenen ihre Hoffnungslosigkeit an die nächste Generation weiter.
Ziel meiner Diplomarbeit soll somit sein Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Missionsarbeit mit Sozialarbeit aufzuzeigen und die Möglichkeiten und Grenzen der Sozialarbeit darzustellen. Es kristalliesiert sich die Frage heraus „Inwieweit ist Missionsarbeit hilfreich“ und öffnen sich dadurch neue Zukunftsperspektiven für die Beteiligten.
Als Methode verwendete ich die teilnehmende Beobachtung nach (Lamnek; 2005; 547640) Er ermutigte mich direkt an die Betroffenen Rolle anzuknüpfen, ihnen meine Forschungsinteressen mitzuteilen. Das maßgebliche Kennzeichen der teilnehmenden Beobachtung ist der Einsatz in der natürlichen Lebenswelt der Untersuchungspersonen. Ich nahm am Alltagsleben der Mädchen in der Antanponjina Mission teil und versuchte durch genaue Beobachtung deren Interaktionsmuster und Wertvorstellungen zu explorieren und für die wissenschaftliche Auswertung zu dokumentieren. (Lamnek; 2005; 549) Daraus ergaben sich im Rahmen von Alltagsgesprächen alle meine Fragestellungen in den geführten Interviews die sich durch die Protokollierung der Felderfahrungen, einschließlich der persönlichen Hypothesen und Gefühle herauskristaliesierten. Interviews, die ich notiert habe und am gleichen Tag noch in den Laptop eingetippt habe (narrative Interviews).
Durch das Protokollieren wurde ich mit Problemen der Darstellung von Schauplätzen, Personenbeschreibung der Missionarinnen und der Mädchen und Handlungserzählung konfrontiert.Der Ablauf der Beobachtung ist sowohl durch die Situation wie durch deren subjektive Deutung und die Intentionen der Handelnden bestimmt. Beobachtung richtet sich auf ein Verhalten, dem sowohl ein subjektiver Sinn als auch eine objektive soziale Bedeutung zukommen. Deshalb gehört zum Beobachten notwendigerweise das Verständnis oder die zutreffende Interpretation des subjektiven Sinns und der sozialen Bedeutung einer bestimmten Handlung oder Verhaltenssequenz.(Mayntz et al., 1974; 87 zit. in Lamnek; 2005; 549)
Malgorzata Drozd - 12007
1. Einleitung
Die teilnehmende Beobachtung fand direkt in der natürlichen Lebenswelt der Mädchen aus der Berufschule Antanponjina statt Meine Wahrnehmung wurde bewusster und präziser. „Die Aneignung des Sinnverständnisses des beobachtenden sozialen Feldes ist nicht durch vollständige Sozialisation erfolgt, wo dann letztendlich die beobachteten Phänomene als selbstverständlich erscheinen, sondern das Sinnverständnis muss reflektiert und in bewusster Distanzierung von den angeeigneten Inhalten geschehen“.(Lamnek: 2005; 551). Das Fremdverstehen ist Voraussetzung und Methode der Beobachtung. Ich habe die Rolle der Mädchen „übernommen“ und die Welt von ihrem Standpunkt aus gesehen. (Wilson: 1973; 62 zit. in. Lamnek: 2005; 633) Alle Alltagswirklichkeiten der Antanponjina-Mission werden beschrieben um sie zu verstehen. Das Sinnverstehen wurde systematisch protokolliert, erfolgte also methodisch kontrolliert.
Die sozialen Beziehungen haben sich intensiviert aber ich habe trotzdem auf die bewusste Distanzierung geachtet, weil durch das tägliche Memorieren, Beobachtung meines Umfeldes, des soziales Verhalten, Werte und Normen, Traditionen, Abläufe und individuelles Verhalten im Kontext mit der Mission in „Centre de Promotion Rurale et Féminine Ste Claire“, Tagebuchaufzeichnungen (TB) und durch die Interviews mit den Ordensschwestern und den Berufschulmädchen Namen und Geschehnisse bei wiederholten Begegnungen präsenter wurden.
Im Anhang befindet sich ein Glossar, wo alle Begriffsklärungen, Abkürzungen erläutert sind.
1.1. Persönlicher Zugang
Im Sommer 2006 absolvierte ich im Rahmen meiner Ausbildung zum Mag. der Sozialwissenschafte an der Fachhochschule St. Pölten, ein Praktikum in einer christlichen Mission auf MadagaskarZugang in die Mission erhielt ich durch die Oberschwester Soava, die ebenfalls wie ich Polnisch als Muttersprache verwendete. Ich stellte Hypothesen auf, die ich in dieser Arbeit bestätigen möchte. Etwas schwieriger erwies sich die Kommunikation mit den Kindern und den Mädchen aus der Mission. Ich zeichnete sehr vieles auf, ich verwendete „Bodylanguage“ und alle möglichen Gesten und Mimiken. Wie schon Paul Watzlawick sagte, dass man nicht nicht kommunizieren kann. (Watzlawick; 2005:1) Mit den anderen FMM-Schwestern unterhielt ich mich auf Französisch und die Oberin war immer bereit mir bei allen anderen Interviews in der Mission als Dolmetscherin zur Seite zu stehen.
Malgorzata Drozd - 22007
1. Einleitung
Ich interviewte die Oberin und zwei weitere Missionarinnen des FMM-Ordens über die Schulbildung und die Einschätzung der Sozialarbeit in der Mission. Ich interviewte einige Mädchen aus der Berufschule Antanponjina. Wenn die vorgenommenen Interviews beendet waren, stellte ich ergänzende Fragen die sich auf die Familie, das Umfeld und ihr Werdegang bezogen. Ich beschreibe einige Strategien für ein Überleben und Zukunftschancen der Mädchen.
Die Ordensschwester Soava, die für die Antanponjina Mission verantwortlich ist, war mir in allen Forschungsphasen sehr hilfreich. Ich wollte wissen, wie eine solche Mission aufgebaut ist und wie die Zusammenarbeit mit ähnlichen Einrichtungen funktioniert
1.2. Meine Hypothesen:
Meine Hypothesen ergaben sich aus Gesprächen von Betroffenen und Expertinnen, mit denen ich während meiner Themenwahl diskutiert habe. Viele verschiedene Blickpunkte sind in vergleichbaren Tabellen zusammengefasst, die auf die Gemeinsamkeiten von Missionsarbeit und Sozialarbeit hinweisen. Aus täglicher Beobachtung, Mitschriften, Tagebucheintragungen, Akteneinsicht, Interviews stellte ich folgende Hypothesen fest:
1. Die Missionarinnen sind aus reiner Herzensüberzeugung, aus Solidarität und Glaubensüberzeugung gesandt. Primär werden Sie gesandt um zu evangelisieren, erst sekundär ist die Familie und die Nächstenliebe wichtig.
2. Die Mädchen können den klassischen Bildungsweg wegen des Geldmangels nicht verfolgen.
3. Die Mädchen, die die Berufschule absolviert haben, haben viel bessere Möglichkeiten und Berufschancen als Mädchen ohne Ausbildung.
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2. Rahmenbedingungen der Missionsarbeit und Verhältnis zur Sozialarbeit
2. Rahmenbedingungen der Missionsarbeit und Verhältnis zur
Sozialarbeit
2.1. Terminologie von Mission
Das Wort „Mission“ kommt vom lateinischen „Missio“ und bedeutet entsenden, schicken. Die Verbreitung einer religiösen Lehre unter Andersgläubigen; Verbreitung des Christentums. Ein Auftrag, der die Aufforderung zu einer bestimmten Handlung ist. (Mission; 2007)
2.2. Missionsarbeit und ihre Ziele
Die Schwerpunkte der christlichen Missionsarbeit sind heute neben Evangelisierung auch Hungerbekämpfung, Straßenkinderprojekte, Brunnenbau, Gesundheit, Bildung, Sozialdienst, Pädagogische oder Psychologische Unterstützung der Bevölkerung, Mikrokreditprogramme. Die Zielgruppen der Missionsarbeit können direkt der Gerichtsrede Jesu (Mt. 25; 31-46) entnommen sein: Hungrige, Durstige, Kranke, Gefangene, Obdachlose, zu Bekleidende. Wie man selbst ist, wie man die anderen sieht durchs Reden, Handeln und Sein. In allen Lebensbereichen soll sich das Gute widerspiegeln: Beruf, Privatleben, persönliche Beziehungen, der Umgang mit Geld, Zeit. „Alle, die der menschlichen Entwicklung beitragen, sei es auf der familiären, kulturellen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Ebene, im Inland so auch in Ausland, beteiligen sich an Gottes Plan. (KDK 44 zit. In Rózanski; 2001; 24)
In der Enzyklika Redemptoris Missio, vom Johannes Paul II ist die Frage aufgetreten, ob die menschliche Entwicklung nicht das eigentliche Ziel ist? (RMis 4 zit. In Rózanski; 2001;7) Die Kirche bekräftigt die MissionarInnen bei der Arbeit mit den Völkern, die sich mit all ihren Kräften dafür einsetzen und kämpfen, dass all das überwunden wird, was die Menschen dazu verurteilt am Rande des Lebens zu bleiben: Hunger, Krankheiten, Analphabetismus, Armut, Ungerechtigkeiten in den internationalen Beziehungen und besonders im Handel, Situationen eines wirtschaftlichen und kulturellen Neokolonialismus, der mitunter ebenso grausam ist wie der alte politische Kolonialismus. Die MissionarInnen geben über sich selbst Zeugnis, sie wirken mit, damit ist die Missionsarbeit ganzheitlich. Dies steht durchaus im Einklang mit der Evangelisierung (Evangelii Nuntiandi; Papst Paul VI; 1975 zit. In Enzyklika Redemptoris Missio; 1990; 59) Sowohl in der Sozialarbeit als auch in der Missionsarbeit ist Vernetzung, Feldübergreifende Arbeit von Bedeutung. Aufgrund der Vermittlung der verschiedenen Malgorzata Drozd - 42007
2. Rahmenbedingungen der Missionsarbeit und Verhältnis zur Sozialarbeit
Ebenen in den Möglichkeiten und Grenzen der Sozialen Arbeit als Wissenschaft, also die Fragen nach Reichweite und Verhältnis von generellen und speziellen Aussagen von lebensweltorientierten und professionellen Analysen und Gesellschaftsstrukturen, nach Differenz und Vernetzung von Praxiswissen und Wissenschaftswissen wird verhandelt und produktiv genutzt. (H. Thiersch zit. in Kreft/Mielenz; 1996; 622) Missionsarbeit arbeitet nicht als Gemeinwesenarbeit, es wird nur wenig evaluiert und keine Koordinationstreffs finden statt. (Interview Sr.Soava; 27.07.2006) Es gibt sehr viele Missionen in Fianarantsoa auf Madagaskar die miteinander kooperieren und die Missionen arbeiten auch mit der Zivilgesellschaft. „In den Missionen arbeiten nicht nur Ordensleute sondern auch Absolventinnen von den Missionsschulen die jetzt unterrichten“, sagt Sr. Soava. Die umliegenden Dörfer werden regelmäßig von den MissionarInnen besucht, wöchentliche Treffs für die BewohnerInnen werden organisiert. Neben den Missionsschulen werden auch verschiedene Aktivitäten für die Kinder und Jugendlichen der Umgebungen organisiert.
„Sehr oft sind wir Direktoren in Schulen, sowohl Grundschulen, Colléges als auch in verschiedenen Berufschulen. Wir organisieren medizinische Fürsorgen, in juristischen, familiären Fragen immer zur Seite stehend und schließlich auch und vordergründig für den Glauben verantwortlich. Ich glaube, dass wenn man die gute Nachricht predigt ist es hauptsächlich am eigenen Leib den Menschen zu zeigen, dass wir vom Gott geliebt werden (}) das wird nicht nur durch Wörter gezeigt, sondern vor allem in Taten (}) da madegassische Ahnenglauben, die starken familiären Fesseln verursachen, dass es sehr schwer ist etwas zu verändern“. (Interview ; Sr. Soava; 27.07.2006)
2.3. Sozialarbeit und ihre Ziele
Hier möchte ich die Handlungsfelder der Sozialen Arbeit aufzählen, die auch sehr vielfältig sind. Beratung, Berufsbildung, Familienbildung und systemische Familienarbeit, Interkulturelle Arbeit, Kommunale Arbeit, Kulturarbeit, Betriebliche Sozialarbeit, Schuldnerberatung, Sozialverwaltung, Sport und Soziale Arbeit, Sterbebegleitung, Sozialarbeit im Altersheim, Migration und Flüchtlingsarbeit, Behindertenarbeit, Handlungsfelder in Familien, Kranken, Obdachlosen-, Behinderten-, Kinder- und Jugendlichenbereichen sowie anders benachteiligte Menschen. (Otto; 2001; XVII) Alle diese Felder haben die Sorge der Sozialarbeit um die gleiche Würde, um die Freiheit, das Selbstbestimmungsrecht, die soziale Gerechtigkeit im Gemeinwesen, in wie weit verfassungsrechtlich anerkannte Freiheitsräume auch tatsächlich gestaltet und Malgorzata Drozd - 52007
2. Rahmenbedingungen der Missionsarbeit und Verhältnis zur Sozialarbeit
ausgefüllt werden können.(Kreft/Mielenz; 1996; 510) Hilfe zur Selbsthilfe ist begrifflich schillernd und wird gegenwärtig als „Wundermittel“ für eine erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit angesehen. Es kann auch nicht sinnvoll sein, jede Eigenanstrengung in den Entwicklungsländern als Selbsthilfe zu bezeichnen oder so zu tun, als könnte Hilfe zur Selbsthilfe wie ein materielles Gut ähnlich wie finanzielle oder personelle Unterstützung gewährt werden. Bereits 1898, bei der Gründung der ersten „Schule für Wohlfahrtspfleger“ in New York, wurde der Grundsatz vertreten, „dass man seinem Nächsten am besten hilft, wenn man ihm hilft, sich selber zu helfen“.
Das Verständnis von Selbsthilfe in der Sozialarbeit hat sich seitdem entscheidend verändert. Im Vordergrund stehen inzwischen der solidarische Basisbezug sowie die Möglichkeit der Anregung von Partizipation, Selbstbestimmung der Betroffenen und Handeln in eigener Sache, insbesondere im Sinne einer „Hilfe zur Gruppenselbsthilfe“. (Mühlfeld; 1987;42)
Die Sozialarbeit ist sehr vernetzt. die vielschichtigen und wechselseitigen Verknüpfungen zwischen Individuum, sozialen und kulturellen Bedingungen und Ursachen werden in verstärktem Maße berücksichtigt. Sozialarbeiterisches Handeln steht unter einer "ganzheitlichen Sichtweise (Ifsw; 2007)
2.4. Mission und Kollonialismus
Laut Wikipedia gelten Kolonialismus und Missionen als stark umstritten. Vom 16. bis 19. Jahrhundert ging katholische Mission eng mit Ausbeutung, Unterwerfung, Zerstörung von Kulturen, Verletzung der Menschenrechte und Menschenwürde und Verweltlichung einher. (Christentum; 2007) Auch auf Madagaskar engagierten sich die Missionen erst mit dem Einmarsch der Franzosen im Schulbereich und in die medizinische Versorgung. Die Katholiken wurden von der Kolonialbehörde wohlwollender behandelt als die Vertreter anderer Konfessionen. (Priori; 2007) Die Madagassen waren bis 1960 unterdrückt. Es ist nicht verwunderlich, dass die unterdrückte Bevölkerung häufig keinen Unterschied sehen konnte zwischen jenen Weißen die als Kolonisatoren in ihr Land kamen und den Missionaren die der Kolonialisierung oft bewusst oder unbewusst tatsächlich den Weg bereiteten. Die letzen Jahrhunderte warfen ein schlechtes Licht auf das Wort „Mission“. Aus der
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2. Rahmenbedingungen der Missionsarbeit und Verhältnis zur Sozialarbeit
heutigen Sicht, möchte ich die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Kirchen des Nordens (Missio Austria, Dreikönigsaktion}) und Kirche von Madagaskar beschreiben. Die Mission Antanponjina ist ein Langzeitprojekt. Sie wird wie auch Entwicklungshilfe (Erler; 1985; 9) geplant, erfahrungsmäßig und nachhaltig mit 10jähriger Erfahrung abgewickelt. Es bedeutet dass sie Menschen braucht die sich um den Kontakt zu der umliegenden Bevölkerung bemühen die das Wachstum kontrollieren. Da möchte ich betonen, dass das Wort Kontrolle hier positiv besetzt ist. Die Spender verlangen halbjährliche Berichte, Protokolle, Fotodokumentation um sicher zu sein, dass ihr Geld richtig angelegt worden ist. (Interview; Sr.Soava; 27.08.2006)
2.5. Geschichtliche Entwicklung der Sozialarbeit
In der Antike war das Verhältnis zur Arbeit eindeutig. In der Arbeit lag die Grenze zwischen Freiheit und Sklaverei. Reichtum und das Frei-Sein von körperlicher Arbeit galten als Voraussetzung ethischer Vollkommenheit, intellektueller Entfaltung und politischer Betätigung des Menschen (Oexle; 1986:74 zit. in Janovsky; 2004:48) Das Christentum hat in die Antike eine Neubewertung von Armut und Reichtum hineingetragen. Die Maxime „Selig sind die Armen“ (Lukas; 6; 20).
Das Verhältnis von Arbeit und Armut wurde im Mittelalter insbesondere durch die Klöster geprägt. Das asketische Prinzip und die körperliche Arbeit wurden zum Lebensinhalt der in klösterlicher Gemeinschaft lebenden Mönche und Nonnen. Armut bedeutet in diesem relativ neuen Bezugssystem der mittelalterlichen Städte einmal die Grenze unterhalb derer das Existenzminimum nicht mehr gewährleistet war. Die städtische Armut resultierte aus Ursachen die außerhalb der städtischen Lebens- und Produktionsform liegen: aus Kriegen, Seuchen und Hungersnöten. (Sachße/Tennstedt; 1980:28 zit. in Janovsky; 2004:48) Insgesamt gilt für die mittelalterliche Armenversorgung, dass keine systematischen Strategien zur Bearbeitung sozialer Notlagen vorhanden waren. Es gab wohl eine organisierte Verteilung von Mitteln im Verhältnis zur Bedürftigkeit. Die Logik der Hilfe war vielmehr die der religiös geprägten Mildtätigkeit. Im Zuge der sog. „Agrarkrise“ des Mittelalters entwickelt sich ein regelrechtes Bettelhandwerk. Gegen diese Entwicklung beginnt eine Politik, die sich systematisch mit dem Problem der Armut und der Bettelei befasste. (Sachße/Tennstedt; 1980:28 zit. in Janovsky; 2004:62) Die verschiedenen Menschenbilder waren und sind in unterschiedlichen Mischungen und Modernisierungen in der Sozialen Arbeit wirksam. Dabei ist anzuerkennen, dass in Malgorzata Drozd - 72007
2. Rahmenbedingungen der Missionsarbeit und Verhältnis zur Sozialarbeit
den sozialen Bewegungen welche die Soziale Arbeit betrieben, vorangebracht und permanent erneuert haben, vor allem naiv-optimistische und pragmatisch-realistische Bilder von Menschen vorgeherrscht haben.
x Soziale Arbeit geht von Wert, von Würde und Entwicklungsfähigkeit jedes Menschen aus und unterstützt seine Erziehung und Bildung im weitesten Sinne innerhalb und außerhalb der vorhandenen Einrichtungen der Erziehung. x Soziale Arbeit versichert und interveniert in risikoreichen Lebensphasen und Lebenslagen mit dem Ziel einer Wiedereingliederung einzelner Menschen in den von ihnen gewünschten alltäglichen Lebenszusammenhang.
x Soziale Arbeit ist sich der Grenzen ihres Einflusses bewusst. Sie arbeitet deshalb mit anderen Trägern von Einrichtungen und Maßnahmen zusammen, die Menschen helfen ihren Platz in der Gesellschaft zu finden, zu halten und auszubauen. (Kreft/Mielenz; 1996:135)
2.6. Missionsarbeit und Politik
Missionsarbeit war früher durch die Kolonialherren ausgenutzt und manipuliert worden, Evangelisation, Bildung und medizinische Versorgung hat die Idee der Menschenwürde getragen, ohne diese kann man keinen Kampf um Frieden und Gerechtigkeit führen. Ein Pfarrer ist mehr wert als fünfzig Polizisten. (Interview; Sr. Soava; 27.07.2006) Politik ist ein seichtes Gebiet für das Christentum. Das Engagement in die gesellschaftlichen Lebenslagen der ärmsten Bevölkerung ist unzureichend um die globale Armut zu bekämpfen. Nur durch das politische Engagement, klare Linien von oben können die Wurzeln der Armut abwendet werden. Der neue Präsident Madagaskars Marc Ravalamanana, der das Oberhaupt des Landes im Jahre 2002 übernahm hat große Herausforderungen auf sich genommen: die Antikorruption, die gesetzlichen Rechte von Frauen, grundlegende Ausbildung, Verstärkung der Gesundheitssysteme. Politische Tätigkeiten können nicht alleine geführt werden, es ist eine Beteiligung von vielen Mitspielern. Jeder hat seinen Platz. Die Mission Antanponjina spielt eine wichtige Rolle in der Ausbildung. Es wird auch die Geschichte von Madagaskar unterrichtet. Das politische Engagement ist eine offene Einladung für jede ChristIn, die uns vor einen Lebensweg stellt, der vom Poeten Bernard Shaw trefflich definiert wurde: „Im Leben haben wir mit zwei Kategorien von Menschen zu tun. Die erste sieht die Welt so wie sie ist und fragt warum. Die zweite Kategorie stellt sich die Welt so wie sie sein sollte und sagt sich selbst, warum nicht?“ (Bernard Shaw zit. In Malgorzata Drozd - 82007
2. Rahmenbedingungen der Missionsarbeit und Verhältnis zur Sozialarbeit
Interview: Sr. Soava; 22.07.2006)
2.7. Sozialarbeit und Politik
Die historischen Wurzeln moderner Sozialpolitik liegen in der öffentlichen Armenführsorge die seit dem ausgehenden Mittelalter in den deutschen Städten entstand und bis heute in modifizierter Form in der Zuständigkeit der Gemeinden verblieben ist. Die Kernbereiche der Sozialpolitik ist die soziale Sicherung gegen Krankheit, Unfall, Invalidität und Alter. Den Bereich des Arbeitsrechts, der Arbeitsverfassung sowie Arbeitsmarktpolitik und Sicherung gegen Arbeitslosigkeit, die kommunale Fürsorge und Wohlfahrtspflege, die Familien- und Bevölkerungspolitik sowie die Wohnungspolitik.
Staatliche Sozialpolitik reagiert auf die spezifischen Risiken und Unsicherheiten, die eine industriell-kapitalistische Marktgesellschaft produziert. (Kreft/Mielenz; 1996; 552) In allen diesen Bereichen ist professionelle Sozialarbeit zu finden.
2.8. Missionsarbeit – ein wichtiger Teil der Entwicklungshilfe In der Enzyklika Redemptoris Missio, von Papst Johannes Paul II ist die Frage aufgetreten, ob die menschliche Entwicklung nicht das eigentliche Ziel ist? (RMis 4 zit. in Rózanski; 2001;7) Auf dieser Weise wird die Diskussion um die menschliche Entwicklung und die missionarische Tätigkeiten angeregt. Der ehemalige Papst hat dadurch die Aktualität des Problems angesprochen und die Notwendigkeit der theologischen Reflexion zwischen der missionarischen Tätigkeit und menschlichen Entwicklung. „Mission ad gentes entwickelt sich auch heute in bedeutender Weise in den südlichen Teilen der Welt, wo die Aufgabe der ganzheitlichen Entwicklung und Befreiung von etlichen Geiseln von Bedeutung ist“ (RMis 58 zit. In Rózanski; 2001;7) „Alle, die der menschlichen Entwicklung beitragen, auf der familiären, kulturellen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Ebene, im Inland so auch in Ausland, beteiligen sich an Gottes Plan. (KDK 44 zit. In Rózanski; 2001; 24) „Was ist Mission in unserem Sinne? Es ist Aufopferung ohne zu verbrennen- ohne Eigenwünsche- nur an die anderen denken- mit Gottes Hilfe“ (Interview; Sr. Soava; 22.07. 2006)
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2. Rahmenbedingungen der Missionsarbeit und Verhältnis zur Sozialarbeit
Die Mission ad gentes erfolgt auch heute zum Großteil in jenen Regionen der südlichen Hemisphäre wo der Einsatz für die ganzheitliche Entwicklung und die Befreiung von jeder Unterdrückung besonders dringlich sind. Die Kirche hat es seit jeher verstanden bei den Völkern denen sie das Evangelium gebracht hat, den Fortschritt anzuspornen und auch heute werden die MissionarInnen mehr als in der Vergangenheit von Regierungen und internationalen Experten als Förderer der Entwicklung anerkannt. Oft ernten sie Bewunderung für die beachtlichen Ergebnisse die sie mit dürftigsten Mitteln erzielt haben. In der Enzyklika Sollicitudo rei socialis steht, dass „die Kirche keine technischen Lösungen für die Unterentwicklung als solche anzubieten hat aber „den ersten Beitrag zur Lösung des drängenden Problems der Entwicklung leistet. Es geht ihr wesentlich darum, den Völkern nicht „Mehr Haben“ anzubieten, sondern „Mehr Sein“, indem sie durch das Evangelium die Gewissen aufrüttelt. (Enzyklika Sollicitudo rei socialis; 1988; 570f zit. In Enzyklika Redemptoris Missio; 1990; 59-61)
Die Kirche und ihre MissionarInnen fördern die Entwicklung auch durch ihre Schulen, Krankenhäuser, Druckereien, Universitäten, landwirtschaftlichen Musterbetriebe. Doch ereignet sich die Entwicklung eines Volkes in erster Linie weder durch Geld, noch durch materielle Hilfe und auch nicht durch technische Strukturen, sondern vielmehr durch die Formung des Gewissens, durch das Reifen der Einstellungen und Gebräuche. Der Mensch ist Hauptfigur der Entwicklung, nicht das Geld nicht die Technik. „Sehr viele Genossenschaften hier auf der Insel sind mit der Bildung von Kindern und Jugendlichen beschäftigt. Gerade das ist für die menschliche Entwicklung und für das Land wichtig. Durch Missionarische Taten tut die Kirche sehr viel in diese Richtung. Anfangs war die Problematik des Aufeinandertreffens zweier gänzlich unterschiedlicher Kulturen, (})Sachen, die uns „normal“ erscheinen, sind für Madegassen fremd und umgekehrt. Zum Beispiel, dass ich immer meine Schuhe getragen habe. Die Kinder in der Antanponjina-Mission hatten nie Schuhe an“ (Interview; Sr. Soava; 21.07.2006)
2.9. Solidarität
Die Goldene Regel der Nächstenliebe, die die grundlegende moralische Norm bildet ist keine andere als die Entwicklung von Solidarität: „Handle so gegenüber anderen, wie du von ihnen behandelt werden willst.“ So Kardinal Rodriguez Maradiaga.
Solidarität ist ein konkreter Ausdruck für das fundamentale Gut der Mitmenschlichkeit. Malgorzata Drozd - 102007
2. Rahmenbedingungen der Missionsarbeit und Verhältnis zur Sozialarbeit
Es rührt von der Entdeckung der wechselseitigen Abhängigkeit von unseren Mitmenschen her denen wir zu helfen neigen weil sie Menschen sind. Solidarität ist der Beitrag zum Gemeinwohl innerhalb der sozialen Wechselbeziehungen entsprechend den eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten.
Solidarität erfordert ein Sich-hinein-Versetzen in die Lage des anderen um herauszufinden was seine/ihre Bedürfnisse sind und den Versuch sie je nach den aktuellen Möglichkeiten zu befriedigen. Die rudimentärste Solidarität besteht darin Handlungen zu vermeiden die der Solidarität entgegenstehen, zum Beispiel, die Umwelt zu vergiften, Vertrauen zu zerstören oder Korruption in der Wirtschaft zu fördern. (Rodriguez Maradiaga; 2005;41)
2.10. Vergleich Sozialarbeit/Missionsarbeit
Aufgrund der Priorität der Evangelisierung in der Missionsarbeit taucht hier die Frage ob sie nicht mit Macht nach Van Doorn zu verstehen ist. „Macht= die Möglichkeit einer Person oder Gruppe, entsprechend ihren eigenen Absichten die Verhaltensalternativen anderer Personen oder Gruppen zu begrenzen“ und bei der Sozialarbeit ist eindeutig die Definition von Van den Berg zu nennen. “Hilfe = die Möglichkeit, die Verhaltensalternativen anderer Personen oder Gruppen entsprechend deren eigener Absichten zu erweitern“.
Die folgende Tabelle erklärt kurz in Übersicht die wichtigsten Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Sozialarbeit und der Missionsarbeit.
Malgorzata Drozd - 112007
2. Rahmenbedingungen der Missionsarbeit und Verhältnis zur Sozialarbeit
Wie aus der Tabelle ersichtlich ist, hat Sozialarbeit und Missionsarbeit generell sehr viel miteinander gemeinsam. Anfangen, sich gemeinsam zu bewegen, mit den Stärken arbeiten, Hilfe zur Selbsthilfe fördern, Potentials der Betroffenen nutzen und viele andere Punkte, die sie gemeinsam aufweisen.
Auf den folgenden Seiten werde ich diese Missionsarbeit in der Antanponjina Mission auf Madagaskar beschreiben.
Malgorzata Drozd - 142007
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Mag.a (FH) Malgorzata Wimmer , 2007, Inwieweit ist Missionsarbeit hilfreich?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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