Bachelorarbeit eingereicht im Rahmen der Bachelorprüfung im Studiengang Technische Informatik am Department Informatik der Fakultät Technik und Informatik der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Abgegeben am 26. Mai 2008
Zusammenfassung
Thema der Bachelorarbeit
Möglichkeiten eines Radartransceivers zur Hinderniserkennung an einem autonomen Fahrzeug
Stichworte
Radartransceiver, Hinderniserkennung, autonomes Fahrzeug, ARM Mikrocontroller, FMCW-Radar, digitale Signalverarbeitung, Fast Fourier Transformation
Kurzzusammenfassung
Diese Arbeit beschreibt die Vorgehensweise zum Aufbau einer Hinderniserkennung mit einem Radartransceiver und die Auswahl geeigneter Komponenten. Es wird auf die Funktionsweise der Abstands- und Geschwindigkeitsmessung mittels Radar, die Signalverarbeitung und deren Auswertung eingegangen. Die Ansteuerung und Auswertung erfolgen mit einem ARM Mikrocontroller.
Title of the paper
Options for an autonomous vehicle to detect obstacles using a radar transceiver
Keywords
Radar transceiver, autonomous vehicle, ARM microcontroller, FMCW radar, digital signal processing, fast fourier transformation
Abstract
This thesis is about recognizing obstacles using a radar transceiver and appropriate further components. The main topics include the measurement of distance and speed using radar. The program runs on an embedded microcontroller with ARM architec- ture.
Danksagung
An dieser Stelle möchte ich all diejenigen erwähnen, ohne deren Unterstützung diese Arbeit nicht möglich gewesen wäre. Ohne eine Wertung durch die Reihenfolge der Nennung zu bezwecken, möchte ich mich bei folgenden Menschen herzlich bedanken.
Mein ganz besonderer Dank gilt meinen beiden Betreuern. Sie ermöglichten mir meine Bachelorarbeit als Abschluss meines Studiums an der HAW-Hamburg anzufertigen und begleiteten mich in dieser letzten Phase. Ein Dank an:
Ein weiterer Dank an das Team des Projektes intelliTruck. Danke für die gute Zusammenarbeit, die vielen anregenden Diskussionen und den Spaß in der gemeinsamen Zeit.
Im Weiteren einen besonderen Dank an die Assistenten der Informatik-Labore des 7. Stocks der HAW Hamburg, im speziellen Herrn Bruno Carstensen und Herrn Alfred Lohmann, die mit bewundernswerter Ruhe jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung stand. Ebenfalls sei Herr Enrico Hensel an dieser Stelle erwähnt.
Nicht zu vergessen sind meine Familie und Freunde. Ohne ihre Unterstützung in den letzten Jahren und die daraus für mich resultierende Motivation wäre diese Studienzeit auf langer Sicht deutlich erschwerter gewesen.
Inhaltsverzeichnis
Tabellenverzeichnis 11
Abbildungsverzeichnis 13
1 Einführung 15
1.1 Das Projekt 17
1.2 Ziel dieser Arbeit 17
2 Grundlagen 19
2.1 Radar 19
2.1.1 Geschichte 19
2.1.2 Pulsradar 21
2.1.3 CW Radar 22
2.1.4 Mehrzielfähigkeit 24
2.2 Plattform 24
3 Anforderungen einer Hinderniserkennung 27
3.1 Reaktionszeit 27
3.2 Abmessungen 27
3.3 Hindernisse 28
4 Technische Ausganslage 29
4.1 Die Radartransceiver (Radarsensoren) 30
4.1.1 IVS-163 31
4.1.2 IVS-148 32
4.2 Ansteuerung des Radartransceivers 33
4.2.1 Analoge Schaltung 33
4.2.2 DA-Wandler 33
4.3 Einlesen der analogen Signale 34
4.3.1 Soundkarte 34
4.3.2 Integrierter AD-Wandler 35
4.3.3 Externer AD-Wandler 36
4.4 Controller 36
4.4.1 USB I/O Box 36
10 Inhaltsverzeichnis
4.4.2 Atmel AVR 8bit 37
4.4.3 ARM 32bit 38
5 Umsetzung in die Praxis 39
5.1 Erzeugung des Sweep Signals 39
5.2 Nachverstärkung des Ausgangsignals 40
5.3 Auswertung 41
5.3.1 Abtastung 42
5.3.2 Fenster Funktion 42
5.3.3 Glättung 43
5.3.4 Fast Fourier Transformation 43
5.3.5 Peak Detection 46
5.3.6 Ermittlung der Entfernung bei ruhenden Objekten 47
5.3.7 Ermittlung der Entfernung und Geschwindigkeit bei bewegten Ob-
jekten 49
5.3.8 Auflösungsvermögen 52
5.4 Auslastung des Mikrocontrollers 53
6 Tests und Messungen 55
6.1 Messungen mit stationären Objekten 57
6.2 Messungen mit bewegten Objekten 61
7 Ausblick 65
7.1 Sweepsignal 65
7.2 Analoge Signalverarbeitung und A/D Wandlung 65
7.3 Digitale Signalverarbeitung 66
7.4 Montage am Fahrzeug 66
7.5 Stromverbrauch 67
7.6 Fazit 67
Literaturverzeichnis 69
Verzeichnis der Formelzeichen 73
A Quadratursignal 77
B Versuchsaufbau 79
Tabellenverzeichnis
4.1 Daten IVS-163 31
4.2 Daten IVS-163 32
5.1 DFT Parameter 45
5.2 Einzelschritte der Auswertung 54
B 1 Pinbelegung Radarsensor 80
Abbildungsverzeichnis
2.1 Pulsradar 21
2.2 CW-Radar 22
2.3 FMCW-Radar 23
2.4 Sende und Empfangssignal bei einem sich auf den Radarsensor zubewegen-
den Objekt 23
4.1 Verarbeitungskette 29
4.2 Der IVS-163 31
4.3 Der IVS-148 32
4.4 Schaltung zur Erzeugung des Sweepsignals 34
4.5 Modulation mit drei Sweeps 35
4.6 Modulation mit zwei Sweeps 36
4.7 Der AVR Mikrocontroller 37
4.8 Der ARM Mikrocontroller mit I/O Board (links) 38
5.1 Blockschaltbild 39
5.2 Sweepsignal 40
5.3 Nachverstärkung des Empfangssignals 41
5.4 Sende- und Empfangsfrequenz bei mehreren Zielen 46
5.5 CFAR Peak Detection 47
5.6 Laufzeitverschiebung bei Upsweep 48
5.7 Frequenzverlauf und Differenzfrequenz 49
5.8 Empfangssignal bei größerer Dopplerverscheibung 50
5.9 Zeitbetrachtung 54
6.1 Antennendiagramm des IVS-148. (Quelle: InnoSenT Produktkatalog) 55
6.2 Testraum 56
6.3 Sweep- und das I-Signal über den vollen Raum. 57
6.4 Spektrum des Radarechos in dem Testraum bei kompletter Länge, ca. 20m. 58
6.5 Sweep- und das I-Signal in dem Testraum bei einer Entfernung von 10m bis
zur Wand. 59
6.6 Spektrum des Radarechos einer Wand in ca. 10m. 60
6.7 Sweep- und das I-Signal bei einer Wand in ca. 6m Entfernung. 61
6.8 Sweep- und das I-Signal bei einer Metalltür in 6m Entfernung 62
14 Abbildungsverzeichnis
6.9 Spektrum des Radarechos einer Metalltür in 7m Entfernung. 63
6.10 Spektrum des Radarechos bei einer Bewegung auf eine Metalltür zu. 63
7.1 Sweepsignal mit vier Sweeps 66
A.1 Erzeugung des Q-Signals 77
A.2 I- und Q-Signal 78
B.1 Komponenten des Radarsystems 79
B 2 Pinbelegung des ARM und der Ansteuerungsplatine 80
1 Einführung
Radarsensorik wird seit etwa 10 Jahren in Oberklasselimusinen als Sonderaustattung angeboten. Hier wird es als ACC (Adaptive Cruise Control) oder PSS (Predictive Safety System) eingesetzt. Troppmann und Höger (2005a) und Troppmann und Höger (2005b) beschreiben detailliert den Einsatz von Radarsensorik in Kfz. So enstand die Idee, die Möglichkeiten einer Hinderniserkennung mittels Radar für ein autonomes Fahrzeug zu prüfen, um darauf aufbauend ähnliche Systeme für dieses entwickeln zu können.
Grundsätzlich lässt sich eine Hinderniserkennung mit verschiedensten Techniken realisieren. Eine ausführliche Betrachtung mit Beschreibungen der einzelnen Techniken ist in Ries (2005) gegeben. Um Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren einschätzen zu können, hier ein Überblick über die gängisten Sensoren:
Ultraschall
Ultraschallsensoren werden häufig für die Einparkhilfen in den Stoßstangen verwendet. Sie zeichnen sich durch geringe Kosten aus. Auf geringe Entfernungen besitzten sie eine hohe Präzision und mittels Triangulation besteht die Möglichkeit, den Winkel zu einem Hindernis zu errechnen.
Ihr größtes Problem ist die begrenzte Reichweite von einigen Metern. Umwelteinflüsse wie Geräusche oder Temperaturschwankungen beeinflussen die Ultraschallsensoren. Treffen die Schallwellen in einem flachen Winkel auf das Hindernis, kann es passieren, dass es nicht erkannt wird. Die Sensoren müssen immer sichtbar angebracht werden und sind somit empfindlich gegen Steinschlag oder andere Beschädigungen. Des Weiteren liefern sie keine In-formation zu der Bewegungsrichtung eines Objekts.
Infrarot
Ebenfalls sehr günstig sind Infrarotsensoren. Sie erfassen hervorragend tangentiale Bewegungen.
Radiale Bewegungen hingegen können nicht erkannt werden. Wie alle optischen Verfahren ist die Infrarottechnik empfindlich gegenüber Umwelteinflüssen wie Regen, Nebel oder Staub. Auch diese Sensoren sind nicht in der Lage, die Bewegungsrichtung zu erkennen.
16 1 Einführung
Laserscanner
Laserscanner werden auf Grund ihrer positiven Eigenschaften gerne zur Hinderniserkennung eingesetzt. Sie finden auch viel Verwendung in den autonomen Fahrzeugen der DAR-PA Grand Challange (siehe DARPA (2008)). Sie verfügen über eine hohe Reichweite und Genauigkeit und vermitteln dank der großen Menge an Messpunkten ein äußerst präzieses Bild der Umwelt.
Unter ungünstigen Voraussetzungen, wie etwa Nebel, Regen oder dichtem Staub, funktionieren sie jedoch nicht mehr zuverlässig bzw. fallen ganz aus. Auch sind aktuelle Laserscanner in annehmbarer Baugröße noch sehr teuer.
Bildverarbeitung
Da bei einer Hinderniserkenung mittels Bildverarbeitung auf verfügbare Komponenten zurückgegriffen wird, lässt sie sich relativ kostengünstig realisieren. Ein großer Vorteil ist, dass die Kamera einen passiven Sensor darstellt, der nicht durch andere Kameras beeinflusst werden kann. Die gelieferten Daten können auch für andere Aufgaben, wie etwa eine Fahrspurerkennung, verwendet werden.
Jedoch fällt das System im dichten Nebel, Regen oder Staub komplett aus, was für ein Offroad Fahrzeug nicht hinnehmbar ist. Die Algorithmen zur Hinderniserkennung erfordern zudem, gerade bei hohen Geschwindigkeiten, viel Rechenaufwand. Bei stark wechselnden Lichtverhältnissen, wie etwa bei der Fahrt in einen Tunnel, kommt die Bildverarbeitung an ihre Grenzen, da eine dynamische Anpassung an die Lichtverhältnisse nur begrenzt möglich ist.
Radar
Die Radarsensorik zeichnet sich durch viele Einsatzmöglichkeiten unterschiedlicher Komplexität aus. Sie reicht von einer einfachen Entfernungsmessung bis hin zum Radarnetzwerk mit mehreren Sensoren, das verschiedene Ziele mit Winkel, Geschwindigkeit und Entfernung orten kann. Radialbewegungen werden auf Grund des Dopplereffekts (siehe Glossar) optimal erfasst, was einer Hinderniserkennung zu gute kommt. Gegen Umwelteinflüsse ist Radar im Vergleich zu den anderen Systemen unempfindlich. Es kommt höchstens zu einer Einschränkung der Reichweite, aber nicht zum Totalausfall. Da die Radarstrahlung nichtmetallische Materialien durchdringt, kann ein Radarsensor günstig durch Kunststoff geschützt werden. Wie der Laserscanner verfügt Radar über eine hohe Reichweite.
Die Kosten liegen über den von Ultraschall- oder Infrarotsensoren, sind jedoch um ein Vielfaches günstiger als Laserscanner. Tangentialbewegungen können von Radar nicht erfasst werden. Die Zielerkennung ist komplizierter als bei anderen Systemen, da immer ein Rauschen vorliegt und es zu vielen kleinen Reflektionen kommen kann, die das Erkennen von eigentlichen Zielen erschweren.
1.1 Das Projekt 17
1.1 Das Projekt
Die Arbeit entstand im Rahmen des intelliTruck-Projektes, das Teil von FAUST (Fahrerassistenz- und autonome Systeme) der HAW Hamburg ist. FAUST besteht aus mehreren Projekten, in denen auf jeweils unterschiedlichen Plattformen, vom Modellauto im Maßstab 1:10 bis zum echten Rennwagen, Technologien für Fahrerassistenz- und autonome Systeme erforscht und entwickelt werden. Das intelliTruck-Projekt nutzt als Plattform ein Offroad fähiges Modellfahrzeug im Maßstab 1:6, dass anhand von Markierungen selbstständig durch unbekanntes Terrain navigieren soll. Als Vorbild dient die DARPA Grand Challange. HAW:2008 enthält weitere Informationen zu FAUST.
1.2 Ziel dieser Arbeit
Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, die Möglichkeiten eines Radartransceivers zur Hindernserkennung auszuloten. Dabei soll Rücksicht auf die durch die verwendete Plattform gegebenen Randbedingungen genommen werden. Die Arbeit soll eine geeignete Methode der Ansteuerung und Auswertung des Sensors finden. Dafür werden verschiedene Ansätze verfolgt und bewertet, sowie der vielversprechenste in die Praxis umgesetzt und getestet.
Arbeit zitieren:
Nicolai Glatz, 2008, Möglichkeiten eines Radartransceivers zur Hinderniserkennung an einem autonomen Fahrzeug, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Nicolai Glatz hat den Text Möglichkeiten eines Radartransceivers zur Hinderniserkennung an einem autonomen Fahrzeug veröffentlicht
Nicolai Glatz hat einen neuen Text hochgeladen
Vom Sozialismus zur autonomen Gesellschaft
Über den Inhalt des Sozialismu...
Cornelius Castoriadis, Michael Halfbrodt, Harald Wolf
Komplexe Produktionsprozesse f...
Tilo Pfeifer, Robert Schmitt-Brandt
18. Fachgespräch Karlsruhe, 4....
Tilo Gockel, Rüdiger Dillmann, Heinz Wörn
0 Kommentare