„Ohne die Rote Armee aufzubauen, können die Schweine alles machen, können die Schweine weitermachen: Einsperren, Entlassen, Pfänden, Kinder stehlen, Einschüchtern, Schießen, Herrschen. Die Konflikte auf die Spitze treiben heißt: Daß die nicht mehr können, was die wollen, sondern machen müssen, was wir wollen.“ Mit diesen Worten von Gudrun Ensslin wurde die Rote Armee Fraktion (RAF) 1970 offiziell. Einzelne terroristische Personen vereinigten sich zur gefährlichsten Organisation der Nachkriegszeit Deutschlands. Zwischen den Jahren 1970 und 1998 versetzte die RAF über drei Generationen hinweg die deutschen Bürger mit gewaltsamen Angriffen und Attentaten in Angst und Schrecken. Gerade in der heutigen Zeit sind Politik und Medien geprägt durch die Präsenz terroristischer Anschläge und deren Bekämpfung. Die RAF ist ein Beispiel dafür, dass Terror auch endlich sein kann. Dieses Essay geht auf die Gründe für die Entstehung der RAF, den Übergang der drei Generationen und das Ende der RAF ein. Dabei werden zudem die Ziele und Struktur der Organisation näher beschrieben. In einem abschließenden Resümee werden diese Ziele der RAF ihren Erfolgen gegenüber gestellt und auf das Handeln des Staates in Bezug auf den Terror eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Hintergründe zur Entstehung der RAF
2.1 Der 02. Juni 1967
2.2 Die Kaufhausanschläge
2.3 Die Baader-Befreiung und die Gründung der RAF
3 Die Rote-Armee-Fraktion
3.1 Die Ziele und Struktur der RAF
3.2 Die erste RAF-Generation
3.3 Die zweite und dritte RAF-Generation
3.4 Die Auflösung der RAF
4 Resümee
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die historischen Hintergründe der Entstehung der Rote Armee Fraktion (RAF) zu beleuchten, den Wandel über die drei Generationen hinweg zu analysieren und das formale Ende der Organisation nachzuvollziehen. Dabei wird untersucht, welche Ziele und Strukturen die RAF verfolgte und wie der deutsche Staat auf den Terror reagierte.
- Historische Genese der RAF in den späten 1960er Jahren
- Strukturelle und ideologische Ausrichtung der Organisation
- Entwicklung und radikale Transformation der drei Generationen
- Reaktionen des Staates und Auswirkungen auf die Gesellschaft
- Kritische Würdigung der Wirksamkeit des RAF-Terrors
Auszug aus dem Buch
2.1 Der 02. Juni 1967
Die 60er Jahre waren in vielen westlichen Ländern durch Studentenbewegungen bestimmt. Ihre Proteste richteten sich gegen den Vietnamkrieg, die veralteten Strukturen in Schulen und Universitäten und speziell in Deutschland gegen die unaufgearbeitete nationozialistische Vergangenheit.
Als am 02. Juni 1967 der persische Schah Reza Pahlevi nach Deutschland geladen wurde, war dies für viele ein Zeichen dafür, dass die Bundesrepublik faschistische Herrschaftsstrukturen unterstützte. Besondere Wut zogen jedoch die Sicherheitsvorkehrungen auf sich, die an „polizeistaatliche Praktiken“ erinnerten. So wurden oppositionelle Perser ohne begründete Rechtsgrundlage festgenommen und ganze Abschnitte der Autobahn eigens für den Diktator gesperrt.
Gegen Mittag traf der Schah in Berlin am Schöneberger Rathaus ein. Hunderte Protestanten wurden von der Polizei und so genannten „Jubel-Persern“ (Agenten des iranischen Geheimdienstes Savai) bewacht. Nach dem „Schah, Mörder“- Rufe laut wurden und einige wenige Farbeier flogen, schlugen die Schah Anhänger brutal und wahllos auf die Studenten ein. Blut floss und die Demonstration wurde auseinander getrieben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Entstehung der RAF im Jahr 1970 ein und skizziert das Ausmaß der terroristischen Bedrohung in der Bundesrepublik Deutschland über drei Jahrzehnte hinweg.
2 Die Hintergründe zur Entstehung der RAF: Dieses Kapitel analysiert die gesellschaftspolitischen Spannungen der 1960er Jahre sowie die entscheidenden Vorfälle wie den 2. Juni 1967, die als Katalysatoren für die Radikalisierung dienten.
2.1 Der 02. Juni 1967: Der Besuch des persischen Schahs löste massive Proteste und eine polizeiliche Eskalation aus, die in der Tötung von Benno Ohnesorg gipfelte und den politischen Nährboden für die RAF bereitete.
2.2 Die Kaufhausanschläge: Der Fokus liegt auf der frühen Phase der RAF-Akteure, deren erste kriminelle Handlungen in den Kaufhausanschlägen von 1968 mündeten.
2.3 Die Baader-Befreiung und die Gründung der RAF: Das Kapitel beschreibt die gewaltsame Befreiung von Andreas Baader im Mai 1970, die als offizieller Startpunkt der RAF gilt.
3 Die Rote-Armee-Fraktion: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die ideologische Ausrichtung, die militärische Struktur und die operative Entwicklung der Gruppierung.
3.1 Die Ziele und Struktur der RAF: Hier werden das „Konzept Stadtguerilla“ sowie die hierarchische Selbstorganisation der RAF unter Bezugnahme auf internationale Guerilla-Vorbilder dargelegt.
3.2 Die erste RAF-Generation: Es wird die erste Phase der RAF thematisiert, die durch direkte Konfrontation mit Polizei und Justiz sowie eine Serie von Anschlägen geprägt war.
3.3 Die zweite und dritte Generation der RAF: Dieses Kapitel befasst sich mit der Transformation der RAF in den 1970er und 1980er Jahren, insbesondere mit den Entführungen und Morden während des „Deutschen Herbstes“.
3.4 Die Auflösung der RAF: Das Kapitel dokumentiert den schleichenden Bedeutungsverlust der Organisation, der 1998 offiziell in der Selbstauflösung der RAF mündete.
4 Resümee: Diese abschließende Betrachtung bilanziert die Opferzahlen und den verursachten gesellschaftlichen Schaden und bewertet das Scheitern der RAF-Ideologie.
Schlüsselwörter
Rote Armee Fraktion, RAF, Stadtguerilla, Terrorismus, Bundesrepublik Deutschland, 1970er Jahre, Deutscher Herbst, Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof, Studentenbewegung, politischer Extremismus, Radikalisierung, staatliche Reaktion, Bilanz des Terrors.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entstehung, Entwicklung und das Ende der linksextremistischen Terrorgruppe RAF in der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1970 und 1998.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf den historischen Ursprüngen in der Studentenbewegung, der militärischen Struktur der Organisation und den konkreten Anschlägen der drei RAF-Generationen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Werdegang der RAF von den Anfängen bis zur Selbstauflösung nachzuzeichnen und die Sinnlosigkeit des bewaffneten Kampfes zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die auf einschlägigen Standardwerken zum „Baader Meinhof Komplex“ sowie primären Dokumenten der RAF aufbaut.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Hintergründe zur Entstehung (inklusive der Vorfälle vom 2. Juni 1967) und die detaillierte Darstellung der operativen Phasen der drei RAF-Generationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Zentrale Begriffe sind neben „RAF“ und „Terrorismus“ vor allem „Stadtguerilla“, „Deutscher Herbst“ und die Namen der zentralen Akteure wie Baader und Ensslin.
Warum wird der 02. Juni 1967 als so bedeutsam eingestuft?
Dieser Tag gilt als Zäsur, da die gewaltsame Demonstration gegen den Schah und der Tod von Benno Ohnesorg bei vielen jungen Menschen zu einer radikalen Ablehnung des Staates führten.
Wie bewertet die Autorin den Erfolg der RAF?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die RAF ihre politischen Ziele – den Sturz oder die grundlegende Veränderung der Regierung – nicht erreicht hat und die Politik der Gruppe als sinnlos zu betrachten ist.
- Arbeit zitieren
- Johanna Nitsche (Autor:in), 2007, Die Rote Armee Fraktion - Ein Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119592