Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Begriffsklärung 5
2.1. Ideologische Hintergründe 5
2.2. Berufsausbildung und Duales System 8
3. Berufsausbildung in der DDR 9
3.1. Überwindung des „Dualen Berufsausbildungssystems“ 9
3.2. Strukturen und Inhalte der Berufsausbildung 10
4. Fazit 13
Literaturverzeichnis 14
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Verwendete Abkürzungen
Abb. -Abbildung DDR -Deutsche Demokratische Republik EOS -Erweiterte (polytechnische) Oberschule ESP -Einführung in die sozialistische Produktion o.g.oben genannt POSpolytechnische Oberschule SED -Sozialistische Einheitspartei Deutschlands SMAD -Sowjetische Militäradministration Deutschlands TZ -Technisches Zeichnen WTR -Wissenschaftlich-technische Revolution
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1. Einleitung
„Die DDR war mit dem ausdrücklichen Ziel angetreten, die beiden zentralen Aufgaben eines jeden Ausbildungssystems - Herausbildung des politischen Bewusstseins und der Ausbildung marktfähiger Qualifikationen - in einer neuen Ausbildungsstruktur zu ordnen und sich somit von dem traditionsleitenden Dualen System deutlich abzusetzen.“ 1 Diese Aussage wirft die Frage auf, in welchem Ausmaß dies dem Regime der DDR gelang und was die Hintergründe und Motivationen hierfür waren. Handelte die DDR nur nach sowjetischem Vorbild, da sie noch deutlich von den geschichtlichen Ereignissen des 2. Weltkrieges geprägt war? Versuchte sie eine Vorreiterrolle innerhalb der sozialistisch regierten Staaten einzunehmen oder gar ein völlig neues sozialistisches Ausbildungsmodell zu konstituieren, welches zur optimalen Ausbildung der Arbeiterklasse bestimmt war? Inhalt dieser Arbeit ist, diese Hintergründe und die sozialistischen Einflüsse auf die Berufspädagogik zu untersuchen und zu analysieren. Sie soll einen Einblick in die Strukturen der damaligen Berufsbildungspolitik gewähren und zeigen, wie sich die Ideologie nach den Lehren des Marxismus-Leninismus im beruflichen Ausbildungsalltag manifestiert hat.
Prägnant ist auch, dass die sozialistische Ideologie innerhalb des Bildungswesens einen gesetzlichen Rahmen bekam. Zum Beispiel mit dem 1965 verabschiedeten (mitteldeutschen) Bildungsgesetz, in dem Richtlinien für die weitere Entwicklung des Bildungswesens gesetzlich festgelegt und bis dahin durchgeführte und eingeleitete Maßnahmen zur „sozialistischen Umgestaltung“ systematisch zusammengefasst wurden. 2 „Alle Überlegungen zu einer Reform der Schulstruktur, des Lehrplans und ansatzweise der Unterrichtsmethoden gingen mit einer systemsichernden und ideologieaufgeladenen „patriotischen Erziehung“ einher, die zugleich, u.a. durch die seit 1954 stattfindende Jugendweihe vorangetrieben wurde.“ 3 Auf die ideologischen Einflüsse, welche im Vorfeld der Berufsausbildung stattgefunden haben, wie die Erziehung in Kindergärten oder die Schulausbildung, kann nicht näher eingegangen werden, da es den Rahmen dieser Arbeit überziehen würde. Ebenso muss auf eine tiefergehende Erläuterung im Detail verzichtet werden. Ziel ist, den beruflichen
1 BIERMANN, Horst: Berufsausbildung in der DDR. Zwischen Ausbildung und Auslese. Opladen: Leske+Budrich, 1990, S. 6
2 Vgl. VOGT, Hartmut: Berufsbildung in Mitteldeutschland. Gestaltungsgrundsätze und Entwicklungstendenzen nach dem Bildungsgesetz von 1965. Köln: Herausgegeben von der Bildungsabteilung des Deutschen Industrieinstituts, Materialien zu Bildungs- und Gesellschaftspolitischen Fragen, 1966, S. 1
3 GEISSLER, Gert; Wiegmann, Ulrich: Pädagogik und Herrschaft in der DDR. Die parteilichen, geheimdienstlichen und vormilitärischen Erziehungsverhältnisse. Frankfurt/Main u.a.: Peter Lang Verlag, 1996, S. 134
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Ausbildungsteil der Jugendlichen in der DDR darzustellen und zu klären, welchen Einfluss die Ideologie dieser Zeit auf die Auszubildenden, die Lehrkräfte und die Berufsbildungspolitik hatte und aufzuzeigen welche Auswirkungen sich eventuell daraus ergaben. Zunächst werden einige Hintergründe, auf denen diese Arbeit fußt, erörtert, um eine verständnisvollere Basis zu schaffen. Im weiteren Verlauf sollen, mit Hilfe von Auszügen aus Vergangenheits- und Gegenwartsliteratur, o.g. Fragen geklärt und das Kernthema dargestellt werden.
2. Begriffsklärung
2.1. Ideologische Hintergründe
Die Frage nach der Ideologie oder vielmehr nach der Entwicklung der Ideologie der DDR, welche sich durch alle gesellschaftlichen Bereiche, somit auch durch die Berufsausbildung, zog und zum größten Teil durch gesetzliche Regelungen konstituiert wurde, ist mit eine der interessantesten Fragen und stellt einen großen Teil der Basis dieser Arbeit dar.
„In der unmittelbaren Nachkriegsperiode existierten Vorstellungen einer marxistischleninistischen Pädagogik höchstens im Rahmen der von der sowjetischen Besatzungsmacht gegebenen Direktiven.“ 4 John verweist, auch über andere
Autoren, auf verschiedene pädagogische Strömungen, die zu dieser Zeit vorherrschten. „Das Vorhandensein unterschiedlicher geistiger Standpunkte [...] geriet seit Mitte 1947 zunehmend in Widerspruch zu den gesellschafts- und bildungspolitischen Intentionen der sich zu einer „marxistisch-leninistischen Kampfpartei“ formierenden SED, die sich die permanente Kritik der SMAD an den Erziehungswissenschaften zunehmend zu eigen machte. [...] Der unmittelbare Prozess der Durchsetzung des Marxismus-Leninismus in der
Erziehungswissenschaft/Pädagogik setzte 1949 ein“. 5 Noch im selben Jahr wurde auf einer Sitzung der SED die Notwendigkeit des „ideologischen Kampfes“ auf dem Gebiet der Pädagogik herausgestellt, da die Partei die Konstituierung der marxistischen Pädagogik, die nach sowjetischem Vorbild entwickelt werden sollte, durch „wirre Auffassungen“, „schädliche und feindliche Theorien“ etc. , bedroht sah. Um dem entgegen zu wirken wurden auf dieser Tagung schulpolitische Richtlinien beschlossen in denen die Entwicklung „politisch bewusster und fachlich
4 JOHN, Bernd: Ideologie und Pädagogik: zur Geschichte der vergleichenden Pädagogik in der DDR. Köln u.a.: Böhlau Verlag,
1998, S. 14
5 JOHN, Bernd, 1998, a.a.O., S. 15 u. 16
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Arbeit zitieren:
Christian Schäfer, 2006, Berufsausbildung in der DDR, München, GRIN Verlag GmbH
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