Die Bedeutung von Externalitäten im Innovationsgeschehen 2 Universität Hannover Fachbereich Wirtschaftswissenschaften Institut für Volkswirtschaftslehre Abteilung Ordnungs- und Prozeßpolitik
Veranstaltung: Seminar
Prüfungsleistung: Hausarbeit
Die Bedeutung von Externalitäten
Vorlagedatum: Wintersemester 2002 / 2003
Verfasser:
Christian Lukas Hannover
Die Bedeutung von Externalitäten im Innovationsgeschehen 3
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung 4
2. Begriffsabgrenzung und Definitionen - Externalitäten und Innovationen 5
3. Innovationsgeschehen 7
3.1 Innovationsprozess 7
3.2 Einflüsse auf Innovationen 10
4. Spillovers - Entstehen und ihre Effekte. 13
4.1 Spillovers - Eine definitorische Abgrenzung. 14
4.2 Intraindustrielle Spillovers 15
4.3 Interindustrielle Spillovers 17
4.4 Internalisierung der Effekte. 18
5. Abschlussbetrachtung. 19
Literaturverzeichnis 23
Die Bedeutung von Externalitäten im Innovationsgeschehen 4
1. Einführung
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird mit Externalitäten fast immer ein negativer Aspekt auf eine Unternehmung assoziiert. In vielen Fällen ist dies auch der Fall, doch können Externalitäten auch positive Auswirkungen auf ein Unternehmen bzw. auf eine gesamte Volkswirtschaft haben. Teilweise kann es sogar dazu kommen, dass Externalitäten bewusst gewollt hervorgerufen oder sogar abgerufen werden.
Speziell auf diese positiven Externalitäten bzw. auf die bewusst hervorgerufenen Externalitäten richtet diese Arbeit ihren Schwerpunkt. Besonders die Auswirkungen von Externalitäten auf das Innovationsgeschehen sollen dabei näher untersucht werden, allerdings auch unter der Berücksichtigung, dass Innovationen zu Externalitäten werden können.
Nachdem zuerst die übergeordneten Begriffe im ersten Teil dieser Arbeit charakterisiert und definiert werden, folgt dann im zweiten Teil eine explizitere Untersuchung des Innovationsgeschehens. Hierbei kann festgestellt werden, dass es gewisse externe Einflüsse auf das Innovationsverhalten der Unternehmen gibt. Auf Grund dieser Einflüsse werden im dritten Teil Externalitäten einer genaueren Betrachtung unterzogen. Hierbei ist schon zu erkennen, dass es gewisse Bereiche während dieser Arbeit geben wird, in denen betriebswirtschaftliche Aspekte zum Trage kommen werden.
Im vierten und abschließenden Teil dieser Arbeit werden die gewonnenen Erkenntnisse der vorangegangenen Teile miteinander verbunden und Aussagen darüber getroffen, welche Bedeutung Externalitäten für das
Innovationsgeschehen haben. Es stellt sich also die Frage, ob positive Externalitäten mit Innovationen vereinbar sind oder nicht und wie diese wirken können.
Die Bedeutung von Externalitäten im Innovationsgeschehen 5
2. Begriffsabgrenzung und Definitionen - Externalitäten und Innovationen
Sowohl für den Begriff Externalitäten als auch für den Begriff Innovationen gibt es eine Vielzahl von Definitionen. Um Unklarheiten zu vermeiden, dient dieser Teil der Arbeit dazu, bestimmte Definitionen anzugeben, welche dann im weiteren Verlauf dieser Arbeit angewendet werden. Zunächst wird der Begriff der Innovation näher betrachtet.
In der Literatur ist die Innovationsforschung schon seit langem ein bedeutendes Thema. So definierte Joseph Schumpeter bereits 1934 den Begriff Innovation. Allerdings sprach er damals noch von der Durchsetzung neuer Kombinationen von Produktionsmitteln, was folgende fünf Fälle abdecken soll:
1.) Herstellung eines neuen Gutes bzw. einer neuen Qualität
2.) Einführung einer dem betreffenden Industriezweig noch nicht bekannten Produktionsmethode 3.) Erschließung eines neuen Absatzmarktes
4.) Eroberung einer neuen Bezugsquelle von Rohstoffen oder Halbfabrikaten 5.) Durchführung einer Neuorganisation, wie Schaffung einer Monopolstellung oder Durchbrechen eines Monopols 1
Kieser/Kubicek verstehen unter Innovation die Erarbeitung und Implementierung einer Lösung, welche bisher in der Organisation noch nicht realisiert wurde. Sie unterscheiden jedoch auch in Produkt-, Angebots-, Verfahrens- und Verwaltungs-innovationen. 2 Es besteht jedoch die Gefahr, dass der Begriff der Innovation auf Grund solcher Definitionen mit dem Begriff der Invention verwechselt wird, worauf Bessau/Lenk aufmerksam machen. Unter Invention wird die bloße Erfindung verstanden, die Produktion von Wissen, während die Durchsetzung von etwas Neuem am Markt und deren kommerzielle Nutzung als Innovation verstanden wird. 3 Es ist hierbei deutlich zu erkennen, dass die
1 vgl. Schumpeter (1934), S. 100-101
2 vgl. Kieser/Kubicek (1992), S. 378
3 vgl. Arrow (1962), S. 609; Bessau/Lenk (1999), S. 5-6
Die Bedeutung von Externalitäten im Innovationsgeschehen 6
jeweiligen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in Bezug auf Innovationen eine bedeutende Rolle spielen. Informationen über neue Materialien, neue Produktionswege sowie neue Produkte werden hier gesammelt, ausgewertet bzw. generiert. Schumpeter macht darauf aufmerksam, dass die Innovation nicht aus dem alten Zustand herauswächst, sondern „daß das Neue [...] neben das Alte tritt und es niederkonkurriert.“ 4
Für den Begriff Externalitäten gestaltet sich die Definition vergleichsweise schwieriger. In der deutschsprachigen Literatur ist nur die Rede von Externalitäten bzw. externen Effekten. Diese sind definiert als Nachteile oder Vorteile, die auf Grund von ökonomischen Entscheidungen eines Wirtschaftssubjekts bei anderen Wirtschaftssubjekten auftreten können. Sie treten zwischen Produzenten, zwischen Konsumenten und zwischen diesen beiden Gruppen auf und haben eine räumliche, zeitliche und personelle Dimension. 5 In der englischsprachigen Literatur ist zwar auch von Externalitäten die Rede, jedoch ist im Rahmen dieser Arbeit der Begriff „Spillovers“ passender. Ein Unterschied ist darin zu sehen, dass Externalitäten nicht vermeidbar sind, während Spillovers auch den Charakter eines Handelsgut einnehmen können. Sie werden oft als ein Nebenprodukt von Strategien angesehen und können die Wettbewerbsfähigkeit eines Konkurrenten erhöhen bzw. vermindern. 6 Griliches bezeichnet „echte Wissens-Spillovers“ als geliehene Ideen von Forschungsteams der Industrie i aus den Forschungsergebnissen der Industrie j. 7 Ob Industrie i und j unterschiedlich sein müssen, wird im Kapitel 4.1 näher erörtert.
Diese oben angeführten Definitionen liegen dieser Arbeit zu Grunde. Im weiteren Verlauf wird auf Grund des passenderen Ansatzes nicht der Begriff „Externalität“ verwendet, sondern der Begriff „Spillover“.
4 Schumpeter (1934), S. 322
5 vgl. Pasche (1992), S. 19-20
6 vgl. de Bondt (1996), S. 3
7 vgl. Griliches (1992), S. 36
Arbeit zitieren:
Christian Lukas, 2003, Die Bedeutung von Externalitäten im Innovationsgeschehen, München, GRIN Verlag GmbH
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