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IV
Gliederung:
S e i t e
A. Einleitung 1
B. Allgemeine Betrachtungen 2
I. Menschenrechtsschutz der Vereinten Nationen 2
II. S i c h e r h e i t s r a t 2
1. Reformdiskussion 3
2. B e s c h l ü s s e 3
3. Die Vorgehensweise des Sicherheitsrates 4
a) Unterscheidung zwischen nationalen und internationalen
Auseinandersetzungen 5
b) Feststellung des Vorliegens einer Friedensbedrohung 5
4. Humanitäre Interventionen 7
a) Abwägung der Interessen 8
aa) Argumente für humanitäre Interventionen 8
bb) Argumente gegen humanitäre Interventionen 9
b) F a z i t 9
5. Responsibility to protect 10
6. Wirtschaftssanktionen 11
C. F a l l b e i s p i e l e 1 3
I. Die Kongo-Wirren 13
1. Der Hintergrund 13
2. D i s k u s s i o n 1 3
3. Ergebnis 15
I I S o m a l i a 1 5
1. Ausgangsbetrachtungen 15
2. Rechtliche Beurteilung der Resolution 794 17
III. Ruanda 19
1. Geschichtlicher Hintergrund 19
2. Aktivität des Sicherheitsrats 19
3. Rechtliche Beurteilung 21
V
I V H a i t i 2
1. Der Hintergrund 22
2. Rechtliche Beurteilung des Eingreifens des Sicherheitsrates 23
D. Schlussbetrachtungen und Zusammenfassung 25
VI
A. Einleitung
Die Beendigung des Kalten Krieges und daraus resultierend der fortschreitende Wegfall des Ost-West-Konfliktes führen immer häufiger zu einem schnelleren Einschreiten des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen. So soll auf die Verletzung von fundamentalen Menschenrechten reagiert werden. Aufgrund dieser Entwicklung ist die Bedeutung des Sicherheitsrates unübersehbar, wobei das Einschreiten des Sicherheitsrates immer mehr, aufgrund des kritischen Auges der Öffentlichkeit, hinsichtlich des Punktes der Rechtmäßigkeit hinterfragt wird.
Das Dilemma bei der rechtlichen Beurteilung von humanitären Interventionen des Sicherheitsrates beschäftigte aber nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch den damaligen VN-Generalsekretär Kofi Annan in einem Interview 1999 in „The Economist“: „On the one hand, is it legitimate for a regional organisation to use force without a UN mandate? On the other, is it permissible to let gross and systematic violations of human rights, with grave humanitarian consequences, continue unchecked? The inability of the international community to reconcile these two compelling interests
[…] can be viewed only as a tragedy.” 1
Nachfolgend soll zum Menschenrechtsschutz des Sicherheitsrates Stellung genommen werden. Dabei wird im ersten Teil der Arbeit auf den Sicherheitsrat und seine Möglichkeiten eingegangen. Diese Darstellung soll zunächst rein dogmatisch erfolgen. Im zweiten Teil erfolgt eine Auseinandersetzung mit vier gewählten Fällen, bei denen man von einem Einschreiten des Sicherheitsrates aufgrund von Menschenrechtsverletzungen ausgehen kann. Natürlich gibt es noch viele weitere Exempel. Doch eine detaillierte Darstellung und Auseinandersetzung mit jedem einzelnen Sachverhalt würde den vorgeschriebenen Umfang der Arbeit bei Weitem überschreiten.
In der Arbeit soll der Wandel der Praxis des Sicherheitsrates an den Fällen des Kongos über Somalia und Ruanda bis Haiti dargestellt und dazu Stellung bezogen werden.
Die Schlussbetrachtungen fassen die Ergebnisse zusammen und geben einen Ausblick für die Zukunft.
1 Siehe Annan, The Economist 18. September 1999.
1
B. Allgemeine Betrachtungen
I. Menschenrechtsschutz der Vereinten Nationen
Der internationale Menschenrechtsschutz, so wie er heute verstanden und aufgefasst wird, ist kein Instrumentarium, welches bereits mit der Schaffung der Vereinten Nationen entstanden ist. Dies stellt auch keinen Widerspruch zu Art. 1 VN-Charta von 1945 dar, in dem die Mitgliedstaaten sich verpflichten, die „Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten […] zu fördern und zu festigen.“ 2 Früher stand allein die Friedenssicherung als Hauptaugenmerk im Zentrum der Vereinten Nationen. Erst im Laufe der Jahrzehnte kam es zu der heutigen Ausgestaltung menschenrechtlicher Instrumentarien, welche auch durch den Sicherheitsrat aufgegriffen werden. Erst konkrete Unrechtserfahrungen aus der Geschichte führten zum Bedürfnis ein System zum internationalen Menschenrechtsschutz zu integrieren. So kann man heute sagen, dass es ein umfassendes Gerüst von Menschenrechtsübereinkünften gibt. Doch allein dieses Gerüst, welches zum einen aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte 1948 und den beiden internationalen Menschenrechtspakten aus dem Jahre 1966 über bürgerliche und politische Rechte bzw. über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte besteht, reicht alleine nicht aus. Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass es vermehrt zum Eingreifen des Sicherheitsrates durch Resolutionen gekommen ist, welche den Menschenrechtsschutz zum Thema hatten.
II. Sicherheitsrat
Der Sicherheitsrat, im englischen als UNSC abgekürzt, setzt sich aus fünf ständigen Mitgliedern und zehn nichtständigen Mitgliedern zusammen. Weil der Rat verbindliche Entscheidungen erlassen kann, ist er das heraushebenswerteste Organ der Vereinten Nationen. 3 Die Zusammensetzung ergibt sich aus Art. 23 VN-Charta. Die fünf ständigen Mitglieder sind Frankreich, die Volksrepublik China, Russland, Großbritannien und die USA. Die Besetzung wird nicht verändert. Anders sieht es natürlich bei den nichtständigen Mitgliedern aus. Jährlich wird die Hälfte der nichtständigen Mitglieder durch die Generalversammlung auf zwei Jahre neu bestimmt. Sie werden nach bestimmten Formalia ausgewählt 4 und bestätigt. Für das Jahr 2008 bis 2009 sind die nichtständigen Sitze an Burkina Faso, Kroatien, Libyen, Vietnam und Costa Rica vergeben. Die anderen fünf Sitze stammen aus der Wahl von 2007 bis 2008. Einen Sitz erhalten haben Italien, Belgien, Panama, Indonesien und Südafrika. 5 Um ein jederzeitiges Zusammentreten des Rates
2 Siehe Art. 1 VN-Charta.
3 Siehe Gareis/Varwick, S. 49.
4 Vgl. Fehringer, S. 6 ff.
5 Siehe Internetauftritt des Security Council/Members, http://www.un.org/sc/members.asp (22.10.2008).
2
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Ute Manthey, 2008, Menschenrechtsschutz durch den Sicherheitsrat, München, GRIN Verlag GmbH
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