Inhaltsverzeichnis
ABBILDUNGSVERZEICHNIS. III
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
1 EINLEITUNG. 1
1.1 PROBLEMDARSTELLUNG 1
1.2 VORGEHENSWEISE 3
2 MARKENFÜHRUNG 5
2.1 GRUNDLAGEN. 5
2.1.1 Begriffserläuterung. 5
2.1.1.1 Marke 5
2.1.1.2 Markenführung. 7
2.1.2 Rechtliche Rahmenbedingungen. 8
2.1.2.1 Historische Entwicklung 8
2.1.2.2 Markenschutz 8
2.1.3 Markenbedeutung im Zeitablauf. 10
2.1.4 Einordnung in den Marketingmix 13
2.2 MARKENAUFBAU 17
2.2.1 Markenpositionierung 17
2.2.1.1 Grundlagen. 17
2.2.1.2 Mehrfachpositionierung durch Marktsegmentierung 19
2.2.1.3 Markenpositionierungsbeispiele. 22
2.2.2 Elemente einer Marke. 23
2.2.2.1 Markenname. 23
2.2.2.2 Markenzeichen 26
2.2.2.3 Markenimage 30
2.2.2.3.1 Imagebildung 30
2.2.2.3.2 Negative Auswirkungen auf das Image. 32
2.2.2.3.3 Einflüsse von Personalmarketing auf das Image. 34
2.3 MARKENSTRATEGIEN 35
2.3.1 Einzelmarkenstrategie 35
2.3.2 Mehrmarkenstrategie. 36
2.3.3 Markenfamilienstrategie. 37
2.3.4 Dachmarkenstrategie. 38
2.3.5 Globale Markenstrategie 39
2.4 MARKENENTWICKLUNG. 40
2.4.1 Markentransfer 40
2.4.2 Markenerosion. 43
2.4.3 Markenallianz. 45
3 EINBETTUNG IN DIE KOMMUNIKATIONSPOLITIK 48
I
3.1 CORPORATE IDENTITY 48
3.1.1 Corporate Communication 48
3.1.2 Corporate Design 48
3.1.3 Corporate Behaviour. 49
3.2 ÖFFENTLICHKEITSARBEIT 50
3.2.1 Grundlagen. 50
3.2.2 Maßnahmen 51
3.3 WERBUNG. 53
3.3.1 Werbemaßnahmen 53
3.3.2 Werbefiguren 55
3.3.3 Werbesprüche 59
3.3.4 Kommunikationsinstrumente der Werbung 60
4 PRAKTISCHE BEISPIELE DER MARKENENTWICKLUNG UND -POSITIONIERUNG 66
4.1 UNTERNEHMENSMARKEN 66
4.1.1 Lebensmittelkonzerne 66
4.1.1.1 Dr. Oetker 66
4.1.1.2 Kraft 69
4.1.1.3 Nestlé 73
4.1.1.4 Unilever. 76
4.1.2 Hygiene- und Pflegemittelkonzerne 80
4.1.2.1 Henkel 80
4.1.2.2 Johnson Johnson 87
4.1.2.3 Procter Gamble 88
4.2 FAMILIE-N UND PRODUKTMARKEN 91
4.2.1 Lebensmittelprodukte. 91
4.2.1.1 Maggi 91
4.2.1.2 Milka 93
4.2.2 Hygiene- und Pflegemittelprodukte für Kleidung 95
4.2.2.1 Kuschelweich 95
4.2.2.2 Persil 96
4.2.3 Pflegemittelprodukte für den Körper. 99
4.2.3.1 Dove. 99
4.2.3.2 Nivea 100
4.2.3.3 Penaten. 104
4.2.4 Hygieneprodukte für den Körper. 105
4.2.4.1 o.b. 105
4.2.4.2 Pampers. 107
4.2.4.3 Tempo 108
5 FAZIT 111
LITERATURVERZEICHNIS 113
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Die 20 weltweit wertvollsten Marken 2008 (Interbrand)
Abbildung 2: Die 20 weltweit wertvollsten Marken 2008 (Millward Brown)
Abbildung 3: Die verschiedenen Markentypen
Abbildung 4: Markenzeichenkorrektur der Marke Zentis.
Abbildung 5: Markenzeichenentwicklung der Marke Zwilling
Abbildung 6: Markenzeichenentwicklung der Marke Pelikan
Abbildung 7: Markenänderung von Melitta zu Toppits
Abbildung 8: Adressaten der Öffentlichkeitsarbeit
Abbildung 9: Veränderung der Werbefigur des Produktes Kinder Schokolade
Abbildung 10: Werbefigur Bibendum von Michelin
Abbildung 11: Dr. Oetker-Produkte in Deutschland ohne Produktmarke.
Abbildung 12: Dr. Oetker-Produkte in Deutschland mit Produktmarke
Abbildung 13: Markenportfolio des Unternehmens Kraft Foods in Deutschland.
Abbildung 14: Markenportfolio des Unternehmens Nestlé in Deutschland.
Abbildung 15: Verschiedene Dachmarkenzeichen von Nestlé
Abbildung 16: Markenportfolio des Unternehmens Unilever in Deutschland.
Abbildung 17: Markenportfolio des Unternehmens Henkel in Deutschland
Abbildung 18: Markenportfolio des Unternehmens Johnson Johnson in Deutschland
Abbildung 19: Markenportfolio des Unternehmens Procter Gamble in Deutschland
Abbildung 20: Die Werbefigur der Marke Milka.
Abbildung 21: Markennamen des Weichspülerproduktes von Unilever.
Abbildung 22: Produktlinien der Marke Nivea
III
Abkürzungsverzeichnis
a. M. am Main Abs. Absatz AG Aktiengesellschaft Aufl. Auflage bdvb Bundesverband Deutscher Volks und Betriebswirte bzw. beziehungsweise ca. circa CDs Compact Discs Cie. Compagnie Co. Compagnie d. h das heißt Diss. Dissertation Dr. Doktor f. folgende ff. fort folgende ggf. gegebenenfalls GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung H. Heft Inc. Incorporated jun. junior KG Kilogramm / Kommanditgesellschaft KGaA Kommanditgesellschaft auf Aktien Ltd. Limited MarkenG Markengesetz mbH mit beschränkter Haftung N.V. Naamloze Vennootschap NJW Neue juristische Wochenschrift Nr. Nummer NWB Neue Wirtschafts-Briefe o. O. ohne Ort o. V. ohne Verfasser OHG Offene Handelsgesellschaft
IV
S. Seite S. A. Société Anonyme SCA Svenska Cellulosa Aktiebolaget TÜV Technischer-Überwachungs-Verein u. a. unter anderem / unter anderen / und andere US United Staates USA United Staates of America usw. und so weiter WIPO World Intellectual Property Organization z. B. zum Beispiel ZfB Zeitschrift für Betriebswirtschaft
V
1 Einleitung
1.1 Problemdarstellung
Der Anbruch des Zeitalters des Überflusses hat es, in den hochentwickelten Industrienationen, mit sich gebracht, dass Güter und Dienstleistungen nicht mehr automatisch ihren Abnehmer finden, sondern nur noch unter Anstrengungen an die Konsumenten gebracht werden können. Besitzt schon fast jeder, der als Käufer in Frage kommt, ein Auto, einen Elektroherd, einen Farbfernsehgerät und einen Kühlschrank, so müssen die Anbieter dieser Geräte, die mittlerweile alle in einem starken Wettbewerb zueinander stehen, zwangsweise nach neuen Wegen suchen, wie sie trotz weitgehender Marktsättigung ausreichend Umsatz erzielen können, um kostendeckend zu wirtschaften. 1
Aufgrund der zunehmend fortschreitenden Globalisierung nimmt die Zahl der Unternehmen, welche in den Markt eintreten, stetig zu 2 , wodurch sich der Wettbewerb stark erhöht und somit um die Gunst der Käufer gebuhlt wird 3 . Der so entstehende Angebotsüberhang geht mittlerweile einher mit Informationsüberflutung bzw. -zwang 4 . Konkurrenzprodukte werden auf diesem Verdrängungswettbewerb von den Konsumenten, auch wegen der qualitativen Gleichwertigkeit 5 , zunehmend als austauschbar angesehen 6 , da die Markttransparenz zunimmt und so die Produkte und die Preise direkt miteinander verglichen werden können. Somit orientiert sich der Konsument letztendlich zunehmend am Produktpreis. Um die produzierten Güter dennoch absetzen zu können, ist mittlerweile teilweise die „Produzierung“ von Bedürfnissen bei den Konsumenten erforderlich 7 . Damit sich Unternehmen bei diesem Verdrängungswett-
1 Vgl. Dichtl (1991), S. 1.
2 Vgl. Feige (1996), S. 9; Scharf/Schubert (2001), S. 57; Zimmermann et al. (2001), S. 12.
3 Vgl. Herbst (2005), S. 17.
4 Vgl. Arnold (1992), S. 231; Burmann/Meffert (2005a), S. 67; Burmann/Meffert (2005c), S. 176; Burmann/Nitschke (2005), S. 388; Esch (2004), S. 30 ff., 267, 143; Esch (2005a), S. 141; Esch (2005b), S. 711; Esch/Fuchs et al. (2005), S. 909; Esch/Langner (2005a), S. 448; Esch/Langner (2005c), S. 608; Esch/Langner et al. (2005), S. 426; Esch/Wicke/Rempel (2005), S. 16 f.; Göttgens (2005a), S. 5; Hansen/Hennig-Thurau/Schrader (2001), S. 188; Herbst (2005), S. 19, 303; Herzig (1991), S. 6; Horx (1995), S. 68; Kemper (2003), S. 117; Kircher (2005), S. 599; Kotler (2005), S. 16; Linxweiler (1998), S. 181; Linxweiler (2001), S. 34, 69; Sattler (2001), S. 30 f., 101; Scharf/Schubert (2001), S. 215; Schmidt (2003), S. 17, 49, 71; Weinberg/Diehl (2005), S. 277; Wills (1968), S. 107; Zimmermann (2001), S. 4.
5 Vgl. Backhaus (2007), S. 3; Burmann/Meffert (2005b), S. 88; Esch (2004), S. 11, 23, 33; Esch (2005a), S. 141; Esch/Langner (2005b), S. 575; Esch/Wicke/Rempel (2005), S. 18; Herbst (2005), S. 17; Linxweiler (2001), S. 35; Meffert/Burmann (2005), S. 27; Michael (2002), S. 36; Sattler (2001), S. 25; Scharf/Schubert (2001), S. 230; Schmidt (2003), S. 49.
6 Vgl. Burmann/Meffert (2005b), S. 92; Burmann/Zeplin (2005a), S. 1023; Esch (2005a), S. 141; Esch/Langner/Rempel (2005), S. 121; Esch/Wicke/Rempel (2005), S. 18; Feige (1996), S. 10; Gelbert/Böing (2003), S. 5; Klein-Bölting/Wirtz/Malzbender (2007), S. 34; Linxweiler (1998), S. 178; Linxweiler (2001), S. 35, 50, 69; Meffert/Burmann (2005), S. 27; Michael (2002), S. 36; Sander/Jakobs (2004), S. 34; Scharf/Schubert (2001), S. 57, 216.
7 Vgl. Backhaus (1993), S. 216.
1
bewerb weiterhin behaupten können, ist gezielte Kommunikation, sowie eine starke Markenführung notwendig, was die immense Wichtigkeit des Marketings deutlich macht 8 . Da erkannt wurde, dass Marketing für den Unternehmenserfolg sehr wichtig ist, werden heutzutage die eigenen Produkte stark beworben, um so die Identifizierung, die das Produkt durch die Marke eindeutig von „No-Name-Produkten“ unterscheidet, zu gewährleisten. Jedes Unternehmen versucht in dem Konsumenten Präferenzen für das eigene Produkt zu wecken bzw. zu erzeugen, sodass die Kaufentscheidung der Konsumenten zu Gunsten der eigenen Produkte ausfällt und somit Kundenbindung und Umsatzwachstum 9 , auch teilweise zu Lasten der Wettbewerber, erzielt werden kann.
Lebten die Menschen früher bescheiden und dem eigenen Einkommen entsprechend, so ist die Gesellschaft heutzutage auf Luxus fixiert und nicht bereit auf irgendetwas zu verzichten. Durch Kredite, Finanzierungen, Leasing oder Ratenkäufe bietet sich die Möglichkeit auch ohne das erforderliche Kapital die gewünschten Güter zu erwerben. Die Wünsche nach den Produkten werden durch Werbemaßnahmen der Hersteller noch verstärkt, sodass eine Kauf-handlung der Verbraucher wahrscheinlicher wird, die Kundenloyalität aber, aufgrund des großen Angebotes, zunehmend abnimmt. Weiterhin werden die Produktlebenszyklen immer kürzer 10 , da einerseits die Konsumenten stetig ein noch besseres und weiterentwickeltes Produkt fordern 11 und andererseits die innovativen Produkte sehr schnell von Konkurrenten kopiert werden 12 , wodurch die Unternehmen zu ständiger Produktweiterentwicklung bzw. -innovation gezwungen werden. Da die Kunden heutzutage selbstbewusster und besser informiert sind und mehr Auswahlmöglichkeiten, eine individuelle Bedienung, sowie eine Einbindung in die Gestaltung der Produkte erwarten 13 , ist es erforderlich geworden sich als Unternehmen, durch den Aufbau eines stärkeren Alleinstellungsmerkmals von der großen Masse der Wettbewerber abzuheben 14 . Dies ist zum Teil auch durch den technischen Fortschritt möglich, da auch das Fernsehen oder das Internet für das Marketing und somit die Markenpflege der Produkte eines Unternehmens eingesetzt werden können und so eine große Anzahl von Konsumenten erreicht werden kann.
8 Vgl. Arnold (1992), S. 260; Kürble (2006), S. 124.
9 Vgl. Gelbert/Böing (2003), S. 16.
10 Vgl. Becker (2005), S. 387; Esch (2004), S. 29, 267; Esch/Wicke/Rempel (2005), S. 14; Göttgens (2005b), S.
9; Köcher (2007), S. 145; Linxweiler (2001), S. 25.
11 Vgl. Arnold (1992), S. 15; Esch (2004), S. 29; Esch/Wicke/Rempel (2005), S. 14; Kotler et al. (2007), S. 651; Robertson (1998), S. 233; Sattler (2001), S. 26; Schmidt (2003), S. 68; Zimmermann et al. (2001), S.
12.
12 Vgl. Kashani (1998), S. 208.
13 Vgl. Kashani (1998), S. 208, 210; Kenper (2003), S. 117; Rapp (2002), S. 23.
14 Vgl. Brendel (2003), S. 15; Esch (2004), S. 25; Hammann (1992), S. 206; Kapferer/Disch (1967), S. 72; Karmasin (2007), S. 456; Kürble (2006), S. 132; McKenna (2000), S. 168 ff.; Michael (2002), S. 36; Wills, (1968), S. 27.
2
Es stellt sich die Frage, wie sich die optimale Markenführung gestaltet und welche Marketinginstrumente und -mittel ein Unternehmen nutzen sollte, um die gewünschten Adressaten optimal zu informieren, damit so die gewünschten Ziele der Unternehmen erreicht werden können. Durch den zunehmenden Wettbewerb und steigende Werbemaßnahmen stellt sich die Frage, wie Produktinformationen gestaltet werden sollten, damit sie nicht in der Masse der Werbemaßnahmen untergehen. Die Konsumenten würden aufgrund der Maße den Werbemaßnahmen keine Beachtung mehr schenken, weil sie diese nicht verarbeiten und somit keine Markenloyalität entwickeln können.
1.2 Vorgehensweise
Ziel ist es, einen Überblick über die Aufgaben der Markenführung zu geben und die Wichtigkeit der Kommunikation für den Markenaufbau und die Markenpflege zu verdeutlichen, sowie die Vor- und Nachteile von Entscheidungen zur Marke aufzuzeigen, um es den Unternehmen so zu ermöglichen die Markenführung effektiv gestalten zu können.
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil werden zunächst die Begrifflichkeiten der Marke und der Markenführung erläutert, um diese Begriffe eindeutig zu definieren. Darauf aufbauend wird auf die rechtlichen Rahmenbedingungen, die historische Entwicklung der Bedeutung und den aktuellen Stellenwert von Marken eingegangen, um die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen zu verdeutlichen, gefolgt von einer Einordnung der Markenführung in den Marketingmix. Weiterhin folgen Erläuterungen zum Aufbau von Marken. In diesem Zusammenhang wird auf die Positionierung von Marken und auf die Markenelemente, wie den Markennamen, das Markenzeichen und das Markenimage eingegangen. Da speziell das Markenimage großen Einfluss auf die Marke nimmt wird auf die Imagebildung und die negativen Einflüsse auf das Image näher eingegangen, sowie auf die Auswirkungen von Personalmarketingmaßnahmen auf das Image. Anschließend werden die verschiedenen Markenstrategien aufgezeigt, um die Vorteile und Gefahren zu dieser zu beleuchten. Die Entwicklung von Marken hinsichtlich eines Markentransfers, einer möglichen Markenerosion und einer Markenallianz bilden das Ende des ersten Teils.
Der zweite Teil befasst sich mit den kommunikationspolitischen Maßnahmen. Somit wird zu Anfang auf die Bedeutung von Corporate Identity und der Öffentlichkeitsarbeit eingegangen, damit der Zusammenhang dieser Aufgaben in Verbindung mit der Marke verstanden wird. Abschließend werden Werbefiguren und Werbesprüche betrachtet, welche durch die ver-
3
schiedenen Kommunikationsinstrumente in den Werbemaßnahmen an die Verbraucher gelangen und somit auf den Erfolg einer Marke Einfluss nehmen.
Um einen Praxisbezug herzustellen, widmet sich der dritte Teil praktischen Beispielen verschiedener Unternehmens-, Familien- und Produktmarken. Neben der Entstehungsgeschichte und der Entwicklung der jeweiligen Marken wird auch auf den aktuellen Stand der Marken und auf das Produktsortiment der Marken, sowie teilweise auf Nachlässigkeiten in der Markenführung eingegangen. Abschließend wird ein Fazit gezogen.
4
2 Markenführung
2.1 Grundlagen
2.1.1 Begriffserläuterung
2.1.1.1 Marke
Das Wort Marke kann auf verschiedene sprachliche Ursprünge zurückgeführt werden. Eine Marke markiert (französisch: „marquer“) etwas, das heißt sie zieht eine Grenzlinie (lateinisch: „margo“) zwischen sich und anderen Objekten, durch das jeweilige Kennzeichen (französisch: „marque“). Im angloamerikanischen Raum wird der Begriff „Branding“ verwendet, welcher ursprünglich von dem Einbrennen eines Zeichens auf Tierkörper herrührt. So konnten einzelne Tier eindeutig als Besitz eines bestimmten Eigentümers identifiziert werden. 15
Als Marke wird heutzutage ein physisches Kennzeichen verstanden, durch welches die Konsumenten erkennen können, von welchem Hersteller das entsprechende Produkt gefertigt worden ist 16 . Dieses Markenkennzeichen kann ein Name, ein Symbol, ein Design oder ein Zeichen sein, sowie auch Kombinationen von diesen. Das Markenzeichen kann mit einer Melodie oder mit einer bestimmten Tonfolge verbunden werden. Auch können besondere Farben einer Marke zugeordnet werden. Die Marke dient dazu, die Produkte ohne großen Suchauf-wand zu identifizieren 17 , bzw. von Wettbewerbsprodukten zu unterscheiden 18 und auch dem Schutz von Imitationen durch die rechtlichen Aspekte. Somit macht es die Marke möglich, der Anonymität der Massenmärkte zu entfliehen. Nicht nur Waren, sondern auch Dienstleistungen können unter einer Marke geführt werden. Die Marke fast Qualitäten und Leistungen in einem Kürzel zusammen und kann erwünschte Assoziationen hervorrufen 19 . Mit einer Marke, welche die Grundlage des Vertrauens ist 20 , sollte eine gleichbleibende Produktqualität garantiert 21 und durch positives Image eine Beziehung zum Konsumenten aufbaut werden,
15 Vgl. Gelbert/Böing (2003), S. 8; Schmidt (2003), S. 18.
16 Vgl. Geiger (1978), S. 231; Kotler et al. (2007), S. 636.
17 Vgl. Backhaus/Büschken/Voeth (2001), S. 205; Burmann/Meffert/Koers (2005), S. 10; Esch (2004), S. 220; Hansen/Hennig-Thurau/Schrader (2001), S. 197; Hätty (1989), S. 5, 19; Kaltenbach (1975), S. 65; Olbrich (2006), S. 124; Pepels (2001), S. 107; Sandhu (2007), S. 261.
18 Vgl. Arnold (1992), S. 34; Esch (2004), S. 11; Esch/Langner (2005b), S. 575, 577; Esch/Wicke/Rempel (2005), S. 10 ff.; Gelbert/Böing (2003), S. 14; Kapferer/Disch (1967), S. 72; Kartte (1978), S. 51 f.; Kotler et al. (2007), S. 636; Moon/Millison (2002), S. 50; Pepels (2002), S. 33; Schmidt (2003), S. 17; Zimmermann (2001), S. 5; Zimmermann et al. (2001), S. 9.
19 Vgl. Michael (2002), S. 55.
20 Vgl. Meffert/Burmann (2005), S. 30; Schiller (2007), S. 98; Wills (1968), S. 27.
21 Vgl. Borschberg/Staffelbach (1991), S. 158; Geiger (1978), S. 231; Olbrich (2006), S. 124; Pepels (2001), S. 107; Sattler (2001), S. 47; Schiller (2007), S. 105.
5
damit die zu treffende Kaufentscheidung zu Gunsten der Marke ausfällt, was einen Wett-bewerbsvorteil darstellt 22 . Der Erfolgsfaktor Marke stellt somit einen immens wichtigen und wertvollen Gegenstand eines Unternehmens dar 23 . Es wird unterschieden in Herstellermarken und Handelsmarken.
Da sich das Machtgefüge der vielen Hersteller immer mehr auf die wachsenden Handelskonzerne verschiebt 24 , bieten Handelskonzerne neben Herstellermarken, auf welche sie nicht gänzlich verzichten können, da diese die Handelskonzerne als kompetente Einkaufsquelle ausweisen 25 , mittlerweile zunehmend eigene Handelsmarken an 26 . Bei Handelsmarken ist das anbietende Unternehmen nicht auch das herstellende Unternehmen, wie bei den Herstellermarken. Um nicht bloß die Position des Warenverteilers einzunehmen, beauftragen die Handelskonzerne somit einen Hersteller, Produkte, welche gegenüber den Herstellermarkenprodukten qualitativ nahezu gleichwertig sind 27 , speziell für sie zu fertigen, die dann aber nicht unter dem Namen des Herstellers auf dem Markt kommen, sondern unter dem Namen des Handelskonzerns bzw. dessen Handelsmarke, welche exklusiv bei diesem Handelskonzern vertrieben wird 28 . Während vorher teilweise von Handels- und Herstellerunternehmen der Handelsmarke keine Zukunft vorhergesagt wurde 29 , kann dies durch die heutige Zahl erfolgreicher Handelsmarken widerlegt werden. Handelsmarken bilden somit eine Ergänzung des Markenartikelangebots und gewinnen immer mehr an Bedeutung 30 , da sie dem Verbraucher eine marktgerechte Sortimentszusammenstellung, sowie eine individuelle Warenpflege bieten und aufgrund der großen Abnahmemengen der Handelskonzerne günstig er-worben werden können, wodurch sie dem Verbraucher dementsprechend preiswert angeboten werden können 31 , zumal die Handelsmarken keine Kosten für Forschung und Entwicklung verursachen 32 . Unter Handelsmarken werden keine neuen Produkte auf den Markt gebracht,
22 Vgl. Gelbert/Böing (2003), S. 7.
23 Vgl. Esch (2004), S. 15; Esser et al. (2005), S. 4, 16; Gelbert/Böing (2003), S. 16; Kirsch (2007), S. B4; Klein-Bölting/Wirtz/Malzbender (2007), S. 30; Kotler et al. (2007), S. 647, 664; Sandhu (2007), S. 261; Schiller (2007), S. 116; Schwetje (2007), S. 8; Wirtz/Göttgens/Dunz (2001), S. 159; Zimmermann (2001), S. 4 f.; Zimmermann et al. (2001), S. 10.
24 Vgl. Batzer (1978), S. 184; Batzer/Greipl (1992), S. 195; Esch (2004), S. 49 f.; Esch/Wicke/Rempel (2005), S. 32; Linxweiler (2001), S. 32; Littmann (2007b), S. 19; Meffert/Burmann (2005), S. 28; Meffert/Perrey (2005b), S. 226; Olbrich (2006), S. 291; Schneider (2001), S. 227; Zentes/Swoboda (2005), S. 1066; Zimmermann et al. (2001), S. 9.
25 Vgl. Michael (2002), S. 40.
26 Vgl. Kotler (2005), S. 16.
27 Vgl. Esch (2004), S. 453; Linxweiler (2001), S. 30, 32 f.; Littmann (2007b), S. 19; Oehme (2000), S. 220.
28 Vgl. Dichtl (1992), S. 11; Huber (1969), S. 11; Kashani (1998), S. 207; Olbrich (2006), S. 127; Wills (1968), S. 56.
29 Vgl. Berekoven (1978), S. 83.
30 Vgl. Batzer/Greipl (1992), S. 196; Esch (2004), S. 456; Herbst (2005), S. 18; Linxweiler (2001), S. 55; Wills (1968), S. 56.
31 Vgl. Hätty (1989), S. 238; Linxweiler (2001), S. 33.
32 Vgl. Kotler (2005), S. 16.
6
sondern lediglich Imitationen der vorhandenen Herstellermarkenprodukte 33 . Im Gegensatz zu Herstellermarken können Handelsunternehmen jedoch erstens nicht in gleichem Maße wie Herstellerunternehmen für eine gleichbleibende Qualität bürgen, zweitens sind sie nicht zu innovativen Leistungen fähig und drittens führen sie keine markenartikeladäquate starke Verbraucherwerbung durch 34 . Daher wird im folgenden der Begriff der Marke synonym für den Begriff der Herstellermarke verwendet.
Ein Beispiel stellt der Handelskonzern REWE mit der Handelsmarke Ja! dar. Unter dieser Handelsmarke werden Produkte zu Discountpreisen angeboten. Zusätzlich wurde die neue Handelsmarke REWE eingeführt, in welcher die bisherigen Handelsmarken wie u. a. Erlenhof, Salto und Weidegold umbenannt wurden 35 . Handelsmarken bilden eine Ergänzung des Markenartikelangebots und gewinnen immer mehr an Bedeutung und an Akzeptanz bei den Verbrauchern.
2.1.1.2 Markenführung
Unter Markenführung werden sämtliche Aktivitäten zum Aufbau und Stärkung einer Marke verstanden 36 . Nur ein positives Image und Werbung allein, ist für die Entwicklung einer starken Marke nicht ausreichend. Ein stimmiges und konstantes Gesamtbild der Marke mit den Produkten und dem Unternehmen ist hierzu erforderlich 37 , was durch viele Aktivitäten erreicht werden kann. Diese Aktivitäten müssen eine gewisse Homogenität aufweisen, um die Verbraucher nicht zu verunsichern, was das Markenversprechen und -auftreten anbelangt und eine umfangreiche Abstimmung aller Aktivitäten notwendig macht 38 . Insbesondere besteht die Kunst darin, eine Balance zwischen der gewünschten Konstanz und dem notwendigen Maß an Neuheit und Anpassung an die Marktwandlungen zu schaffen 39 . Ziel ist es, durch eine erfolgreiche Markenführung die eigene Marke und somit auch die Produkte positiv von der Masse abzuheben, um so durch die herzustellende Identität einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den anderen Anbietern zu erlangen bzw. diesen zu optimieren 40 , was - je besser dies
33 Vgl. Littmann (2007b), S. 19.
34 Vgl. Hätty (1989), S. 15.
35 Vgl. REWE-Zentral-Aktiengesellschaft (2007).
36 Vgl. Meffert/Burmann (2005), S. 32.
37 Vgl. Schiller (2007), S. 100.
38 Vgl. Deichsel (2006), S. 198.
39 Vgl. Esch (2004), S. 58; Esch/Wicke/Rempel (2005), S. 40 f., 52; Herbst (2005), S. 40; Karmasin (2007), S. 467; Röper (1978), S. 118; Schiller (2007), S. 114.
40 Vgl. Kotler et al. (2007), S. 651; Meffert (1992), S. 133; Olbrich (2006), S. 125.
7
gelingt - zu einem größeren Preissetzungsspielraum führt 41 . Ist diese Voraussetzung gegeben, so ist es den Kunden möglich, durch positive Erfahrungen mit der Marke, Vertrauen bzw. eine Beziehung und somit auch Markentreue zu dieser Marke aufzubauen 42 . Dadurch bindet sich der Kunde an die Marke und es entsteht eine längerfristige Absatzsicherung 43 . Da die Markenführung einen immensen Einfluss auf den Erfolg eines Unternehmens nimmt, ist die Aufgabe der Markenführung auf oberster Führungsebene im Unternehmen anzusiedeln 44 .
2.1.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
2.1.2.1 Historische Entwicklung
Das Kaiserliche Patentamt nahm seine Tätigkeit in Deutschland am 1. Juli 1877 auf und diente vorerst der Eintragung von Patenten nach dem das Patentgesetz. Auf internationaler Ebene wurde 1891 ein Abkommen geschlossen, das als das Madrider Markenabkommen bezeichnet wird und von der World Intellectual Property Organization (WIPO) in Genf überwacht wird. Diesem Abkommen traten aber wichtige Staaten teilweise nicht bei, wie z. B. aus dem europäischen Raum Großbritannien und die skandinavischen Länder 45 . Im Jahre 1894 wurde in Deutschland das Gesetz zum Schutz der Warenbezeichnungen erlassen, was nun auch die Eintragungen von „Marken“ möglich machte. 1919 wurde das Kaiserliche Patentamt in das Reichspatentamt umbenannt, welches seine Tätigkeit im Jahre 1945 einstellte. Erst ab dem 1. Oktober 1949 wurde die Tätigkeit unter dem Namen Deutsches Patentamt wieder aufgenommen. Seit dem 1. April 1979 wurde auch die Dienstleistungsmarke schutzfähig 46 . Das neue Markengesetz trat ab dem 1. Januar 1995 in Kraft. Im Jahre 1998 folgte die Umbenennung des Deutschen Patentamtes in das „Deutsche Patent- und Markenamt“. 47
2.1.2.2 Markenschutz
Marken können heutzutage durch Eintragung in das Register des Deutschen Patent- und Markenamtes für eine bestimmte Zeit geschützt werden. Als schützwürdig gelten „Zeichen, insbesondere Wörter einschließlich Personennamen, Abbildungen, Buchstaben, Zahlen, Hörzeichen, dreidimensionale Gestaltungen einschließlich der Form einer Ware oder ihrer Verpa-
41 Vgl.Esch/Wicke/Rempel (2005), S. 12; Hätty (1989), S. 287; Michael (2002), S. 42; Zimmermann (2001), S. 5; Zimmermann et al. (2001), S. 9.
42 Vgl. Linxweiler (2001), S. 151; Wiswede (1992), S. 84.
43 Vgl. Backhaus/Büschken/Voeth (2001), S. 376; Diller/Haas/Ivens (2005), S. 107; Hätty (1989), S. 12.
44 Vgl. Schiller (2007), S. 101; Zimmermann (2001), S. 4; Zimmermann et al. (2001), S. 13.
45 Vgl. Bungartz (2007).
46 Vgl. Dichtl (1992), S. 8.
47 Vgl. Deutsches Patent- und Markenamt (2007).
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ckung sowie sonstige Aufmachungen einschließlich Farben und Farbzusammenstellungen“ (siehe § 3 Abs. 1 Markengesetz 48 ), die der Unterscheidung von Waren oder Dienstleistungen der Wettbewerber dienen. Nach erfolgreicher Prüfung der Eintragungswürdigkeit und nach Prüfung des Vorhandenseins ähnelnder älterer Eintragungen, die Bestandsrecht genießen, wird die Anmeldung bekanntgemacht. Wenn kein Widerspruch erhoben wird, so wird die Markenform in das Register eingetragen, wodurch ein präventiver Markenschutz besteht 49 . Nun besteht ein zehnjähriger Schutz, der aber auf Antrag um jeweils zehn Jahre verlängert werden kann. In dieser Zeit ist es Dritten untersagt die eingetragene Marke im geschäftlichen Verkehr zu benutzen. Die Eintragung als Gemeinschaftsmarke bei dem Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt im Spanischen Alicante ermöglicht einen Schutz der sich über das gesamte Gebiet der Europäischen Union erstreckt, womit die zeit- und kostenintensiven Einzelanmeldungen der Marke in den jeweiligen Mitgliedsstaaten entfallen 50 . Eine Gemeinschaftsmarke kann ausschließlich durch Eintragung, nicht aber durch Benutzung oder Verkehrsgeltung erworben werden. Auch ist durch das Madrider Markenabkommen eine internationale Registrierung von Marken möglich, welche sich jedoch auf die Staaten begrenzt, die sich diesem Abkommen unterworfen haben 51 . Die Eintragung für den weltweiten Markenschutz hat bei dem Internationalen Büro der Weltorganisation für geistiges Eigentum in Genf zu erfolgen, welche eine Schutzdauer von 20 Jahren ermöglicht und anschließend beliebig oft für weitere 20 Jahre verlängert werden kann 52 .
Trotz dieses rechtlichen Schutzes hat das Problem der Produktpiraterie infolge der Öffnung der osteuropäischen Märkte und der Internationalisierung des Handels extrem zugenommen 53 . So werden teilweise in Billiglohnländern wie z. B. in der Volksrepublik China, oder auch in Osteuropa, viele Produkte hergestellt bzw. nachgeahmt, die unter rechtswidriger Verwendung bekannten Marken und minderwertiger Qualität auf den Markt kommen 54 und zu einem Bruchteil des üblichen Preises dieses Markenartikels angeboten werden 55 . „In den Preisaufschlägen [für bekannte Marken] liegt die Ursache für das Problem der Markenpiraterie. Nachfragergruppen mit relativ niedrigem Einkommen [die sich das Produkt eigentlich nicht leisten können 56 ] wollen ebenfalls an Exklusivität und Leistungsfähigkeit partizipieren. Dabei er-
48 DasGesetz über den Schutz von Marken und sonstigen Kennzeichen vom 25.10.1994, wird auch als das Markengesetz bezeichnet. Auch ist die Abkürzung MarkenG geläufig.
49 Vgl. Schröder (2005), S. 356.
50 Vgl. Sattler (2001), S. 48 f.
51 Vgl. Pepels (2001), S. 112.
52 Vgl. Sattler (2001), S. 49 f.
53 Vgl. Pepels (2001), S. 111.
54 Vgl. Meister (1992), S. 270; Pepels (2001), S .111; Pepels (2002), S. 81.
55 Vgl. Lasslop (2005), S. 471; Sandhu (2007), S. 266; Zimmermann et al. (2002), S. 12.
56 Vgl. Sandhu (2007), S. 266.
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scheint es für diese von nachgeordneter Bedeutung, dass sie meistens ein qualitativ schlechteres Imitat erwerben, solange dies für die Umwelt nicht sofort erkennbar ist, obwohl die Exklusivität dann nicht mehr gewährleistet und das Markenimage damit gefährdet sind.“ 57 Da die Produktqualität der Plagiate meist sehr gering ist und somit das Markenimage negativ beeinflusst wird, richten diese Plagiate jährlich einen immensen Schaden bei den Markenproduktherstellern an. Weiterhin nimmt durch das Angebot der Markenartikelplagiate auch der Konsum der echten Markenartikel ab, da die Produkte nicht mehr die gewünschte Exklusivität bieten.
2.1.3 Markenbedeutung im Zeitablauf
Bereits im Mittelalter wurden Gegenstände teilweise mit einer Markierung versehen, um der Notwendigkeit der Kenntlichmachung der Herkunft von Gegenständen Rechnung zu tragen 58 , welche als Warenzeichen später immer stärker an Sinngebundenheit gewannen. So ließen sich später Kennzeichen, Herkunftszeichen und Eigentumsmarken unterscheiden. Auch Städte und andere Gemeinschaften nutzten Symbole und Zeichen, wie z. B. Wappen, Fahnen oder Siegel, um sich voneinander zu unterscheiden. Die ersten eigentlichen Marken wurden zur Kennzeichnung von Eigentum und Besitz genutzt. Auch in der heutigen Zeit finden diese Eigentumsmarken teilweise noch Anwendung in Form von Monogrammen auf Textilien und Schmuck oder als Stempel in Büchern. Ein weiterer Teil der heutigen Marken entwickelte sich aus den Merk- oder Kennzeichen, welche nur von einem bestimmten Personenkreis ver-standen wurden und im Bereich der Religion oder auch der Wissenschaft Anwendung fanden. Zu den ältesten religiösen Kennzeichen ist z. B. das Kreuz, der Halbmond oder auch der Davidstern zu zählen. Der letzte Teil der Markenentstehung ist von den Herkunftszeichen ausgegangen, welche nicht deutlich von den Besitzzeichen und Merkzeichen zu unterscheiden sind. So waren die Eigentumszeichen der Wirtshäuser, wie beispielsweise „Zum Roten Ochsen“ oder „Zum Elefanten“ für den Gast auch Kennzeichen. Zu Herkunftszeichen wurden sie, wenn die Wirte Waren wie Wein oder Bier herstellten und vertrieben, womit dann letztendlich der Schritt zum Firmenzeichen getan war. Ebenso spielte das Zunftwesen, in welchem sich Anbieter der gleichen Branche zusammen schlossen und sich gemeinsamen Qualitätsan-forderungen unterwarfen, eine wichtige Rolle, da es eine Zeichengemeinschaft darstellte, was mit einem einheitlichen Zeichen bestätigt wurde und streng überwacht wurde 59 . Auch in der
57 Schmidt/Elßer (1992), S. 62 f.
58 Vgl. Dichtl (1978), S. 17; Esch (2004), S. 1; Herbst (2005), S. 23; Linxweiler (2001), S. 49; Olbrich (2006), S. 123; Sattler (2001), S. 23; Schmidt (2003), S. 18.
59 Vgl. Berekoven (1992), S. 27; Dichtl (1992), S. 2; Linxweiler (2001), S. 49.
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heutigen Zeit sind alte Herkunftszeichen, wie „Kölnisch Wasser“, „Solinger Stahlwaren“ oder „Aachener Printen“ noch präsent 60 . Durch die Entwicklung entstanden die Begriffe Markenartikel und Markenware, welche sich durch eine gleiche Beschaffenheit und Güte auszeichnen und sich durch ihre Marke von den Produkten der Mitbewerber abheben. 61
Heutzutage ist die Markenpräsenz in unserem alltäglichen Leben eine Selbstverständlichkeit geworden und so nicht mehr wegzudenken. Morgens am Frühstückstisch verwenden wir Nutella oder Rama als Brotaufstrich, dazu trinken wir Hohes C oder Nesquik. Zum Mittag wird die Suppe mit Maggi gewürzt und mit einem kühlen Glas Coca-Cola verzehrt. Bei Erkältungen kommen wir nicht ohne Tempo, Wick VapoRub und Wick MediNait aus. Die mit dem Stress einhergehenden Kopfschmerzen werden mit einer Aspirin bekämpft und bei der Menstruation wird zur o.b. gegriffen. Teilweise werden Marken im allgemeinen Sprachgebrauch als Bezeichnung für eine ganze Produktkategorie benutzt, losgelöst von dem eigentlichen Produkt 62 . Ein Beispiel ist die Marke Tempo, welche im täglichen Sprachgebrauch als Namessubstitut für jegliche Marken von Papiertaschentüchern benutzt wird.
Die steigende Bedeutung der Marken wird auch durch die mittlerweile pro Jahr erscheinenden Markenranglisten verschiedener Unternehmen deutlich, welche die wertvollsten Marken küren. So veröffentliche das Beratungsunternehmen Interbrand die hundert weltweit wertvollsten Marken des Jahres 2008. Platz eins belegt die amerikanische Getränkemarke Coca-Cola mit einem berechneten Wert von 66.667 Milliarden US-Doller. IBM, Microsoft, General Electric und Nokia folgen auf den Plätzen zwei bis fünf (vgl. Abbildung 1).
Zu einem anderen Ergebnis kam die amerikanische Marktforschungsgruppe Millward Brown, die ebenso eine Rangliste der hundert wertvollsten Marken erstellte. Die Marke Google belegte dort den ersten Platz, gefolgt von General Electric, Microsoft, Coca-Cola und China Mobile auf den Plätzen zwei bis fünf (vgl. Abbildung 2).
60 Vgl. Berekoven (1992), S. 28.
61 Vgl. Wills (1968), S. 11 ff.
62 Vgl. Berekoven (1992), S. 38; Eisenächer (2007), S. 78; Esch/Fuchs et al. (2005), S. 923; Hansen/Hennig-Thurau/Schrader (2001), S. 205; Hätty (1989), S. 210; Kircher (2005), S. 600; Kotler et al. (2007), S. 654; Pepels (2002), S. 55 f.; Samland (2006), S. 33.
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Rang Marke Herkunftsland Bereich Markenwert 2008
in Milliarden US
1 Coca-Cola USA Getränkeindustrie 66,667
2 IBM USA Computerindustrie (Services) 59,031
3 Microsoft USA Computerindustrie (Software) 59,007
4 General Electric USA diverse Industriebereiche 53,086
5 Nokia Finland Konsumenten Elektronikindustrie 35,942
6 Toyota Japan Automobilindustrie 34,050
7 Intel USA Computerindustrie (Hardware) 31,261
8 McDonald´s USA Restaurantindustrie 31,049
9 Disney USA Medienindustrie 29,251
10 Google USA Internetindustrie (Services) 25,590
11 Mercedes Deutschland Automobilindustrie 25,577
12 Hewlett-Packard USA Computerindustrie (Handware) 23,509
13 BMW Deutschland Automobilindustrie 23,298
14 Gillette USA Hygieneartikelindustrie 22,069
15 American Express Finanzindustrie (Services) 21,940 USA
16 Louis Vuitton Frankreich Luxusindustrie 21,602
17 Cisco USA Computerindustrie (Services) 21,306
18 Marlboro USA Tabakindustrie 21,300
19 Citi USA Finanzindustrie (Services) 20,174
20 Honda Japan Automobilindustrie 19,079
Abbildung 1: Die 20 weltweit wertvollsten Marken 2008 (Interbrand)
Quelle : In Anlehnung an Interbrand Zintzmeyer Lux (2008)
Da die Bestimmung eines Markenwerts monetär nicht eindeutig ermittelt werden kann,
schwankt der errechnete Markenwert bei den einzelnen Ranglisten der unterschiedlichen Be-
wertungsunternehmen je nach angewanter Berechnungsmethode, was zu einem Mangel an
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Vergleichbarkeit und Aussagekraft der ermittelten Wertgrößen führt, da somit erhebliche Abweichungen existieren 63 . So hat beispielsweise das Beratungsunternehmen Millward Brown, einen Wert von 86.057 Milliarden US-Doller für die Marke Google errechnet, wohingegen Interbrand den Google-Markenwert auf 25.590 Milliarden US-Doller beziffert, was auf differierende Berechnungsmethoden 64 zurück zu führen ist.
Abbildung 2: Die 20 weltweit wertvollsten Marken 2008 (Millward Brown)
Quelle: In Anlehnung an Millward Brown Optimor (2008), S. 10.
2.1.4 Einordnung in den Marketingmix
Neben der Kommunikationspolitik, nehmen noch weitere Bereiche Einfluss auf die Marke 65 . So spielt die Produktpolitik eine wichtige Rolle, da die Marke noch so gut positioniert und be-worben werden kann, aber Aufgrund eines mangelhaften oder nicht benötigten Produktes kein Umsatz erzielt wird. Auch muss das Produkt die Aussagen des Markenverspreches einhalten und den Markenwerten entsprechen, um das Vertrauen der Verbraucher in die Marke zu stär-
63 Vgl.Klein-Bölting/Wirtz/Malzbender (2007), S. 31, 36; Wirtz/Göttgens/Dunz (2001), S. 159 f.; Zimmermann (2001), S. 6.
64 Da eine Vielzahl unterschiedlicher mathematischer Verfahren zur Markenwertermittlung existieren, ist eine eindeutig korrekte Wertermittlung nicht möglich. Ein Problem ist z. B. die Isolierung jener Erträge, die auf die Marke zurück zu führen sind. Auch die Vorhersage der zukünftigen durch die Marke verursachten Einzahlungen ist problembehaftet. Ebenso wird die Auswahl und Gewichtung der verschiedenen Größen, welche als Indikatoren des Markenwertes fungieren, unterschiedlich vorgenommen. Als Indikatoren werden u. a. der Marktanteil, die handelsseitige und konsumentenseitige Wertschätzung, die Unternehmensaktivitäten, die Überlebensfähigkeit, der Trend der Marke, der rechtliche Schutz, die Wiederkaufrate, sowie die Bekanntheit genutzt. Vgl. zu den Berechnungsmethoden Hammann (1992), S. 225 ff.; Hansen/Hennig-Thurau/Schrader (2001), S. 209 ff.; Kotler (2005), S. 110 f.; Linxweiler (2001), S. 59 ff., 158 ff.; Sattler (2001), S. 150 f.; Wirtz/Göttgens/Dunz (2001), S. 159 ff.; Zimmermann et al. (2001), S. 21 ff.
65 Vgl. Kotler (2005), S. 111.
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ken 66 . In Gegensatz zu den langlebigen Marken sind die Produkte, die unter der Marke geführt werden und ständig aktualisiert, verbessert oder auch ausgewechselt werden müssen, mit dem Fortschritt der Technik kurzlebiger geworden 67 . Somit hat die Qualität des Produktes, welche stetig gleichbleiben bzw. nur gesteigert werden sollte um Vertrauen aufzubauen 68 , einen bedeutenden Einfluss auf die Marke, da ansonsten beispielsweise aufgrund von Qualitätsproblemen das Vertrauen zerstört wird 69 . Eine besondere Produktqualität kann sich am Markt aber nur vorteilhaft Auswirkungen, wenn dies den Verbrauchern vermittelt wird bzw. bekannt ist 70 . Zahlreiche Institute wie beispielsweise der Technische-Überwachungs-Verein (TÜV) oder die Stiftung Warentest führen Produktqualitätskontrollen durch, um den Verbraucher über Qualitätsmängel der geprüften Produkte zu informieren, wodurch er die Produkte neben dem Preis auch qualitativ vergleichen kann 71 . Die Testsieger der Kontrollen weisen in Werbemaßnahmen, sowie auf den Produktverpackungen oft auf diese Testergebnisse hin, wodurch der Verbraucher eine gute Qualität erwarten kann. So weist beispielsweise das Unternehmen Procter & Gamble bei den Onlineauftritten 72 seiner Shampoomarke head & shoulders auf das Testurteil 2,2, sowie bei der Marke Swiffer auf das Testurteil 1,8 der Stiftung Warentest hin. Somit wird durch positive Testurteile das Vertrauen in die Produktqualität und somit auch in die Marke gestärkt.
Neben der Produktqualität hat auch besonders die Produktverpackung, die schon teilweise von dem Konsumenten als untrennbar mit dem Produkt empfunden werden 73 , einen bedeutenden Einfluss auf das Produktimage 74 , sowie auch auf die Kaufentscheidung der Konsumenten 75 . Der Verpackung werden mehrere Aufgaben zugewiesen. Sie erfüllt zum einen die Schutz- und Konservierungsfunktion, wodurch das Produkt frisch gehalten und vor Beschädigungen geschützt wird 76 , zum anderen die Selbstpräsentationsfunktion, durch welche die Verpackung die Zugehörigkeit zu einer Marke bzw. einer Markenfamilie kommuniziert und durch besondere Formen und Farben, welche mit gewissen Assoziationen verbunden sind 77 ,
66 Vgl. Bialek (2007c), S. 8; Panke (2005), S. 12; Schmidt (2003), S. 64.
67 Vgl. Berekoven (1978), S. 14; Köcher (2007), S. 145.
68 Vgl. Borschberg/Staffelbach (1991), S. 159; Hansen/Hennig-Thurau/Schrader (2001), S. 197; Hätty (1989), S. 19; Schiller (2007), S. 105.
69 Vgl. Köcher (2007), S. 153.
70 Vgl. Borschberg/Staffelbach (1991), S. 227.
71 Vgl. Berekoven (1992), S. 29; Esch (2004), S. 206.
72 Vgl. Procter & Gamble Service GmbH (2008b); Procter & Gamble Service GmbH (2008c).
73 Vgl. Kapferer/Disch (1967), S. 78.
74 Vgl. Müller (1971), S. 39 f.
75 Vgl. Hansen/Hennig-Thurau/Schrader (2001), S. 176.
76 Vgl. Dichtl (1978), S. 20; Kaltenbach (1975), S. 53; Kapferer/Disch (1967), S. 79, 84; Kothe (1998), S. 41, Kotler et al. (2007), S. 638; Kunisch (1998), S. 88; Mattmüller (1998), S. 107 f.
77 Vgl. Esch/Langner (2005c), S. 619.
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ein Erkennungsmerkmal darstellen kann 78 . Auch sollte die Verpackung ein zweckmäßiges und bequemes Öffnen und ggf. auch die Möglichkeit der Wiederverschließbarkeit gewährleisten 79 . Weiterhin werden auf der Verpackung meist auch Produktinformationen, Verbrauchsdaten und Gebrauchsanleitungen 80 gegeben, die bis zu einem gewissen Grad das Verkaufsgespräch ersetzen 81 . Herstellerkontaktdaten werden aufgedruckt, um Verantwortungsbereitschaft zu dokumentieren 82 , um Dissonanzen und Unzufriedenheit zu vermeiden und durch ein aktives Beschwerdemanagement abzufedern 83 .
Trotz wachsender Reizüberflutung sollen dem Konsumenten 84 , wenn er den Kauf eines bestimmten Produktes vorher genau geplant, durch die Verpackung der Standort des Produktes möglichst leicht Erkennbar gemacht werden 85 . Ein Produkt, welches den Bedürfnissen der Konsumenten entspricht und Dank guter Werbung das Interesse des Konsumenten geweckt hat, wird dennoch nicht gekauft, wenn die Verpackung aus irgendeinem Grund nicht den Erwartungen der Konsumenten entspricht 86 . Wenn eine Markenverpackung im Verhältnis zu der preislichen Positionierung des Produktes entweder zu hochwertig oder zu minderwertig ausgestattet ist, so stimmt die Aufmachung der Verpackung nicht mit der Positionierung der Marke überein, was sofort durch die Konsumenten wahrgenommen und entsprechend negativ beurteilt wird 87 . Somit signalisiert eine zur Positionierung passende Verpackung ein Stück Markenwelt und ist ein wesentlicher Teil des Markenauftrittes 88 , da Sie inklusive Produkt durch den Transport, die Lagerung Zuhause und das Öffnen 89 „millionenfach zum Konsumenten gelangt und so entscheidend zum Erfolg und zum Image der Marke und des Unternehmens beiträgt.“ 90 Ein Produkt kann durch eine umweltfreundliche Verpackung ein wichtiges Signal für die ökologische Orientierung des Herstellers darstellen. Somit kann eine solche Verpackung zur Erhöhung der Glaubwürdigkeit, sowie der Vertrauensbildung beitragen 91 . Um das Mar-
78 Vgl.Backhaus/Büschken/Voeth (2001), S. 211 f.; Berekoven (1992), S. 32; Burmann/Meffert (2005b), S. 88; Dichtl (1992), S. 17; Esch (2004), S. 209; Hansen/Hennig-Thurau/Schrader (2001), S. 180 f.; Kapferer/Disch (1967), S. 80 f.; Koppelmann (2001), S. 388; Olbrich (2006), S. 130.
79 Vgl. Esch (2004), S. 214; Kapferer/Disch (1967), S. 80; Mattmüller (1998), S. 108.
80 Vgl. Kapferer/Disch (1967), S. 80; Linxweiler (1998), S. 198 f.; Olbrich (2006), S. 130.
81 Vgl. Berekoven (1992), S. 35; Dichtl (1978), S. 20; Dichtl (1992), S. 17; Koppelmann (2001), S. 507; Linxweiler (1998), S. 183; Mattmüller (1998), S. 107.
82 Vgl. Deichsel (2006), S. 146.
83 Vgl. Hansen/Hennig-Thurau/Schrader (2001), S. 191.
84 Vgl. Deichsel (2006), S. 195; Hansen/Hennig-Thurau/Schrader (2001), S. 188; Moon/Millison (2002), S. 103.
85 Vgl. Hansen/Hennig-Thurau/Schrader (2001), S. 189, 197 f.; Kapferer/Disch (1967), S. 81.
86 Vgl. Maucher (1998), S. 71.
87 Vgl. Linxweiler (1998), S. 188.
88 Vgl. Kotler et al. (2007), S. 640; Linxweiler (1998), S. 178; Maucher (1998), S. 67; Michael (1998), S. 54 ff.; Weinberg/Diehl (2005), S. 272.
89 Vgl. Linxweiler (1998), S. 182 f.
90 Maucher (1998), S. 68.
91 Vgl. Hansen/Hennig-Thurau/Schrader (2001), S. 190 f.; Wicke (1992), S. 175.
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kenimage nicht zu schädigen ist eine stetige Anpassung der Verpackung 92 an die sich konstant verändernden Trends, sowie an aktuelle Designanforderungen notwendig 93 .
Der Verpackung kommt speziell bei Parfümartikeln eine entscheidende Bedeutung zu, da die Konsumenten nicht nur auf den Duft achten, sondern auch besonders auf eine ansprechende und ungewöhnliche Aufmachung des Parfümflakons, da der Flakon erst nach Verwendung des letzten Tropfen des Parfüms entsorgt wird. Die markentypische Originalität steht somit im Vordergrund, im Gegensatz zu der Nutzbarkeit, wie bei anderen Produkten 94 . So wird ein Parfüm von Jean Paul Gaultier in einem Flakon angeboten, der die Form eines idealisierten Frauenkörpers darstellt, womit durch diese zeitlose und trotzdem hochmoderne Verpackung eine optimale Profilierung der Marke erfolgt 95 . Die Verpackung dominiert so den Inhalt und lässt das Produkt zum Erlebnis werden, womit sich die hohen Preise der Produkte rechtfertigen lassen 96 . Ähnlich wie bei Flakons kommt der Verpackung von CDs eine Aufbewahrungsfunktion zu, da die Verpackung nicht nach der Nutzung des Produktes entsorgt wird, sondern als Bestandteil des Produktes betrachtet wird.
Auch die Preispolitik beeinflusst eine Marke. Wenn der Preis nicht angemessen ist, so wird der Verbraucher aufgrund des gestörten Preis-Leistungs-Verhältnisses das Produkt dieser Marke nicht kaufen und kann so ggf. das Vertrauen in die Marke verlieren und den Kauf sämtlicher Produkte dieser Marke einstellen. Andererseits kann ein sehr hoher Preis das Gefühl einer gewissen Exklusivität erzeugen, da aufgrund des hohen Preises nicht jeder dieses Gut erwerben kann, und somit Luxus und Prestige von den Konsumenten projiziert werden können 97 . Durch häufige Preissenkungen kommt es bei den Konsumenten zu Irritationen bei der Wahrnehmung der Marke, da somit keine eindeutige preisliche Positionierung geschaffen wird 98 . Weiterhin wird von den Verbrauchern angenommen, dass das teurere von zwei gleichartigen Produkten qualitativ hochwertiger sein muss, als das preiswertere Produkt 99 . Somit ist der Preis für den Verbraucher ein messbarer Wertindikator für die Qualität des Produktes bzw. der Marke 100 .
92 Beispiele zu Verpackungsanpassungen sind auch auf einer Internetseite dokumentiert. Vgl. Thomas (2008).
93 Vgl. Kotler et al. (2007), S. 640.
94 Vgl. Koppelmann (2001), S. 507.
95 Vgl. Kothe (1998), S. 46 f.
96 Vgl. Esch (2004), S. 36 f.
97 Vgl. Hätty (1989), S. 240 f.; Linxweiler (1998), S. 195.
98 Vgl. Kirchgeorg/Klante (2005), S. 343.
99 Vgl. Bauer et al. (2004), S. 11.
100 Vgl. Schiller (2007), S. 106.
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Ein stark beworbener Markenartikel kann noch so beliebt sein, er wird dennoch nicht gekauft, wenn er am Markt nur schwer erhältlich ist. Dies macht den Einfluss der Distributionspolitik auf die Marke deutlich. Dennoch sind manche Marken nur in wenigen ausgewählten Verkaufsstellen erhältlich, wie z. B. die Unterhaltungselektronikmarke Bang & Olufsen oder die Spielzeugmarke Steiff. Teilweise erfolgt die Distribution auch nur über das Internet, wie es beispielsweise das Unternehmen Dell praktiziert. Mit dieser Strategie wird versucht, die Markenartikel selbst durch die speziellen Verkaufsstellen als etwas Besonderes dar zu stellen.
2.2 Markenaufbau
2.2.1 Markenpositionierung
2.2.1.1 Grundlagen
Jede Marke sollte eine eigene Positionierung, welche durch einen neuen wichtigen Vorteil der Marke ausgedrückt wird, haben und nicht als „Ich-auch-Marke“ auf den Markt kommen 101 , sodass ihre Positionierung nicht von der der Konkurrenz zu unterscheiden ist. „Die Markenpositionierung legt fest, welche spezifische kommunikative Markenwelt eine Marke in der Vorstellungswelt der Konsumenten haben soll.“ 102 Je klarer, eindeutiger und fachkundiger die Positionierung einer Marke ist, desto größer ist die Chance loyale und treue Kunden zu gewinnen 103 . Eine klare Positionierung ermöglicht es nicht, eine Marke zu schaffen, die Jedermann gefällt 104 . Durch eine erfolgreiche, eigenständige Markenpositionierung wird die Homogenität der Güter aufgehoben und die angebotenen Produkte der Marke werden gegenüber der Konkurrenz abgegrenzt 105 , um so bei einigen Konsumenten Präferenzen aufzubauen 106 . Somit ist es für den Konsumenten möglich sich durch das Nutzen einer starken Marke von anderen Konsumenten Abzugrenzen und die Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu signalisieren, sowie auch teilweise ein Lebensgefühl vermittelt zu bekommen 107 . Je erfolgreicher Präferenzen bei den Konsumenten praktiziert werden, desto größer sind später die Preissetzungsspielräume der einzelnen Produkte, welche unter dieser Marke angeboten werden. 108 Jedoch muss der Verbraucher über die Vorteile der Marke informiert werden, was größtenteils durch Werbe-
101 Vgl.Arnold (1992), S. 183; Kotler (2005), S. 127.
102 Linxweiler (2001), S. 75.
103 Vgl. Moon/Millison (2002), S. 83.
104 Vgl. Burmann (2005), S. 856; Schiller (2007), S. 111.
105 Vgl. Esch (2004), S. 86; Esch (2005a), S. 133; Linxweiler (2001), S. 241.
106 Vgl. Esch (2004), S. 134; Linxweiler (2001), S. 76.
107 Vgl. Gelbert/Böing (2003), S. 15; Michael (2002), S. 41; Schiller (2007), S. 112.
108 Vgl. Esch/Wicke/Rempel (2005), S. 12; Hätty (1989), S. 287.
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maßnahmen vollzogen wird. Dieses jedoch verursacht Kosten, die von den Konsumenten getragen werden müssen und somit Auswirkungen auf dem Produktpreis haben, wobei viele Konsumenten vielleicht einen niedrigeren Preis vorziehen würden 109 . Da eine Marke, die ihren Kernwerten treu bleibt als glaubwürdiger und vertrauenserweckender wahrgenommen wird 110 , sind Abweichungen von der zentralen, zeitlosen Kernidentität der Marke zu vermeiden 111 , was besonders bei einem Markentransfer zu berücksichtigen ist 112 . Weiterhin müssen die Kernwerte der Marke vom Konsumenten als relevant und glaubwürdig erachtet, sowie akzeptiert werden 113 . Die erweiterte Markenidentität lässt jedoch teilweise geringfügige zeitgemäße Anpassungen zu, um so den äußeren Umständen und dem aktuellen Zeitgeist zu entsprechen 114 , wodurch die Positionierung verfestigt werden kann und sich die Marke der gewünschte Markenvision nähern kann 115 .
Die dauerhaften Grundwerte einer Marke werden auch als Markenkern bezeichnet, der letztendlich die Markenpersönlichkeit ausmacht 116 und den Konsumenten eine Orientierung bietet 117 . Somit kann auch eine Marke, je nach Markenidentität, ebenso wie eine Person beispielsweise als modern, altmodisch, interessant oder zuverlässig wahrgenommen werden 118 , wodurch die Marke zur Persönlichkeit wird 119 . Je näher die wahrgenommene Persönlichkeit der Marke an den Idealvorstellungen der Konsumenten liegt und somit Präferenzen auslöst, umso größer ist die Kaufwahrscheinlichkeit dieser Marke 120 . Durch die Kernwerte und die Positionierung der Marke kann das Markenversprechen definiert werden, welches Vertrauen schafft 121 und gegenüber den Konsumenten eingehalten werden sollte, besonders, wenn es in einen Werbeslogan einfließt 122 , da die Marke ansonsten eine dauerhafte Ablehnung erfährt 123 . Neben dem Markenkern, welcher konstant beibehalten werden sollte, bieten Markendesign, sowie Markenbotschaften eine gewisse Flexibilität, da diese geringfügig verändert werden können 124 , um eine Veralterung der Marke zu verhindern.
109 Vgl. Kotler (2005), S. 114.
110 Vgl. Linxweiler (2001), S. 67.
111 Vgl. Kotler (2005), S. 129.
112 Vgl. Esch/Langner/Rempel (2005), S. 113.
113 Vgl. Linxweiler (2001), S. 71.
114 Vgl. Arnold (1992), S. 162; Esch/Langner/Rempel (2005), S. 113; Meffert/Perrey (2005b), S. 233.
115 Vgl. Becker (1992), S. 125; Esch (2004), S. 138 f.; Esch/Wicke/Rempel (2005), S. 41; Michael (2002), S. 44.
116 Vgl. Kemper (2003), S. 41.
117 Vgl. Herbst (2005), S. 40.
118 Vgl. Sattler (2001), S. 142.
119 Vgl. Ambler (1998), S. 214.
120 Vgl. Esch (2004), S. 103, 135.
121 Vgl. Deichsel (2006), S. 62.
122 Vgl. Kemper (2003), S.44; Sander/Jakobs (2004), S. 35 f.; Schmidt (2003), S. 42.
123 Vgl. Sander/Jakobs (2004), S. 36.
124 Vgl. Herbst (2005), S. 40.
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Grundlegende Positionierung einer Marke können sich auf sachlich-funktionale Werte, wie beispielsweise Qualität, neuste Technik oder Leistung, ästhetisch-kulturelle Werte, wie beispielsweise Schönheit, Bildung oder Status, emotionale Werte, wie beispielsweise Liebe, Abenteuer oder Freundschaft oder ethisch-ideelle Werte, wie beispielsweise Glaubwürdigkeit, Natürlichkeit oder Umweltverantwortung, beziehen 125 . Die Marke Marlboro beispielsweise positioniert sich durch den Bereich des Erlebnisses von Unabhängigkeit, Freiheit und Abenteuer mit emotionalen Werten 126 . Die Abenteuerwelt der Marke Marlboro kann jedoch nicht auf spezifische Produkteigenschaften zurückgeführt werden 127 . Somit steht das konkrete Bild sinnbildlich für die Erlebniswelt von Freiheit und Abenteuer und beinhaltet aber allenfalls nur das Versprechen für den Konsumenten, durch den Konsum der Zigaretten die spezifischen Werte von Freiheit und Abenteuer zu erleben 128 . Solch ein emotionaler Wert bietet den Vorteil, dass er von der Konkurrenz nicht so schnell nachahmbar ist, wie ein sachlicher Wert 129 .
Mit Hilfe der Kommunikationspolitik werden auch teilweise Diskrepanzen zwischen den objektiv gemessenen und den subjektiv wahrgenommenen Eigenschaften von Produkten weiter ausgebaut, um bei den Konsumenten den Wahrnehmungsprozess von Produkteigenschaften systematisch zu beeinflussen. Eine solche spezifische Produkteigenschaft kann für die Positionierung genutzt werden. Als Beispiel kann der Fruchtgehalt von Konfitürenmarken angeführt werden, welcher deutlich unterschiedlich wahrgenommen wird, obwohl der Fruchtgehalt bei den meisten Konfitüren, aufgrund der gesetzlichen Vorschriften in Deutschland, gleich ist. Als überdurchschnittlich fruchtig werden so infolge einer spezifischen Positionierung die Konfitüren der Marke Schwartau wahrgenommen, was zu einer überdurchschnittlichen Zahlungsbereitschaft für Schwartau-Konfitüren führt. 130
2.2.1.2 Mehrfachpositionierung durch Marktsegmentierung
Wenn verschiedene Gruppen mit homogenem Konsumverhalten gebildet werden können, ist es möglich bzw. teilweise unvermeidlich, das Mittel der Marktsegmentierung zu nutzen, um den Absatz des Produktes mit Einführung einer weiteren Marke zu steigern 131 und somit die Wünsche und Bedürfnisse der Konsumenten mit einer maßgeschneiderten Ausgestaltung der
125 Vgl. Linxweiler (2001), S. 68.
126 Vgl. Breidenbach (1998), S. 20; Weinberg/Diehl (2005), S. 284.
127 Vgl. Sattler (2001), S. 91.
128 Vgl. Linxweiler (2001), S. 73.
129 Vgl. Esch (2004), S. 142.
130 Vgl. Sattler (2001), S. 90.
131 Vgl. Arnold (1992), S. 167; Dichtl (1992), S. 12; Geiger (1978), S. 253; Hüttel (2000), S. 175; Pepels (2001), S. 120.
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Markenidentität dauerhaft besser befriedigen zu können 132 . Eine Segmentierung kann nach soziodemographischen Kriterien wie z. B. Alter, Einkommen oder Geschlecht, nach geographischen Kriterien wie z. B. Bundesländer oder nach psychographischen Kriterien wie z. B. Persönlichkeitsmerkmale, Preisverhalten oder Markentreue erfolgen 133 . Diese einzelnen Segmente werden nun mit jeweils einem Produkt mit segmentspezifischer Positionierung befriedigt. Ein Beispiel für die Segmentierung nach Verbraucherbedürfnissen stellt Unilever mit den folgenden Marken in Margarinemarkt dar: Rama, welche Frühstücksqualität liefert, der Koch- und Backmargarinenmarke Sanella, der Diätmargarine becel, und der Halbfettmargarine Lätta 134 . Bei einer Segmentierung nach Preisverhalten ist keine Veränderung am Produkt vorzunehmen, sondern es müssen lediglich die Distribution und der Preis des zweiten Produktes verändert werden. Das neue Produkt wird als Zweitmarke bezeichnet. Das ursprüngliche Produkt wird weiterhin unter der bisherigen Marke, der Erstmarke vertrieben, während durch die Zweitmarke ein qualitativ ausgereiftes, in Bezug auf die Erstmarke jedoch vereinfachtes Produkt angeboten wird, welches in der Regel preislich unterhalb der Erstmarke angesiedelt ist 135 , da so Zielgruppen bzw. Marktsegmente mit unterschiedlichen Preisbereitschaften angesprochen werden sollen 136 . Somit wird durch die Zweitmarke das Image und die Positionierung der Erstmarke nicht geschädigt 137 . Wenn niedrigpreisige und hochpreisige Herstellermarken aus identischen Produkten bestehen, so ist es sehr wichtig, dass dieser Um-stand nicht durch den Konsumenten wahrgenommen wird und sich so auch nicht herumspricht, da ansonsten bei der hochpreisigen Erstmarke erhebliche Umsatz- und Imageeinbußen zu verzeichnen wären 138 . Ein weiterer Grund für die Nutzung einer Zweitmarke kann die Schaffung einer Gegenposition zu den meist ebenfalls im unteren Preissegment angesiedelten Handelsmarken darstellen 139 , da durch den Aufbau von Zweit- und Drittmarken die Expansion von Handelsmarken verlangsamt wird 140 und Markenwechsler so im eigenen Markenportfolio gehalten werden können 141 .
132 Vgl. Burmann/Meffert (2005b), S. 82; Esch (2004), S. 376; Meffert/Perrey (2005a), S. 818, 829; Meffert/Perrey (2005b), S. 231 f.; Oehme (2000), S. 201.
133 Vgl. Esch (2004), S. 377; Oehme (2000), S. 202.
134 Vgl. Hüttel (2000), S. 174; Oehme (2000), S. 212.
135 Vgl. Sattler (2001), S .90.
136 Vgl. Olbrich (2006), S. 126.
137 Vgl. Olbrich (2006), S. 126.
138 Vgl. Dichtl (1992), S. 12; Pepels (2001), S. 120; Sattler (2001), S. 131 f.; Schiller (2007), S. 107.
139 Vgl. Olbrich (2006), S. 126.
140 Vgl. Berekoven (1978), S. 77.
141 Vgl. Esch (2004), S. 281; Hüttel (2000), S. 156.
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Abbildung 3: Die verschiedenen Markentypen Quelle: Eigene Darstellung.
Die Erstmarke hat die zentrale Position innerhalb der Markenhierarchie und hat allgemein die größte Marktbedeutung innerhalb des Produktprogramms, sowie eine ausgeprägte Historie. Um jedoch das gesamte Nachfragepotenzial abzudecken kann die Erstmarke vertikal nach oben oder nach unten ergänzt werden, womit sie zum Ausgangspunkt für weitere vertikale Markentypen (vgl. Abbildung 3) wird. Die Premiummarke ist oberhalb der Erstmarke positioniert, um anspruchsvollere Zielgruppensegmente zu befriedigen und die Konsumentenrente abzuschöpfen. Noch oberhalb der Premiummarke ist die Luxusmarke angesiedelt, die die Ausreizung der Preisbereitschaft der anspruchsvollsten Zielgruppensegmente zum Ziel hat. Unterhalb der Erstmarke ist die Zweitmarke positioniert, die einen Wechsel von Käufern zu preisaggressiven Konkurrenten, durch das Halten im eigenen Unternehmen, verhindern soll. Diese Art Marken werden auch als Kampfmarken bezeichnet. Die Drittmarke ist noch unterhalb der Zweitmarke angesiedelt und kann durch Kostendegressionseffekte aus der Kuppelproduktion sehr preiswert angeboten werden. 142
Wird eine weitere Marke als Ergänzung einer bereits vorhandenen Marke in einer Produktka-tegorie eingeführt, so wird die neue Marke als flankierende Marke bezeichnet. Als Beispiel kann die Neueinführung von Spee Megaperls im Waschmittelmarkt, in dem Henkel bereits mit den Marken Persil und Weißer Riese vertreten ist, angeführt werden. Das Segment der
142 Vgl. Pepels (2002), S. 38 f.
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Preiskäufer kann nicht durch die vorhandenen Marken, wie beispielsweise Persil, abgedeckt werden, da ein niedriger Preis der Markenposition von Persil als Premiumprodukt zuwider laufen würde. Da flankierende Marken auch häufig zur Abschirmung schon vorhandener Marken vor Konkurrenzmarken eingesetzt werden, war die Einführung von Spee Megaperls als Kampfmarke gegen Handels- und Billigmarken im Waschmittelmarkt somit zweckmäßig. 143
2.2.1.3 Markenpositionierungsbeispiele
Durch die Positionierung einer Marke als Exklusiv- bzw. Luxusmarke wird versucht das Bedürfnis der Konsumenten nach Status und Prestige zu befriedigen, da sich in der heutigen anonymen Leistungsgesellschaft der Status aus der erbrachten Leistung ableitet, welche sich im erhaltenen Einkommen niederschlägt 144 . „Da die Einkommensverhältnisse schwerlich ständig nach außen, d. h. fremden Menschen sichtbar gemacht werden können, übernimmt der Konsum eine Symbolfunktion. Insofern ist es nicht verwunderlich, wenn die Anreicherung von Gütern mit Exklusivität der vorherrschende Erlebniswert ist, zumal er durch einen hohen Preis und entsprechende Ausstattung der Marken relativ einfach dokumentiert werden kann.“ 145 Durch den Besitz eines Luxusgutes wird dem Luxuskonsumenten die Abgrenzung von der Masse der anderen Konsumenten ermöglicht 146 und die Zugehörigkeit zu der Elite signalisiert 147 . Für die Positionierung der Marke im Luxusbereich ist neben dem hohen Preis und den hochwertigen Rohstoffen, welche in das Produkt einfließen, auch besonders die Tradition und ggf. eine Herstellung durch Handarbeit, welche eine überdurchschnittliche Qualität suggerieren soll, entscheidend 148 . Auch dürfen die Produkte nur in begrenzten Mengen angeboten werden 149 , da sie eine gewisse Exklusivität dar stellen und vermitteln sollen 150 und nur von wenigen erreichbar sein 151 . Für die Garantie der Exklusivität sind die Konsumenten bereit, Preisaufschläge zu zahlen, welche gleichzeitig Konsumenten mit niedrigerem Einkommen vom Markt ausschließen 152 . Eben diese Preisaufschläge machen jedoch, je größer sie sind, diese Luxusprodukte für Fälscher und Raubkopierer attraktiv 153 .
143 Vgl. Esch (2004), S. 279 ff.
144 Vgl. Hätty (1989), S. 240.
145 Hätty (1989), S. 240 f. Vgl. auch Bauer et al. (2004) S. 15; Linxweiler (1998), S. 195.
146 Vgl. Horx (1995), S. 40; Kewes (2007), S. 9; Lasslop (2005), S. 470; Littmann (2007a), S. 18.
147 Vgl. Backhaus (2007), S. 7; Burmann/Meffert/Koers (2005), S. 12; Johannsen (1971), S. 85; Lasslop (2005), S. 481, 485; Schmidt/Elßer (1992), S. 62; Voltmer (1978), S. 210; Zimmermann et al. (2001), S. 9.
148 Vgl. Bauer et al. (2004), S. 12; Lasslop (2005), S. 473 f.
149 Vgl. Bauer et al. (2004), S. 12; Schmidt/Elßer (1992), S. 62.
150 Vgl. Backhaus (2007), S. 7; Burmann/Meffert (2005b), S. 90; Koppelmann (2001), S. 491.
151 Vgl. Esch (2004), S. 23.
152 Vgl. Schmidt/Elßer (1992), S. 62.
153 Vgl. Sandhu (2007), S. 266; Zimmermann et al. (2002), S. 12.
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Ebenso wie die verschiedenen Positionierungsniveaus der Herstellermarken können sich Handelsmarken im Leitmarken-Segment ansiedeln, um mit den vorhandenen Premiummarken zu konkurrieren, sowie sich preislich und qualitativ im Mittelfeld zu positionieren oder sich im Preiseinstiegs-Segment mit einem besonders günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis zu platzieren 154 . Handelsmarken positionieren sich jedoch meist als „No-Name-Marke“, was durch eine ausgeprägte Discounterorientierung bezüglich Qualität und Preis, sowie eine recht simple gestaltete Verpackung und einer Gattungsbezeichnung als Produktnamen zu erkennen ist 155 , wie beispielsweise die Handelsmarke TiP der real,- SB-Warenhaus GmbH, oder die Handelsmarke Ja! des REWE-Konzerns 156 .
2.2.2 Elemente einer Marke
2.2.2.1 Markenname
Der Markenname spielt neben dem Produkt eine entscheidende Rolle für einen Markenartikel, denn Logos, Farben und Kampagnen lassen sich ändern, wird jedoch der Name geändert, wird somit auch die Marke vernichtet und sämtliche Investitionen in die Marke sind für die Zukunft umsonst gewesen 157 . So änderte z. B. das Unternehmen Procter & Gamble in Deutsch-land im Rahmen seiner Internationalisierungsstrategie den Namen für das Spülmittel „Fairy“, das durch einen massiven Medieneinsatz in Deutschland zum Marktführer avancierte, in den Namen „Dawn“, um so einen weltweit einheitlichen Markennamen für das Produkt zu schaffen. Der Marktanteil in Deutschland sackte daraufhin stark ab, sodass das Spülmittel eineinhalb Jahre später wieder unter Fairy angeboten wurde, was den Marktanteil in Deutschland wieder steigen lies. 158
Der Markenname bündelt in einer Kurzform quasi alle Attribute der Marke in einem Signal 159 . Damit der Name den Konsumenten im Gedächtnis bleibt und schnell wieder erkannt werden kann, muss er leicht eingängig sein 160 . Somit sollten Abkürzungen aus Buchstaben, Zahlen oder Mischformen, aufgrund der schlechten Merkbarkeit, der Missverständlichkeit und der Alleinstellungsprobleme, vermieden werden 161 . Eine Ausnahme bilden Abkürzungen
154 Vgl. Batzer/Greipl (1992), S. 199.
155 Vgl. Dichtl (1992), S. 13; Pepels (2002), S. 39.
156 Vgl. Olbrich (2006), S. 127; Schneider (2001), S. 229.
157 Vgl. Samland (2006), S. 17.
158 Vgl. Burmann/Meffert/Blinda (2005), S. 190; Esch (2004), S. 228 f.; Samland (2006), S. 60.
159 Vgl. Gelbert/Böing (2003), S. 14.
160 Vgl. Kapferer/Disch (1967), S. 61; Karmasin (2007), S. 458; Kircher (2005), S. 591; Kotler et al. (2007), S. 653; Pepels (2002), S. 33; Weinberg/Diehl (2005), S. 273.
161 Vgl. Deichsel (2006), S. 278; Samland (2006), S. 20 ff.; Wills (1968), S. 113.
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Arndt Ihln, 2008, Zielsetzungen der Markenführung unter besonderer Berücksichtigung der Konsumgüterindustrie, München, GRIN Verlag GmbH
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