Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung. 3
2. Was ist Selbstverletzendes Verhalten? 3
3. Unterschiedliche Merkmale bei Jungen und Mädchen 7
4. Formen und Häufigkeiten der Störung. 8
5. Ursachen für Selbstverletzendes Verhalten 10
6. Therapiemöglichkeiten 13
7. Reflexion 17
8. Literaturverzeichnis 18
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1. Einleitung
Diese Arbeit entstand im Rahmen meines Pädagogik-Studiums, als Hausarbeit im Hauptstudium für das Seminar „Störungen im Kindes- und Jugendalter“. Es galt, sich eines der vielfältig vorhandenen Störungsbilder für die Hausarbeit herauszusuchen. Da ich vorhabe, meine Diplomarbeit über das Thema „Verhaltensstörungen im Kindes- und Jugendalter“ zu schreiben, kam mir die Themenauswahl sehr entgegen, doch ich tat mich zunächst schwer damit, mich für einen Bereich zu entscheiden. ADS, Borderline und Selbstverletzendes Verhalten gehörten zu meinen favorisierten Themengebieten.
Letztendlich entscheid ich mich für das Thema Selbstverletzendes Verhalten aus verschiedenen Gründen: In meinem letzten Praktikum habe mit einem Mädchen gearbeitet habe, die diese Symptomatik aufwies. Weiterhin erfuhr ich erst kürzlich, dass die Tochter einer Bekannten an SVV leidet, was mein Interesse an diesem Thema zusätzlich schürte.
Für meine Zukunft nach dem Studium plane ich, zunächst einmal mit „schwererziehbaren“ Jugendlichen zu arbeiten und mich später mit einer Tiergestützten Therapie für Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen aufgrund von Missbrauch und Misshandlung selbständig zu machen. Ich denke, dass die Auseinandersetzung mit Selbstverletzendem Verhalten mir hierfür viele nützliche Einblicke gewährt, da ich bei meiner zukünftigen Arbeit wohl recht oft mit dieser Symptomatik konfrontiert werde.
2. Was ist Selbstverletzendes Verhalten?
In der Literatur findet sich bislang keine allgemein anerkannte Definition Selbstverletzenden Verhaltens, da dieses Thema nur selten einleitend behandelt wird. Im deutschen Sprachraum hat sich unter anderem der Terminus Autoaggression herausgebildet, der allerdings in sofern problematisch ist, dass er Aggressionen gegen das Selbst impliziert und somit einen sehr einseitigen Erklärungsversuch anbietet (Brezovsky, 1985, S. 1). Fakt ist, dass es vielerlei
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unterschiedliche Ursachen für Selbstverletzendes Verhalten geben kann, worauf ich in dem entsprechenden Kapitel näher eingehen werde. Weitere verbreitete Begriffe sind Selbstverletzendes Verhalten, Selbstschädigung und Automultatio. Im englischsprachigen Raum werden bevorzugt die Termini self-injunctious behavior, self-mutilation und self-destructive behavior verwendet, welche den deutschen Begrifflichkeiten entsprechen (Brezovsky, 1985, S. 1f). All diese Begrifflichkeiten beschreiben ein und dasselbe Verhalten, dass sich in sofortiger oder drohender Schmerz- und Gewalteinwirkung (physischer Schädigung) gegen den eigenen Körper äußert. Dieses Verhalten weist meist einen stereotypen Charakter auf (Brezovsky, 1985, S. 1ff).
Peter Brezovsky unterscheidet sechs unterschiedliche Formen Selbstverletzenden Verhaltens (Brezovsky, 1985, S. 1):
• Passagere Entwicklungsstörungen (nächtliches Kopfschleudern, Nägelbeißen etc.)
• Demonstrative Handlungen von Jugendlichen in Strafhaft (Schlucken von Fremdkörpern)
• Primitivreaktionen in Erregungszuständen (z.B. sich selbst schlagen oder mit dem Kopf auf Gegenstände schlagen) (Uni Tübingen, S.5)
• Zwanghafte Bewegungsstereotypen beim Verlauf endogener Psychosen (aus der Biographie des Patienten erklärbar, nicht durch die Umwelt verursacht)
• Autoaggressives Verhalten als Suizidäquivalenz
• Autoaggressives Verhalten bei geistig behinderten Kindern Anna Kraatz nimmt die Kategorisierung etwas anders vor, indem sie die Formen nach der Art der Verletzung unterteilt. Sie unterscheidet zwischen (Kraatz, 2005, Abschn. 1.2):
• Äußerer Selbstverletzung: Hautverletzungen
Ausreißen der Haare (Trichotillomanie)
Schädigung durch Unfallneigung
Störung des Wundheilungsprozesses Nägelkauen (Onychophagie)
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Beißen und Abbeißen der Nägelumgebenden Haut (Perionychophagie) Schläge, Beißen, Geißelung Gegenstände in den Körper bohren Verätzungen, Verbrennungen
• Innerer Selbstverletzung Essen von Haaren (Trichophagie) Einspritzen von Flüssigkeiten in den Körper Jegliche Arten von Suchterscheinungen Knochenbrüche, Quetschungen, Abbinden von Gliedmaßen Eindrücken des Augapfels
• Selbstverstümmelung Verstümmelung, Amputation, Kastration.
Sie Wissenschaft ist sich uneins darüber, ob der Suizid mit unter den Begriff der Autoaggression gefasst werden sollte oder nicht. (vgl. Brezovsky, 1985, S. 2f) Da in der Literatur häufiger auch der Suizid im Zusammenhang mit Selbstverletzendem Verhalten genannt wird, werde ich ihn in dieser Arbeit mit unter diesem Terminus fassen. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass es zwischen Autoaggression als Suizidäquivalenz und einer Suizidhandlung zu unterscheiden gilt, da ersterem das primäre Ziel der Selbstverletzung und letzterem das Ziel der Selbsttötung zugrunde liegt. Ebenso sollte eine Differenzierung der Begriffe Autoaggressivität und Autoaggression vorgenommen werden. Autoaggressivität beschreibt die Bereitschaft, sich selbst zu verletzen. Autoaggression hingegen bezeichnet die tatsächliche Handlung der Selbstschädigung (Brezovsky, 1985, S.1). Auch wenn Selbstverletzendes Verhalten oftmals einen stereotypen Charakter aufweist, ist es dennoch nicht mit „reinen“ Stereotypien gleichzusetzen, da die Autoaggression zwar häufig stereotyp verläuft und auch Stereotypien zu Selbstverletzendem Verhalten führen können - beides ist jedoch nicht zwingend gegeben. Die Therapie unterscheidet sich in beiden Fällen kaum von einander und eine Unterscheidung kann nur anhand feststellbarer Folgen stattfinden, das heißt es wird geschaut, ob physikalische Schädigungen vorliegen, oder nicht (Brezovsky, 1985, S. 3).
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Arbeit zitieren:
Anke Migula, 2007, Selbstverletzendes Verhalten, München, GRIN Verlag GmbH
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