Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Vorstellung des Autors. 3
2.1. Biographische Angaben 3
2.2. Die historische Zeitlage des Autors 5
2.3. Das wissenschaftliche Umfeld des Autors 6
3. Formales 7
3.1. Angaben zum Text 7
3.2. Der Publikationskontext. 8
3.3. Aufbau und Gliederung. 9
4. Interpretation 9
4.1. Einleitung 9
4.2. Kapitel I. 11
4.3. Kapitel II 13
4.4. Kapitel III 16
4.5. Die Problematisierung des Absolutismusbegriffes nach Koser 18
4.6. Koser und Roscher im Vergleich 19
5. Zusammenfassung. 21
6. Literatur. 22
2
1. Einleitung
Das Modell von Wilhelm Georg Roscher ist bis dato maßgebend für die Geschichtswissenschaft. Roscher ist von seiner Dreiteilung der Entwicklung des Absolutismus in Europa überzeugt. Er geht von einer kontinuierlichen Steigerung aus, die mit einem „konfessionellen“ Absolutismus beginnt, sich in einen „höfischen“ Absolutismus wandelt und schließlich im „aufgeklärten“ Absolutismus mündet. Mit Reinhold Koser erfährt die Absolutismusforschung des 19. Jahrhundert einen weiteren Ansatz zur Entwicklung des absolutistischen Prinzips. Koser bezweifelt, dass Roschers Modell ein durchgreifendes Prinzip beschreibt. Anhand eines Aufsatzes in der Historischen Zeitschrift zeigt Koser nunmehr seine Ansichten über die politischen Entwicklungen in Europa zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert auf. Die Vorstellung seiner Person, seiner Historischen Zeitlage und die Interpretation seiner Überlegungen sind Bestandteil dieser Arbeit. Am Ende werden die Ansätze Roschers und Kosers kontrastiert.
2. Vorstellung des Autors 1
2.1. Biographische Angaben
Reinhold Koser wird am 7. Februar 1852 in Schmarsow bei Prenzlau geboren. 2 Koser studiert in Berlin, Wien und Halle Geschichte und Philologie. Zwischen 1874 und 1885 ist er Mitarbeiter an den Publikationen der Preußischen Akademie der Wissenschaften. 3 Er selbst promoviert 1874 zum Thema des „Dreißigjährigen Krieges“. 1882 wird Koser zum Geheimen
1 Vgl. www.literaturport.de (Stand 7.11. 2008).
2 Heute zu Rollwitz gehörend.
3 Hubatsch, Walter (Hg.): Absolutismus, Darmstadt 1973, S. 547.
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Staatsarchivar Preußens ernannt. Er verlässt allerdings den Archivdienst, als er bereits 2 Jahre später zum außerordentlichen Professor an der Universität Berlin berufen wird, der Koser bereits seit 1880 als Privatdozent angehört. 1890 übernimmt Koser als Nachfolger von Alfred Wilhelm Dove eine ordentliche Professur an der Universität Bonn und verlässt vorläufig Berlin. 4 In Bonn arbeitet Koser zwischen 1890 und 1896, bevor er wieder nach Berlin zurückkehrt. Nach dem Tod des großen Historikers seiner Zeit, Heinrich von Sybels 5 , wird Koser nun Direktor der Preußischen Staatsarchive. 6 1897 ernennt man ihn zum Geheimen Oberregierungsrat und 1898 zum Historiographen des Preußischen Staates. Zwei Jahre vorher bekommt Reinhold Koser von Kaiser Wilhelm II. die ehrenvolle Aufgabe übertragen, die Leitung über das historische Programm für die vom Kaiser geplante Siegesallee zu übernehmen. Koser willigt ein und nun zuständig für die Auswahl von 32 Standbildern und 64 Nebenfiguren für den kaiserlichen Monumentalboulevard in Berlin. 7 Die 1901 vollendete Siegesallee wird von den Bürgern Berlins allerdings eher belächelt als bewundert. Sie taufen ihre neue Prachtstraße als „Puppenallee“. Koser selbst erkennt schnell, dass seine Auswahlfreiheit sehr beschränkt wird. Er hat sich an die kaiserlichen Vorgaben zu halten und kann seine eigenen Ideen nur wenig einbringen. 8 Seit 1905 ist Reinhold Koser neben seinen bestehenden Aufgaben auch Vorsitzender der Zentraldirektion der Monumenta Germaniae Historica. 9 Kosers Hauptwerk beschreibt hingegen die Geschichte Friedrichs des Großen, wofür er 1912 mit dem Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste ausgezeichnet wird. 10 Weitere wichtige Publikationen sind u.a.: Der Kanzlerstreit: ein Beitrag zur Quellenkunde des Dreißigjährigen Krieges, Halle 1974; Friedrich der Große als Kronprinz. 2. Auflage, Stuttgart 1901; Geschichte der Brandenburg- preußischen Politik. Bd. 1: bis 1648, 1913 und seine Forschungen zur brandenburgischen und preußischen Geschichte, Leipzig 1898ff., welche er als Herausgeber betreut. 11 Insgesamt erarbeitet sich Reinhold Koser eine bedeutende Stellung innerhalb der preußisch- historischen Wissenschaften. Er vereinigt in
4 Alfred Wilhelm Dove * 1844 Berlin, + 1916 Freiburg; Vgl. Oswald Dammann: Dove, Alfred Wilhelm, in: Neue Deutsche Biographie, Bd. 4, S. 91 f., Bd. 15, S. 429.
5 Heinrich von Sybels * 1817 Düsseldorf, + 1895 Marburg; Sybel gilt als Begründer der modernen Geschichtswissenschaft, begründet die „Historische Zeitschrift“ und arbeitete intensiv an der Institutionalisierung des „Deutschen historischen Institutes in Rom“ mit; Vgl. dazu Dotterweich, Volker: Heinrich von Sybel: Geschichtswissenschaft in politischer Absicht (1817-1861), Göttingen: Vanderhoeck & Ruprecht , 1978.
6 Hubatsch, Walter (Hg.): Absolutismus, Darmstadt 1973, S. 547.
7 Uta Lehnert: Der Kaiser und die Siegesallee. Réclame Royale. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1998.
8 Vgl. Ebd..
9 Monumenta Germaniae Historica kurz „MGH“, sind ein Institut zur Erforschung des Mittelalters, welches sich auch als „Deutsches Institut zur Erforschung des Mittelalters“ tituliert. Begründet wird diese Institution durch den großen preußischen Reformer, dem Freiherrn vom Stein (1819). Vgl. dazu Bresslau, Harry: Geschichte der Monumenta Germaniae Historica, Hannover 1991.
10 Hubatsch, Walter (Hg.): Absolutismus, Darmstadt 1973, S. 547.
11 Vgl. Ebd., S 547-548.
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seiner Person die Ämter des Generaldirektors der Preußischen Staatsarchive, des Direktors des Preußischen Geheimen Staatsarchivs und des Vorsitzenden im Kuratorium des Deutschen historischen Instituts in Rom und ist für deren verschiedene Publikationsreihen und Editionen verantwortlich. 12 Neben seinen bedeutenden Errungenschaften durch eine Vielzahl an Werken, stellt Koser durch seine verschiedenen Ämter auch ein verknüpfendes Moment zwischen einzelnen Disziplinen der Geschichtswissenschaft dar. 13 Seine Bemühungen für die moderne Geschichtswissenschaft sind maßgebend und stellen eine Markierung ihrer Entwicklung dar. 14
2.2. Die historische Zeitlage des Autors
Reinhold Koser wird in eine Epoche großer Veränderungen und gleichzeitiger Kontinuität geboren. Die Komponente der Kontinuität beschreibt vor allem sein politisches Umfeld. Zeit seines Lebens erfährt Koser eine monarchische Staatsform, die ihren Höhepunkt in der Reichgründung von 1870/1871 und der Kaiserproklamation findet. Seine Heimat kann in vielen Schlachten auf dem Weg zur Reichsgründung triumphieren wie im Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 oder dem Krieg mit Österreich 1866. Aus allen Schlachten geht Deutschland als Sieger hervor. Deutschland wird nach und nach geeinigt zu einem Deutschen Reich. Einzelne Interessen der verschiedenen Staaten können überwunden und schrittweise auf einen gemeinsamen Ansatz vereint werden. Vor allem die Politik Otto von Bismarcks trägt zu diesem Reicheinigungsprozess bei. Seine geschickten politischen Strategien und diplomatischen Raffinessen können viele Barrieren im Reich beräumen und den Weg ebnen, die Deutschen unter einem Banner zu vereinigen. Nach der Reichgründung blüht das Deutsche Reich zu einer neuen politischen, militärischen und wirtschaftlichen Großmacht in Europa und der ganzen Welt auf. Vor allem die von Frankreich zu entrichtenden Reparationszahlungen initiieren einen regelrechten Wirtschaftsboom im Reich. Es sind die deutschen Gründerjahre, welche das Reich prägen. Die Industrialisierung im Reich wird vorangetrieben, neue infrastrukturelle Projekte werden umgesetzt, das Reich via Eisbahnbahnstrecken erschlossen und verbunden. Die Städte verändern sich und es entstehen neue Metropolen, die wiederum einen regelrechten Urbanisierungsboom schüren bzw. auslösen. Auch Wissenschaft und Forschung profitieren von diesen Entwicklungen. Viele neue Ideen entstehen und neue Erkenntnisse werden gemacht. Auf politischgesellschaftlicher Ebene werden fundamentale Konzepte und Modelle konzipiert. Zwischen
12 Schaller, Annekatrin: Michael Tangl (1861- 1921) und seine Schule: Forschung und Lehre in den historischen Hilfswissenschaften, Stuttgart 2002, S. 174.
13 Vgl. Ebd., S. 174.
14 Hubatsch, Walter (Hg.): Absolutismus, Darmstadt 1973, S. VII- XIV.
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1859 und 1867 publiziert Karl Marx seine ökonomischen Hauptwerke „Zur Kritik der politischen Ökonomie“ und „Das Kapital“. Schließlich setzt auch in Deutschland eine imperialistische Ideologie ein. Das Reich versucht seinen neuen Anspruch einer Großmacht in der gesamten Welt zu etablieren und verschreibt sich der Kolonialisierung der noch freien Kapazitäten in der Welt. Auch die Wissenschaft entwickelt sich kontinuierlich weiter. Durch die Industrialisierung und den neuen Möglichkeiten der Kommunikation sowie des Transports erfährt die Wissenschaft eine neue internationale Dimension. Es kommt zu regen Austausch zwischen den Nationen. Aber selbst auf der Mikroebene, die Kommunikation im Land selbst, finden viele Veränderungen statt. Vor allem die Publikation neuer Erkenntnisse in wissenschaftlichen Zeitschriften schürt und fördert die Etablierung eines wissenschaftlichen Gesprächforums. Koser durchlebt also eine Zeit, die gekennzeichnet ist durch viele Neuerungen auf allen Ebenen. Veränderungen in Gesellschaft, Politik und Kultur arrangieren sich gleichsam und sind im Deutschen Reich stets begleitet durch eine starke und gefestigte Monarchie bedingt auch durch das Wirken eines Otto von Bismarck. Koser lebt gewissermaßen Zeit seines Lebens in einer abgeschlossenen „heilen“ Welt und Gesellschaft. Erst nach seinem Tod zerfällt diese Welt durch den Ersten Weltkrieg. Sein Bild von der Monarchie wird nicht zerrüttet. Koser bleibt bis zu seinem Tod überzeugter Royalist und Anhänger seiner zeitgenössischen Kultur und Gesellschaft.
2.3. Das wissenschaftliche Umfeld des Autors
Reinhold Koser ist in verschiedene wissenschaftliche Projekte involviert und beschreitet in seinem Leben mehrere wissenschaftliche Ämter. Vor allem seine Mitgliedschaft und Vorsitz der Monumenta Germaniae Historica und seine Tätigkeit am Preußischen Geheimen Staatsarchiv gestalten sein Wirken maßgeblich mit. Das wissenschaftliche Umfeld selbst ist vor allem durch seinen Mentor Johann Gustav Droysen geprägt. 15 Droysens Arbeiten zur
15 Johann Gustav Droysen wird 1808 in Treptow geboren. Er wächst nach dem frühen Tode des Vaters in bescheidenen Verhältnissen auf. Sein Vater hatte das Amt des Militärpfarrers inne. Droysen macht sein Abitur in Stettin und geht dann nach Berlin, um hier 1826 sein Studium der Philosophie und Philologie aufzunehmen. Hegel wird in diesem Zusammenhang sein Lehrer. 1829 passiert Droysen sein Oberlehrerexamen und zwei später promoviert er. Bis 1833 arbeitet Droysen als Lehrer am „Berlinerischen Gymnasium zum Grauen Kloster“. Ab 1833 ist er Privatdozent und habilitiert in Philologie, 1835 schließlich erfolgt seine Berufung zum außerordentlichen Professor an die Universität Berlin. Es erscheint sein Erstlingswerk zur Geschichte „Alexander des Großen“ unter der Vorarbeit zur „Geschichte des Hellenismus“. Mit der Berufung zum Professor an der Universität Kiel beginnt gleichzeitig das Wirken Droysens in der Politik. Es ist die „Schleswig- Holstein Frage, die sein politisches Engagement schürt. Droysen wird 1848 Vertreter der provisorischen Regierung Schleswig- Holsteins im Bundestag zu Frankfurt. Droysen ist Mitglied der gemäßigt- liberalen „Casino“- Partei und gilt als wichtiger Wegbereiter der parteilichen Politik, auch ohne je eine Rede gehalten zu haben. Sein Einsatz für eine Trennung Schleswig- Holsteins von Dänemark sorgt für viel Unmut in Kopenhagen. Droysen bewirbt sich daher vorausschauend um den neu geschaffenen Lehrstuhl für Geschichte an der Universität Jena und wird 1851 an die Selbige berufen. Sein Rückzug aus der Politik wird allerdings auch durch die Ablehnung der Kaiserkrone durch Wilhelm IV. von Preußen bedingt. Seine Passion für Preußen wird dabei nicht nachhaltig
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Arbeit zitieren:
Tobias Zander, 2008, Reinhold Koser: Die Epoche der absoluten Monarchie in der neueren Geschichte, München, GRIN Verlag GmbH
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