Logistik-Seminar
Zeit als Faktor in der
Distributionslogistik- Quick Response
SS 2006
von
Taner Kimil
Abgabetermin: 16.06.2006
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Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung ... 2
II. Begriffsabgrenzung ... 2
2.1 Quick Response-System... 2
2.2 Distributionslogistik ... 3
III. Entstehung des Quick Response Konzeptes ... 3
IV. Beschreibung des Quick Response Konzeptes ... 4
4.1 Die strategische Dimension... 4
4.2 Das Pull- System ... 5
4.3 Grundelemente des Quick Response Konzeptes... 6
V. Voraussetzungen für das Konzept... 7
5.1 EDV-mäßige Vernetzungen ... 7
5.2 Partnerschaftliche Zusammenarbeit ... 9
VI. Funktionsweise von Quick Response ... 10
6.1 Informationsaustausch und Kommunikation über EDV-Vernetzung ... 10
6.2 Vorsaisonale Kommunikation... 11
6.3 Ablauf einer gemeinsamen Saisonplanung ... 13
VII. Nutzenpotentiale ... 15
7.1 Kommunikation... 15
7.2 Kooperation ... 15
7.3 Gemeinsame Produktentwicklung und Produktion... 16
VIII. Probleme bei der Implementierung von Quick Response... 17
8.1 Probleme in der Bekleidungsindustrie ... 17
8.2 Probleme in der Textilindustrie... 17
IX. Schlussbetrachtung... 18
X. Abbildungsverzeichnis ... 19
XI. Abkürzungsverzeichnis... 19
XII. Quellenverzeichnis ... 20
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I. Einleitung
Faktoren, wie die Globalisierung sowie der Wandel vom Verkäufer- zum Käufermarkt,
machen Konzepte wie Quick Response (QR) erforderlich. Denn um im Wettbewerb mithalten
zu können ist es immer wichtiger geworden, schneller auf Kundenwünsche zu reagieren und
eine schnelle Lieferung der Ware durch die Distributionslogistik zu gewährleisten. QR ist ein
Konzept, was den Faktor Zeit, was eine kritische Wettbewerbsgröße darstellt, in der
Distributionslogistik behandelt.
,,Zeit ist damit von einer rein linearen Dimension zu einer Ressource geworden, einer
Ressource, die knapp ist und, so sie nicht genutzt wird, unwiederholbar verloren ist."
1
Im Einzelnen bedeutet dies, dass Produktentwicklung, Durchlaufzeiten, Lieferbereitschaft und
Liefertreue optimiert werden müssen, um Zeit sparen zu können.
2
Zuerst werde ich einige Begriffe definieren, danach die Entstehung des QR Konzepts
erläutern. Darauf folgt eine Beschreibung des Systems anhand von Kern-Elementen.
Außerdem werde ich auf die Voraussetzungen, Funktionsweise sowie Nutzenpotentiale
eingehen. Mit den Problemen, die bei der Implementierung auftauchen können und einer
Schlussbetrachtung werde ich das Thema abschließen.
II. Begriffsabgrenzung
2.1 Quick Response-System
QR ist ein Konzept, was durch schnelles Reaktionsvermögen auf die Änderungen der
Marktnachfrage antworten soll. Diese schnelle Reaktionsfähigkeit des Unternehmens an die
ständig ändernde Nachfrage versucht diese Methode durch Produktions- und
Angebotsvariationen zu kompensieren. Hier versucht man durch entsprechende Strategien, die
Geschwindigkeit und auch die Abstimmung der Wertschöpfungsprozesse, in den
Distributionssystemen und Durchlaufzeiten von Materialien und Gütern zu reduzieren.
3
,,The basic idea behind QR is that in order to reap the advantage of time-based competition it
is necessary to develop systems that are responsive and fast."
4
Um dem Wettbewerb
standhalten zu können ist QR eine Möglichkeit schnell und reagierend auf die
Kundenwünsche einzugehen. Ein besonderes Augenmerk ist auf den Begriff ,,reagieren"
gesetzt, da der Kunde bestimmt, was er haben will. Das Informations-System des QR sowie
1
Hensche, Hans Horst: Zeitwettbewerb in der Textilwirtschaft: Das Quick Response Konzept, in: Zentes, J.,
Moderne Distributionskonzepte in der Konsumgüterwirtschaft, Verlag C.E.Poeschel, Stuttgart, 1991, S. 276
2
Vgl. Hensche, Hans Horst: a.a.O., Stuttgart, 1991, S. 276
3
Vgl. Bloech, Jürgen: Vahlens großes Logistik Lexikon, München, 1997, S. 868
4
Christopher, Martin: Logistics and Supply Chain Management, Great Britain, 1992, S. 192
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das JIT Logistik System bewirken, dass das richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt an den
richtigen Ort gelangt.
5
2.2 Distributionslogistik
Logistik umfasst die ganzheitliche Planung, Steuerung und Durchführung aller Informations-
und Güterflüsse von Unternehmen und Wertschöpfungsketten mit maßgeblichem Einfluss auf
den Unternehmenserfolg.
6
Die Distribution stellt eine Verbindung zwischen der Produktion- und Absatzseite des
Unternehmens dar. Es beinhaltet alle Lager- und Transportvorgänge von Waren zum
Abnehmer und die damit gekoppelte Informations-, Steuerungs- und Kontrolltätigkeiten.
7
Das Ziel der Distributionslogistik ist es die richtige Ware zum richtigen Zeitpunkt am
richtigen Ort in der richtigen Menge und Qualität zur Verfügung stellen. Dabei ist es wichtig
den Absatzweg richtig zu wählen um den optimalen Lieferservice zwischen Unternehmen und
Kunden zu gewährleisten.
8
Logistische Kooperationen, wie gemeinschaftliche Distributionszentren, gemeinsame
Transitpunkten und konsolidierte Transport- und Tourenplanung, ergeben sich dadurch, dass
die beteiligten Industrieunternehmen auf die Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb mit
Hilfe der Distributionslogistik verzichten.
9
III. Entstehung des Quick Response Konzeptes
QR erschien Mitte der achtziger Jahre aufgrund einer Analyse der Wertschöpfungskette in der
Textil- und Bekleidungsindustrie. Berater von Kurt Salmon Associates (KSA) entdeckten das
trotz hoher Effizient von Teilprozessen das Gesamtsystem ineffizient arbeitete. Die ersten
Implementierungen von QR- Projekten bei nicht einheitlichem Technologiestandard ergaben
sehr positive Ergebnisse. Die Implementierung erfolgte bei Einzelhandelsunternehmen wie
J.C. Penney, Wal- Mart und Dillard`s, die einen Umsatzzuwachs von 20- 25% erzielten. QR
entstand wie auch das Efficient Consumer Response (ECR) Konzept aufgrund von zwei
entscheidenden Veränderungen in der Umwelt. Zum einen das geringe Wachstum, was einen
erhöhten Wettbewerbsdruck mit sich zieht, und zum anderen die Verschiebung der
Machtverhältnisse vom Hersteller zum Händler. Die Beseitigung von Ineffizienten mit Hilfe
von identischen Basisstrategien entlang der Supply Chain gehört zum gemeinsamen Ziel von
5
Vgl. Christopher, Martin: a.a.O., Great Britain, 1992, S. 192
6
http://www.bvl.de/67_1; Abrufdatum: 18.05.06
7
Vgl. Pfohl: Marketing-Logistik, Mainz, 1972, S. 26
8
Vgl. Schulte, Christof: Logistik, München, 1991, S. 221
9
Vgl. Piontek, Jochen: Internationale Logistik, Stuttgart, 1994, S. 44
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ECR und QR. In Zukunft kann vermutet werden, dass sich beide Konzepte noch weiter
annähern werden, was möglicherweise zu einer Entstehung eines Systems des ,,Total
Consumer Response" (TCR) führt.
10
Die Entwicklung des QR wurde möglich aufgrund der Informationstechnologie und besonders
durch den rasanten Anstieg des Electronic data Interchange (EDI), die Nutzung des
elektronischen Point of Sale (EPOS) sowie der Anwendung von Barcodes und Laser
Scannern. Doch im Wesentlichen hat der Gedanke, dass die Nachfrage so schnell wie möglich
und zeitnah gedeckt werden muss und so schnell wie an den Endkunden gebracht werden
muss, zum Erfolg des QR Konzepts beigetragen.
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QR, welches seinen Ursprung in den USA hat, ist nicht mehr lediglich ein theoretisches
Konzept, sondern wurde bereits in vielen Bereichen der Textilwirtschaft erfolgreich
umgesetzt. Auch für die deutsche Textilwirtschaft kann man daraus wertvolle Rückschlüsse
ziehen, trotz unterschiedlicher Marktstrukturen beider Länder. Doch sowohl der
amerikanische als auch der deutsche Markt der Textil- und Bekleidungsindustrie unterliegen
dem starken Wettbewerbsdruck durch ausländische Konkurrenten.
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IV. Beschreibung des Quick Response Konzeptes
4.1 Die strategische Dimension
In einer freien Marktwirtschaft gibt es zwei Strategie für Unternehmen oder für einzelne
Geschäftsfelder eines Unternehmens, um am Markt Wettbewerbsvorteile auszunutzen, und
zwar durch:
· Kostenführerschaft; das Unternehmen bietet eine bestimmte Leistung zu günstigen
Preisen aufgrund von niedrigen Kosten an
· Nutzenführerschaft; die angebotene Leistung des Unternehmens stellt für den Kunden
den größeren Nutzen dar
Das Unternehmen kann sich demnach auf Basis der genannten Strategien am Markt
positionieren, wobei aufgrund der bekannten Kostensituation, die Nutzenführerschaft eher zu
empfehlen ist. Denn auch bei der Nutzenführerschaft geht es darum die Kosten so gering wie
möglich zu halten, und dem Kunden damit, wenn möglich, die geringen Kosten
weiterzugeben.
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10
Vgl. von der Heydt, Andreas: Efficient Consumer Response (ECR), Frankfurt am Main, 1997, S. 56 f.
11
Vgl. Christopher, Martin: a.a.O., Great Britain, 1992, S. 192
12
Vgl. Diekmann, Arno: Flexibilitätsorientierte Strategien in der Textilwirtschaft: eine mikroökonomische und
empirisch fundierte Analyse des Quick Response-Konzepts, Stuttgart, 1992, S. 314
13
Vgl. Hensche, Hans Horst: a.a.O., Stuttgart, 1991, S. 279
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