1. Einleitung 2
2. Annäherung an den Begriff und die Aufgabenfelder der Interkulturellen
Wirtschaftskommunikation 3
2.1. Die historische Entwicklung des Forschungsbereichs der Interkulturellen
Wirtschaftskommunikation 4
2.2. Die Bedeutung interkultureller Kommunikation in der Wirtschaft 5
3. Besonderheiten der interkulturellen Kommunikation 6
3.1. Prägung durch die eigene Kultur. 7
3.2. Einfluss der Kultur auf die Kommunikation 7
3.3. Hindernisse in der Kommunikation 8
3.3.1. Bedeutung des Raumes 8
3.3.2. Etablierte Denkmuster. 8
3.3.3. Einfluss der Kontextabhängigkeit 9
4. Interkulturelle Unterschiede verbaler Kommunikation. 9
4.1. Begrüßungs- und Abschiedsrituale 10
4.2. Höflichkeitsrituale 10
4.3. Distanzbedürfnisse 11
4.4. Sprechakt 12
5. Interkulturelle Unterschiede nonverbaler Kommunikation. 12
5.1. Allgemeine Differenzen 12
5.2. Paraverbale Unterschiede 14
5.3. Kanäle nonverbaler Kommunikation 14
5.4. Konkrete Eigenheiten nonverbaler Kommunikation am Beispiel Japan 15
6. Fehler in der Interkulturellen Wirtschaftskommunikation. 16
7. Fazit 18
8. Literaturverzeichnis. 20
1
1. Einleitung
Seitdem es Menschen gibt, finden interkulturelle Begegnungen statt. Angefangen von den Sippen oder Rotten der Steinzeit, die beim Jagen oder Sammeln aufeinander stießen, bis hin zu modernen Begegnungsformen über Bildtelefon oder Internet, fand in jeder Zeit der Menschheit interkulturelle Kommunikation statt, die mehr oder weniger erfolgreich war bzw. ist. Allgemein kann unter interkultureller Kommunikation die Kommunikation zwischen Menschen verstanden werden, die aus verschiedenen Kulturen stammen und deshalb unterschiedliche Mentalitäten besitzen. Durch unterschiedliche Wertvorstellungen und Erfahrungen der Kommunikationspartner in ihren Kulturräumen kann es dazu kommen, dass gesendete Signale falsch interpretiert werden. Die daraus entstehenden Probleme in der Kommunikation werden als "Critical Incident" bezeichnet. 1 Missverständnisse in der Steinzeit wurden vermutlich durch das Recht des Stärkeren geklärt und hatten keine weiteren Konsequenzen. Heutzutage können Missverständnisse in einer interkulturellen Kommunikationssituation jedoch weitreichende Folgen haben, wenn man an die globalisierte Weltwirtschaft und internationalen Verflechtungen der Unternehmen denkt. Gerade in den letzten ca. 100 Jahren hat sich durch die rasche Entwicklung von Verkehrs- und Telekommunikationsmitteln das Ausmaß von interkulturellen Begegnungen vervielfacht. Menschen können in wenigen Stunden mit dem Flugzeug in andere Länder reisen oder aber mit dem Telefon sekundenschnell mit transatlantischen Kommunikationspartnern interagieren. Der räumliche Abstand ist also in der heutigen Zeit kein Hindernis mehr für das Gelingen von Begegnungen. Trotzdem kommt es in der Interaktion mit den Kommunikationspartnern immer wieder zu Missverständnissen. Dies liegt vor allem an den kulturellen Sozialisationshintergründen der Kommunikationspartner. Jede Kultur besitzt ihre Eigenarten hinsichtlich der Sprache oder auch hinsichtlich verschiedener Gesten. Ein Beispiel wäre das Kopfschütteln, dass in der deutschen Kultur als Ablehnung, in der türkischen jedoch als Zustimmung interpretiert wird.
Um Störungen der Kommunikation zu vermeiden, ist es also für die Kommunikationspartner wichtig, die kulturtypischen Verhaltensweisen des Gesprächspartners zu kennen und zu verstehen. Während Kommunikationsprobleme für Urlaubsreisende im privaten Bereich nicht von existentieller Bedeutung sind und meist ohne weitreichende Konsequenzen verlaufen, ist ein erfolgreicher Verlauf interkultureller Kommunikation für die Wirtschaft angesichts der globalen Ausrichtung heutiger Unternehmen und die internationalen Verflechtungen der Betriebe von existenzieller Bedeutung. Durch zunehmenden Leistungsdruck und Konkurrenz
1 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Interkulturelle_Kommunikation (Stand: 10.07.2006)
2
gewinnt die internationale Wirtschaftskommunikation zunehmend an Bedeutung. In der nahen Vergangenheit der 50er und 60er Jahre wurden internationale Geschäftsbeziehungen vornehmlich über schriftliche Korrespondenz abgewickelt, dabei zählten vor allem die wirtschaftlichen Fakten. 2 Die erforderlichen interkulturellen Kommunikationskompetenzen sind bei dieser Art der Kommunikation sehr gering, da die objektiven Wirtschaftsfakten in schriftlicher Form mitgeteilt wurden. Durch internationale Vernetzungsprozesse und durch den enormen technischen Fortschritt änderte sich der Fremdsprachenbedarf seither jedoch kolossal. Vor allem die integrierten Kommunikationsnetze ließen den Schriftverkehr an Bedeutung verlieren und die Relevanz gesprochener Sprache nahm zu. Die Äußerungsfähigkeit aber auch sozialpersonale Aspekte von Kommunikationsbeziehungen gewannen angesichts der Zunahme von internationalen face-to-face Kontakten an Bedeutung. 3
2. Annäherung an den Begriff und die Aufgabenfelder der
Interkulturellen Wirtschaftskommunikation
Der Terminus „Interkulturelle Wirtschaftskommunikation“ hat sich erst seit Ende der 80er Jahre entwickelt. Seither hat sich der Forschungsgegenstand Interkulturelle Wirtschaftskommunikation jedoch etabliert und wurde als Studiengang zugelassen. Die Aufgabenbereiche der jungen Wissenschaft sind breit gefächert, die Hochschule Magdeburg-Stendal beschreibt die Studienziele des Studiengangs folgendermaßen: „Das Studium bereitet die Studierenden [...] auf eine berufliche Tätigkeit als Beraterinnen und Berater in Fragen interkultureller Kommunikation [...] vor [...].“ 4 Um die Ziele interkultureller Kommunikationskompetenz zu erreichen, werden als Studienschwerpunkte u.a. die Vermittlung von Kenntnissen der Sprachwissenschaft und Kommunikationstheorien genannt. Darüber hinaus wird allerdings auch die Theorie und Praxis des interkulturellen Handelns als expliziter Studieninhalt vorgeschrieben, 5 was über klassische Kompetenzen der schriftlichen bzw. mündlichen interkulturellen Kommunikationskompetenz weit hinausgeht. Interkulturelles Handeln bzw. interkulturelle Kompetenz muss vielmehr in Zusammenhang mit anderen Handlungskompetenzen wie individuellen, sozialen, fachlichen und strategischen
2 vgl. BOLTEN, J. 2003, S.176
3 vgl. ebd.
4 s.: http://www.hs-magdeburg.de/studium/moegl/stgiwk.html (Stand 01.06.2006)
5 vgl. BOLTEN, J. 2003, S.176
3
Teilkompetenzen gesehen werden. Um adäquat interkulturell handeln zu können, sind viele individuelle Fähigkeiten und Fertigkeiten notwendig (siehe Abb. 1).
Im Folgenden möchte ich die geschichtliche Entwicklung des Forschungsbereiches Interkulturelle Wirtschaftskommunikation kurz umreißen, um dann die Fachwissenschaft im Verhältnis zu Nachbarwissenschaften zu betrachten und ihre Bedeutung in wirtschaftlichen Zusammenhängen zu beleuchten.
2.1. Die historische Entwicklung des Forschungsbereichs der
Interkulturellen Wirtschaftskommunikation
Als Vorläufer des Gegenstandsbereichs der interkulturellen Kommunikation nennt Jürgen Bolten die „wirtschaftssprachlich-nationenwissenschaftliche Forschung“ der 20er und 30er Jahre in Deutschland. 7 In der damaligen Zeit begann die Internationalisierung von
6 s. BOLTEN, J. 2001, S. 108
7 vgl. BOLTEN, J. 2003, S.175
4
Handelsbeziehungen, woraus sich der Forschungsbereich der Wirtschaftslinguistik entwickelte. Die implizite Grundannahme war, dass die zunehmende Internationalisierung der Handelsbeziehungen ein Verständnis für die Psyche des Fremden erfordere. 8 An einigen Universitäten wurden Lehrstühle für eine wirtschaftssprachlichnationenwissenschaftliche Ausbildung eingerichtet, jedoch erwies sich der Forschungsbereich als eine Randdisziplin. Durch den sich etablierenden Nationalsozialismus wurde die kurze Tradition der Wirtschaftslinguistik schließlich beendet. 9
Nach dem Zweiten Weltkrieg bestand zunächst wenig Interesse, die Forschungstradition aufzugreifen, weil zunächst nur ein eingeschränkter internationaler Interaktionsdruck herrschte. Die Geschäftsbeziehungen wurden größtenteils über die schriftliche Korrespondenz abgewickelt. Erst in den 70er und 80er Jahren sorgten zunehmende internationale Vernetzungsprozesse und integrierte Kommunikationsnetze dafür, dass interkulturelle Kommunikation über den Schriftverkehr hinaus bedeutsam wurde und face-to-face-Kontakte zur Regel wurden. Kommunikation wurde zunehmend als Interaktionsbegriff verstanden, der sowohl Inhalts- als auch Beziehungsaspekte beinhaltete. Durch die Erweiterung des Begriffs begann eine multidisziplinäre Annäherung an den Forschungsbereich der interkulturellen Kommunikation. Die Forschungsbemühungen unter dem „Dach“ der Interkulturellen Wirtschaftskommunikation werden mittlerweile in fächerübergreifender interdisziplinärer Kooperation von Kommunikations- und Wirtschaftswissenschaft vorangetrieben. Aber auch benachbarte Disziplinen haben ihren Anteil an der Forschung. Durch den Wandel von der Industrie- zur Kommunikationsgesellschaft und durch die Erweiterung des Kommunikationsbegriffs sind auch die Fachkommunikationsforschung, Geschichts-, Religions- und Sozialwissenschaft aber auch Psychologie und Kulturanthropologie wichtige Bestandteile der Interkulturellen Kommunikationsforschung. 10
2.2. Die Bedeutung interkultureller Kommunikation in der Wirtschaft
Gerade in der Wirtschaft hat die interkulturelle Kommunikation eine sehr große Bedeutung gewonnen. Die Globalisierung der Marktwirtschaft mit internationalen Vernetzungen der Betriebe macht interkulturelle Begegnungen zum Alltagsgeschäft. Eine erfolgreiche Verständigung der Kommunikationspartner setzt voraus, dass die Gesprächspartner ein Wissen über kulturelle Hintergründe und Wertvorstellungen des Gegenübers besitzen. Ist ein
8 vgl. HENKE, A.-M. 1989, S. 16
9 vgl. BOLTEN, J. 2003, S.176
10 ebd. S. 176ff
5
Arbeit zitieren:
David Zinnecker, 2006, Interkulturelle Wirtschaftskommunikation, München, GRIN Verlag GmbH
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