,,Antiautoritäre Erziehung" in
der Schule Summerhill
Katholische Universität Eichstätt- Ingolstadt
Sommersemester 2008
Hauptseminar: Freiheit und Disziplin in der Erziehung
,,Antiautoritäre Erziehung" in der Schule Summerhill
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung...3
2. Biographie A. S. Neill... 4
3. Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung am Beispiel Summerhill...4
3.1 Über Summerhill...5
3.2 Die Erziehung in Summerhill...9
3.3 Sexualität, Religion und Moral...14
3.4 Probleme des Kindes und Probleme der Eltern...16
4. Ziele...18
5. Methoden...18
6. Vergleich von A. S. Neill mit Freud, Rousseau und Montessori...20
7. Kritik...23
8. Schlussbetrachtung...24
9. Literaturverzeichnis...26
,,Antiautoritäre Erziehung" in der Schule Summerhill
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1. Einleitung
Das Schreiben dieser Arbeit kann ich mit voller Motivation angehen, denn Neill zeigt andere
Erziehungsmethoden auf bezüglich des Regelfalls. In der heutigen Gesellschaft muss man
sich fragen, ob es vordergründig zur Anwendung schlechter Erziehungsmethoden kommt.
Viele Eltern gehen arbeiten und haben dadurch kaum Zeit für ihr Kind. Oft hat das Kind keine
Geschwister und somit sieht es viel TV oder spielt Computer. Dadurch besteht die Gefahr,
dass es sich sozial isoliert. Viele andere Probleme entstehen durch die Unterdrückung der
Kinder durch die Erwachsenen.
Das Buch richtet sich an alle, die sich für Erziehung interessieren, aber vor allem an Eltern. Es
ist als eine Aufgabe der Psychologie zu betrachten, dass unglückliche Kinder glücklich
werden.
1
Der Autor selbst wechselte von der Pädagogik zur Psychologie. Es ist immer
wichtig über Erziehungsfragen nachzudenken und sein eigenes erzieherisches Verhalten
kritisch zu reflektieren. Wir sollten Kinder so erziehen, dass sie ohne psychische Störungen
heranwachsen. Viele Menschen beschweren sich über die Gesellschaft. Unsere Kinder bilden
die kommende Gesellschaft. Somit liegt es mit an allen Erziehern wie sich die Gesellschaft
entwickelt. Wir können für eine bessere Menschheit sorgen.
Um zu verstehen, weshalb es zur Gründung von Summerhill kam, werde ich zu allererst auf
die Person A. S. Neill eingehen. Im Anschluss wird der Inhalt seines Buches
zusammengefasst dargestellt. Der Reformpädagoge schildert seine Erlebnisse und Gedanken
über Summerhill. Dies ist eine Schule, die er selbst gründete. Besonders intensiv geht er auf
die Kindererziehung, Sexualität, Religion und Moral, Probleme des Kindes und der Eltern ein.
Außerdem nimmt er letztendlich Stellung zu teilweise kritischen Fragen, die ihm gestellt
wurden. Der Autor ist der Ansicht, dass durch eine neue freiheitlichere, aber nicht zügellose
Erziehung der Kinder, die Menschheit eine bessere werden kann.
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Das ist auch sein Hauptziel.
Wie diese Erziehung ganz konkret aussehen soll, wird hier ebenfalls dargestellt. Im Vergleich
mit anderen wichtigen Vertretern seiner Zeit aus ähnlichen Fachgebieten, kann man seine
Position gut feststellen. Die Einstellung und seine Gedanken sind durchaus vertretbar, jedoch
lässt sich ebenfalls so einiges in Frage stellen.
1
vgl. zu diesem Abschnitt Neill 1969, S.19
2
vgl. Neill 1969, S.104
,,Antiautoritäre Erziehung" in der Schule Summerhill
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2. Biographie A. S. Neill
Alexander Sutherland Neill wurde am 17.10.1883 in Forfar geboren. Der Schotte besuchte in
Kingsmuir die Dorfschule seines Vaters, welcher dort unterrichtete. Damals war es üblich die
Kinder mit harten Strafen und Schlägen zu disziplinieren. Der Realist war geprägt von einer
sehr strengen Erziehung. Später wurde er tätig als Bürodiener. Desweiteren arbeitete er in
einem Textilgeschäft.
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Er erlangte die Universitätsabschlüsse Master of Education und Master
oft Arts. Neill wurde im Lehrerberuf tätig. Er passte sich den damalig typischen Verhältnissen
an und so schlug auch er seine Schüler. Doch bald lehnte er diese gängigen pädagogischen
Methoden ab und machte sie zum gegensätzlichen Hintergrund für seine revolutionäre
Pädagogik. 1921 gründete A. S. Neill ,,Summerhill". Die Internatsschule, in der er mit seiner
Frau tätig war, lag in Leiston in England. In Summerhill war alles auf Freiheit ausgerichtet,
aber nicht auf Zügellosigkeit. Neill´s selbstregulative Erziehung bestand aus einer
Schülerselbstregierung und freiwilligem Unterrichtsbesuch und vielen weiteren Methoden,
die die Liebe im Kind hervortreten lassen soll. Außerdem war Neill Mitbegründer der
Internationalen Schule, welche in Dresden- Hellerau lag. Am 23.09.1973 starb Neill und
später übernahm seine Tochter die Schulleitung, welche er mit seiner deutlich jüngeren Frau
Ena Wood gezeugt hatte. Weitere Literatur von Alexander Sutherland Neill tragen Titel wie:
,,The Problem Child", ,,The Problem Parent", ,,The Problem Teacher", ,,The Free Child".
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3. Theorie und Praxis der antiautoritären
Erziehung am Beispiel Summerhill
Eltern, die sich für ihr Kind eine Erziehung frei von jeglichem Zwang wünschten, konnten mit
gutem Gewissen ihr Kind in die Internatsschule Summerhill bringen. Die Kinder werden dort
keinen Strafen ausgesetzt und auch nicht geschlagen.
Die Erwachsenen stellen sich nicht über die Kinder. In der Selbstregierung, auf die ich später
noch genauer eingehe, haben alle Kinder und Erwachsene das gleiche Stimmrecht.
3
vgl. zu diesem Abschnitt
http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Sutherland_Neill
(Stand: 17.06.2008)
4
vgl. zu diesem Abschnitt Neill 1969, Buchumschlagseite
,,Antiautoritäre Erziehung" in der Schule Summerhill
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So lernt das Kind durch viele Grundsätze in Summerhill Verantwortung zu übernehmen. Es
darf selbstständig entscheiden, ob es am Unterricht teilnimmt oder nicht. Somit herrscht nicht
der typische Lerndruck auf das Kind. Es erkennt seine eigenen ernsten Interessen und
spezialisiert sich auf diesem Gebiet. So entwickelt es sich im Regelfall sehr schnell so, dass
ein Kind freiwillig regelmäßig am Unterricht teilnimmt.
5
Außerdem gibt es keine Klausuren,
keine Hausaufgaben und kein Religion in Summerhill, weil Neill dies nicht als wichtig
empfindet und die Kinder dafür kein Interesse zeigen. Wenn Eltern jedoch nicht mit den
Prinzipien von Summerhill übereinstimmen, entwickelt sich diese Tatsache zum Nachteil des
Kindes, denn es wird sich ständig fragen, wer nun Recht hat, die Eltern oder die Vertreter der
Internatsschule.
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In der Freizeit werden viele schöpferische Tätigkeiten unternommen, z.B. in der Werkstatt
oder Theaterspielen. Durch Entgegenbringen von Liebe und Anerkennung erzeugt man in den
Kindern auch wieder Liebe.
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Diese sieht man den Kindern auch an, denn nicht nur durch ihre
abwechslungsreiche Ernährung sehen sie so lebendig, froh und gesund aus. In Summerhill ist
Sexualität kein Tabuthema. Im Gegenteil. Der Schotte leitet das Gespräch oft auf Sexualität,
um letztendlich die Kinder von ihren unbewussten Ängsten zu befreien. Auch religiöse und
moralische Vorschriften werden in Summerhill unterlassen. Durch all die Freiheiten, die das
Kind in Summerhill hat, wird es immer mehr sich selbst bewusst. Auch durch diesen
Selbstfindungsprozess erreichen die Kinder das, was nach Neill das Wichtigste ist: ein
glückliches Leben.
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3.1 Über Summerhill
Vormittags haben die Kinder Schule. Am Nachmittag machen sie Sport, basteln oder
beschäftigen sich anderweitig. Abends kommt es zu größeren Unternehmungen, wie Kino,
Tanzen, Theaterprobe oder Neill´s Psychologievortrag.
5
vgl. Neill 1969, S.23
6
vgl. Neill 1969, S.50
7
vgl. Neill 1969, S.26
8
vgl. Neill 1969, S.14
,,Antiautoritäre Erziehung" in der Schule Summerhill
6
In der Internatsschule gibt es gutarbeitende Putzfrauen. Gut wahrscheinlich deswegen, weil
sie keiner Aufsicht unterstehen. Der Autor selbst hasst das Bettenmachen.
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Kinder, die aggressiv sind, kommen aus einem Elternhaus, in dem wenig Liebe herrscht.
Dieses Verhalten symbolisiert ihren Protest gegen den Hass, den man ihnen entgegenbringt.
Somit sind die Kinder in Summerhill kaum aggressiv.
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Die Grenzziehung zwischen realistischer Vorsicht und Überängstlichkeit ist schwer. Es ist
wichtig, dass die Kinder frei sind, aber es ist ebenfalls wichtig, dass sie sicher sind. So dürfen
beispielweise die Kinder von Summerhill auf einen Baum klettern, aber nicht auf ein Dach.
Dürfte das Kind nicht auf einen Baum klettern, würde es sich sicher zu einem Feigling
entwickeln.
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Eltern verschiedener Länder bringen ihre Kinder nach Leiston in die Schule.
Nie wurde die Schule in die Gemeinde wirtschaftlich und kulturell einbezogen. Dies wäre
kaum möglich, z.B. weil in Summerhill kein religiöser Glaube verbreitet ist. Dennoch besteht
ein gutes Verhältnis zur Gemeinde.
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Von größerer Bedeutung als Unterricht ist Sport, Freiheit und Theater, denn dabei werden
Gefühl und Verstand vereint. Jedoch sollte ein Kind wenigstens schreiben können. Das
durchschnittliche Kind hat kein Interesse an Geschichte und Mathe. Die typischen Schulen
sollten ihre Ansichten von Arbeit infrage stellen. Nach Neill ist Spielen wichtiger als Lernen.
Ein Mensch, der schöpferisch ist, lernt von selbst, was er lernen will. Diese schaffende Kraft
wird aber in der typischen Schule getötet. Studenten, die unter Druck stehen und zusätzlich
kein Interesse für ihren Fachbereich haben, werden später in ihrem Beruf unfähig arbeiten.
Hätte man ihnen Freiheit nach A. S. Neill gegeben, wären sie gut fähig gewesen den Beruf
auszuführen, der ihren Neigungen entspricht. Die Gesellschaft strebt danach, dass dem Kind
irgendetwas beigebracht wird. So kann man eine Schule mit einer Fabrik vergleichen, in der
Menschensubstanz produziert wird. Gefühle werden von Lehrern in der Schule außer Acht
gelassen. Das übliche Schulsystem hilft nicht, die gesellschaftlichen Übel und seelischen
Schäden zu überwinden. Gerade die jüngeren Lehrer sollten sich etwas aufbegehrender dem
gegenüber verhalten.
13
9
vgl. zu diesem Abschnitt Neill 1969, S.30 ff
10
vgl. zu diesem Abschnitt Neill 1969, S.37 f
11
vgl. zu diesem Abschnitt Neill 1969, S.38
12
vgl. zu diesem Abschnitt Neill 1969, S.40
13
vgl. zu diesem Abschnitt Neill 1969, S.41 ff
,,Antiautoritäre Erziehung" in der Schule Summerhill
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Die Kinder in Summerhill werden nicht angetrieben. Neill wird dadurch in seiner Arbeit
bestätigt, dass seine ehemaligen Schüler tolle Arbeit leisten laut deren Chefs.
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Summerhill
hat ca. 45 Schüler. Regelmäßig bringt die Internatsschule viele Schauspieler und Musiker
hervor. Bisher wurde noch keiner der Summerhillschüler Schriftsteller. Die Schüler haben oft
Gewissensbisse, weil ihnen bewusst ist, dass außerhalb ihrer Internatsschule eine Einstellung
herrscht, die das Spiel nicht toleriert und für Arbeit plädiert. Je eher die Kinder nach
Summerhill kommen, desto wahrscheinlicher ist Erfolgsaussicht. Wenn ein Kind erst mit
zwölf Jahren kommt oder noch später, muss es erst von der Erziehung abschalten, die es
abhängig machte.
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Der Realist gibt in Summerhill P.S., das heißt Privatstunden. Diese sind als eine Art
Psychoanalyse zu betrachten. Die Stunden sind angebracht bei unzufriedenen Kindern oder
wenn ein Kind eine seelische Störung hat bzw. Schuldgefühle wegen des Onanierens hat,
nicht aber bei Schulschwächen. Um Situationen die Spannung zu nehmen, bot Neill dem
jeweiligen Kind desöfteren eine Zigarette an. Ideal ist es, wenn das Kind selbst um eine P.S.
bittet. Allgemein brauchen jüngere Kinder weniger P.S. als ältere Kinder. Die Stunden sind
nicht bei Kindern nötig, die Zuhause ohne Lügen und Moralpredigten erzogen wurden. Die
Heilung geschieht oft erst später. Neurosen der Kinder werden geheilt, indem Gefühle
gelockert werden. Generell werden Kinder durch Liebe, Selbstverwirklichung und
Anerkennung geheilt. Für die Kinder der Schule in Leiston symbolisiert Neill den Vater und
seine Frau, die dort auch tätig ist, symbolisiert die Mutter. So bekommt das Ehepaar oft Liebe
und auch Hass zu spüren.
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In Summerhill gibt es eine Selbstregierung ohne Bürokratie. Jede Woche wird ein neuer
Vorsitz für die Schulversammlung ernannt vom jeweiligen alten Vorsitz. Im Hinblick auf die
Abstimmung von Urteilen zeigen die Kinder einen hohen Gerechtigkeitssinn. Oft werden
Geldstrafen verhängt. Dies läuft erfahrungsgemäß so ab, dass der Schuldige Geld bekommt,
was die anderen Kinder zusammensparten. Geld soll hier Liebe symbolisieren. So wird der
Schuldige beschenkt. Laut Neill kann man mit Liebe heilen und nicht mit Hass. Das schuldige
Kind weiß, dass es den anderen gegenüber unfair ist, was es tat und dass es nun zusätzlich
noch Geld bekommt. Da es aber einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hat, wird es mit hoher
Wahrscheinlichkeit sein Verhalten zukünftig ändern.
14
vgl. zu diesem Abschnitt Neill 1969, S.46
15
vgl. zu diesem Abschnitt Neill 1969, S.45 ff
16
vgl. zu diesem Abschnitt Neill 1969, S.51 ff
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