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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Hauptteil 4
2.1 Was ist Fairness 4
2.2 Lebensbereich Sport 6
2.2.1 Regeln im Sport 7
2.2.2 Fairness im Sport 8
2.2.3 Ist Fairness noch praktikabel 9
2.3 Lebensbereich Schule 12
2.3.1 Soziales Lehren und Lernen 12
2.3.2 Fairness-Erziehung im Sportunterricht Ansätze 14
3 Fazit 19
4 Literaturverzeichnis 20
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1 Einleitung
Finale. Spielstand 24:23 beim größten Volleyballturnier der Saison. Der Angreifer steigt hoch und schlägt den Ball ins linke Hinterfeld. Der Schiedsrichter gibt den Siegpunkt, aber der Angreifer meldet ihm, dass er das Netzt berührt habe. Daraufhin revidiert der Schiedsrichter seine Entscheidung, gibt den Punkt der gegnerischen Mannschaft, die beim folgenden Aufschlagspiel die zwei entscheidenden Punkte erzielt und das Turnier gewinnt.
Der Angreifer hat fair gehandelt, aber man kann sich vorstellen, wie die Gespräche nach dem Spiel innerhalb der Mannschaft ablaufen werden. Hat der Angreifer richtig gehandelt, als er das Ideal der Fairness über den Erfolg gestellt hat, oder hat er sich und seiner Mannschaft durch das Festhalten an überholten und nicht mehr zeitgemäßen Idealen geschadet?
In Zeiten, in denen das „taktische Foul“ im Sport Gang und Gebe ist, stellt sich die Frage, ob Fairness im Sport und im Leben noch realisierbar ist, oder ob sie zu Gunsten des Erfolgs das Feld räumen muss. Daher befasst sich diese Arbeit mit der Frage, ob es in der heutigen Zeit noch Sinn macht, Schülern im Sportunterricht Fairness zu vermitteln, oder ob diese Zeit besser für Leistungssteigerung und damit der Verbesserung der Erfolgschancen der Schüler in sportlichen Wettbewerben genutzt werden sollte.
Um diese Frage zu beantworten werden folgende Schritte unternommen.
Einleitend wird der Begriff Fairness näher beleuchtet werden, um diesen klar zu definieren. Hierzu wird die Theorie Rawls „Fairness als Gerechtigkeit“ hinzugezogen werden und die Definition der Fairness Stiftung wird diese Theorie weiterführend konkretisieren.
Als nächster Schritt wird auf den Lebensbereich Sport eingegangen werden. Die in selbigem vorhandenen Formen von Fairness und
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bedingende Faktoren wie Regeln und externe Einflüsse werden betrachtet werden.
Vom Leistungs- und Vereinssport ausgehend wird darauf folgend der Schulsport thematisiert werden. Als Grundlage wird soziales Lernen kurz erläutert werden. Abschließend zum Lebensbereich Schule werden Möglichkeiten angeboten werden, wie Fairness im Sportunterricht vermittelt werden kann.
Zusammenfassend wird das persönliche Fazit des Verfassers die aufgeworfene Frage, ob Fairness ein wichtiger Lehrinhalt für den Schulsport ist oder ob er zugunsten des Erfolgsdenkens vernachlässigt werden kann, beantworten.
2 Hauptteil
2.1 Was ist Fairness?
Bei der Definition von Fairness stößt man sehr bald auf Probleme, wenn man in Lexika der Ethik und der Philosophie nachschlägt. Wie bei vielen Begriffen aus dem angelsächsischen Raum wird auch beim Begriff der Fairness auf einen deutschen Begriff verwiesen, in diesem Fall auf den Begriff der Gerechtigkeit. Dies geht auf Rawls Theorie der Gerechtigkeit als Fairness zurück. Rawls definiert zu diesem Zweck Gerechtigkeit politisch. Zusammenfassend lässt sich diese Theorie folgendermaßen beschreiben.
Jeder Mensch hat ein Recht auf ein System von Grundrechten. Dieses System muss mit dem System aller Menschen vereinbar sein und darf nicht die Grundrechte eines anderen Menschen beschneiden. (Rawls 1977, S. 34f)
Da dieses Prinzip nicht uneingeschränkt in der Gesellschaft realisierbar ist, weil es die Gleichheit aller Menschen als Grundlage voraussetzt, hat Rawls einen Zusatz angebracht, der Ungerechtigkeit unter bestimmten Voraussetzungen legitimiert.
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Soziale Ungerechtigkeiten müssen an ein Amt oder eine Position gekoppelt sein. Die Chancen, in dieses Amt oder diese Position zu gelangen, müssen allerdings für alle gleich sein. Desweiteren müssen die Ungerechtigkeiten zum Vorteil derer sein, die in der Gesellschaft die wenigsten Privilegien genießen. (Rawls, 1977, S. 34ff)
Von dieser Grundlage ausgehend ist Fairness eine Erscheinung der
Gerechtigkeit. Die Definition Rawls ist sehr theoretisch gehalten und
umfasst einen mehrere Seiten langen Aufsatz, in dem er diese Definition
entwickelt. Die im Jahr 2000 gegründete Fairness Stiftung gibt der Theorie
Rawls einen konkreteren Charakter, indem sie Fairness wie folgt definiert:
In Kooperation mit anderen seine Lebensziele in größtmöglicher Autonomie zu verwirklichen. Das kommunikative Gesetz der Balance von Kooperation und Konkurrenz, Vorteile eigener oder fremder Leistung nur dann zu nutzen, insofern dabei gleiche Chancen für alle Beteiligten und Betroffenen gewahrt, die Qualität des individuellen und gesellschaftlichen Lebens und der Kooperation eher gefördert, denn gemindert und die Partizipation an der Verteilung von Gütern und Werten den Starken möglich und den Schwachen eigens ermöglicht ist.
Darum umfasst Fairness:
N Die Achtung und den Respekt gegenüber jedem Menschen unabhängig von seinem sozialen Status, seiner hierarchischen Stellung, seiner öffentlichen Rolle, seiner nationalen, religiösen oder geschlechtlichen Zugehörigkeit, N die Berücksichtigung und den Ausgleich unterschiedlicher Interessen, Neigungen, Optionen und Ziele unter Beachtung gleicher, transparenter Bedingungen und Möglichkeiten zur Wahrnehmung der eigenen Interessen, N die wechselseitige Gültigkeit und Beachtung der für alle Seiten geltenden und lebensförderlichen Regeln im Umgang miteinander wie auch im Verhältnis zwischen Menschen, Medien und Organisationen, N die soziale, persönliche, ökologische und ethische Verträglichkeit von Einstellungen und Verhalten, Strukturen, Prozessen und Regeln, Produkten und Dienstleistungen. (http://www.fairness- stiftung.de/FairnessDefinition.htm; 22.Juni 08; 19:45Uhr.)
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Diese Definition ist greifbarer und eingängiger, da sie gleichermaßen die politische, soziale und religiöse Komponente berücksichtigt und eine konkrete Handlungsaufforderung enthält. Desweiteren lässt sie den Begriff der Gerechtigkeit unbeachtet. Ein Beispiel: ´Willst du dich fair verhalten, dann respektiere dein Gegenüber als gleichwertige Person, egal, was für ein Mensch er oder sie ist.´ Im Gegensatz dazu: ´Willst du dich fair verhalten, dann behandle dein Gegenüber gerecht.´ Dieses Beispiel macht deutlich, dass die Definition der Fairness-Stiftung eine Definition zum „benutzen“ im täglichen Leben und natürlich im Sport ist. Sie hebt den Begriff Fairness aus ihrem theoretischen Umfeld und setzt ihn in die Handlungswelt der Menschen. In dieser Handlungswelt bieten sich vielfältige Bereiche, in denen Fairness zur Anwendung gebracht werden kann. Als Beispiele seien genannt:
N Wirtschaft N Politik N Sport (Fair Play) N Schule N Zwischenmenschliche Beziehungen N Handel (Fair Trade) Da die Abhandlung aller Bereiche im Rahmen dieser Arbeit nicht zufriedenstellend geleistet werden kann, wird im Folgenden auf zwei Bereiche intensiv eingegangen, um die Frage der Fairness in diesen umfassend zu erläutern. Die ausgewählten Bereiche sind der Sport und die Schule, in diesem Fall insbesondere der Schulsport.
2.2 Lebensbereich Sport
Den Begriff der Fairness bringt man in erster Linie mit dem Sport in Zusammenhang, da sich Fairness im Sport durch Fairplay offen darstellt. Auch taucht der Begriff in regelmäßigen Abständen im Zusammenhang mit Doping, unsportlichem Verhalten und Regelverstößen in den Medien auf. Daher ist es sinnvoll zu Beginn näher auf die Regeln einzugehen, die mit dem Wettkampfsport einhergehen.
Arbeit zitieren:
Lars Blisch, 2008, Fairness in Schule und Sport, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
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