- 2 -
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung S 5
2. Themeneinführung und Vorstellung der Runde S 6
des Club 2s
3. Grundlegende Überlegung zum Forschungsthema S 7
4. Transkription des gewählten Diskussions- S 7
abschnittes
5. Sprachunterschiede der Geschlechter S 18
5.1 Literaturzusammenfassung der Texte S 18
„Gewalt durch Sprache“ und
„Sprachunterschiede von Männern und Frauen“
5.2 Hypothesen aufgrund der Zusammenfassung S 20
5.3 Hypothesenprüfung S 22
6. Gesprächsverhalten in Fernsehdiskussionen
S 30
6.1. Gesprächsverhalten S 30
6.1.1 Unterbrechungen S 31
6.1.2 Dominantes Verhalten S 31
6.1.3 Diskussionsleiterverhalten S 32
6.1.4 Argumentation S 32
6.1.4.1 formale Argumentation
S 33
Diskusssionsverhalten DOC/09 04 03
- 3 -
6.1.4.2 Inhaltliche Argumentation S 33
6.1.5 Selbstdarstellung S 33
6.2. Anreden in Fernsehdiskussionen S 34
6.2.1 Entschuldigungen S 34
6.2.2 Vorwürfe S 35
6.2.3 Bitten S 35
6.2.4 Direkte Anreden S 35
6.3. Arbeitshypothesen S 36
6.4. Prüfung der Hypothesen S 38
7. Schlußbemerkungen S 42
8. Anhang S 44
8.1 Quellenverzeichnis S 44
8.2 Literaturverzeichnis
S 44
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- 4 - 1.Einleitung
Die Entscheidung welches Thema meinee Arbeit in diesem Proseminar tragen soll und welches Ziel sie verfolgen soll war für uns nicht schwer. Aus dem Bedürfnis für die damals bevorstehende
Nationalratswahl 1994 ausreichend über das Parteien- und Poitikerspektrum informiert zu sein, entgingen auch uns die TV-Konfrontationen am „Runden Tisch“ nicht. Danach bekam ich durch das Proseminar die Chance, die in Diskussionen festgestellten Merkmale zu bearbeiten. Ich entschlosscmich für meine Untersuchung eine Diskussion mit Personen zu suchen, die nicht täglich im
öffentlichen Interesse stehen. Aus den zur Auswahl gestellten Aufzeichnungen von Fernsehdiskussionen habe ich mich dann für das Video des Club 2 zum „Jahrestag“ der 68´er-Bewegung entschieden. Das Ziel meiner Arbeit ist es, gewisse Strukturen und Kommunikationsmuster aufzuzeigen, die ich aus eigenen Erfahrungen und Literatur erkennen konnte, und diese an Hand eines konkreten Beispiels zu überprüfen. Ich habe mir dazu aus der gewählten Diskussion einen sehr eindruckvollen und signifikanten Abschnitt zur Untermauerung ausgesucht. Der Abschnitt, der im Anhang
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- 5 - unter9.1 genauer angegebenen Videoaufzeichnung des Club 2s vom 19.05.1988 beginnt mit der 54. Minute und endet bei einer Stunde und sechs Minuten. Er ist somit 12 Minuten lang.
2. Themeneinführung und Vorstellen der Runde des Club 2s
Ich möchte zuerst einmal die Diskussionsrunde vorstellen und dann auf das Thema des Club 2s eingehen, um den Hintergrund dieser Diskussion ans Licht zu bringen.
Adolf Holl: Moderator
Michael Jeannee: Journalist der Kronen Zeitung Brigitte Herrmann: Buchhändlerin Daniel Cohn-Bendit: Publizist Felix Butschek: Wirtschaftsforscher und Wirtschafts-historiker; Stellvertretender Leiter des Wirtschafts-forschungsinstitutes Eva Demski: Schriftstellerin Jens Litten: Chefredakteur des „Winner“ Helmut Strobl: Kulturstadtrat der ÖVP in Graz
Die Reihenfolge der oben genannten Person entspricht der Sitzordnung der Diskussionsteilnehmer, die ,von links nach rechts im Kreis sitzend, in der berühmten
Ledergarnitur Platz genommen hatten. Der Club 2 befaßte sich mit dem 20-jährigen „Jubiläums“ der Studentenbewegung von 1968. Die einzeln Personen
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- 6 - erzähltenihre Erlebnisse und Perspektiven der damaligen Zeit.
Die Studentenbewegung von 1968 ist ein europaweites Aufflammen und Aufbegehren für mehr Mitspracherecht an der Uni und gegen jegliche Form von Autorität gewesen.
3. Grundlegende Überlegungen zum Forschungsthema
Meine Überlegungen, die ich einer Forschungsleitfrage gleichsetzen will, beruhen auf der Annahme, daß es geschlechtsspezifische Unterschiede im
Gesprächsverhalten gibt. Dies betrifft die Bedeutung von Frau und Mann in Fernsehdiskussionen, sowie die Rolle des Diskussionsleiters.
Es interessierte mich genaue Merkmale herauszuarbeiten und diese wie eine Schablone über den Diskussionsabschnitt zu legen um Unterschiede und
deckungsgleiche Strukturen zu bestätigen.
4. Transkription des Club 2-Abschnittes
Adolf Holl: Mod. Eva Demski: E. Brigitte Hermann: B. Daniel Cohn-Bendit: D. Helmut Strobl: H Michael Jeannee: M.
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- 7 - JensLitten: J. Felix Butschek: Butschek
1.Mod.: Ich muß hier ja auch als Volksbildner tätig sein, und ich.... 2.B.: Er gibt aber nie einen zum Besten. 3.Mod. Moment, wir haben ja noch Zeit. Ich möcht´ nur eine Sache volksbildnerisch festhalten, daß sich diese Runde zunächst mal trotz aller sonstigen Kontroversen einig darüber war, daß seit dem Jahr 68 ein
gesellschaftsverändernder Prozeß in Gang gekommen ist, der die Einstellung der Bevölkerung insgesamt, ich möchte das möglichst deutlich sagen, sowohl in der BRD, wie in Frankreich, wie auch in Österreich und in der Schweiz, in Italien die Einstellung zu den sogenannten Autoritäten, Behörden, Lehrern, Kirchen....
4.B.: Zu dem, was man Pflichterfüllung nennt. 5.St.: ...für die autoritäre Bewegung, im Wesentlichen...
6.Mod.: ...etwas, etwas entspannt hat...Ich glaube darüber sind wir uns einig. Das wäre doch mal ein Ergebnis, das ich hier festhalten will. 7.Cohn-Bendit, Hermann und Butschek sprechen zugleich. 8.Butschek: Es ist ja nicht so, daß bis zu 68 sich an den Autoritäten und der hierarchischen Struktur der europäischen Gesellschaft nichts geändert hat, nicht wahr; das ist ja ein Prozeß, wenn Sie wollen, der seit
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- 8 - der Industrialisierung läuft. Das hat sich ja
permanent geändert; nicht wahr; also ... 9.Cohn-Bendit und Hermann unterbrechen. 10.Butschek: kann man darüber auch wenn sie verzweifelt sind, kann man darüber reden ... 11.Hermann spricht kurz unverständlich. 12.Butschek: ob das jetzt ein Staatsstoß gewesen ist, ein stärkerer, oder nicht.. 13.D.: Darf ich mal was sagen? 14.Butschek: aber es war nicht etwas , was nicht stattgefunden hat, sondern ein kontinuierlicher
Prozeß, natürlich durch Kriege und alles mögliche besonders... 15.D.: Lappalie, Faschismus, Lappalie 16.Butschek: Natürlich. 17.D.: ...es zufällig mal dazwischen... 18.Butschek: ...durch Reaktionen... 19.D.: in Kontinuum der Liberalisierung kam zufällig Faschismus, Stalinismus aber... 20.Butschek: ...und 68 hat, waren immer wieder Brüche... 21.D.: In Österreich gab es überhaupt niemals
irgendwelche Liberalisierungsprozesse. 22.Butschek: ...in die eine, wie in die andere Richtung. 23.St.: Daß 68 ein Einbruch war, genauso wie der 2. Weltkrieg, so war es nicht gemeint. Das ist ein bisserl so jetzt gekommen. 24.D.: ich möchte auch mal...Wir diskutieren... 25.B.: ...über den Inhalt sagen... 26.Butschek: ...verkehrt jetzt 68. Alles geht darauf zurück; gewisse Ausbrüche gemacht natürlich.
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- 9 - 27.Hermannunterbricht unverständlich. 28.D.: Also ich finde...
29.Mod.: Herr Butschek, wir können selbstverständlich bei Karl dem Großen anfangen, aber... 30.D.: ...bei der Tora vor 6000 Jahren... 31.Butschek versucht vergeblich zu Wort zu kommen. 32.D.:...denn die jüdische Tradition, glaube ich, ist für eine liberaler Gesellschaft; könnte, wenn man Benjamin liest und wenn man Bubar liest sehr wichtig. Also warum bewegen wir uns überhaupt schon vor 6000 Jahren; würde alles ansatzweise gedacht, gehen wir nach Hause und nichts ist passiert auf dieser Welt. 33.Mod.: Das ist das Autoritätsproblem, das man vielleicht...
34.Butschek: ich kann ja nicht die eigene Position so überbewerten, aber...
35.Mod.: Ich glaube, man kann das nicht so stehen lassen.
36.J.: Das Autoritätsproblem gab es, ich möchte das auch sagen...
37.St.: Das war ja entscheidend... 38.B.: Es war das Entscheidende. 39.St.: ...das war ja das Durchgehende in allen Ländern und es war das Durchgehnde auch was jetzt die ideologischen Implikationen betrifft. Und es gab die liberalen Flügel in der Bundesrepublik, aber viel kleiner als bei uns, aber das autoritäre Moment war durchlaufend bei allen. 40.Demski, Litten und Strobl reden durcheinander 41.E.: Nichts geht von alleine.
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Mag. Karin Stepanek, 1995, Untersuchung des Gruppendiskussionsverhaltens von Frauen und Männern an Hand einer aufgezeichneten Fernsehdiskussion., Munich, GRIN Publishing GmbH
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