Literaturverzeichnis
Primärliteratur:
Verzeichnis der an der königlichen Lud- Ludwig-Maximilians-UniversitätMünchen wig-Maximilians-Universität zu München vom Sommersemester 1829 bis zum Wintersemester 1834/35 zu haltenden Vorlesungen
Verzeichnis sämtlicher Studierender der Melanchthon-Gymnasium Nürnberg Königlichen Gymnasialanstalt zu Nürnberg 1810-1816
Lehrbuch der Pandekten Puchta, Georg Friedrich
1. Auflage Leipzig 1838
Nr. 10198/2 Sächsisches Staatsarchiv Acta der Ersetzung der ordentlichen Professuren bei der juristischen Fakultät zu Leipzig 1835 - 1841
Nr. 10198/3 Sächsisches Staatsarchiv Acta der Ersetzung der ordentlichen Professuren bei der juristischen Fakultät zu Leipzig 1841 - 1848
A 2 I 1 Nr. P 11 Universitätsarchiv Erlangen-Nürnberg Personalakte Georg Friedrich Puchtas
C 2 I 3 Nr. 148 Universitätsarchiv Erlangen-Nürnberg Promotionsakte Georg Friedrich Puchtas
E II 252 Universitätsarchiv München Personalakte Georg Friedrich Puchtas
Sekundärliteratur:
Nekrolog in der Beilage zur Augsburger Augsburger Allgemeine Zeitung Allgemeinen Zeitung Nummer 36 vom 05.02.1846
Deutsche Biographische Enzyklopädie Bohnert, Joachim
2. Ausgabe Vierhaus, Rudolf (Hrsg.) München 2007
Über die Rechtslehre Georg Friedrich Bohnert, Joachim Puchtas
1. Auflage Karlsruhe 1975
II
Handwörterbuch zur deutschen Rechtsge- Erler,Adalbert schichte Kaufmann, Ekkehard (Hrsg.)
1. Auflage IV. Band Berlin 1990
Die Leipziger Juristenfakultät. in: Fest- Friedberg,Emil schrift zur Feier des 500jährigen Bestehens der Universität Leipzig. Rektor und Senat.
1. Auflage Leipzig 1909
Georg Friedrich Puchta und die „Begriffs- Haferkamp,Hans-Peter jurisprudenz“
1. Auflage Frankfurt am Main 2004
Allgemeine Deutsche Biographie Historische Commission bei der königlichen
1. Auflage Akademie der Wissenschaften (Hrsg.)
26. Band Leipzig 1888
Neue Deutsche Biographie Historische Kommission bei der bayerischen
1. Auflage Akademie der Wissenschaften (Hrsg.)
20. Band Berlin 2001
Die Bubenreuther - Geschichte einer deut- Höhne,Ernst schen Burschenschaft
1. Auflage Erlangen 1936
Deutsche Juristen aus fünf Jahrhunderten Kleinheyer, Gerd
3. Auflage Schröder, Jan Heidelberg 1989
Deutsche und Europäische Juristen aus Kleinheyer, Gerd neun Jahrhunderten Schröder, Jan (Hrsg.)
5. Auflage Heidelberg 2008
Alma mater Lipsiensis - Geschichte der Krause, Konrad Universität Leipzig von 1409 bis zu Gegenwart
1. Auflage Leipziger Universitätsverlag 2003
III
Geschichte der königlichen Friedrich- Lenz,Max Wilhelms-Universität zu Berlin
1. Auflage
2. Band Halle an der Saale 1918
Rechtsgeschichte Meder, Stephan
2. Auflage Köln 2005
Geschichte der Ludwig-Maximilians- Prantl,Carl Universität zu München
1. Auflage 1.+2. Band München 1872
Geschichte der Friedrich-Alexander- Wendehorst,Alfred Universität Erlangen-Nürnberg 1743-1993
1. Auflage München 1993
IV
Inhaltsverzeichnis
Teil 1: Biographie 1
A. Leben bis zur Habilitation 1
B. Puchtas Lehrtätigkeiten 2
C. Scheitelpunkt des Wirkens und Ende 5
2. Teil: Werke 7
A. Allgemeiner Überblick. 7
B. Das Gewohnheitsrecht und der Volksgeist 7
1. Erste Rechtsquelle: Der Volksgeist. 7
2. Zweite Rechtsquelle: Das Gesetz. 9
3. Dritte Rechtsquelle: Das Recht der Wissenschaft. 9
4. Bedeutung und Kritik 9
5. Rezeptionsstreit 10
C. Lehrbuch der Pandekten und die Begriffsjurisprudenz. 10
1. Der Aufbau des Lehrbuches. 10
2. Das geltende Recht in Deutschland. 11
3. Die Entstehung des Rechts im Allgemeinen 11
4. Die Anwendung des Rechts 12
5. Die grundlegende Begriffsjurisprudenz 13
6. Kritik 13
D. Cursus der Institutionen 14
E. Einordnung Puchtas 14
Anlage 1: Auszeichnungen Puchtas während der Gymnasialzeit. 16
Anlage 2: Verzeichnis sämtlicher Studierender der königlichen Gymnasialanstalt zu
N ürnberg (Deckblatt) 17
Anlage 3: Gehaltene Vorlesungen an der Universität München 18
Anlage 4: Gehaltene Vorlesungen an der Universität Leipzig. 19
Anlage 5: Bild Georg Friedrich Puchtas als Burschenschafter 20
Anlage 6: Werke Georg Friedrich Puchtas. 21
Anlage 7: Auszug aus der Ernennung Dr. Puchtas zum ordentlichen Professor an der
Universit ät zu München. 22
Anlage 8: Berufung in das Spruchkollegium vom 11.02.1832. 23
Anlage 9: Entlassungsbestätigung aus dem bayrischen Staatsdienst vom 20.12.1834. 24
V
Teil 1: Biographie
A. Leben bis zur Habilitation
Georg Friedrich Puchta wurde am 31.08.1798 in Kadolzburg bei Nürnberg geboren. Sein Vater Dr. iur. Wolfgang Heinrich Puchta (1769-1843) war preußischer Justizamtmann, ab 1796 bayrischer Landrichter in Erlangen und ab 1811 Dirigent des Landgerichts Erlangen. 1 Seine Mutter war Johanna Philippina Heim aus Osternohe. 2
Puchta besuchte vom Studienjahr 1810/11 bis zum Studienjahr 1815/16 die königliche Gymnasialanstalt zu Nürnberg (vormals Ägidiengymnasium, heute Melanchthon-Gymnasium). Bereits dort stellte er sich als herausragender Schüler dar. Während seiner gesamten Schulzeit hatte Puchta ein großes Talent im Zeichnen bewiesen. 3 Vor allem in den höheren Klassen zeichnete er sich zudem durch sehr gute Leistungen in der französischen Sprache aus. Diese Leistungen wurden regelmäßig mit Auszeichnungen belohnt und Puchta durfte vor allem in den Studienjahren 1812/13 und 1815/16 die Deklamationen im Zuge der Preisverleihungen halten. So deklamierte er im Studienjahr 1812/13 das Werk „Mein Wissen“ von Klopstock und im Studienjahr 1815/16 aus Goethes Werther. 4 Durch die Tätigkeit Hegels als Rektor an diesem Gymnasium erhielt Puchta seine erste philosophische Ausbildung. Diese Umstände führten zu einer Hinneigung zur alten Geschichte, den Klassikern und den Grundsätzen der Hegelschen Philosophie, welche allerdings bei dem jungen Puchta nicht sehr tief eindrang. 5
Im Jahre 1816 begann Puchta das Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Erlangen. 6 Durch die Tätigkeit seines Vaters am Landgericht Erlangen ab 1811 hatte Puchta den besonderen Vorteil, bereits während seines Universitätsstudiums in die juristische Praxis eingeführt zu werden. Während seines Studiums wirkten vor allem die Schriften von Niebuhr und Savigny auf den
1 SCHRÖDER, Georg Friedrich Puchta, In: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte,
1. Auflage, Sp. 95.
2 LANDAU, Georg Friedrich Puchta, In: Neue Deutsche Biographie, 1. Auflage, S. 757.
3 MELANCHTHON-GYMNASIUM, Verzeichnisse sämtlicher Studierender der Königlichen Gymnasialanstalt zu Nürnberg in den Studienjahren 1810-1816.
4 MELANCHTHON-GYMNASIUM, Verzeichnisse sämtlicher Studierender der Königlichen Gymnasialanstalt zu Nürnberg der Studienjahre 1812/13 und 1815/16.
5 EISENHART, Georg Friedrich Puchta, In: Allgemeine Deutsche Biographie, 1. Auflage, S. 685.
6 BOHNERT, Georg Friedrich Puchta, In: Deutsche Biographische Enzyklopädie, 2. Ausgabe, S. 102.
1
strebsamen jungen Puchta ein. 7 Bereits zu Beginn seines Studiums fühlte sich auch Puchta vom Geist der neuen burschenschaftlichen Bewegung ergriffen und gründete am 2.12.1817 die Erlanger Burschenschaft mit. Neben Georg Friedrich Puchta gehörten auch andere Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Walter Flex dieser noch heute als Burschenschaft der Bubenreuther zu Erlangen bestehenden Studentenverbindung an. Auch wird Puchta das Hauptverdienst an der Ausarbeitung der Verfassung jener Verbindung zugeschrieben. 8 Sein Engagement für die burschenschaftlichen Ideale lässt sich weiterhin dadurch belegen, dass Puchta 1818 als Vertreter der Erlanger Burschenschaft auf den Burschentag zu Jena entsandt wurde und dort die Verfassungsurkunde der Deutschen Burschenschaft mitunterzeichnete. 9 Zum Bruch mit der Burschenschaft kam es allerdings bereits am 18.5.1820 als 40 Leute, die sogenannten „Liberalen“, austraten. Am 9.8.1820 gründete etwa die Hälfte der Liberalen einen Burschenverein namens Concordia. Aufgrund schwerer Auseinandersetzungen mit der Burschenschaft zerfiel 1821 die Concordia wieder. Die meisten Mitglieder der zerfallenen Concordia kehrten zur Burschenschaft zurück und nur ein kleiner Teil gründete das bis 1825 bestehende Korps Bavaria. Von den als Liberale aus der Burschenschaft Ausgetretenen schlossen sich nur wenige nicht der Concordia an. Zu diesen wenigen gehörte allerdings Puchta. 10 Dies kann dadurch begründet werden, dass Puchta 1820 bereits am Ende seines Studiums angelangt war und nicht die Streitigkeiten als „Alter Herr“ 11 mitbegleiten wollte. Nach erfolgreichem Studienabschluss promovierte Puchta im Jahre 1820 mit der Dissertation „De itinere, actu et via“ und habilitierte noch im selben Jahr an der Universität Erlangen für Römisches Recht. 12
B. Puchtas Lehrtätigkeiten
Nach seiner Habilitation unternahm Georg Friedrich Puchta im Jahre 1821 eine Deutschlandreise zu den großen Universitäten der damaligen Zeit in Jena, Berlin, Göttingen, Bonn und Heidelberg. Für diese Reise beantragte er am 21.1.1821 ein Reisestipendium beim königlichen Senat der Universität Erlan-
7 EISENHART,Georg Friedrich Puchta, In: Allgemeine Deutsche Biographie, 1. Auflage, S. 685.
8 HÖHNE, Die Bubenreuther, 1. Auflage, S. 15.
9 HÖHNE, Die Bubenreuther, 1. Auflage, Anlage S. 13.
10 HÖHNE, Die Bubenreuther, 1. Auflage, S. 381.
11 Als „Alter Herr“ wird ein Mitglied einer Studentenverbindung bezeichnet, welches bereits das Studium abgeschlossen hat aber weiterhin Mitglied der Verbindung bleibt.
12 KLEINHEYER/SCHRÖDER, Deutsche Juristen aus fünf Jahrhunderten, 3. Auflage, S. 215.
2
gen, welches jedoch am 12.2.1821 aus Mangel an Geldern abgelehnt wurde. 13 Auf seiner Reise machte er die persönliche Bekanntschaft mit Savigny, Hugo, Göschen, Ribbentrop, Bethmann-Hollweg und Thibaut. Vor allem Savigny und Hugo waren stets der Förderung Puchtas zugetan. Neben diesen Bekanntschaften war vor allem das Bewusstsein von dem Standpunkt und Beruf sowie die Methode der Wissenschaft Ergebnis dieser Reise. 14 Schnell schloss sich Puchta der Historischen Schule Savignys an und verteidigte diese oft mit scharfer Polemik gegenüber den hegelianischen Juristen. 1822 veröffentlichte Puchta seine erste größere Schrift „Grundriß zur Vorlesung über juristische Encyclopädie und Methodologie“. 15
Im Jahr 1823 erhielt Puchta einen Ruf als Romanist nach Dorpat, den Puchta jedoch ablehnte, da ihm auf königlichen Erlass Maximilian Josephs von Bayern am 9.9.1823 eine außerordentliche Professur in Erlangen angeboten wurde, welche er annahm und dort ein Jahresgehalt von sechshundert Gulden bezog. 16 In Erlangen führte Puchta als Romanist die Gedanken der Historischen Schule Savignys weiter. 17 Auch knüpfte er Kontakt zu dem Philosophen F. W. J. Schelling, welcher 1820-1826 in Erlangen lehrte. Im Jahre 1824 heiratet Puchta Christiane Stahl in Erlangen. 18
Nach sechs Jahren als Extraordinarius an der Universität Erlangen erhielt Puchta am 10.10.1828 eine Anstellung als ordentlicher Professor für Römisches Recht an der Universität München. Dort wurde ihm ein Gehalt von tausend Gulden bewilligt. 19,20 Aus dem Vorlesungsverzeichnis der Ludwig-Maximilians-Universität zu München lässt sich allerdings entnehmen, dass Puchta erst ab dem Sommersemester 1829 in München auf einem Lehrstuhl für Römisches Recht Lehrveranstaltungen durchführte. 21 Im Jahre 1830 erhielt
13 UAE, A 2 I 1 Nr. P 11, KÖNIGREICH BAYERN - STAATSMINISTERIUM DES INNEREN, An den Senat der Universität Erlangen, Nr. 1675, 12.02.1821.
14 EISENHART, Georg Friedrich Puchta, In: Allgemeine Deutsche Biographie, 1. Auflage, S. 685.
15 LANDAU, Georg Friedrich Puchta, In: Neue Deutsche Biographie, 1. Auflage, S. 757.
16 UAE, A 2 I 1 Nr. P 11, KÖNIGLICHER ERLASS MAXIMILIAN JOSEPHS VON BAYERN, An den Senat der Universität Erlangen, Nr. 12242, 09.09.1823.
17 WENDEHORST, Geschichte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, 1. Auflage, S. 90.
18 LANDAU, Georg Friedrich Puchta, In: Neue Deutsche Biographie, 1. Auflage, S. 757. 19 UAM, E II 252, S. 1. 20 siehe Anlage 6.
21 Vorlesungsverzeichnis der Ludwig-Maximilians-Universität zu München im Sommersemester 1829, S. 6; PRANTL, Geschichte der Ludwig-Maximilians-Universität zu München, 1. Auflage, 2. Band, S. 527.
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